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Verlagsgruppe Milchstraße

Gründer befürchtet Zerschlagung

Titel wie "Cinema" oder TV Spielfilm sind es, welche unter den Filmfans bekannt sind und die in der Verlagsgruppe Milchstraße erscheinen. Nun wurde eben dieser Verlag vom bisherigen Konkurrenten, dem  Burda-Verlag aufgekauft. Manthey, der Gründer von "Cinema", befürchtet längerfristig die Zerschlagung der Verlagsgruppe, da ähnliche Redaktionsstrukturen bei Burda bereits existieren. Der harte Konkurrenzkampf in der Print-Branche lässt die Konzernchefs immer häufiger auf die berühmten Synergie-Effekte setzen, welche oft eine nettere Umschreibung für Entlassungen sind.

(Quelle: Handelsblatt)  31.12.2004

Jahrhundertkatastrophe

Unvorstellbares Leid

Die verheerenden Flutwellen haben eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes ausgelöst, vor allem für die Bevölkerung der betroffenen Küstenregionen Südostasiens. Doch auch die Befürchtungen, dass viele ausländische Touristen unter den Opfern sind, konkretisieren sich stündlich. Darunter auch zahlreiche Vertreter der Medienindustrie. So ist die Familie von Regisseur und Schauspieler Richard Attenborough (Gandhi etc.) betroffen. Seine Enkeltochter Lucy, 14 ist ertrunken, seine Tochter und ihre Schwiegermutter werden in Phuket vermisst. Auch Designer Nate Berkus, der an US-Shows mitwirkte, wurde in Sri Lanka Opfer der Wassermassen. 

(Quelle: Hollywood Reporter)  29.12.2004

Kino-Rekordjahr in Frankreich

Höchste Besucherzahlen seit 20 Jahren

Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Zuschauerzahlen um 10% erhöht und werden auf voraussichtlich 192 Millionen verkaufte Eintrittskarten geschätzt. Wenn man dann noch Frankreichs Quotenregelung berücksichtigt, kann es nur ein hervorragendes Jahr für die französische Filmindustrie gewesen sein.

(Quelle: Hollywood Reporter)  28.12.2004

Berlinale eröffnet mit franz. Regisseur

"Man to Man" von Regis Wargnier

Der Film mit Stars wie Joseph Fiennes, Kristin Scott Thomas, Iain Glen, Hugh Bonneville und Flora Montgomery, soll die 55 ten internationalen Filmfestspiele im kommenden Februar eröffnen. Der Film basiert auf dem Buch von William Boyd und taucht ein in die Welt von Wissenschaftlern im 19. Jahrhundert auf der Suche nach der Schnittstelle zwischen Affe und Mensch.

(Quelle: Berlinale)  23.12.2004

Klage gegen Andreas Türck

Vorwurf wegen Vergewaltigung

Die Anklage wegen Vergewaltigung und Körperverletzung gegen den 34 jährigen TV-Moderator Andreas Türck wurde, so ein Gerichtssprecher, in vollem Umfang zugelassen. Vorgeworfen wird ihm nach einem Diskothekenbesuch am 25. August 2002 in Frankfurt seine damalige Begleiterin auf einer Brücke zum Oralverkehr gezwungen zu haben. Außerdem habe er die junge Frau, die er Ermittlungen zufolge am selbigen Abend erst kennen gelernt hat, mindestens einmal mit ihrem Kopf an das Brückengeländer geschlagen. Andreas Türck bestreitet die Vorwürfe. Der Prozess wird voraussichtlich im Mai 2005 beginnen können, nachdem die 27. Strafkammer die Anlage zur Hauptverhandlung zugelassen hat. Nun drohen dem TV-Moderator im Falle einer Verurteilung eine Mindeststrafe von 2 Jahren Haft.

(Quelle: Spiegel) 21.12.2004

Haffa-Brüder verurteilt

Revision wurde abgelehnt

Die von Verteidiger Rainer Hamm eingereichte Revision wegen "unfairen Prozesses" wurde vom BGH Karlsruhe abgelehnt. Dadurch sind die Brüder Haffa vorbestraft. Sie rechneten mit einer Verurteilung wegen einer Ordnungswidrigkeit, wie ihnen außerhalb der Verhandlungen von der Richterin mitgeteilt wurde. Es erfolgte aber eine Verurteilung wegen einer Straftat - zur Überraschung für die Angeklagten. Für die Aussagen außerhalb der Gerichtsverhandlung bestehe aber kein Vertrauensschutz, so Richter Nack. Die Brüder wurden zu Geldstrafen in Höhe von 1,2 Mio. Euro bzw. 240.000 Euro verurteilt.

(Quelle: taz) 17.12.2004

Urteil gegen Haffa-Brüder

Aufhebung möglich

Eine Aufhebung des Urteils fordern die Verteidiger der ehemaligen Börsen-Stars Thomas und Florian Haffa. Angefochten wird, dass das Landesgericht München den Grundsatz des fairen Verfahrens verletzt hat. Es fand keine Verurteilung wegen einer Ordnungswidrigkeit statt, worüber Kläger und Angeklagter sich im Vorfeld geeinigt haben, sondern eine Verurteilung aufgrund einer begangenen Straftat.
Die Firmengründer der Medienfirma EM.TV hatten im August 2000 wissentlich zu hohe Umsätze veröffentlicht, um den Verlauf Ihrer Aktienkurve positiv zu beeinflussen. Als Verstoß gegen das Aktiengesetz hatte das Gericht die beiden Haffa-Brüder für schuldig befunden. Die Börsen-Könige haben eine Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Der Paragraf 400 des Aktiengesetzes, auf den sich das Urteil stützt, wird von der Verteidigung nicht als zutreffend eingeschätzt. Nach der Aussage des Düsseldorfer Anwaltes Sven Thomas seien in der fraglichen Mitteilung nur Zahlen, die über Gewinn oder Verlust etwas aussagen, enthalten gewesen. Doch diese Angaben haben mit dem Vermögen nichts zu tun. Der 1. BGH-Strafsenat sprach deutlich seine Zweifel aus.

(Quelle: Handelsblatt) 15.12.2004

Urteil gegen Haffa-Brüder

Aufhebung möglich

Eine Aufhebung des Urteils fordern die Verteidiger der ehemaligen Börsen-Stars Thomas und Florian Haffa. Angefochten wird, dass das Landesgericht München den Grundsatz des fairen Verfahrens verletzt hat. Es fand keine Verurteilung wegen einer Ordnungswidrigkeit statt, worüber Kläger und Angeklagter sich im Vorfeld geeinigt haben, sondern eine Verurteilung aufgrund einer begangenen Straftat.
Die Firmengründer der Medienfirma EM.TV hatten im August 2000 wissentlich zu hohe Umsätze veröffentlicht, um den Verlauf Ihrer Aktienkurve positiv zu beeinflussen. Als Verstoß gegen das Aktiengesetz hatte das Gericht die beiden Haffa-Brüder für schuldig befunden. Die Börsen-Könige haben eine Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Der Paragraf 400 des Aktiengesetzes, auf den sich das Urteil stützt, wird von der Verteidigung nicht als zutreffend eingeschätzt. Nach der Aussage des Düsseldorfer Anwaltes Sven Thomas seien in der fraglichen Mitteilung nur Zahlen, die über Gewinn oder Verlust etwas aussagen, enthalten gewesen. Doch diese Angaben haben mit dem Vermögen nichts zu tun. Der 1. BGH-Strafsenat sprach deutlich seine Zweifel aus.

(Quelle: Handelsblatt) 15.12.2004

Golden Globes

Nominierungen

Die Zeit der großen Preisverleihungen rückt näher. Nun wurden die Nominierungen für den Golden Globe bekannt gegeben. Ganz vorne liegen die Filme "Sideways" (Komödie, Alexander Payne) mit sieben und "Aviator" (Drama, Martin Scorsese) mit sechs Nominierungen. "Aviator" bekommt in der Kategorie "Bestes Drama" Konkurrenz von ebenfalls gut besetzten Filmen wie "Hautnah" mit Julia Roberts, "Wenn Träume fliegen" mit Johnny Depp, "Kinsley" mit Liam Neeson, "Million Dollar Baby" mit Clint Eastwood und das Völkermorddrama "Hotel Rwanda" von Terry George.
Auch in der Kategorie "Komödie/Musical" wird es neben "Sideways" spannend. "Die Unglaublichen" begeisterten bereits ein großes Publikum, ebenfalls die Ray-Charles Verfilmung "Ray" mit Jamie Foxx, "Andrew Lloyd Webbers Das Phantom der Oper" mit Joel Schumacher als Regisseur und "Vergiss mein nicht" mit Jim Carrey.
Um den besten ausländischen Film kämpfen "Die Kinder des Monsieur Mathieu" und "Mathilde - Eine große Liebe" aus Frankreich, "House of Flying Daggers" aus China, "Die Reise des jungen Che" aus Brasilien und "Mar adrento" aus Spanien. "Der Untergang" erhielt keine Nominierung.
Auch bekannte Schauspieler wurden reichlich nominiert: Jamie Foxx , Leonardo DiCaprio, Liam Neeson, Javier Bardem, Uma Thurman, Hillary Swank, Nicole Kidman, Annette Benning, Kate Winslet, Renée Zellweger, Kevon Spacey, Jim Carrey und Kevine Kley.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung) 14.12.2004

Europäischer Filmpreis:

"Gegen die Wand"

Fatih Akin erhielt in Barcelona den Europäischen Filmpreis für sein Drama "Gegen die Wand". Damit ging zum zweiten mal in Folge die begehrte Trophäe an einen deutschen Film. (Vorjahr: "Goodbye Lenin") Zugleich ging auch der Publikumspreis für die beste Regie an Akin. Daniel Brühl wurde für seine Rolle in "Was nützt die Liebe in Gedanken" mit dem Publikumspreis als bester europäischer Darsteller ausgezeichnet. Zum besten Regisseur des Jahres wurde der Spanier Alejandro Amenábar für "Mar Dentro", als bester europäischer Kameramann Eduardo Serra "Das Mädchen mit dem Perlen-Ohrring" ernannt. Als besten außereuropäischen Film zeichnete die europäische Film-Akademie "2046", von Wong Kar-Wai aus.

(Quelle: European Film Award) 12.12.2004

Freiwillige Selbstkontrolle (FSK)

feiert 100 000. Prüfung

In diesem Monat steht die 100 000. FSK Prüfung an, was Anlaß dazu gibt in Wiesbaden diesen Akt zu zelebrieren. Unter anderem wird Doris Ahnen, die für Jugendschutz zuständige Ministerin für Bildung, Frauen und Jugend Rheinland-Pfalz, ein Grußwort sprechen. Geladen sind Persönlichkeiten aus der Film- und Videobranche, der Politik sowie befreundete Institutionen und die Presse. Im Anschluss findet ein Empfang statt. Seit 1949 werden unabhängigen Gremien Filme zur Prüfung vorgelegt, welche ( fast ) jeden Film kennzeichnen, der in Deutschland in die Kinos kommt, seit Mitte der achtziger Jahre auch Videos. Bis zu drei Spielfilme täglich werden von ehrenamtlich tätigen und unabhängigen Prüferinnen und Prüfern gesichtet, diskutiert und mit einem FSK Alterskennzeichen versehen. Die FSK ist eine sogenannte regulierte Selbstkontrolle, gesetzliche Grundlage ist das Jugendschutzgesetz (JuSchG).

(Quelle: SPIO) 09.12.2004

Stellenabbau bei der BBC

Produktionsniveau halten

Die BBC muss sich darum bemühen, ihren Produktionsstandard zu halten. Zur Zeit finden starke Umstrukturierungen statt wie auch der Umzug der Sport- und Kinderabteilungen nach Manchester. Auf die Kürzungen im Budget reagierten nicht nur die Mitarbeiter sondern auch das Publikum kritisch. Es seinen fast alle intelligenten Formate gestrichen worden. Daher möchte Mark Thompson, der neue Generaldirektor von BBC, die Umwälzungen möglichst zügig hinter sich bringen. Denn im Jahr 2006 steht die Erneuerung der Charter an, in der die Verteilung der Rundfunkgebühren für die nächsten zehn Jahre festgelegt wird. Momentan erhält die BBC als einzige Anstalt Rundfunkgebühren. Thompson möchte sicherstellen, dass die Gebühren auch vernünftig ausgegeben werden. Stellenkürzungen sind dafür unumgänglich. Ungefähr 2.900 von den insgesamt 27.600 Arbeitsplätzen sind betroffen. Meldungen über den Abbau von 14.000 Stellen erwiesen sich als Gerücht. Trotzdem sind die Mitarbeiter beunruhigt, die Stimmung ist gedämpft. In den nächsten drei Jahren sollen 320 Millionen Pfund eingespart werden.

(Quelle: FAZ) 08.12.2004

Maria Perschy

An Krebs gestorben

Maria Perschy, die als erfolgreichste österreichische Schauspielerin der sechziger Jahre galt, ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Sie hat äußerst vielseitig in Komödien, Horrorfilmen, Dramas und Kriegsfilmen mitgespielt. Richtig bekannt wurde sie in Hollywood durch Filme wie "Mister Dynamit - Morgen küsst euch der Tod" oder "Ein Goldfisch an der Leine". Im österreichischen Eisenstadt am 23. September 1938 geboren, erlag Maria Perschy 66-jährig am Freitag einem Krebsleiden. Die Schauspielerin war zwei Mal verheiratet und hinterlässt nun eine Tochter im Alter von 37 Jahren. Maria Perschy war in Komödien wie "Dr. med. Fabian - Lachen ist die beste Medizin" (1969) zu sehen, aber auch in Horror-Filmen ("Die Folterkammer des Dr. Fu Man Chu", 1969) und Kriegsdramen ("The Password is Courage", 1962) besetzte sie Rollen.

(Quelle: Spiegel) 06.12.2004

Neue Sendezeiten

ARD stellt sich um

Zur Zeit arbeiten einige Programmdirektoren und Chefredakteure aus großen ARD-Häusern an einem neuen Abendangebot. Es geht hauptsachlich um die Vorverlegung der Tagesthemen von 22.30 auf 22.15 Uhr. Anne Will und Ulrich Wickert sollen eine Viertelstunde früher erscheinen und damit näher an das heute-journal, das um 21.45 Uhr im ZDF beginnt, rücken. Nach internen ARD Umfragen empfinden die meisten Zuschauer den Start der Newsshow als verspätet. Ein Anzeichen dafür sind die zurückgehenden Marktanteile. Die nachfolgenden Entertainment Shows verschöben sich aufgrund des Tagesthemen-Transfers auf 22.45 Uhr. Die Zeit zwischen Tagesschau und Tagesthemen müsse auch neu geplant werden, da sie sich um 15 Minuten verkürzt. Deswegen gibt es jetzt in der ARD die Idee, politische Magazine wie Panorama um eine Viertelstunde auf 30 Minuten zu kürzen. Über das Freitagsformat "exclusiv" wurde ebenfalls diskutiert. Es bleibt vorerst erhalten, zusätzlich soll aber auf jeden Fall ein neues Reportermagazin entstehen, ähnlich zum "ZDF.reporter". Der Grund dafür ist, dass die Sendung sehr erfolgreich läuft und in Sitzungen oft als Vorbild genannt wird.

