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Gestaltung (Filmschule)
Filmtrick (Filmschule)

Gestaltung

Beklemmende Atmosphäre
Es kommt natürlich sehr auf die Geschichte an, in welcher Richtung diese beklemmenden, düsteren Elemente angelegt werden sollen. Grundsätzlich können alle gestalterischen Möglichkeiten des Films in diese Richtung führen:

Das Licht: Es gibt zum Beispiel einen Beleuchtungsstil, der vor allem in den amerikanischen Krimis der 40er und 50er Jahre entstand – den so genannten Low-Key. Damit ist gemeint, dass relativ wenige Elemente im Bild richtig belichtet sind und die meisten anderen Bildteile zu dunkel. Im Movie-College gibt es weitere Infos zu Low-Key.

Die Farben: Mit entsättigten Farben oder gar vielen Grautönen wird die Grundstimmung ebenfalls düsterer.

Auch die Optik und vor allem die Kadrage des Bildes können beklemmende Wirkung bekommen. Je nach Handlung kann auch die Kamera verkantet werden. Es kann auch mit subjektiver Kamera verbunden mit Handkamera gearbeitet werden.

Die Handlung: Hitchcock war ein Meister des Suspense. Wenn der Zuschauer stets mehr weiß als die Filmfiguren, und bereits fürchten kann, was diesen in Kürze zustoßen wird, während die Filmhelden noch ahnungslos durch die Welt gehen, steigert dies die Spannung.

Für Gewaltszenen gibt es diverse Theorien. Wir favorisieren jene, nach der es am eindrucksvollsten ist, Gewalt nicht direkt zu zeigen, sondern nur anzudeuten. Gewalt, die sich in der Fantasie des Zuschauers abspielt, ist viel stärker als irgendwelche Ketchup-Schlachten auf der Leinwand.

Movie-College-Team
Mehr Spannung für Krimis
Die Klassiker haben es vorgemacht: Die Guten in schutzlose Situationen bringen. Einsame Gassen, Alleen. Nacht, Hartes Licht, dunkle Schatten. Mauervorsprünge, hinter denen jemand auftaucht. Ein unbekannter Verfolger, dessen Perspektive durch Handkamera nachfühlbar wird. Der Schatten des Täters. Und immer wieder überlegen: Wann ist mein Opfer am wenigsten geschützt? Welche Fehler macht der Täter? Sehen wir sein Gesicht, oder immer nur einen Schatten oder eine Person von hinten?

Hilfreich ist auch die von Hitchcock so perfektionierte Suspense: Wenn der Zuschauer mehr weiß, als das Opfer und immer schon im voraus zittert, wenn das Opfer dem Bösen bereits dabei ist, in die Fänge laufen... Es gibt keine Patent-Rezepte – die Klassiker anschauen!

Movie-College-Team

Filmtricks

Pearl Harbor – Abwurf der Bombe
Diese Szene ist komplett am Rechner gemacht worden! Lediglich einige Landschaftsbilder sind z.T. noch drinnen. Aber alles digitalisiert. Auch die Bombe. Alles reine 3D-Modelle. Es ist eine der aufwändigsten Szenen neben den riesen Panorama-Bildern mit den zerstörten Schiffen was die Rechenkraft angeht. Solche Szenen kosten Millionen für die Trickstudios.
Tobias Kern
Drahtseile und Fäden für die Schauspieler/Seiltechnik asiatischer Kampffilme
Wie die Retusche in der Postproduktion funktioniert ist im Kapitel Keying im Movie-College beschrieben. Dort wird erläutert, wie etwa Drahtseile unsichtbar werden. Darüber hinaus können solche „Hilfsmittel“ bei Stunts, Akrobatik oder simplen „Flügen“ der Darsteller natürlich auch digital wegretuschiert werden, indem man jeweils die Pixel, die unmittelbar neben einem solchen Stahlseil liegen, einfach auch an die Stellen rechnen lässt, wo das Stahlseil verläuft (siehe auch Postproduktion).

