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Überall in der zivilisierten Welt lauern auf unser reines,
unschuldiges Tonsignal gefährliche Störenfriede. Brummende Motoren,
Transformatoren, Handys, elektrische Zahnbürsten - kurzum ein
ganzes Heer von möglichen Störungen.
Die professionelle Tontechnik schützt sich davor so gut es geht mit
der so genannten symmetrischen Leitungsführung bzw. Signalverarbeitung.
Was das aber genau ist, wissen viele nicht. Grund genug, das Prinzip zu
erläutern.
Signal
S ist ein Tonsignal, eine Sinuskurve, welches von einem Studiogerät
(Mikrofon, Tonbandgerät etc.) auf den Weg zu einem anderen Studiogerät
geschickt werden soll.
Übertrager 1
Schlau, wie unser Studiogerät ist, schickt es das Tonsignal bestehend
aus einem Draht und der Masse (in der Abb. Grün und Schwarz) am
Ausgang durch einen Übertrager.
Dieser verdoppelt es und kehrt die Phase (+/-) um. Das heißt, dasselbe
Signal wird durch einen Draht positiv, und durch einen zweiten Draht
negativ geschickt.
Störung
Nun lauert unterwegs auf unser Kabel ein hinterhältiges Störsignal.
Das Störsignal macht, was Störsignale nun mal so machen: Es versaut
die Aufnahme. In einem Kabel in der positiven Kurve und gleichzeitig im
anderen Kabel in der negativen Kurve.
Übertrager 2
Wenn nun unser Kabel mit den unterwegs eingefangenen Störungen in
unser zweites Studiogerät (Mischpult, Nagra etc.) hineingeht, so muss das
Signal auf den beiden Adern wieder durch einen Übertrager hindurch.
Das Störsignal ist auf beiden Drähten identisch, also nicht
phasenverdreht, wie unser Nutzsignal, der Sinus-Ton.
Im Übertrager (heute kommen dafür auch so genannte
Differenzverstärker zum Einsatz) subtrahiert man die beiden Signale und
dabei heben sich die Störsignale auf.
Klingt wie Zauberei, ist aber Physik und es gibt das Verfahren bereits
seit etwa 40 Jahren!
Der Aufwand, Geräte mit symmetrischen Ein- und
Ausgängen zu versehen, lohnt sich also, ganz besonders, wenn man es nicht
mit kontrollierten Tonstudio-Bedingungen, sondern irgendwelchen Drehorten
draußen in der Wildnis unserer Großstädte zu tun hat, denn damit
verlieren sogar die meisten Haushaltsgeräte ihren Schrecken...
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