(Quelle: Sueddeutsche) 03.12.2004

UEFA-Cup-Spiele

ZDF zahlt nur noch die Hälfte

Das ZDF hat vor nur noch die Hälfte für die Übertragung der kommenden UEFA-Cup-Spiele zu zahlen. Nachdem die ARD komplett aussteigt, will das ZDF die Übertragungspreise für UEFA-Pokal-Spiele um ca. 50 Prozent drücken. Im Schnitt will der Mainzer Sender für die Spiele bis zum Viertelfinale nur noch die Hälfte zahlen. Laut Nikolaus Brender dem ZDF-Chefredakteur, müsse man mit den Gebührenmitteln der Zuschauer vernünftig umgehen. Um die neue Harald-Schmidt Show zu finanzieren, hat die ARD beschlossen zum Ende der Saison aus dem UEFA-Vertrag auszusteigen. Dies führte nach Bekanntgabe zu großem Unmut bei den Bundesliga-Klubs. Laut "SZ" hatten sich ARD und ZDF im Vertrag mit der Agentur Sportfive dazu verpflichtet, zahlreiche Spiele bis zum Ende der Saison zu kaufen und zu übertragen. Die Auswahl der Spiele, die das ZDF haben könne, sowie auch die Preise müssen nach Brender künftig deutlich flexibler von Sportfive angeboten werden. Diese Strategie stößt in Stuttgart auf großes Missfallen. "Mir fehlt dafür das Verständnis, weil der UEFA-Cup nach wie vor ein attraktiver Wettbewerb ist, mit ausverkauften Stadien bei uns und in Schalke", sagte VfB-Finanzvorstand Ulrich Ruf der "SZ". Das private Deutsche Sport Fernsehnen wolle nach dem Ausstieg der ARD zwar öfter von den UEFA-Spielen senden, will aber auch kein finanzielles Risiko eingehen. Viel Geld wird für die UEFA-Cup teilnehmenden Vereine somit nicht zu erwarten sein. 

(Quelle: Netzzeitung) 01.12.2004

Jerry Orbach

US-Schauspieler gestorben

Den Meisten ist er aus der US-Serie Law & Order bekannt, vielen auch vom Broadway, wo Orbach drei Jahrzehnte lang erfolgreich wirkte. Diverse Kinofilme hat er in Nebenrollen bereichert, so etwa "Prince of the City," "F/X," "Verbrechen und andere Kleinigkeiten" oder "Mr. Saturday Night." Er starb 69 jährig an Krebs.

(Quelle: CNN) 30.12.2004

Boris Becker

Talkshow wird eingestellt

Sein Versuch im deutschen Sportfernsehen als Talkmaster zu punkten, wurde nach 15 Versuchen ab sofort eingestellt. Die Zuschauer haben die Sendung abgelehnt.

(Quelle: Focus Online) 29.12.2004

Run auf Brandos Erbe

Beeindruckende Einwendungen

Kaum zwei Monate nach dem Tod von Marlon Brando wird er von seiner früheren Geschäftsführerin wegen sexueller Nötigung verklagt. Sie ist nicht die Einzige, die Forderungen stellt: Eine alte Freundin, die beim Salatwaschen ihren Diamantring in seiner Küchenspüle verloren hatte, verlangt Ersatz für das edle Stück, seine ehemalige Haushälterin das Auto und ein Haus in Los Angeles. Und dann wäre da noch eine Fluggesellschaft, deren Flüge zu seinem Südsee-Ruhesitz  (für 500.000 Dollar) er nicht bezahlt haben soll.

(Quelle: Focus Online) 25.12.2004

Deutscher Film im Aufwind

Steigende Kinobesucherzahlen

Das Jahr 2004 verspricht ein gutes zu werden; jedenfalls für die Moral und die Wirtschaft des deutschen Films. Nach einem eher ernüchternden Jahr 2003 stiegen die Besucherzahlen bisherigen Analysen zufolge um satte 12 Prozent. Deutsche Filme waren mit 20,7 Prozent Marktanteil daran maßgeblich beteiligt. Bullys "(T)Raumschiff Surprise" konnte 9,2 Mio. Zuschauer in die Kinos schleusen, "7 Zwerge - Männer allein im Wald" 6,2 Mio., "Der Untergang" 4,2 Mio. Es entstanden preisgekrönte Filme wie "Gegen die Wand" oder "Die fetten Jahre sind vorbei" und zahlreiche weitere Produktionen, die auch international Anklang gefunden haben. Sogar die Kinderfilme "Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eule", "Lauras Stern" und "Das Sams in Gefahr" konnten ihre Zielgruppe begeistern und knackten allesamt die Einmillionenzuschauermarke.
Da kommt in der Branche gute Stimmung auf, der Glaube an den deutschen Film bekommt Aufwind. Hoffen wir, dass der Trend sich fortsetzt.

(Quelle: Spiegel Online) 22.12.2004

Feuer bei Pressekonferenz

Carrey rettet sich selbst

Jim Carrey der in London seinen neuen Film "Lemony Snicket´s Rätselhafte Begegnungen" präsentiert hat, musste aus seinem Hotel fliehen weil ein Feuer ausgebrochen war. Dieser Vorfall hat Ähnlichkeiten mit seinem vorgestellten Film in dem es ebenfalls um einen Hausbrand geht. Carrey erklärte Reuters Television am Donnerstag:" In dem Film geht es um Feuer und Ausnahmezustände. Als ich aufgestanden bin um eine Pressekonferenz zu geben, brannte plötzlich mein Haus nieder und ich stand auf dem Balkon wie ein Maid die mit sehr hoher Stimme schreit." "Niemand rettete mich, keiner kam mir zu Hilfe und ich musste meinen eigenen Weg nach draußen finden." Aber Carrey war nicht der Einzige der von dem Feuer, das anscheinend in der Küche ausbrach , betroffen war. Brad Pitt und Matt Damon mussten ihre Pressekonferenz für den Film "Ocean´s Twelve", die in dem gleichen Gebäude stattfand, ebenfalls unterbrechen. Aber niemand wurde in dem Feuer verletzt.

(Quelle: CNN) 20.12.2004

Theatermacher Palitzsch gestorben

Ein Verlust fürs deutsche Theater

Am Sonnabend ist einer der besten Theaterregisseure seiner Zeit Peter Palitzsch im Alter von 86 Jahren an Lungenversagen gestorben. Er arbeitete in Ost-Berlin bei Bertolt Brecht, später ging er in den Westen und wurde neben Peter Zadek und Rudolf Noelte einer der bedeutendsten Regisseure der Nachkriegszeit. Der Theatermacher wurde am 11. September 1918 im schlesischen Deutmannsdorf geboren. Seine Karriere hatte an der Volksbühne Dresden angefangen. Er wurde später von Bertholt Brecht zum Assistenten und Dramaturg an das neu gegründete Berliner Ensemble eingeladen. Er hat mit Manfred Wekwerth als Co-Regisseur gearbeitet und inszenierte Brechts "Arturo Ui" mit Ekkehard Schall und "Frau Flinz" mit Helene Weigel. Doch 1961 verließ Palitzsch das Berliner Ensemble. Er war als Gastregisseur tätig und wurde später Schauspielintendant am Staatstheater Stuttgart und später Mitglied im Schauspieldirektorium Frankfurt am Main. Nach der Wiedervereinigung kehrte der Regisseur nach Berlin zurück, um von 1992 bis 2000 erneut Mitglied des Berliner Ensembles zu werden. Peter Palitzsch hat die deutschsprachige Theaterbühne mit seiner Kunst stark geprägt und wurde zu einem wahrhaft großen Regisseur des deutschen Theaters.

(Quelle: Spiegel) 20.12.2004

René Cleitman gestorben

Frankreich verliert Produzenten

Einer der erfolgreichsten französischen Produzenten ist am 15. Dezember im Alter von 64 Jahren gestorben. Er produzierte Filme wie "Cyrano von Bergerac", "Die Verlobung des Monsieur Hire", "Tango mortale", "Abendanzug", "Der Husar auf dem Dach" und viele andere. Er galt als Verfechter der Kultur des französischen Kinos und als Mann, der immer ganz für seinen Beruf lebte. Auch in Amerika machte er sich einen Namen in Zusammenarbeit mit Independent-Produktionen. Sein aktuellster Film "Les Yeux clairs" befindet sich zurzeit in der Postproduktion.

(Quelle: Cyberpresse) 17.12.2004

Razzia gegen Raubkopierer

$200 Mio. Ware sichergestellt

Die südkalifornische Polizei hat im Kampf gegen Raubkopierer in fünf Kopierstationen illegale CDs und DVDs im Wert von 200 Mio. Dollar sichergestellt. Eine derart umfangreiche Aktion ist den Behörden bisher nicht gelungen. Auch Equipment zur illegalen Vervielfältigung konnte beschlagnahmt werden. Festgenommen wurde niemand, gegen Verdächtige wird jedoch ermittelt. Um diesen Coup zu landen hatte die Polizei eine sechsmonatige Ermittlungsphase mit 65 Detectives der California High Tech Task Force zu bewältigen. Die Kopierstätten fanden sich in offiziellen Firmen, nicht als illegale Vervielfältiger zu erkennen. Die MPAA und RIAA standen der Aktion zur Seite.

(Quelle: Mediabiz) 16.12.2004

Neue Attacke der MPAA

Angriff auf Torrent-Server

Die MPAA startet in eine neue Phase. Sie will über 100 Server, die an sogenannten Torrent-Tauschbörsen teilhaben, mit einer Prozesslawine bombardieren. Die Betreiber könnten die Inhalte ihrer Server kontrollieren und die Verteilung illegaler Inhalte verhindern - ebenso wie sie oft pornographischen Content nicht zulassen. Die Aktion ist umstritten, da sie nicht als Langzeitlösung angesehen wird. Betroffen sind Server in den USA, Großbritannien, Finnland und den Niederlanden. Die MPAA möchte damit das Zeichen setzen, dass diejenigen, die die Verteilung illegaler Inhalte zulassen, gefunden und dafür haftbar gemacht werden können.

(Quelle: The Hollywood Reporter) 15.12.2004

Neue Attacke der MPAA

Angriff auf Torrent-Server

Die MPAA startet in eine neue Phase. Sie will über 100 Server, die an sogenannten Torrent-Tauschbörsen teilhaben, mit einer Prozesslawine bombardieren. Die Betreiber könnten die Inhalte ihrer Server kontrollieren und die Verteilung illegaler Inhalte verhindern - ebenso wie sie oft pornographischen Content nicht zulassen. Die Aktion ist umstritten, da sie nicht als Langzeitlösung angesehen wird. Betroffen sind Server in den USA, Großbritannien, Finnland und den Niederlanden. Die MPAA möchte damit das Zeichen setzen, dass diejenigen, die die Verteilung illegaler Inhalte zulassen, gefunden und dafür haftbar gemacht werden können.

(Quelle: The Hollywood Reporter) 15.12.2004

ZDF strukturiert um

Jüngere Zielgruppe ansprechen

Als zweiter öffentlich-rechtlicher Fernsehsender möchte das ZDF in Zukunft auch mehr junge Leute ansprechen. Momentan fokussiert der Sender eher Zuschauer mit einem Alter von über 50 Jahren. Das sei nicht gewollt, so der Unterhaltungschef des ZDF Manfred Teubner. Ein wichtiger Zug in der Umstrukturierung wird die Reduzierung der Volksmusiksparte sein. Zumindest müsse das Format etwas mehr Event-Charakter bekommen und seltener, dafür aber zur Prime-Time gesendet werden. Insgesamt strebt das ZDF ein jüngeres dynamischeres Image an. Alte Moderatoren wie Dieter Thomas Heck oder Carolin Reiber sollen nach wie vor die angestammte Zielgruppe versorgen. Doch der Sender möchte sich in Zukunft hauptsächlich auf die Erfolgsträger Thomas Gottschalk, Johannes B. Kerner und Carmen Nebel konzentrieren. Außerdem sollen gute Reality-Formate verstärkt produziert werden. Das Flaggschiff "Wetten, dass…?" mit Thomas Gottschalk bleibt natürlich erhalten. Eventuell erhält Gottschalk wieder einen Sendeplatz für seine einst sehr erfolgreiche Late-Night-Show.

(Quelle: FAZ) 14.12.2004

WM 2006

Fest in der Hand von Premiere

Premiere wird bei der Fußball-WM 2006 der einzige deutsche Fernsehsender sein, der alle 64 Spiele live übertragen wird. Mit der Schweizer Sportrechte-Agentur Infront hat der kostenpflichtige Sender eine entsprechende Vereinbarung bekannt gegeben. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF werden mindestens 48 Spiele zu sehen sein, darunter natürlich alle deutschen Spiele. Alle Spiele sollen auch im hochauflösenden Fernsehformat HDTV zu sehen sein, denn Premiere will alle Möglichkeiten des digitalen Fernsehens nutzen. Außerdem will der Sender einen eigenen 24-Stunden-WM-Kanal einrichten der permanent Berichte und Analysen zur WM überträgt. Premiere-Chef Georg Kofler zeigte sich "stolz darauf, dass Premiere die WM in Deutschland als einziger TV-Sender komplett live übertragen darf." Über die Höhe der Kosten für die Übertragungsrechte machte Premiere keine Angaben.

(Quelle: FAZ) 13.12.2004

Blu-ray Disc

Der Kampf geht weiter

Disney hat angekündigt die Blu-ray Disc zu unterstützen. Seit einiger Zeit liefern sich die HD-DVD von Toshiba, NEC und Sanyo und die Blu-ray Disc von Sony den Kampf um die Nachfolge der DVD. Die Blu-ray Disc kann höhere Kapazitäten vorweisen, nämlich 25 GB als Single-Layer und 50 GB als Dual-Layer. Die HD-DVD schafft 15 GB bzw. 30 GB. Auch beim Support der Hersteller hat die Blu-ray Disc die Nase vorn. HD-DVD-Befürworter argumentieren, dass derart hohe Kapazitäten gar nicht nötig wären. Wenn es um die Sicherung von Hollywood-Inhalten geht, kann die HD-DVD bereits 50% vorweisen, die Blu-ray Disc erst 35%. Die HD-DVD lässt sich außerdem mit herkömmlichen Methoden (wie DVD) produzieren, während das Herstellungsverfahren für die Blu-ray Disc aufwändiger ist. Das bringt wiederum den Vorteil des besseren Kopierschutzes für die Sony-Lösung mit. So bleiben die beiden Lager relativ gleichstark. Die Formate sollen Ende 2005 auf den Markt kommen. Die Studios sind aber hinsichtlich einer Einigung über die Formate zuversichtlich gestimmt.