Früher hat man auch noch andere Tricks verwendet, um die Seile verschwinden zu lassen. Die Drahtseile waren äußerst dünn, farblich auf den Hintergrund abgestimmt (dunkel vor dunklem, hell vor hellem Hintergrund) und zusätzlich wurde auch mit Rauch, Nebel und der Schärfenebene gearbeitet.

Movie-College-Team
Falsche Waffen mit echtem Mündungsfeuer
Einfach geht’s mit Schießbaumwolle (gibt’s jetzt in der Faschingszeit eh überall), um den gewünschten Raum zu erzeugen...

Für die 'Abfeuerungs-Explosion' haben sich diese kleinen 'Ladykracker' als sehr nützlich erwiesen... Sind meist als 50 Stück an einer einzigen Zündschnur angebracht. Einfach 2 oder 3 abtrennen und vorne in den Lauf damit.

Markus Axmann

Man geht ins Ausland , z. B. Frankreich und kauft sich für etwa 5 Euro eine Plastik-MG die verdammt echt aussieht. Oder man wartet in Deutschland Fastnacht ab. Dann malt man noch etwas drüber, damit es älter aussieht. Man digitalisiert die gefilmten Szenen, wandelt die Schussszenen in *.flm Datei um und malt das Mündungsfeuer in Photoshop in jedes Einzelbild. Dann noch ein ordentliches Knallen aus einem Klangarchiv oder von einem gewaltverherrlichenden Computerspiel geklaut, und fertig ist der Spaß. Ansonsten gibt es Gas- und Schreckschusspistolen ab 18 zu kaufen, was aber etwas gefährlicher ist (siehe unten!).

Johannes Kuemmel

Schreckschusswaffen gehen auch, man muss nur sehr vorsichtig sein, da diese doch einen gewissen Druck nach vorne haben. Außerdem rutscht der Schlitten genauso wie bei echten Waffen nach hinten. Das kann einem den Daumen brechen, oder fast abreißen. Dafür sehen sie aber verdammt echt aus, und du hast wirklich den Look beim Schuss wie bei einer richtigen Waffe. Wir habe damit schon gedreht, und es sieht echt gut aus.

Juergen

Schreckschusswaffen dürfen bei Filmarbeiten auf keinen Fall ohne spezielle Sachkenntnis abgefeuert werden, da sonst die Gefahr von schwersten bis tödlichen Verletzungen besteht!!!

Obwohl nur Platzpatronen abgefeuert werden, also kein Projektil den Lauf verlässt, ist der Gasdruck dieser Patronen auf kurze Distanz so hoch, dass es sogar zu einem Schädelbruch kommen kann! Der Gerichtsmediziner Dr. Rothschild von der FU Berlin hat Hunderte von Todesfällen über die Jahre dokumentiert, die durch Schreckschusswaffen verursacht wurden. Selbst bei einer Schussentfernung von ca. 2 Metern kann noch eine Erblindung erfolgen, wenn ins Gesicht des Opfers gezielt wird.

In deutschen Filmproduktionen werden zwar Schreckschusswaffen verwendet, aber es wird NIEMALS direkt mit einer Platzpatrone aus kurzer Distanz auf Darsteller geschossen, obwohl das im Film vielleicht so aussieht. Ich kann Dir daher nur raten, ohne professionellen Beistand auf den Einsatz von Schreckschusswaffen bei deinem geplanten Projekt zu verzichten.

Eine Alternative: Im Handel gibt es vereinzelt Spielzeugpistolen, die täuschend echt aussehen, z. B. das „James-Bond-Modell“ Walther P99, das sogar einen Dummy-Schalldämpfer hat. In einer Waffenzeitschrift wurde dieses Spielzeugmodell zusammen mit der echten, scharfen Version zum Test einigen Waffenbesitzern aus ca. 1m Entfernung präsentiert; diese waren nicht in der Lage, aus dieser Entfernung das echte Modell vom Spielzeug zu unterscheiden! Wenn nicht gerade Fasching ist, sind diese Spielzeugpistolen etwas schwieriger zu bekommen, man muss halt suchen in den Kaufhäusern.

