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Es gibt diverse Programme, mit denen man Töne in zahlreichen Spuren anordnen, bearbeiten und mischen kann, dennoch hat sich das amerikanische Programm ProTools, welches ursprünglich von der Firma Digidesign entwickelt wurde und inzwischen AVID gehört, zu einem Standard in der Filmtonbearbeitung etabliert. Toncutter, Sounddesigner und Mischmeister arbeiten zu 90% mit diesem Programm, wodurch eine hohe Austauschbarkeit von Daten und gemeinsame Arbeitsmöglichkeiten im Team an ein und demselben Projekt möglich geworden sind. Während ProTools seit seinem Erscheinen Anfang der 90er Jahre bis jetzt auf proprietäre Hardware angewiesen war, es mussten stets Wandler und Platinen vom Hersteller verwendet werden, kommt Anfang 2011 eine rein Software basierte Version auf den Markt. Doch ganz gleich, mit welcher Version man arbeitet, es gibt einige wichtige Basics, die für die Bearbeitung von Filmton mit ProTools relevant sind. Filmprojekt importieren oder Ton synchron mitfahrenWie viele andere Softwareanbieter haben auch die AVID/DIGIDESIGN Strategen unterschiedliche Optionen für ihre Software entwickelt, mit denen sie zusätzliches Geld generieren können, wenn der Anwender bestimmte Funktionen benötigt. Arbeitet man mit dem ProTools Lite und möchte synchron Filmton bearbeiten, ist für den Import von Video die so genannte DV Option erforderlich, die recht teuer ist im Vergleich zum Programm selbst.
Arbeitet man mit ProTools HD, benötigt man die Option OMF zu importieren, auch diese lässt sich der Hersteller fürstlich bezahlen. Ist diese Hürde aber genommen, kann man mit relativ überschaubarem Aufwand, aus einem der gängigen Bildschnittprogramme die dort im Schnitt bearbeiteten Tondateien, am Besten mit einem einzustellenden Bearbeitungsrand, exportieren. Das geht über OMF, ein allgemeines Exportformat welches von FinalCut, AVID oder Premiere beherrscht wird. Der Bearbeitungsrand ist erforderlich, damit beim Export nicht nur die exakte im Schnitt verwendete Länge an Audiomaterial in das ProTools importiert wird, sondern etwas mehr, also je nach Einstellung mehrere Sekunden vor und nach dem geschnittenen Element. Auf diese Weise kann man im ProTools später Töne verziehen, Überblendungen anlegen, Korrekturen vornehmen. Das Bild sollte man übrigens, um die Rechenleistung der ProTools Session nicht zu sehr zu belasten, nicht in voller Auflösung exportieren, (das kann bei HD und einem abendfüllenden Film allein schon 30-40 GB ausmachen) sondern besser in einer komprimierten, verkleinerten Fassung, als Quicktime Datei. Hier reicht die halbe PAL Auflösung völlig aus. Bitte darauf achten, dass die markierte Videodatei beim Bildanfang beginnt. Session anlegen
Im ProTools muss man zunächst eine neue Session anlegen, um dort hinein die OMF Dateien importieren zu können. Beim Anlegen der Session (unter File "New Session") wird man nach den Eckdaten gefragt, wichtig ist es, hierbei die gleichen Voreinstellungen wie beim Film selbst vorzunehmen, also die Sample-Rate (in der Regel 48), die Wortbreite, (meist 16 oder 24 Bit) die Zahl der Bilder pro Sekunde (Fernsehen Europa:25 B/Sec, Kino: 24 B/Sec). Schnittdaten importierenDann kann man bereits die OMF Daten importieren, wobei man gefragt wird, ob diese nur im Galgen oder in den Spuren der Session vorliegen sollen. Da man ja den bereits geleisteten Tonschnitt des Filmes nutzen will, sollte man die Files unbedingt in die Spuren legen lassen. Video anlegenAls nächstes eröffnet man unter Tracks eine neue Videospur und importiert die vorher aus dem Bildschnitt exportierte Quicktime-Datei. Diese landet erst einmal im Galgen (nennt sich bei ProTools "Region List" und ist ganz rechts, manchmal noch geschlossen und kann am kleinen Doppelpfeil unten rechts im Edit-Fenster geöffnet werden) und man muss sie synchron zu den importierten Tönen legen. Hier kann der Timecode helfen. Wenn man im ProTools die Datei in die Videospur hineinzieht, liegt sie noch nicht automatisch synchron. Da sie dort beginnen muss, wo auch der Ton der importierten OMF Dateien beginnt, kann man sie mit dem "Grabber", das ist die Hand und eines der Werkzeuge in ProTools, so hinschieben, dass sie beim Tonanfang beginnt. Man kann aber auch im sogenannten "SPOT-Mode" auf die Datei klicken und ein Timecode-Fenster öffnet sich, in welches man der Startpunkt numerisch eingeben kann, z.B.: 00:00:00:00 oder 01:00:00:00, falls der Bildstart, wie bei Bildschnitt häufig üblich, bei einer Stunde gelegen hat.
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