(Quelle: The Hollywood Reporter) 10.12.2004

Medienfonds im Abwärtstrend

Anleger stecken ihr Geld in andere Anlageformen

Der Medienfonds als Finanzierungsquelle für Filme kann die Anleger im Endjahresgeschäft 2004 nicht überzeugen. Die Platzierungssummen bleiben teilweise stark hinter den Erwartungen zurück. So hat der Anbieter DCM seinen Fonds "IMF 4" sogar jüngst vom Markt genommen und die Anleger eins zu eins wieder ausbezahlt. Im letzten Jahr waren Medienfonds sehr beliebt, aber die nachträgliche Aberkennung der Steuervorteile bei manchen Fonds hat die Anleger verunsichert. Nun sind auch aktuelle Modelle von diesem Misstrauen betroffen. Anleger, die an Steuervorteilen interessiert sind wie sie eigentlich bei Medienfonds genutzt werden können, investieren lieber in andere Fondsvarianten - z. B. in Schiffe - deren steuerliche Vorteile gesichert sind. Erfahrungsgemäß steigern sich die Platzierungszahlen bis Ende des Jahres zwar noch gewaltig, der Anteil der Medienfonds scheint aber zu sinken. Allerdings sollte man bedenken, dass der allergrößte Teil der Filmfondsfinanzierungen nach Hollywood abwandert. German Film Production liegt als deutsche Produktionsfirma mit seinem vergleichsweise kleinen Volumen in der Platzierung relativ weit vorne.

(Quelle: Handelsblatt / efonds24) 08.12.2004

Die Unglaublichen Abräumer

Verleihung der Annie-Awards

Bei der Verleihung der Annie-Awards konnte Pixar mit seinem aktuellsten Kinoerfolg "Die Unglaublichen" (OT: The Incredibles) 14 Kategorien für sich beanspruchen, darunter "Best Animated Feature". Auf Platz zwei landeten "Shrek 2" und "Shark Tale" (Große Haie - Kleine Fische) von DreamWorks mit je 7 Annies. Die Preise werden von der ASIFA-Hollywood und der International Animated Film Society organisiert. Die insgesamt 21 Kategorien reichen von "Production Design" über "Character Animation" bis zu "Effects Animation" und werden auch mehrfach vergeben.
Weitere Gewinner der Kategorie "Best Animated Feature" waren "Ghost in the Shell 2: Innocence" (DreamWorks Animation und Go Fish Pictures) und "The SpongeBob SquarePants Movie" (Nickelodeon Movies/Paramount Pictures).

(Quelle: The Hollywood Reporter) 07.12.2004

Neuer Vorsitz bei ARD

Ab 1. Januar 2005

Thomas Gruber, der Intendant des Bayrischen Rundfunks, wurde in der Hauptversammlung der ARD zum neuen Vorsitzenden des öffentlich rechtlichen Sendeverbunds gewählt. Er wird am 1. Januar 2005 den NDR Intendanten Jobst Plog in seiner Funktion ablösen. Zunächst ist Gruber für ein Jahr gewählt, dem aber sehr wahrscheinlich ein zweits folgen wird. Jobst Plog musste sich in seiner Amtszeit mit der großen medienpolitischen Auseinandersetzung um die Erhöhung der Rundfunkgebühren beschäftigen. Mit 88 Cent mehr im Monat auf 17,03 Euro fiel die Erhöhung der Gebühr jedoch weit geringer aus, als von ARD und ZDF gewünscht. Die Sender hatten eine Erhöhung um 2,01 Euro pro Monat gefordert. Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen hatten jedoch vor einem Jahr mit erheblichen Sparmaßnahmen und einer Reform ihrer Struktur gedroht, welche aber auf die nächste Gebührenperiode am 1. April 2005 verschoben worden ist. Dann tritt die neue Gebühr in Kraft, die ab dem Jahr 2007 auch für internetfähige Computer gilt. Für PCs die bereits eine Einsteckkarte haben, mit welcher der PC als Rundfunkempfänger genutzt werden kann, gilt die Gebühr schon ab April 2005. Grubers Amtszeit wird also vor allem durch Geldgeschäfte bestimmt sein. Die ARD wird Geld allerdings nicht mehr in dem Maße zu Verfügung haben wie sie es gerne hätte, denn gemeinsam mit dem ZDF muss sie 230 Millionen Euro für die Fußballweltmeisterschaft 2006 aufwenden. Ein Sparprogramm in Höhe von 54 Millionen Euro - gestreckt auf die nächsten vier Jahre - hat Gruber seinem eigenen Sender, der einen Jahresetat von ca. 900 Millionen Euro hat, bereits auferlegt. Damit sollen die erwarteten Mehreinnahmen kompensiert werden, die es durch die geringe Gebührenerhöhung ja nicht gibt. Gruber, seit zwei Jahren Intendant des BR und zuvor Hörfunkdirektor setzte sich bei der Wahl gegen den Fernsehdirektor Gerhard Fuchs durch.

(Quelle: FAZ) 02.12.2004

 

November 2004

 

Industrie vs. Tauschbörsen

Klagen auf Eis gelegt

Im Kampf gegen die Tauschbörsen musste die MPAA eine Schlappe einstecken. Sie hatte zwölf Klagen gegen Nutzer eingereicht, von denen lediglich die IP-Adresse bekannt ist. Elf dieser Klagen wurden vorerst auf Eis gelegt. In einer Sammelklage wollte die MPAA alle Fälle auf einmal abhandeln. Diese Forderung wurde vom Richter William Alsup aber abgelehnt. Der Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen könne nicht ausreichend nachgewiesen werden. Dieser Sachverhalt kommt den Angeklagten zu Gute, da sie einzeln mehr Möglichkeiten für ihre Verteidigung haben. Der eine Fall, der vom Gericht zugelassen wurde, wird die Ermittlung des Angeklagten anhand seiner IP-Adresse über den Provider Pacific Bell zur Folge haben.

(Quelle: Mediabiz) 26.11.2004

Flüchtiger Kuss

Anwälte auf Barrikaden

In den USA gehen 25 griechische Anwälte aufgrund der Darstellung ihres Volkshelden "Alexander des Großen" auf die Barrikaden. Im neusten Film von Oliver Stone wird der Feldherr als homo- oder zumindest bisexuell dargestellt. Der große Alexander küßt seinen Geliebten Hephaistion. Ein Sprecher der Anwälte erklärte, man wolle das Einblenden der Zeile "Vorsicht, alles frei erfunden" im Vorspann erzwingen: "Es gibt kein einziges historisches Dokument, aus dem die angebliche Homosexualität Alexanders hervorgeht." Wenn man jedoch die Geschichte genauer betrachtet geht aus ihr hervor, dass der Makedone Männer oft maßloser liebte, ganz seinem großen Vorbild Achilleus entsprechend. Warner Brothers und Oliver Stone haben sich bis jetzt noch nicht geäußert.

(Quelle: FAZ) 26.11.2004

Musikfernsehen am Ende?

Qualitätsabbau bei Viva & MTV

Nach der Übernahme des Musiksenders Viva durch die MTV-Mutter Viacom sind für das Jahr 2005 drastische Sparpläne vorgesehen. Die teureren Sendungen wie die "Sarah Kuttner Show" tauchen in der Planung nicht mehr auf, Ersatz ist nicht in Sicht. Eventuell wird Sarah Kuttner auf MTV eine neue Show starten, jedoch mit deutlich geringerem Aufwand. Ebenfalls Charlotte Roche fällt den Einsparungen zum Opfer. Die Hoffnungsträger und Aushängeschilder des deutschen Musikfernsehens wurden rüde abserviert, MTV nutzt seine neue Monopolstellung scheinbar gnadenlos aus. Die meisten der aktuellen Sendungen werden durch in den USA eingekaufte untertitelte Reality-Shows ersetzt, zwischen 13.30 Uhr und 23 Uhr verschwindet die Musik fast vollständig aus dem Programm. Von der angekündigten Steigerung der Programmvielfalt keine Spur - aber die vorläufigen Programmpläne sagen ja laut MTV noch gar nichts aus…

(Quelle: FAZ) 25.11.2004

Bruce Willis reicht Klage ein

Verletzungen beim Dreh

Der US-Star Bruce Willis hat für Aufregung in Hollywood gesorgt: Er hat sich beim Dreh vom Aktion-Streifen "Tränen der Sohne" eine Verletzung zugefügt und ein Filmstudio auf Schadenersatz verklagt. In dem Film spielt er einen US-Offizier, der in einer Rettungsaktion eine Ärtztin und mehrere Zivilisten, der aus einem Bürgerkriegsgebiet befreit. Die Schmerzen will der Action Held nicht mehr einfach so hinnehmen und "extreme mentale, körperliche und emotionale Schmerzen" sollen entschädigt werden, so der Internetdienst "E!Online". Bei den Dreharbeiten wurde der 49-jährige von einem Projektil am Kopf getroffen. Durch die leichtfertige Handlung von einem Zuständigen für Spezialeffekte und Revolution Studios wurde Bruce Willis extrem gefährlichen Aktivitäten ausgesetzt. Die Höhe der von dem Schauspieler verlangten Summe ist nicht bekannt. Die Webseite "The Smoking Gun" berichtete, dass Willis die Klage bereits im Oktober bei einem Gericht in L. A. eingereicht hat.

(Quelle: Spiegel Online) 24.11.2004

Emmy für Lolle

"Berlin Berlin" in New York

Die beliebte ARD-Serie "Berlin-Berlin" wurde in New York für die Folge "Sven gegen Alex" mit dem Emmy ausgezeichnet. Vor rund 1000 geladenen Gästen hielt der 36-Jährige Produzent Holger Ellermann, seine Dankesrede im New Yorker Hilton-Hotel. Mit seinem Drehbuchautoren David Safier und dem betreuenden Redakteur beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) Bernhard Gleim, nahm er den Preis aus den Händen von Soap-Schauspielerin Lesley-Anne Down ("Reich und Schön") in Empfang. Hinter der Bühne präsentierte Ellermann seine Trophäe stolz dem Blitzlichtgewitter. "Es ist die erste deutsche Serie, die diesen Preis gewonnen hat. Das zeigt, dass sich in der deutschen Comedy-Szene viel getan hat", sagte er. Die Hauptdarstellerin Felicitas Woll, die "Lolle" spielt, konnte bei der Preisverleihung nicht dabei sein. Sie wurde jedoch von Ellermann über das Handy aus dem Schlaf gerissen. "Fe, Du wirst es nicht glauben: Wir haben es geschafft", jubelte er ins Handy. Keine Auszeichnung hingegen bekam die Serie Schimanski mit Götz George, der versucht seine Enttäuschung zu verbergen. "Nominiert werden ist ja schon gut", sagte "Schimanski" und zuckte mit den Schultern.

(Quelle: sueddeutsche) 23.11.2004

56. Bambi-Verleihung

Stars und Sternchen

Bei der 56. Bambi-Verleihung gab es dieses Jahr wieder bewegende Momente und gefeierte Auftritte. Hollywood-Stars wie Tom Hanks, Sophia Loren und auch "Ohnsorg-Legende" Heidi Kabel, bescherten der Medienpreis-Gala in Hamburg Höhepunkte. Die begehrte Trophäe ging auch an Popstars wie Elton John, Seal und Shania Twain die unter viel Beifall der 1000 geladenen Gäste auf die Bühne kamen. Auch die italienische Designerin Donatella Versace durfte einen Bambi entgegennehmen. Tom Hanks erhielt für seinen Film "Polarexpress", in dem der er fünf verschiedene Rollen spielt, den Bambi von der italienischen Film-Diva Sophia-Loren. Seinen Respekt drückte der Oscar-Preisträger mit Kniefall und Handkuss der 70-Jährigen aus. Die Live-Show die von der ARD übertragen wurde, überzog mehr als eine halbe Stunde, verlief aber ohne Pannen. Da die meisten Stars schon vorher wussten ob sie eine Auszeichnung bekommen oder nicht, gab es aber auch keine großen Überraschungen. "Gegen die Wand"-Star Sibel Kekilli machte sich unter Tränen ihrer Wut über die Boulevardpresse, wegen Berichten über frühere Pornofilme, Luft. Sie forderte Respekt für ihr neu begonnenes Leben. Der 57-jährige Elton John sowie Nelson Mandela und DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp, die eine Auszeichnung für ihren Kampf gegen die Immunkrankheit Aids bekamen, forderten dazu auf "die Herzen" zu öffnen und den Kampf gegen Aids nicht aufzugeben.

(Quelle: Tagesspiegel) 19.11.2004

Verstoß gegen Urheberrecht

Die ersten Klagen laufen!

Die erste Klagewelle gegen Nutzer von Filmtauschbörsen ist in den USA angelaufen. Es wurden am Dienstag, nach Angaben des MPAA, Klagen gegen Verletzungen des Urheberrechts in Denver, New York, San Francisco und ST. Louis eingereicht. Offen bleibt noch ob auch in weiteren Städten Klagen eingereicht wurden. In den meisten Fällen richtet sich die Klage gegen unbekannt, jedoch wurden einige IP-Adressen über eine Kabelgesellschaft aus St. Louis identifiziert. John Malcolm, Senior Vice President des US-Filmindustrieverbands sagte: "Es spielt keine Rolle, ob es 10 oder 500 Verfahren sind. Der Punkt ist, dass Piraten sich nirgendwo mehr sicher fühlen können." Unter den Beklagten befinden sich allerdings auch Personen, die lediglich einen Film auf ihrem Computer haben. Sehr harte Strafen, von bis zu 30.000 Dollar pro getauschten Film sieht das Urheberrechtsgesetz vor. Es sollen sogar Strafen von 150.000 Dollar verhängt werden falls der Film mutwillig verbreitet wurde. Scharfe Kritik kommt von den Verbraucherschützern die sagen, dass vor allem Menschen verfolgt werden die nur einen Film besitzen.

(Quelle: Mediabiz) 17.11.2004

Ab in den Quotenkeller

Publikum zu schlau?

Jetzt heißt es auch für Reiner Calmund ab in den Quotenkeller. Nach der dritten Ausgabe von "Big Boss" liegt der Marktanteil bei 12,4 Prozent. Momentan steht es nicht gut um das Event-Programm von RTL. Das Inseldrama "Verschollen" schließt sich mit 12,5 Prozent an und die Kuppelshow "Bachelorette" bringt es nur auf 7.9 Prozent. Dabei sah es bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" doch mit 39.9 Prozent Marktanteil so gut aus. Es wurde bereits auf die sinkenden Quoten reagiert und der Sender hat den Werbepreis für einen 30-Sekunden-Spot in der Sendezeit von "Big Boss" von 61 890 Euro auf 43 140 Euro gesenkt. Vielleicht sollte man das Publikum auswechseln?

(Quelle: Spiegel-Online) 16.11.2004

Streit um "Bullen von Tölz"

Ein Jahr Pause ?