Andreas Bühler
Personen erschießen
Eine Mischung aus 3D-Animation und Einzelbildanimation (wie beim Mündungsfeuer – siehe oben) oder eine kleine Sprengladung auf einer Eisenplatte unter der Kleidung mit Tüten voll Filmblut. In diesem Fall muss aber unbedingt ein ausgebildeter Pyrotechniker am Set sein!
Johannes Kuemmel/Movie-College-Team

Ich würde versuchen, ein Bloodpack unter der Kleidung mittels Druckluft zum Platzen zu bringen.

Michael
Kleine Einschusslöcher
Wir haben es mit China Böllern versucht, aber das war fast als ob da ne Handgranate explodiert.
Michael Krämer
Explosionen
„Ich will ein Haus sprengen, kann mir aber keinen Profi leisten“

Da läuten bei uns einige Alarmglocken! Abgesehen davon, dass solche Bombenbastelei strafbar sein kann, möchten wir gerne, dass du auch in Zukunft noch Filme drehst, also bitte keine Experimente. Eine wichtige Erkenntnis der Profis ist, dass Explosionen im Film nur zu einem kleinen Teil aus Feuer, zum größten Teil aus Filmstaub und Korkteilchen besteht, die im richtigen Moment, bei Aufflammen des begrenzten Feuers per Pressluft in Richtung Kamera gepustet werden. Wenn Scheiben zerspringen sollen, verwendet man Sicherheitsglas (Autoglas) und einen Bolzen, der das Glas ferngesteuert zerspringen lässt.

Erkundige Dich bitte unbedingt bei Profis (Branchenverzeichnisse), die sind Nachwuchsleuten gegenüber meist sehr aufgeschlossen! Manchmal haben die SFX-Leute eigene Übungsgelände, oder sie haben vielleicht ohnehin eine ähnliche Szene vorzubereiten, und Du kannst Dich da dranhängen. Vielleicht kannst Du die Szene an einem Abbruchhaus drehen, da kann man bei der Stadtverwaltung oder bei Abbruchunternehmen nachfragen. Der Aufwand mit Re-Gips ein Haus hinzustellen ist ziemlich hoch und die Kosten dafür sind vielleicht höher, als einen SFX-Mann zu bitten gegen Materialkosten zu helfen.

Movie-College-Team

Sylvester ist die richtige Zeit, sich mit Pyroknallkram einzudecken. In einem Film von mir wurde mit geringen Kosten eine Explosivszene gedreht: Ein Zug wird von den Gleisen gesprengt, aus den Bazookas wird gefeuert, alles mit Sylvesterknallern. Der Film: „Turnpike Offenbach“ zu sehen auf Kanal Global.

Regie

Z.B. bei Hummig-Effects kann man einen Schein machen über den man auch an die Materialien kommt die geeignet sind. Gas ist für Explosionen nicht das richtige! Erkundige dich nach Liquopdium – das ist Blütenstaub – wenn man ihn richtig zündet bekommt man 8 Meter hohe Flammensäulen ohne Probleme zusammen und die Explosion ist im Kern nur ca. 60°C heiß.

Alex Lindtner
Wieso taucht der Kameramann nicht im Spiegel auf? (Film: Contact, Zeitlupenszene im Gang)
Sowas nennt man Schnitt!
Dareal

Techniken

Effekte mit Gegenlicht und Nebel
Derartige Effekte bestehen aus einer Kombination mehrerer Faktoren. Helles Gegenlicht (ruhig 1-3 Blenden über Normal, testen!), welches aber nicht direkt in die Optik leuchtet, sondern vom Winkel etwas seitlich kommt, oder deren Quelle (Scheinwerfer) durch eine Person oder einen Gegenstand abgedeckt wird. Dazu eine etwas längere Brennweite, feiner Nebel (Imkerpfeife!) und ein brilliantes Filmmaterial mit großem Kontrastumfang sind die Zutaten. Bei Video tut man sich allerdings etwas schwerer.
 Movie-College-Team

Nebelmaschinen funktioniert einwandfrei. Das untere Bild wurde mit einer Sony PC100 (einer kleinen 1 Chip DV) aufgenommen. Lichtquelle war eine 250 Watt HMI (also Tageslichtquelle). Das klappt schon.