Ottfried Fischer kündigte eine Pause von "Der Bulle von Tölz" an, wahrscheinlich kam es zu einem Streit zwischen Fischer und dem Sender Sat. 1. Der Schauspieler und Kabarettist sagte der Münchner "Abendzeitung" am Montag, das die Chemie nicht mehr stimme. Dem Sender ginge es laut Fischer nicht mehr um gute TV - Unterhaltung, sondern nur noch darum wie man am besten Geld sparen könne. Ein Jahr Pause kündigte Ottfried Fischer am Samstag bei "Wetten, dass ..." in Leipzig an. Dieses Jahr will der 51-Jährige nutzen, um zu seinen Wurzeln dem Kabarett zurückzukehren. Er gebe den "Bullen von Tölz" aber nicht vollständig auf, es komme darauf an wie der Sender sich verhält. Der Sat. 1 - Chef Roger Schwawinski erklärte, im liege die Sendung und Ottfried Fischer sehr am Herzen. "Ich freue mich auf eine weitere langjährige Zusammenarbeit", betonte Schawinski.

(Quelle: Focus) 15.11.2004

RBB unter starker Kritik

Verletzung des Datenschutzes?

Der öffentliche Rundfunksender RBB steht unter starker Kritik des Berliner Datenschutzbeauftragten Hans-Jürgen Garstka. Der Sender kauft Adressen von TV-Zeitschriftenabonnenten, gibt diese weiter an die GEZ, welche dann die Adressen mit den Listen der Gebührenzahler abgleicht. Es kann von der GEZ dann erkannt werden, wer von den Abonnenten Gebühren zahlt und wer nicht. Nichtzahler werden natürlich zur sofortigen Zahlung aufgefordert. Die GEZ bestätigte dieses Vorgehen und gab bekannt das sie sehr erfolgreich damit sein. Die Senatskanzlei rechtfertigt den Adressenhandel des RBB "Das Vorgehen ist geboten, da ehrliche Gebührenzahler ansonsten für die Schwarzseher aufkommen". Die Datenschutzbeauftragten halten dieses Vorgehen allerdings für rechtswidrig, deswegen soll künftig der Berliner Datenschutzbeauftragte Hans-Jürgen Garstka mit einbezogen werden, bevor derartige Regelungen getroffen werden. Auch die Datenschützer in Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein haben das Vorgehen des RBB stark angegriffen. "In der Kritik steht dabei im Besonderen die Beschaffung von jährlich mehreren Millionen Adressen hinter dem Rücken der Betroffenen".

(Quelle: Welt) 11.11.2004

Brosnans letzter James Bond

Endgültig vorbei!

Der vom Publikum beliebtester James Bond aller Zeiten Pierce Brosnan (51) ist entgültig raus. Für ihn war es eine ziemlich böse Überraschung, dass er den berühmten englischen Agenten des Geheimdienstes nicht mehr spielen darf. In einem BBC-Fernsehinterview verriet er, er sei wütend gewesen, als er die Nachricht bekommen hat und die Unterhaltung sei auch ziemlich kurz gewesen. Nach langem hin und her wäre ihm die Rolle von Produzenten sicher versprochen, doch er sei am Boden zerstört, als es doch hieß, er sei bei dem nächsten Bond Film nicht mehr dabei. Inzwischen ist er der Meinung, dass es doch die beste Entscheidung für ihn war, weil man aufhört, wenn es am schönsten ist. Über seinen Nachfolger wird noch mit anderen Kandidaten verhandelt. Noch im Juli 2004 hat der irische Schauspieler in einem Interview gesagt, dass die Bond Geschichte hinter ihm liege. Von 1995 bis 2004 hat er vier Mal die 007-Agentenrolle gespielt. Der letzte Film "Stirb an einem anderen Tag" war der erfolgreichste der ganzen Reihe.

(Quelle: n-tv) 09.11.2004

Entlassungen und Kulturverlust

Böse Ministerpräsidenten

Die Zeit der krisensicheren Jobs ist auch bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF vorbei. Es wird über Personalabbau und Einstellungstopps diskutiert. Die Anstalten müssen in den kommenden Jahren auf Millionensummen verzichten. Laut Angaben des stellvertretenden Vorsitzendem Fritz Pleitgen beläuft sich die Summer bei der ARD auf 280 Millionen Euro. Verantwortlich machen die Anstalten die Ministerpräsidenten, da sie die Gebührenerhöhung von 1,09 Euro auf 88 Cent gesenkt haben. Beim ZDF drohe nach Angaben des Personalrats der Abbau von 300 Arbeitsplätzen. Der Bayerische Rundfunk will eines seiner zwei Orchester auflösen. Der MDR muss 90 Millionen Euro einsparen und stellt deshalb das Engagement bei Kultur- und Filmfestivals auf dem Prüfstand. Beim WDR, der größten ARD-Anstalt müssen die Einsparungen durch den ganzen Sender gehen was auch die Umstellung von analogen auf digitale Technologie beeinflussen wird. Für die ganz kleinen Anstalten wie Radio Bremen ist die Lage sehr prekär. Die niedrigere Gebührenerhöhung bedeutet für die Bremer Mindereinnahmen von einer Million Euro. Laut Medienexperte Horst Röper gehe es den öffentlich-rechtlichen Anstalten gar nicht so schlecht, da sie in der Lage sind im Sportbereich "erhebliche Ausgaben zu stemmen". Allerdings gab es in diesem Bereich eine "enorme Verteuerung" an der die Privatsender mitverantwortlich sind. Röper fordert mehr finanzielle Transparenz.

(Quelle: Spiegel-Online) 05.11.2004

Makaberes Projekt?

Leichenzerfall im TV

Für ein neues Projekt sucht ein britischer Fernsehsender freiwillige, die ihren Körper nach ihrem Tod für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung stellen. Laut Channel 4 soll der menschliche Zerfall nach dem Tod analysiert werden. Bisher gab es in Großbritannien Studien zur Verwesung die nur an Schweinen durchgeführt wurden. Dies soll sich ändern denn Wissenschaftler seien auf dem Gebiet der Verwesung noch sehr unwissend und es können bei menschlichen Verwesungen bessere Ergebnisse erzielt werden. Bei Toten bei denen die Todeszeit, wie etwa bei Morden, genau festgestellt werden kann, ist man am besten in der Lage die Verwesungsprozesse zu verstehen. Channel 4 versicherte das die Sendung " Staub zu Staub" einem rein wissenschaftlichen Zweck diene. Die Dokumentation werde von führenden Wissenschaftlern überwacht und an einem geheimen Ort gedreht. "Anatomie für Anfänger", bei der Gunther von Hagens (Körperwelten) eine menschliche Sezierung durchführte, wurde ebenfalls von Channel 4 gesendet.

(Quelle: Yahoo Nachrichten) 04.11.2004

Dirty Harry kommt zurück

Schmidt plant Comeback bei ARD

Der TV-Liebling Harald Schmidt plant ein Comeback bei der ARD. Nach einer zwölfmonatigen Kreativpause soll der Entertainer Mittwochs und Donnerstags nach den Tagesthemen zu sehen sein. Am 23. Dezember soll die Show erstmals auf Sendung gehen, ein Name für die Sendung stehe aber noch nicht fest. Durch Einsparungen an anderen Stellen will die ARD die Sendung finanzieren, denn Harald Schmidt zähle laut Jobst Plog (ARD-Vorsitzender und NDR- Intendant) zur Grundversorgung. Die Show wird voraussichtlich aus Schmidts früherem Studio in Köln-Mülheim gesendet und es werden neben Manuel Andrack wahrscheinlich auch andere bekannte Gesichter zu sehen sein. Zwischen Plog und Schmidt haben konkrete Gespräche erst nach dem Ende der Engelke-Show stattgefunden, die nach fünf Monaten wegen zu schlechter Quote ihr Ende fand. Mit "Schmidteinander" hatte Harald Schmidt beim WDR und bei der ARD erste TV Erfolge gefeiert und sein Comeback führt ihn zu diesem Sender zurück.

(Quelle: Handelsblatt) 02.11.2004

US-Wahl

Michael Moore überwacht

1200 helfende Hände hat Michel Moore, Filmemacher von "Bowling for Columbine" und "Fahrenheit 9/11" angeheuert um die US- Präsidentschaftswahlen zu überwachen. Vor den Wahllokalen in Florida und Ohio werden nun Bürger mit Kameras den Hergang kontrollieren und dokumentieren. Genau in diesen Staaten liegen nach Umfragen die Stimmanteile von Amtsinhaber George W. Bush und seinem demokratischen Herausforderer John Kerry dicht beieinander. Moore erklärt, dass dies eine Botschaft an diejenigen sei, die eine Stimmabgabe unterdrücken wollten: "Einschüchterung der Wähler (...) wird nicht toleriert". Probleme sollen nach Angaben schon bei der Stimmabgabe in Florida aufgetaucht sein. Vor vier Jahren entschied eine Mehrzahl von nur 537 Stimmen über den Sieg von G.W. Bush im Bundesstaat und somit über seinen Amtsantritt als Präsidenten.

(Quelle: Sueddeutsche) 02.11.2004

Qualitätsabfall im TV

Selbst die Werbung kritisiert

Bis jetzt hatte man den Eindruck, dass das Programm bei den Privatsendern für die Werbung und nicht für den Zuschauer gemacht wird. Seit neustem lehnen aber auch die großen Konzerne mit dem nötigen Kleingeld für Werbung die Programmgestaltung ab. Immer die gleichen Standards und Geschichten bringen es plötzlich nicht mehr. Und auch die Reality-Shows hat man langsam über und lässt sie eher links liegen, als sich wieder darüber aufzuregen. Die Quoten fallen und damit auch die Werbepreise. Hitgaranten garantieren nur noch Misserfolg. Dass die Zuschauer umschalten war man bisher ja gewöhnt, aber dass sich jetzt auch Deutschlands größte Werbekunden lautstark um die Programmqualität im Privatfernsehen sorgen ist neu. Auf der Fachtagung der Organisation Werbungtreibender im Markenverband (OWM) Mitte November begannen die Attacken der Werbechefs von Nivea, Ferrero, Mercedes und Co., die alljährlich Millionenbeträge für Fernsehreklame ausgeben. Man wolle wieder ein breites Umfeld für alle Zielgruppen. Dauerkritik von Kirchen, Landesmedienanstalten und Fernsehräten hat nichts gebracht, erst musste die ökonomische Seite sich einschalten, die Angst hat, dass ihre Produkte zwischen Dschungelfieber und Schönheitsoperation untergehen. Wird plötzlich die Werbung zum Beschützer von Qualität und Anspruch, oder will man die Werbepreise nur weiter drücken? Für die Media-Agenturen, die dafür sorgen, dass möglichst jeder Spot ohne Streuverlust bei der gewünschten Zielgruppe ankommt, waren bislang nicht Inhalte sondern Reichweiten wichtig. Dieser Logik wollen die Konzerne jetzt aber nicht mehr folgen. Obwohl die Quoten stimmen, möchte man sich nicht mehr unter einem bestimmten Niveau platzieren lassen. Für die Programmgestalter klingt das alles aber nur nach Preisdrückerei. Weniger Investitionen aber aufwändigere Programme fordern passe nicht zusammen. Für die Kanäle sei es zunehmend schwieriger langfristig zu planen. Am Ende bleibe nur noch die Möglichkeit im Ausland bewährte Formate und ihren Erfolg billig auf deutsche Bildschirme zu kopieren und andere TV-Sender mit Preisnachlässen auszubooten. Fürs Publikum zeichnen sich trotz der Debatten keine Änderungen ab. Solange die Werbeeinnahmen nicht wieder steigen, bleibt das Programm wie es ist. Vielleicht wird man ja bald durch die Programme zappen - auf der Suche nach Werbepausen.

(Quelle: Spiegel Online) 30.11.2004

Philippe de Broca ist tot

Regisseur starb mit 71 Jahren

Das "Kreative Multitalent" Philippe de Broca ist am Freitag im Alter von 71 Jahren im Krankenhaus eines Pariser Vorortes an Krebs gestorben. Der Erfolgsregisseur wurde durch Komödien wie "Cartouche der Bandit" (1961) und "Abenteuer in Rio" ("L'Homme de Rio", 1963) bekannt. Dem Kinostart seines jüngsten Films "Vipère au poing" Anfang Oktober konnte er schon nicht mehr selbst beiwohnen. Seine Karriere begann der am 15. März 1933 in Paris geborene De Broca als Regieassistent bei Claude Chabrol. In seinen Filmen spielten Schauspiellegenden wie Jean-Paul Belmando, Yves Montand, Philippe Noiret, Catherine Deneuve, Daniel Auteuil und Jeanne Moreau.

(Quelle: Le Monde) 29.11.2004

Jamie Lee Curtis dankt ab

Filmdiven immer seltener

Jamie Lee Curtis kündigt das Ende ihrer Filmkarriere an. Die Komödie "Verrückte Weihnachten" ist der letzte Film der 46-jährigen. Sie zieht sich aus dem Showgeschäft zurück da sie der Meinung ist, dass es sehr anstrengend wenn nicht unmöglich ist in Hollywood als Schauspielerin über 40 zu arbeiten. Hollywood unterliegt ebenfalls dem Schönheitswahn und ist zu sehr auf Äußerlichkeiten fixiert. Die Stars jagen nur ihrer verlorenen Jugend und ihrem vergangen Ruhm hinterher. "Ich wollte immer mit Würde abtreten, und jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen", sagte Curtis gegenüber der "Financial Times Deutschland". In den aktuellen Hollywood Mainstream-Produktionen ist eher selten wenn nicht sogar nichts von den ehemaligen Filmdiven zu sehen. Melanie Griffith, 47, scheint von der Bildfläche ebenso verschwunden zu sein wie Goldie Hawn, 58, die nur noch als Produzentin tätig ist. Demi Moore, 42, will sich demnächst als Mutter eines ertrunkenen Kindes versuchen - in einem Horrorfilm. Hollywood braucht eben junge Stars die sich als Sexsymbole vermarkten lassen.

(Quelle: Spiegel Online) 25.11.2004

Filmstudio abgebrannt

720 Quadratmeter zerstört

Am Sonntag hat ein Feuer im Kadokawa-Daiei Filmstudio das Studio 3 in dem momentan ein Film mit monströsen Kreaturen gedreht wird zerstört. Laut Angaben der Feuerwehr brach das Feuer um 0:45 Uhr aus. Der Brand zerstörte das komplette 720 Quadratmeter große Gebäude. Zum Glück wurden keine Menschen verletzt jedoch der im Studio gelagerte Schaumstoff und Farbe fielen den Flammen zum Opfer.

(Quelle: Japan Today) 24.11.2004

Hochschulfestival

Ein voller Erfolg!

Das 24. Internationale Festival der Filmhochschulen München hat am Samstag den 20. November mit einem sensationellen Ergebnis abgeschlossen. Obwohl das Festival dieses Jahr zwei Tage länger dauerte waren bis auf eine Ausnahme alle 24 Programme restlos ausverkauft. Damit konnte wieder eine Auslastung von 99 Prozent und ein Zuschauerzuwachs von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden. Das Münchner Publikum hat die Chance den internationalen Filmnachwuchs kennen zu lernen begeistert angenommen. 60 geladene Filmstudenten und deren Professoren aus Ländern wie Australien, Brasilien, Indien, China und Kanada, sowie über 100 akkreditierte Journalisten zeigen das große Interesse des Fachpublikums am wichtigsten internationalen Studenten-Festival. Insgesamt wurden bei der Preisverleihung im Gloria Kino sieben Filme ausgezeichnet. 52 Filme von 35 Filmschulen aus 25 Ländern wurden zuvor von der fünfköpfigen Jury unter dem Vorsitz des US-Regisseurs Hal Hartly gesichtet. Insgesamt ist zu sagen, dass das Festival überaus erfolgreich verlaufen ist.

Zur Berichterstattung vom Festival der Filmhochschulen 2004 (Quelle: Festival der Filmhochschulen) 22.11.2004

Berlinale sucht Sponsor

Sat 1. ausgestiegen

Sat 1, bisheriger Hauptsponsor der Berlinale ist abgesprungen. Nur zwei Monate vor dem Event muss die Crew um Festivaldirektor Dieter Kosslik nun einen neuen Sponsor finden, um das Event in der gewohnten Form umsetzen zu können. Der Ausstieg von Sat.1 kommt jedoch nicht vollkommen überraschend, da auch dieser Konzern in der momentan anhaltenden Medienkrise sparen muß. Verhandlungen mit einem neuen Hauptsponsor für das Festival sind aber auch schon im Gange. Geheim bleibt nur, wer dies werden soll. Und so wie es scheint, wird der Rückzug von Sat.1 dem Bestehen des Festivals keinen Strich durch die Rechnung machen. Immerhin werden 6,5 Mio. Euro von den 10 Mio. Euro Gesamtbudget vom Staat beigesteuert und auch der letzte Sponsoren-wechsel von Mercedes zu VW verlief ohne größere Hindernisse.


(Quelle: FAZ)
19.11.2004

Sensationelle Halbzeitbilanz

Festival der Filmhochschulen

Sensationelle Halbzeitbilanz beim Festival der Filmhochschulen: An den ersten beiden Tagen
(15. & 16. November) waren bis auf eine Ausnahme alle Vorstellungen ausverkauft. Für die verbleibenden Vorstellungen in den nächsten vier Tagen sind noch einige wenige Karten an der Tageskasse im Festivalzentrum (Filmmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1) erhältlich. US-Regisseur Hal Hartley, der dieses Jahr die Festival-Jury leitet, zeigt sich begeistert über die Qualität der gezeigten Filme von Filmstudenten aus 25 Ländern. Am Samstag, den 20. November erhalten die besten Filme des Wettbewerbs im Münchner GLORIA Kino Auszeichnungen im Wert von insgesamt 25 000 Euro.

Zur Berichterstattung vom Festival der Filmhochschulen 2004
(Quelle: Festival der Filmhochschulen)
18.11.2004

Satire bald im Doppelpack?

Ende für den Scheibenwischer?

Im Hause der ARD wird momentan darüber nachgedacht den Scheibenwischer künftig erst um 23.30 Uhr zu senden. Grund dafür ist die Rückkehr von Satiriker Harald Schmidt. Durch die spätere Sendezeit befürchten Bruno Jonas, Mathias Richling und Georg Schramm, dass sie das Zielpublikum gar nicht mehr erreichen würden. Eine Idee ist es den Scheibenwischer immer dienstags um 23 Uhr vor Maischberger auszustrahlen was aber für die Talkfrau bedeuten würde immer erst 23.30 auf Sendung zu gehen. Der BR-Intendant und Scheibenwischer-Befürworter Thomas Gruber hält die Ausstrahlung am Dienstag für die richtige Lösung. Er wird ab Anfang 2005 die Leitung der ARD übernehmen. Dem gegenüber spricht sich der aktuelle ARD-Programmchef Gunter Struve für eine "politisch-satirische Stunde der Sonderklasse" aus. Es wird am heutigen Dienstag darüber entschieden was mit dem Scheibenwischer passieren soll. Es steht jedoch fest, sollte Gruber die Scheibenwischer-Frage nicht für sich entscheiden würde ihn das als künftigen ARD-Chef beschädigen.

(Quelle: Sueddeutsche.de) 16.11.2004

Pay-TV für Technikfreunde

Fernsehen aus dem Internet

Die Firma TC Unterhaltungselektronik ist momentan auf der Suche nach Investoren für ihre neueste Entwicklung, eine Tauschbörse namens Cybersky, über die die Benutzer ihre empfangenen Fernsehsender Tauschen können. Dem Benutzer wird angeblich der freie Empfang aller weltweiten Fernsehsender ermöglicht. Man schließt einfach seinen Fernseher an den PC und kann dann das laufende Programm das andere Zuschauer gerade ins Internet einspeisen empfangen. Die Aufgabe der Software beschränkt sich lediglich darauf die Tauschpartner zusammenzuschalten und die Datenübertragung zu organisieren. Bekannt wurde die Firma TC durch den jahrelangen Rechtsstreit mit dem Sender RTL um das Gerät namens Fernseh-Fee, das bei Werbung sofort das laufende Programm wechselt.

(Quelle: Spiegel-Online) 15.11.2004

Van Gogh Film

Ausstrahlungsrechte gestoppt

Nach dem Mord an dem Regisseur Theo van Gogh, hat die niederländische Produktionsfirma Column die Vergabe von Ausstrahlungsrechten für den Kurzfilm "Submission" vorerst gestoppt. Man wolle sich erst beraten wie man mit dem Film weiter verfahren solle. Der Film zeigt Gewalt gegen Frauen im Islam und war auch der Grund für die Messerattacke auf Van Gogh. Die Redaktion von "Spiegel TV" hat den Film bereits Vorliegen und signalisierte auch Interasse daran den Film zu senden. Ausschnitte des Films zeigte man bereits am Sonntag auf dem Magazin-Platz auf RTL. Wenn die Rechtefrage geklärt sei, werde man den Film in eine Diskussionssendung eingebettet senden. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung sei auch, dass dieser einzelne Film nicht den umfangreichen Werken des Regisseurs gerecht werde. Allerdings will Column den Film schon in den nächsten Tagen freigeben. Dass der Anschlag auf Van Gogh allerdings nach hinten losging zeigt, dass der Film selbst nun die Aufmerksamkeit der gesamten Welt auf sich gezogen hat.

(Quelle: Welt) 12.11.2004

Festival der Filmhochschulen

Jetzt sechs statt vier Tage

Christian Ude der Oberbürgermeister von München wird am Sonntag den 14. November für das 24. Internationale Festival der Filmhochschulen München den Startschuss geben. Beginnen wird das Festival mit dem Eröffnungsfilm "Der Wald vor lauter Bäumen" von Maren Ade, der im ARRI-Kino laufen wird . Das Festival soll, wegen des großen Erfolges im letzten Jahr von vier auf sechs Tage ausgedehnt werden. Außerdem werden alle zehn Wettbewerbsprogramme wiederholt. 52 Spielfilme, Dokumentationen und Animationsfilme von 35 Filmschulen aus 25 Ländern werden vom 15. bis zum 20. November auf dem Festival präsentiert. Einige der jungen Regisseure werden ihre Werke persönlich vorstellen und Auskunft geben. Für Filmstudenten besteht sogar die Möglichkeit sich in Workshops fortzubilden. AVID bietet z.B. Kurse im Umgang mit digitalen Montagesystemen an und wird eine Werksführung veranstalten die, die neuesten Entwicklungen im Bereich der Filmtechnik zeigt. Die Kanzlei Nörr, Stiefenhofer & Lutz zeigt in einem Seminar den richtigen Umgang mit Urheberrecht. Der Jury Präsident Hal Hartly wird am 20. November um 11 den Uhr Studenten einige seiner Kurzfilme im Filmmuseum vorstellen und erklären. Diese Veranstaltung wird öffentlich und kostenlos sein. Am Samstag den 20. November um 18. Uhr findet außerdem die Preisverleihung statt.

(Quelle: Filmzeitung) 10.11.2004

Kino Auswertung

Wie lang soll sie sein?

Vom Hauptverband Deutscher Filmtheater wird gefordert, dass das sechsmonatige Auswertungsfenster für Kinofilme eingehalten wird. Der Geschäftsführer des HDF Andreas Kramer ist dafür, dass das sechsmonatige Auswertungsfenster eine Grundkonstante sein sollte. Der Verband wird aber in Zukunft Verkürzungen dieses Fensters aufzeigen. Denn einen Fall gab es schon, Michael Moors "Fahrenheit 9/11" wurde schon im Fernsehen gezeigt während der Film noch in den Kinos lief. Dies soll nach dem HDF aber ein Einzelfall bleiben. Für deutsche Filme sind die Zeiträume der einzelnen Verwertungsstufen klar geregelt, sie finden ihre Grundlage im Filmförderungsgesetz. Für ausländische Filme gilt dies allerdings nicht und aus Ländern wie den USA kommt das größte Filmangebot.

(Quelle: Filmzeitung) 09.11.2004

Angriff der Klon-Krieger

TV-Programm ein Dauer-Déjà-vu

Klauen, kopieren, klonen heißt in Deutschland seit einiger Zeit das Motto. Produzenten rufen deshalb nach neuen Gesetzen und wollen künftig den dreistesten Nachahmer zum "Goldenen Kopierer" küren. Der Angriff der Klon-Krieger ist nicht nur eine Zumutung für den Zuschauer sondern gefährdet auch eine ganze Industrie. Europäische Fernsehproduzenten verdienen schätzungsweise rund 500 Millionen Euro im Jahr mit dem Handel von Format- und Sendelizenzen. Wer Sendungen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft, wird bislang gar nicht bestraft, es sei denn mit Missachtung oder Naserümpfen bei den TV-Messen in Cannes oder Los Angeles. Zum Entsetzen aller Programmentwickler hat der Bundesgerichtshof im letzten Jahr entschieden, dass "Formate für eine Fernsehshowreihe" nicht urheberrechtlich zu schützen seien. Geklagt hatte eine französische Produktionsfirma gegen den SWR wegen der Reihe "Kinderquatsch mit Michael", in der sie ihre Sendung "L'école des fans" wiedererkannte. Ganz anders in Brasilien. Ein Gericht sprach dem "Big Brother"-Produzenten Endemol Lizenzansprüche in Höhe von 1,5 Millionen zu. Ein Ansatz zum Schutz wäre die Übernahme der angelsächsischen Copyright-Regelungen. Dieser Ansatz stößt in der Politik auf Resonanz. Eigentlich soll bereits seit dem Jahr 2000 die "Format Recognition and Protection Association" (Frapa) als neutrale Instanz bei Formatstreitigkeiten vermitteln - doch in Deutschland wird die Organisation mit Sitz in Köln kaum genutzt.

(Quelle: Spiegel-Online) 08.11.2004

Auf offener Straße ermordet

Theo van Gogh erschossen

Theo van Gogh, Nachfahre des Bruders von Vincent van Gogh, wurde gestern in Amsterdam auf offener Straße erstochen und erschossen. Er erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen. Der 47-jährige galt als "Vorkämpfer für die Meinungsfreiheit", so Regierungschef Jan Peter Balkenende, der den Mord für unerträglich hält, falls er tatsächlich auf die kritischen Filme van Goghs abziele. Der Filmemacher drehte Kurzfilme, in denen er die multikulturelle Gesellschaft und den Islam kritisierte ("Submission"). Dadurch erhielt er bereits Morddrohungen und stand seitdem unter Polizeischutz.
Die Polizei konnte den 26-jährigen Tatverdächtigen in einer anschließenden Verfolgungsjagd stellen, bei der sowohl der Verdächtige als auch ein Polizist durch zahlreiche Schusswechsel verletzt wurden. Die niederländische Regierung zeigte sich schockiert über den Vorfall und betonte, dass keine voreiligen Schlüsse gezogen werden sollten. Jedenfalls lasse man keinen Angriff auf die Meinungsfreiheit ungestraft.

(Quelle: TAZ) 03.11.2004

 

Oktober 2004

 

Filmpiraterie im Griff?

illegale Nutzung steigt kaum an

Die aktuellste Brennerstudie der FFA (für Deutschland) belegt eine eventuelle Trendwende im Raubkopiegeschäft. Zwar steigt die Zahl der illegalen Vervielfältigungen nach wie vor, jedoch deutlich langsamer als in der vergangenen Zeit. Im Gegensatz dazu sind die Deutschen immer flächendeckender mit CD- und DVD-Brennern ausgerüstet: Fast jeder zweite Haushalt besitzt inzwischen einen CD-Brenner und 3,1 Mio. Haushalte einen DVD-Brenner. Die Filmindustrie sieht in diesen Zahlen einen Erfolg ihrer Maßnahmen gegen Raubkopien. Die Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher" ist der Zielgruppe zunehmend bekannt. Illegale Kopieraktionen im großen Stil werden mittlerweile mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft. Auch die verschärften Sicherheitsvorkehrungen haben zu einem geringeren Angebot an illegalen Abfilmungen im Kino geführt. Die Piraterie ist damit keineswegs gestoppt, jedoch kann sich die Filmwirtschaft über erste Erfolge freuen.

(Quelle: FFA) 29.10.2004

DocuZone trifft auf Kritik

Digitalprojektion stagniert

Mit DocuZone sollte im Laufe des Herbst 2004 in einigen Kinos die digitale Projektion eingeführt werden. Nun haben sich 18 Verleiher gegen das Projekt ausgesprochen. Die finanziellen Vorteile der digitalen Distribution seien nicht ersichtlich. Außerdem könne sich eine Verzerrung des Wettbewerbs besonders im Dokumentationsfilmbereich ergeben. Diese Befürchtungen resultieren vor allem aus einer unzureichenden Informationspolitik seitens DocuZone. Daher forcieren die Skeptiker einen "Runden Tisch" um die offenen Fragen und die weitere Vorgehensweise zu klären.
DocuZone ist ein Projekt, bei dem über 180 Kinos in 8 europäischen Ländern mit 2K-Projektoren ausgestattet werden um ab Frühjahr 2005 digitale Projektionen zu ermöglichen.

(Quelle: Mediabiz) 28.10.2004

Warner Independent Pictures

Warner vermarktet Jeunet

Warner Independent Pictures (WIP), eine Filiale des US-Majors, die vor einem Jahr gegründet wurden und sich zum größten Teil mit dem Verleih ausländischer Autorenfilme beschäftigt, wird das neue Werk von Jean-Pierre Jeunet, "A Very Long Engagement", am 26. November auf dem amerikanischen Markt einführen. D.h. der Film wird kaum einen Monat nach dem französischen Start anlaufen. Geplant ist das der Film in 16 Großstädten mit 180 Kopien laufen soll. Der ehemalige Miramax-Mitarbeiter und jetzige WIP-Chef Mark Gill, wird die direkte Verantwortung über die gesamte Vermarktungsstrategie haben. In den USA hat Gill erfolgreich mehrere Produktionen, wie z.B. " Das Leben ist schön" oder "Die fabelhafte Welt der Amelie", in Originalfassung Vermarktet. Ab 2005 habe WIP weiterhin vor, c.a. zehn ausländische Filme im Jahr zu koproduzieren. Dabei werde es sich aber um Produktionen handeln die mit max. 20 Mio. Euro budgetiert sind.