Juergen/Hard-times.net (meine Site)

Tricks für den Dreh

Nachtdreh ohne Strom und Licht?
Nachtszenen im Wald sind auch für Profis ein kleiner Horror. Auch wenn die über Stromaggregate und jede Menge Fluter mit hoher Leistung verfügen, so sieht es trotzdem meistens merkwürdig aus, wieviel Licht in so einem doch scheinbar natürlichen nächtlichen Wald in der fertigen Aufnahme dann zu sehen ist. Da Ihr weder Strom noch genügend Licht etc. habt, bleibt Euch vermutlich nur, zu testen, wie Eure DV bei Dämmerung reagiert, und die Belichtung (Blende) oder ND-Filterschaltung manuell evtl. 1-2 Blenden etwas abzusenken. Alternativ kann man es mit Day For Night versuchen, also tatsächlich tagsüber bei Sonne drehen, Blaufilter und leichten Weichzeichner verwenden, und ebenfalls etwas unterbelichten. Wenn man im Bild keinen Himmel sieht, funktioniert das ziemlich gut, falls Himmel ins Spiel kommt, versuchen mit einem Grau-Verlauffilter den Himmel zusätzlich im Bild abzudunkeln. Auf jeden Fall Tests machen! Jede Kamera reagiert anders.
Movie-College-Team

Farbgestaltung

Braun – Farbe oder Empfindung?
Braun ist strenggenommen keine „eigenständige“ Farbe, sondern „nur“ ein verschwärzlichtes (also dunkles) gelb! Kannst Du ausprobieren, wenn Du gelb z. B. in Photoshop sehr dunkel einstellst.
Peter Loczenski

Eine gute Frage! Nun Braun gehört eindeutig nicht zu den Grundfarben erster oder zweiter Ordnung. Sie kommt im Spektrum des Regenbogens nicht vor. Braunes Licht gibt es nicht! Nach der Farbenlehre von Johannes Itten entsteht Braun, indem die Farbe Orange oder Rot mit einer „unbunten“ Farbe, nämlich Schwarz getrübt wird. Itten spricht in diesem Zusammenhang von „getrübten“ Farben. Die Farbe Rot wird durch Beimischung von Schwarz gelähmt, abgeschwächt. Braun vermittelt von der Symbolik her Sicherheit, dies ist vielleicht die „Empfindung“. Aber natürlich stellt alles Braune, was Sie sehen, auch etwas physikalisch Reales dar: die getrübte Reflektion Roter oder Orangefarbener Lichtwellen. Die Wissenschaft untersucht unterschiedliche Sättigung der Farben, bei geringer Sättigung Richtung Schwarz erhalten wir Braun. Es handelt sich bei Braun also wie erwähnt nicht um eine reine Farbe, sondern um eine Trübung oder Abschwächung einer reinen Farbe. Logisch, oder?

Movie-College-Team

Ton

Ton-Effekte
Weitere Infos gibt es im Movie-College unter: Geräuschemacher.
  • Wenn es um das Äuqivalent zu den Special Effects im Bild geht, dann ist eine Geräusch-Sammlung (siehe auch Movie-College Shop) wahrscheinlich die erste Adresse, wenn ein Mikro zur Verfügung steht, dann kann auch ein bisschen Einfallsreichtum schon zu guten Ergebnissen führen.
  • Wenn es um Ton-Verzerrungen, Inverse, etc. geht, dann geht man heute üblicherweise mit entsprechender Software an das Problem. Von Syntrillium gibt es z. B. das Programm Cool Edit als eingeschränkte Shareware für den PC.
Movie-College-Team
Ton- und Musik-Rechte
siehe auch Artikel: Musikrechte.

Eine sehr genaue Beschreibung (eher schon Schritt für Schritt-Anleitung) gibt es unter „Sound & Musik“ in der „Filmmaking“-Kategorie bei hackermovies.com.

So
 
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