(Quelle: Mediabiz) 26.10.2004

George Lucas

Auszeichnung für Lebenswerk

George Lucas, Regisseur von "Star Wars", "Raiders of the Lost Ark" und "American Graffiti," soll Juni 2005 mit dem Lifetime Achievement Award des American Film Institutes ausgezeichnet werden. Er wurde vergangenen Freitag als Preisträger des jährlichen Preises, der zum 33. Mal vergeben wird, ausgewählt und folgt somit anderen Hollywood-Größen wie Elizabeth Taylor, Steven Spielberg, Alfred Hitchcock, Sidney Poitier und Orson Welles.

(Quelle: CCN) 22.10.2004

Ernst Schneider Medienpreis

Verleihung 2004

Die IHK verlieh dieses Jahr zum 33. Mal den Ernst-Schneider-Preis auf den Medientagen München. Autoren von HR, NDR, RBB, WDR, 3Sat, DeutschlandRadio sowie Redakteure der "Badische Zeitung" bekamen den Preis, der herausragende Leistungen der Wirtschaftsberichterstattung im Fernsehen, Hörfunk oder der regionalen Tagespresse auszeichnet. Gefördert werden soll damit eine hohe Allgemeinverständlichkeit, gute Recherchearbeit und ideenreiche Umsetzung wirtschaftlicher Nachrichten.

Links: www.ernst-schneider-preis.de 
Zur Berichterstattung von den Medientagen München 2004 
21.10.2004

Studie

Beliebtes Fernsehen

Das Fernsehen ist für 44 Prozent der Deutschen das wichtigste Medium. Dies zeigt eine Studie die der ProSiebenSat1- Vermarkter SevenOne Media zum start der heutigen Medientage in München. Printmedien und Radio sind laut IFAK-Institut mit jeweils 19 Prozent auf Platz zwei und auf Platz drei befindet sich das Internet mit 13 Prozent. Ebenfalls auf Platz eins steht das Fernsehen wenn es um die Informations- und Unterhaltungsmedien geht. Denn laut der IFAK-Studie sind 74 Prozent der Befragten der Meinung, dass das Fernsehen die beste Unterhaltung bietet. Zwölf Prozent entschieden sich für das Radio und nur vier Prozent für die Printmedien. Auch beim Informationsmedium entschieden sich mehr als die Hälfte aller Befragten für das Fernsehen, 19 Prozent für Zeitungen und Zeitschriften und nur 11 Prozent für das Radio. Es wurde auch gefragt welches Medium sich am stärksten mit der Gesellschaft entwickeln würde, woraufhin sich 45 Prozent für das Fernsehen entschieden, 39 Prozent für das Internet und nur fünf bzw. drei Prozent glaubten das sich auch die Printmedien weiterentwickeln würden.

(Quelle: mediabiz) 20.10.2004

German TV

Wie sieht die Zukunft aus

Der Auslandssender German TV, der im März 2002 auf Sendung ging, ist vor einigen Wochen in die Diskussion geraten. Grund dafür war ein Bericht, der von Kulturstaatsministerin Christina Weiss vorgelegt wurde. Aus diesem ging hervor, dass die Kundenzahlen des Senders weit hinter den erwarteten Planungen zurückliegen. Seitens einiger Politiker wurde daraufhin die Abschaltung von German TV gefordert. Der Rundfunkrat des WDR hat sich aber für den erhalt von German TV stark gemacht, woraufhin Weiss wenig später erklärte, dass die Finanzierung des Senders bis 2005 gesichert sei. Gestern fand eine Sitzung des WDR Rundfunkrates statt, in welcher der Vorsitzende Reinhard Grätz erklärte, dass es durchaus wichtig ist diesen Sender zu fördern, da gerade dieser Sender ein realistisches Bild der Deutschen Gesellschaft zeigen würde. Außerdem zeigte er sich optimistisch den auf sieben Jahre angelegten Projektplan, mit seinen erwarteten 70.000 Abonnenten zu erfüllen.

(Quelle: mediabiz) 19.10.2004

Dumpfe Quotenbringer

Bußgeld an "Big Brother"

Geschmacklose Witze oder Auftritte zweitklassiger Promis bei der Reality-Schmonze "Big Brother" drohen langsam zum Alltag zu gehören. Juden,- und Türkenwitze im Fernsehen sollen für gute Quoten sorgen und werden an allen moralischen Grundwerten vorbei, weiterhin ausgestrahlt. Eine "Rundum-Kontrolle" sei bei einer live Sendung unmöglich. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) habe bereits 500 Fälle überprüft und wäre zum Schluss gekommen, dass solche Vorfälle schwer zu kontrollieren und fast unvermeidbar seien, so der KJM-Chef Wolf-Dieter Ring. Der 23 jährige Italiener Michelle, der den sogenannten "Menschenzoo" bis vor kurzem bewohnt hat, unterhielt mit taktlosen Judenwitzen die anderen übermüdeten Bewohner. Doch das ist leider kein Einzellfall in dem Fernsehcontainer, bereits früher hat es Äußerungen dieser Art gegeben. Aufgrund der Verletzung der Menschenwürde wurde ein Bußgeldverfahren gegen den Sender Premiere, der die Show 24 Stunden live ausstrahlt, angekündigt. Die Strafe könnte bis zu 500.000 Euro betragen. Die Medienanstalten verlangen von der Produktionsfirma Endemol, dass die Kandidaten besser und genauer ausgesucht werden sollen. Doch das widerspricht dem Prinzip solcher Shows, je schmutziger und kranker es da zugeht, desto höher die Quote. Die Kandidaten sind schließlich nicht zufällig so strukturiert wie sie sind.

(Quelle: Süddeutsche) 15.10.2004

Viacom verschlingt Viva

95 Prozent aufgekauft

Der Telekommunikationsgigant Viacom kauft derzeit Schritt für Schritt Aktienanteile der europäischen Musiksendergruppe Viva auf. Der Stand von einer Aktienmehrheit von 76 % im August ist längst übertroffen. Inzwischen hält Viacom eine Mehrheit von 95% und damit auch die Möglichkeit über einen sogenannten "Squeeze out" die verbleibenden Aktionäre dazu zu zwingen, sich auszahlen zu lassen. Doch schon jetzt hat der Gigant Viacom faktisch die Kontrolle über Viva. Über das Börsenparket hinaus ist diese Übernahme für den Zuschauer der Musiksender sehr bedeutsam. Viacom hält nämlich neben den neuen Anteilen an Viva auch die Mehrheit am Musiksender MTV. So ist Viacom jetzt Monopolist im Musik-Fernsehen. Die Zukunft wird zeigen, ob der faktische Zusammenschluss der Sender die Vielfältigkeit und Angebot des Programms, wie es Verantwortliche der Sender gerne verlauten lassen, wirklich steigert oder die nun fehlende Konkurrenz die Qualität zu Gunsten des Gewinns schrumpfen lässt.

(Quelle: mediabiz) 13.10.2004

Chemnitzer "Schlingel"

Kinderfilmfest-Preise verliehen

In Chemnitz wurden auf dem Kinderfilmfestival Schlingel wieder die Preise vergeben. Ins Rennen um die vier Hauptpreise gingen diesmal 9 Filme, die von der Internationalen Fachjury und/oder der Europäischen Kinderjury bewertet wurden. Den Hauptpreis der Stadt Chemnitz, der von der Fachjury vergeben wird, erhielt der schwedische Film "Misa Mi". Mit dem Europäischen Kinderfilmpreis wurde "Der Blaue Schmetterling" aus Kanada/Großbritannien ausgezeichnet. Der Preis des besten Kinderdarstellers geht an die Schauspielerin Klara aus dem Film "Fia!". Das Publikum kürte "Chefsache Max" aus den USA als seinen Liebling. Eine lobende Erwähnung der Fachjury ging an die Filme "Kuschelbär" und "Album" und die Kinderjury zeichnete so nochmals "Chefsache Max" aus. Im Wettbewerb um den CineStar-Jugendfilmpreis entscheiden Jugendliche ansässiger Gymnasien. Zum Preisträger wählten sie den Film "Trommelschläge" aus Südafrika. Eine lobende Erwähnung der Jugendjury ging an "Bonjour Monsieur Shlomi" aus Israel. Am Animationsfilmwettbewerb nahmen 20 Kurzfilme und zwei Beiträge in Spielfilmlänge teil. Die Kinderjury der Gebrüder-Grimm-Grundschule Chemnitz entschied sich dabei für "Eingeschachtelt" aus Großbritannien. "Wetterwechsel" aus Simbabwe wurde lobend erwähnt. Ebenfalls wurde der DEFA-Förderpreis an den Film "Bin ich sexy?" vergeben.

(Quelle: Kinderfilmfest Chemnitz) 12.10.2004

Reeves verstorben

Superman-Darsteller

Der Superman-Darsteller Christopher Reeve ist im Alter von 52 Jahren nachdem er am Samstag nach einem Herzstillstand ins Koma gefallen war, gestorben. Der Schauspieler war seit einem Unfall vor neun Jahren querschnittsgelähmt. Reeve widmete sich neben der Schauspielerei auch sozialen Themen. So setzte er sich u.a. für einen besseren Versicherungsschutz für Schwerverletzte ein und forderte Hollywood öffentlich auf, sich verstärkt solchen Themen anzunehmen. Trotzt seiner Lähmung spielte er 1998 die Hauptrolle in dem TV-Remake von Alfred Hitchcocks "Fenster zum Hof". Auch in der Fernsehserie "Smallville" trat er an der Seite des jungen Superman auf. Zu seinen größten Auftritten zählt aber bis heute die Oscar-Preisverleihung im März 1996: "Lassen Sie uns weiterhin Risiken eingehen und heiße Themen angehen. Es gibt keine Herausforderung, egal welcher Art, die wir nicht annehmen könnten."

(Quelle: Spiegel-Online) 11.10.2004

GEZ auf PCs

Ab April 2005 geht's los

Ab April 2005 werden GEZ-Gebühren auch für Computer fällig. Eigentlich sollten erst ab 2007 GEZ-Gebühren erhoben werden doch die Ministerpräsidenten haben es sich noch einmal anders überlegt. Laut aktueller Meldungen sieht der neue Plan wie folgt aus: Ab April 2005 müssen alle internetfähigen PCs / Labtops bei der GEZ angemeldet werden. Für PCs mit eingebauter TV Karte sind natürlich auch weiterhin Gebühren zu entrichten. Es fallen für den PC im Privathaushalt jedoch keine Gebühren an, wenn mindestens ein Fernseher bei der GEZ angemeldet ist. Für gewerblich genutzte Rechner beginnt die Gebührenpflicht erst ab 2007.

(Quelle: Spiegel-Online) 11.10.2004

Schadensersatzanklage

RTL II verstößt gegen Verträge

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, verklagt Tele München-Chef Herbert Kloiber den Fernsehsender RTLII auf Schadensersatz. Dies, obwohl er selber mit 31,5 Prozent am Sender beteiligt ist. Dem Senderchef Josef Andorfer wirft Kloiber vor, mit ihm "willentlich, nachhaltig und fortgesetzt" gegen Verträge verstoßen zu haben. Tele München sei viel Geld u.a. durch geringere Werbeeinnahmen entgangen, da RTL II über 50 Kinofilme zu ungünstigeren Zeiten ausgestrahlt hat, als mit dem Filmrechtehändler im Vorfeld vereinbart. Außerdem sollen durch falsche Auslegung der Verträge viele Abrechnungen inkorrekt sein. Wie die "Süddeutsche Zeitung" angibt, insistiert Kloiber auf der Abnahme einer von RTL II gekauften Serie, welche aber für den Sender uninteressant geworden sei. Die erste Klage soll beim Landgericht München nächste Woche eintreffen - weitere Klagen Kloibers werden kommen.

(Quelle: mediabiz) 08.10.2004

Europäische Kinoförderung

Präsident wiedergewählt

Am Dienstag hat der Vorstand von Eurimages den bisherigen Präsidenten Jacques Toubon für eine weitere Amtszeit von zwei Jahren wiedergewählt. Er möchte die Zusammenarbeit mit dem Media Programm der EU vertiefen und weitere Beziehungen zu Filmfachleuten aufbauen. Darüber hinaus möchte Toubon die Arbeitsweise des Fonds verbessern. Der seit 1988 existierende Fonds hat bisher in 30 Mitgliedsländern fast 1.000 länderübergreifende Koproduktionen mit insgesamt 280 Mio. Euro gefördert.

(Quelle: Europarat) 07.10.2004

Lesben und Schwule

15. Filmtage in Hamburg

Vom 12. Bis 17. Oktober zeigen die Lesbisch-Schwule Filmtage Hamburg, rund 109 Filme in 51 Programmen. In den Kinos Passage, Cinemaxx Dammtor, Metropolis und B-Movie werden aktuelle Produktionen aus der ganzen Welt präsentiert. Eine Dorothy Arzner- und eine Andy Warhol-Reihe wird auch vorgeführt. Kurzfilme laufen dieses Jahr in sechs verschiedenen Programmen, darunter werden die Programm-Highlights aus der 15-jährigen Geschichte des Festivals gezeigt. Neu sind dieses Jahr ein Workshopangebot und eine Podiumsdiskussion über das Thema "Was wird aus dem Queer Cinema im 21. Jahrhundert?" Mit einer Geburtstagsparty im Malersaal des Deutschen Schauspielhaus Hamburg wird das Jubiläum des ältesten lesbisch-schwulen Filmfestivals Deutschlands gefeiert. "Eine ganze Generation ist inzwischen mit den Filmtagen groß geworden. Die Filme, die in den letzten 15 Jahren auf dem Festival liefen, haben sicherlich zur Toleranz unserer Gesellschaft beigetragen", so Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck.

(Quelle: mediabiz) 05.10.2004

Digitales Kino

Ausstrahlung via Satellit

Der Thriller „Final Cut“ soll in den USA als erster Spielfilm über das DTDS (Digital Theater Distribution System) in die Kinos kommen. Der DTDS-Standard wurde von der US-Multiplexkette AMC Theatres entwickelt und bisher lediglich für Trailer und Werbung verwendet. Anders als beim DCI-System (Standard der Majorstudios, Projektion mit 2K) wird das digitale Videosignal per Satellit ausgestrahlt. Daher kann auch die Bildqualität von DTDS nicht mit der sehr teuren DCI-Variante mithalten. Kritiker befürchten bei einem Erfolg des Films „Final Cut“ die Verbreitung des DTDS-Standards und einen damit verbunden Qualitätsverfall des digitalen Kinos. Verfechter des neuen Systems schätzen das Bild, das ungefähr dem High Definition Standard bei TV entspricht, als ausreichend ein, vor allem in Hinblick auf das aktuell gezeigte Genre. „Final Cut“ ist ein Sci-Fi-Thriller, bei dem Menschen Erinnerungen als Film-Chip eingepflanzt werden. Andererseits müssen sich unabhängige Verleiher eben unkonventionelle Methoden suchen um gegen die Macht der Majorstudios ankommen zu können.

(Quelle: mediabiz) 04.10.2004

Filmfest Hamburg

Viele Preise verliehen

Mit dem Ende des Hamburger Filmfest durften sich viele Filmschaffende über eine Reihe von Preisen freuen. Bereits am 26. September wurde François Ozon für seinen neuen Film "5 mal 2" mit dem Douglas-Sirk-Preis ausgezeichnet. Zum besten TV-Movie wurde "Mord am Meer" (Regie: Matti Geschonnek) mit dem TV-Produzentenpreis von 30.000 Euro gekrönt, "Brothers" von Susanne Biers erhielt den Preis der Hamburger Filmkritik. Der Publikumspreis ging an Markku Pölönens "Dog Nail Clipper" aus Finnland. Der Otto-Sprenger-Preis (10.000 Euro) wurde an Ayse Polat für den Film "En Garde" verliehen. Ebenfalls von der Otto-Sprenger-Stiftung erhielt die Produktionsfirma Wüste Filmproduktion einen Sonderpreis in Höhe von 10.000 Euro. Trotz Finanzierungsschwierigkeiten gab es auch ein KinderFilmfest. "Station 4" von Antonio Mercero erhielt den "Michel" (Universal Pictures Germany) mit 2.500 Euro, "In Orange" von Joram Lürsen durfte sich mit dem Publikumspreis rühmen.

(Quelle: mediabiz) 01.10.2004

Mögliches Joint Venture

Digitales Kino auf dem Weg?

Sony Pictures, Warner Bros. und Walt Disney Co. befinden sich im Gespräch über ein mögliches Joint Venture um das "Digitale Kino" auf den Weg zu bringen. Obwohl die genaue Struktur des Joint Ventures noch nicht geklärt wurde, sind bereits Briefe an verschiedene Finanzdienstleisester versand worden. JPMorgan Securities gehört zu einem dieser Diesntleister, die sich Gedanken über die Abwicklung und Finanzierung des Joint Ventures machen sollen. Anhand der angeforderten Angebote wollen die Studios ab dem 5. November einen Businessplan ausarbeiten. Die großen Studios haben bereits häufiger darüber diskutiert ein Joint Venture zu bilden um die Installation von Projektoren und allen anderen nötigen Komponenten für das "Digitale Kino" voranzutreiben. Vor zwei Jahren haben sich die sieben großen Studios bereits zur Digital Cinema Initiative zusammengeschlossen um gemeinsam einen digitalen Standart zu beschließen.

(Quelle: Hollywoodreporter) 29.10.2004

Bambi

Tom Hanks wird Bambi erhalten

Am 18. November findet die Bambi Verleihung in Hamburg statt, bei der Tom Hanks für seine außergewöhnliche Leistung in der Kategorie "Internationaler Film" im "Polarexpress" geehrt wird. Der veranstaltende Burda-Verlag erklärte, dass der 48 Jährige Schauspieler am 18. November Deutschlands wichtigsten Medienpreis persönlich in Empfang nehmen werde. Beim "Polarexpress" handelt es sich um einen computeranimierten Weihnachtsfilm, der in ein paar Wochen in den deutschen Kinos anlaufen wird. In dem Film soll Hanks neue schauspielerische Wege beschritten haben. Er übernimmt Rollen vom kleinen Jungen bis hin zum alten Mann, insgesamt sind es fünf Rollen. Sein spielerisches Talent bildet die Grundlage für die Figuren. 1994 erhielt Tom Hanks einen Oscar für seine Rolle in dem Film "Philadelphia", in dem er einen Aidskranken Anwalt spielte. Ebenso widme sich in diesem Jahr auch die "Bambi"-Verleihung dem Kampf gegen Aids. Deswegen werden der DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp und der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela für ihr Engagement in der Aidsbekämpfung geehrt.

(Quelle: Newsroom) 27.10.2004

Live Movie

Fernsehgeschichte(n)

Das ZDF wirbt damit, am Abend des 25. Oktober Fernsehgeschichte zu schreiben, mit "Feuer in der Nacht", einem Fernsehspiel, welches live ausgestrahlt wird. Einen Genre-Begriff haben sie die Mainzer auch schon einfallen lassen, der die Privatsender vor Neid erblassen lässt: Live-Movie. Zumindest die Besetzung lässt hoffen, dass das Werk nicht auch inhaltlich mit dem Niveau von Eigenproduktionen der Privatsender miteifern wird.
Mag sein, dass die Einbeziehung von Außenmotiven und Ü-Wägen neu ist, aber wenn die Fernsehmacher mal in die eigene Fernsehgeschichte schauten, würden sie über diverse Fernsehspiele der Frühzeit stolpern, die wie "Feuer in der Nacht" mit mehreren Kameras gedreht und live ausgestrahlt wurden. Vor der Erfindung des Videorekorders (Ampex) wurden nämlich alle Fernsehspiele live von den Schauspielern dargeboten.

(Quelle: Movie-College) 25.10.2004

10 Jahre Online Werbung

Ausstellung Medientage

Am Mittwoch wurde auf den Medientagen München 2004 eine kleine aber besondere Ausstellung eröffnet. Besonderer Anlass ist das 10 Jährige Jubiläum der Online-Werbung und so präsentiert der Internet-Provider T-Online diese "Best-Of"-Ausstellung. Gezeigt werden hier besondere Beispiele dessen, was die meisten Nutzer des Internet als nervig erachten, was jedoch, laut Experten, das Rückrat des www ist. Pop-Ups und Banner bringen Klicks und Besuche für Shops und das bringt Werbeeinnahmen für Anbieter von zahllosen frei zugänglichen Content-Seiten.

Zur Berichterstattung von den Medientagen München 2004 
21.10.2004

Medientage München 2004

Erfolgreicher Beginn der Messe

Am Mittwoch starteten die Medientage 2004 in München. Die wichtigste Fachmesse Deutschlands für Medienschaffende eröffnete um 10 Uhr zum 18. Mal. Erster Höhepunkt und gelungener Auftakt war, nach der Eröffnungsrede des Bayerischen Ministerpräsidenten und nach dem Grußwort von Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, der Mediengipfel zum Thema "Merging Media - Potenziale und Konsequenzen der Digitalisierung". Die Diskussionsrunde war mit den namhaftesten Vertretern aus Fernsehen und Print besetzt, Helmut Markwort dirigierte als Moderator die Streitgespräche zwischen Dr. Hubert Burda, Guillaume de Posch, Jürgen Doetz, Dr. Thomas Gruber, Dr. Herbert Kloiber, Dr. Georg Kofler, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, Prof. Markus Schächter, Roland Steindorf, Gerhard Zeiler und Christiane zu Salm, in denen in Ärger oder Zufriedenheit auf die unlängst beschlossene Gebührenerhöhung eingegangen, Geldverwendung und Sparansätze der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten thematisiert und der Wandel der Fernsehlandschaft zum elektronischen Kiosk durch die Digitalisierung gemeinsam bewertet und für sehr bald erwartet wurde. Viele interessante Vorträge wurden bereits am ersten Tag angeboten, mehr noch ist in den verbleibenden zwei Tagen der Messe zu erwarten. Das Movie-College ist mit seinen Redakteuren vor Ort und berichtet ausgiebig.

Zur Berichterstattung von den Medientagen München 2004 
21.10.2004

Debüt Konzert

Ennio Morricone in Deutschland

Der Komponist Ennio Morricone dem bereits der Ehrensenatortitel der Hochschule für Musik und Theater der bayerischen Landeshauptstadt verliehen wurde feiert morgen sein Deutschland-Debüt in der Münchner Philharmonie. Dirigieren wird er den Chor des Bayerischen Rundfunks und das Münchner Rundfunkorchester. Dem Komponist der hauptsächlich für seine Westernmusik bekannt ist, welche aber nur einen kleinen Teil seines Repertoires darstellt, ist es ein Anliegen dieses Debüt zu nutzen um von der Westernmusik wegzukommen. Präsentiert werden aber trotzdem Ausschnitte aus bekannten Filmmusiken wie "Zwei glorreiche Halunken", "Spiel mir das Lied vom Tod", "Es war einmal in Amerika", "Mission" und "Die Legende vom Ozeanpianisten".

(Quelle: mediabiz) 19.10.2004

Den Wahnsinn perfektionieren

Endlos Big Brother

Ab dem März 2005 soll die Reality-Show "Big Brother" in eine neue Phase eintreten. Über Jahrzehnte sollen die Kandidaten, immer unter den Augen der Kamera, in einer künstlichen Stadt leben. Dort haben sie die Gelegenheit ihr Abitur nachzuholen oder sogar eine Familie zu gründen.
Für die Kandidaten wird eine eigene kleine Welt erschaffen die sich auf ca. 4000 Quadratmetern abspielt. In dieser kleinen Stadt mit Kirchturm und Marktplatz leben die Kandidaten wie normale Menschen die ihre Meisterprüfung machen, eine Familie gründen oder einfach nur arbeiten gehen. Das dieses Konzept auf harte Kritik stößt ist klar. Der Medienpsychologe Jo Groebel meint, dass es nach der Show sehr schwer für die Kandidaten sein könnte wieder in die Realität einzutreten. Dazu erwiderte der Big Brother Produzent Rainer Laux nur, dass jeder Kandidat wisse was ihn erwartet. Auch auf die Kritik, dass sogar in der jetzigen Staffel rechtsextreme Witze erzählt wurden und diese eigentlich nicht gesendet werden sollten, erwiderte Laux : Die Kandidaten spiegeln nur reale Gesellschaft wieder.

(Quelle: Spiegel) 18.10.2004

Nippel-Alarm in den USA

542.000 Beschwerden

Rupert Murdoch's Fox Televison Network muß mit einer Millionen Dollar Klage rechen. In der Reality-Serie "Married By America" leckt eine Kandidatin Schlagsahne vom Körper eines männlichen Strippers. Die Ferderal Communications Commission führt einen Kreuzzug gegen alle "Unanständigkeiten" die im TV zu sehen und im Radio zu hören sind. Die Klage gegen FOX kommt nur wenige Wochen nach der bis dato höchsten Klage gegen CBS von 550.000 Dollar. Diese hatte sich gegen Janet Jackson's entblößten Nippel während des Super Bowls gewendet. Bereits in diesem Sommer wurde die Sendung von Skandal-Radio-Jockey Howard Stern abgesetzt, da er in seiner Sendung über Anal-Sex diskutiert hatte. Seitdem die FFC sich auf ihrem Kreuzzug befindet, hatte Stern häufiger seine Radiosendung dazu genutzt, um die Verantwortlichen verbal anzugreifen und um Wähler gegen George W. Bush zu mobilisieren. Für die Oprah Winfrey Show liegen ebenfalls bereits 1000 Beschwerden bei der FFC vor, doch bis jetzt wurden noch keine Maßnahmen ergriffen. Um den Sanktionen der FFC zu entfliehen setzt Howard Stern seit Anfang dieses Monats auf die regulierungsfreie Verbreitung seiner Sendung via Satellit.

(Quelle: Media Guardian) 13.10.2004

Knock-out für Handys

Kein Netz = Ruhe im Saal

Frankreich macht es vor. Es soll den Kino- und Bühnenbesitzern in naher Zukunft erlaubt werden Störsender zu installieren um das omnipräsente Handyklingeln bei Kulturveranstaltungen zu unterbinden. Nach Angaben des Ministers klagen immer mehr Kinobesitzer über sinkende Einspielergebnisse, da sich viele die Gäste vom Gebimmel der Mobiltelefone gestört fühlen. Bei der Installation der Störsender soll jedoch darauf geachtet werden, dass nur in den Sälen der Empfang unterbunden wird. Außerdem sollen Notrufe weiterhin möglich sein Der Verband französischer Kinos begrüßte die geplante Neuregelung. "Das ist die Erfüllung einer lange bestehenden Forderung", sagte Verbandspräsident Jean Labbé. Mit Störsendern sei es erstmals wieder möglich, "ungestört einen Film zu verfolgen, nur den Film", betonte er. In den USA haben einzelne Restaurant- und Kinobesitzer schon seit längerem Störsender installiert. Die Maßnahme dort sind jedoch etwas weitreichender, denn in der Regel sind die Telefone auch für Notrufe nicht mehr benutzbar. In Deutschland ist der Einsatz von Störsendern durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation verboten, da die Frequenzen exklusiv den Mobilfunkbetreibern zugeteilt sind. IT-Firmen arbeiten bereits an möglichen Alternativen zu Störsendern. So sollen Handys beim Betreten von Kinos via Bluetooth in den Vibrationsmodus versetzt werden. Eine andere Technik gaukelt den Mobiltelefonen vor, dass kein Netz verfügbar ist - Anrufer werden automatisch an die Mailbox weitergeleitet. Den sichersten Schutz gegen Handygebimmel oder Abhörtelefone bilden allerdings dicke Wände - die idealerweise mit einem Metallgitter versehen sind. Durch die Abschirmung herrschen im Innern paradiesische Zustände: keine Netzverbindung und Stille.

(Quelle: Spiegel-Online) 12.10.2004

Oscar unter Schutz

Fernseh-Oscar gehört verboten

Rund 4.350.000 Treffer meldet Google für den Suchbegriff "Oscar". Darunter gelangt man auch zum Adolf Grimme Preis, da Journalisten dabei gern vom deutschen "Fernseh-Oscar" sprechen. Der im westfälischen Marl verliehene TV-Preis, hat nun Ärger mit Hollywood. Die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" hat eine deutsche Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, für den Schutz von Oscar zu sorgen, da die Bezeichnung auch in Deutschland geschützt ist. Zukünftig darf nicht mehr vom "Fernseh-Oscar" gesprochen oder geschrieben werden. Wie das allerdings praktisch umgesetzt werden soll, ist noch die Frage. Vielleicht lässt die Academy jeden Schreiber der vom deutschen Fernseh-Oscar spricht verklagen, denn es ist anzunehmen, dass vielen Jornalisten die Meinung der Academy aus Hollywood am Allerwertesten vorbei geht. Bernd Gäbler, der Geschäftsführer des Grimme-Instituts kommentiert das ganze Geschehen auch ironisch: "Weil wir möchten, dass sich die Academy in Hollywood ruhig und ungestört entwickeln kann, bitten wir auch alle Grimme-Preisträger, Journalisten und auch Herrn Lafontaine, in Zukunft auf die Bezeichnung 'Fernseh-Oscar' zu verzichten." Er fügt noch hinzu, dass im Gegenzug, die Academy den "Oscar" als "comparable with the famous Adolf-Grimme-Award" zu bezeichnen darf.

(Quelle: TELEPOLIS) 11.10.2004

Ambiente in den Kinos

Fokus auf Innenarchitektur

Zu den Zeiten, als das Heimkino noch nicht existierte, war das Kinoerlebnis einzigartig. Einen Film ansehen kann heutzutage fast jeder, sogar mit Surround-Sound und großen Breitbildschirmen. Und im Internet gibt's die Filme ja fast umsonst... wieso also ins Kino gehen? In diesem Sinne findet Babette Lischka, Innenarchitektin und Kinobetreiberin, dass die Kinos sich wieder stärker auf Ambiente und Gestaltung konzentrieren sollten. Das Ambiente steuere sehr stark zu Sympathie und Vertrauen bei, da Kinos zu einer Art "Marke" werden könnten. Die Filmtheater müssen sich an die aktuellen Trends anpassen. Ihr Rezept für optimal angepasste Kinos ist eine Synthese aus Luxus und Askese, kurz "Luxese". Erreichen kann man ein derartiges Ambiente relativ günstig durch Licht, Farben und Baustoffe. Im bayerischen Gröbenzell, Gilching und Fürstenfeldbruck wurden derartige Konzepte bereits verwirklicht.

(Quelle: mediabiz) 08.10.2004

Rodney Dangerfield

US-Komiker gestorben

Am vergangenen Dienstag starb Rodney Dangerfield im Alter von 82 Jahren im Medical Center des Universtiy of California, Los Angeles. Nach einer Herzklappenoperation lag er bereits im Koma, seine Frau äußerte noch Hoffnungen darauf, dass er bald wieder zu sich komme. Dangerfield war erfolgreicher Komiker in den USA und bekam 1980 den Grammy für die beste Comedy-Show. Er diente mit seinem Comedy-Club in Manhattan einigen Komödianten wie Jim Carrey oder Jerry Seinfeld als Sprungbrett ihrer Karriere. In Deutschland kennt man ihn aus Filmen wie "Caddyshack - Wahnsinn ohne Handicap" oder "Little Nicky".

(Quelle: Frankfurter Rundschau) 07.10.2004

Danke Anke!

"Anke Late Night" abgesetzt

Im Mai startete Anke Engelke, 38, als Nachfolgerin von Harald Schmidt bei Sat.1 ihre eigene Sendung "Anke Late Night". Sie kämpfte seither gegen schlechte Kritiken und sinkende Quoten. Nun ist sie gezwungen Ihre Late-Night-Show abzusetzen. Der Sender bestätigte, dass Anke Engelke, die Produktionsfirma Brainpool und Sat.1 am Dienstag gemeinsam entschieden hätten die letzte "Anke Late Night" am 21. Oktober zu produzieren und auszustrahlen. Bei solch einer Vertragsauflösung geht es um sehr viel Geld. Rund 40 Millionen Euro sollte die Kölner Produktionsfirma Brainpool erhalten. Ursprünglich war der Vertrag auf drei Jahre angesetzt. Aufgrund sinkender Quoten sowie Werbeeinnahmen, drohte Ankes Show für Sat.1 rote Zahlen zu schreiben. Keinen "Lichtblick" für die Sendung sah auch ProSiebenSat.1-Vorstandschef Guillaume de Posch, der noch im Juli einen Erfolg der Sendung forderte und sich schon im Herbst einen zweistelligen Marktanteil erhoffte.

(Quelle: Spiegel Online) 06.10.2004

Opfer in "Psycho" 

Janet Leigh gestorben

Die US-Schauspielerin Janet Leigh starb in der Nacht zum Montag im Alter von 77 Jahren friedlich in ihrem Haus in Beverly Hills. Berühmt wurde sie durch die Szene als Opfer in der Dusche in Alfred Hitchcocks "Psycho". Sie spielte in über 50 Filmen mit allen großen Schauspielern der damaligen Zeit. In ihrer Ehe mit Tony Curtis gebar sie die beiden Töchter Kelly Curtis und Jamie Lee Curtis, die ebenfalls bekannte Schauspielerinnen wurden. Für die berühmte Duschszene musste Leigh übrigens 7 Tage unter der Dusche verbringen - seitdem hatte sie in der Tat Unbehagen beim Duschen.

(Quelle: Spiegel Online) 05.10.2004

Filmklau in USA

Bestrafung mit Gefängnis

In USA wird die Rechtsprechung gegenüber Filmpiraten drastisch verschärft. Abfilmen wird nun mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden, bei wiederholtem Verstoß sogar mit bis zu sechs Jahren. Der „Piracy Deterrence and Education Act“ verspricht sich dadurch einen Rückgang illegaler Kopien. Das neue Gesetz wirkt sich auch auf andere Tauschbörsen-Gegenstände wie Musik und Software aus.

(Quelle: Spiegel Online) 01.10.2004

 

September 2004

 

Disney versus Pixar

Wiedervereinigung fraglich

Vor drei Monaten schien die Möglichkeit einer Wiedervereinigung zwischen Disney und Pixar nicht ausgeschlossen. Jetzt kündigte Disney-President Bob Iger während der Royal Television Society Tagung in London an, dass künftig eine erneute Partnerschaft "unwahrscheinlich" sei. Die Zusammenarbeit mit Pixar sei "lang und produktiv" gewesen, jedoch sei diese nun zu einem natürlichen Ende gekommen. "Als Pixar angefangen hatte, brauchte es den Einfluss von Disney in Bereichen wie Marketing und Distribution sowie die finanzielle Unterstützung, doch jetzt ist man wohl der Meinung, es auf eigene Faust schaffen zu können, ohne finanzielle Unterstützung und Hilfe beim Marketing", erklärte Iger.

(Quelle: mediabiz) 30.09.2004

eDIT/VES geht zu Ende

Branchentreffen ein voller Erfolg

Gestern ging das siebte Visual-Effects
Branchenmeeting eDIT/VES zu Ende. Zu den Ehrengästen zählten Vilmos Zsigmond, Christiane Kubrick, Dante Ferretti und Tom Rolf. Angesichts der gestiegenen Besucherzahlen und der guten Resonanz konnten die Veranstalter eine positive Bilanz ziehen. Drei Tage lang diskutierten Referenten aus Europa und den USA über das bewegte Bild im digitalen Zeitalter. Im Rahmen der Eröffnungs-Gala verlieh Ministerpräsident Roland Koch die Festival Honors an die Ehrengäste Tom Rolf, Vilmos Zsigmond, Dante Ferretti und Christiane Kubrick (stellvertretend für ihren verstorbenen Mann Stanley). Mit 400 Voranmeldungen gehörte die kostenlose Ausbildungs- und Informationsbörse eDIT:eDucation zu den besonders gut besuchten Angeboten im Rahmen der eDIT/VES. Einer der Höhepunkte war das Gespräch zwischen Tom Rolf und dem eDIT/VES Kodirektor Tom Atkin. Tom Rolf gewährte Einblicke in seine die Arbeit als Cutter an großen Filmen wie
"Taxi Driver" oder "Der Pferdeflüsterer".

(Quelle: mediabiz) 29.09.2004

Audio Standards festgelegt

Neues Dolby-Format

Am Montag teilte der US-amerikanische Audio-Spezialist Dolby Laboratories mit, dass die Entscheidung des HD-DVD und des Blu-ray-Konsortiums über den neuen Audio-Format Standard gefallen ist. Als Standard der Next-Generation-Disc hat das Konsortium um die HD-DVD sowohl das neue Format Dolby Digital Plus als auch MLP Lossless gewählt. Vom 28. bis 31 Oktober findet in San Francisco die AES Convention statt, auf der die Firma Dolby das Format Dolby Digital Plus für High Definition präsentieren wird. Die Blu-ray-Gruppe entschied sich dagegen für Dolby Digital als obligatorisches Tonformat.

(Quelle: mediabiz) 28.09.2004

Der sechste 007

Dougray Scott wird zum neuen Bond?

Nachdem Eric Bana ("Hulk") die Rolle des britischen Agenten mit der Lizenz zum Töten abgelehnt hatte, steht nun der neueste James Bond-Darsteller fest. Sofern man der Gerüchteküche Glauben schenken kann, übernimmt Dougray Scott nun die von Pierce Brosnan freigewordene Rolle. Die "Sunday Mirror" berichtete letzte Woche, dass sich Produzentin Barbara Broccoli für Scott entschieden hat. Dass er noch ein relativ unbekannter Schauspieler ist, spricht für die Echtheit der Wahl. Auch der Ur-James Bond Sean Connery war vor 007 nur als Nebendarsteller oder in Werbungen anzutreffen. Scott, der im Vergleich zu seinem Vorgänger Pierce Brosnan nicht als Schönling, sondern eher in groben Zügen auftritt, bietet daher ein Kontrastprogramm. Somit soll auch die Serie wieder zurück zu seinen Ursprüngen finden und sich an den Connery-Filmen orientieren: so ist Scott auch ein gebürtiger Schotte. Nun ist nur noch fraglich ob das Publikum den geplanten 007-Neuling in seiner Rolle als Fraueneroberer, Gentleman und Weltenretter akzeptiert.

(Quelle: edp) 27.09.2004

Russ Meyer gestorben

Softcore-Pionier

Der amerikanische Filmemacher, Produzent und bekennender Liebhaber von nackter Haut Russ Meyer ist im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Der Regisseur von Softcore-Filmen, der sich meist auch um Drehbuch, Schnitt und Finanzierung kümmerte sagte selbst über sich: "Wenn ich mich nicht so sehr für Busen interessiert hätte, hätte aus mir vielleicht ein großer Filmemacher werden können." Seine zahlreichen Bewunderer sahen in dem Amerikaner einen originellen Filmemacher, der seine Filme um vieles ästhetischer, künstlerisch anspruchsvoller und unterhaltsamer inszenierte, als herkömmliche Pornos. Begonnen hatte er seine Laufbahn als Kriegsfotograf in Europa. Anschließend schlug er sich einige Jahre als Industriefilmer durch. Die Wende kam mit Nacktfotos seiner zweiten Ehefrau Eve, die einträglich an den Playboy verkauft wurden. Darauf drehte Meyer 1959 ohne Drehbuch und in nur vier Tagen seinen ersten Sexfilm, der 24.000 Dollar kostete und trotz Schwierigkeiten mit der Zensur das 400-fache der Herstellungskosten einbrachte. Seine berühmtesten Filme wie "Mudhoney", "Motorpsycho" und die "Vixen"-Reihe, galten in den 60ern als pornografisch und werden heute als Filmkunst und wichtiger Teil der Kinogeschichte gewürdigt. So wurde u.a. 1983 in der Pariser Cinémathèque eine Retrospektive von Meyer-Produktionen gezeigt. Auch in angesehenen Instituten wie dem Museum of Modern Art (MoMA) in New York wurden Meyers Sexfilme inzwischen vorgeführt.

(Quelle: Spiegel) 23.09.2004

Wer zahlt sündigt nicht

Gebührenpflichtige Computer?

Die Erhöhung der Rundfunkgebühren könnte sich auch auf Internetuser mit eigenem Computer auswirken. Ab 1. Januar 2007 sollen auch sie die volle Gebühr bezahlen, selbst wenn sie weder Fernseher noch Radio haben. Es soll nicht einmal ausschlaggebend sein, ob der Computer überhaupt einen Anschluss für Rundfunkempfang hat. Diese Regelung werde vor allem Betriebe treffen, von denen so gut wie keiner mehr ohne Internetanschluss sei. Ob pro Grundstück, pro Büroeinheit oder pro PC kassiert wird, sei aber noch unklar.

(Quelle: Spiegel) 22.09.2004

ARD Leitlinien

Nur heiße Luft?

Während sich die ARD in ihren neuen Leitlinien vergangene Woche noch wortreich zu ihrem Schwerpunkt Information und "investigativem Journalismus zur besten Sendezeit" bekannte, wurde schon diese Woche beschlossen die politischen Donnerstags-Magazine "Monitor" (WDR), "Panorama" (NDR) und "Kontraste" (RBB) ab Januar in den späten Abend von 20.15 Uhr auf 21.45 Uhr zu verbannen. Die Entscheidung gelte zunächst für 2005, so WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf, der sich bis zuletzt gegen die Verschiebung gewährt hatte. Erst Januar 2002 wurden die Magazine von 21 Uhr auf 20.15 Uhr vorverlegt. Für "Unterhaltungs-Events" wie Pilawas "Star-Quiz" und Filmmehrteiler wurden die Formate bereits öfters auf 21.45 Uhr verschoben, oder sie entfielen gleich ganz. Dies alles geschah wohl zum Wohl der Quote. Laut ARD-Medienforscher Camille Zubayr erreichte der Sender donnerstags abends 16,6% Marktanteil mit Unterhaltung, mit den Polit-Magazinen nur 11,9%. "Monitor"-Chefin Sonia Mikich ist enttäuscht: "Ein Festhalten an 20.15 Uhr wäre ein Signal gewesen, dass man den Mut hat, einen Abend in der Woche nicht mit Trallala anzufangen." Die Verschiebung bringt die Konkurrenz zum ZDF-"heute-journal" mit sich.

(Quelle: Spiegel) 20.09.2004

Gilde-Filmpreise

"Gegen die Wand" ausgezeichnet

Nachdem Fatih Akin für "Gegen die Wand" den Goldenen Bären auf der Berlinale erhielt, folgt jetzt der Gilde-Filmpreis in Gold als Bester deutscher Film. Im Rahmen der Filmmesse Leipzig wurde außerdem Sofia Coppolas "Lost in Translation " als Bester ausländischer Film ausgezeichnet. Die Filmpreise in Silber erhielten Hans-Christian Schmid für "Lichter" und Lars von Triers "Dogville". "Die Geschichte vom weinenden Kamel" von Luigi Falorni und Byambasuren Davaa erhielt den Preis als Bester Dokumentarfilm.

(Quelle: Mediabiz) 17.09.2004

Leitlinien für ARD und ZDF

Infos und Menschenwürde

In den neuen Leitlinien für die künftige Programmgestaltung wollen sich ARD und ZDF durch das Bekenntnis zu Information, Kultur und Schutz der Menschenwürde im Unterhaltungsbereich deutlich gegen die Privaten abgrenzen. Das "Erste" wolle unbedingt an Werten wie Respekt, Toleranz und Achtung der Menschenwürde festhalten, was auch für Talkshows gelte. Bei beiden Programmen soll die Informations- und Nachrichtenschiene mit hochwertigen Magazinen, Dokumentationen und Reportagen als stärkste Säule in den kommenden zwei Jahren im Mittelpunkt stehen. Kinder- und Jugendsendungen werden ihren festen Platz im Wochenend- und Feiertagsprogramm beibehalten. Angesichts der Verantwortung für diese Altersgruppen will das "Erste" werbe- und gewaltfreie Formate anbieten, die den Nachwuchs altersgerecht und unterhaltsam informieren sollen. Die ARD verspricht auch eine klare Trennung von Werbung und Programm. Bei der Beteiligung von Zuschauern per Telefon verzichtet der Sender grundsätzlich auf teuere 0190-Nummern. Als "völlig unakzeptabel" wies der ARD-Vorsitzende die mögliche Überwachung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks besonders beim Jugendschutz durch die Landesmedienanstalten zurück. Wer 'Big Brother' im Vorabendprogramm akzeptiere, disqualifiziere sich selbst als Jugendschutzverständiger, so ARD-Gremienvorsitzenden, Karl-Heinz Kutz. Trotz der vielen Gemeinsamkeiten herrscht scheinbar auch große Konkurrenz zwischen den beiden Sendern. Ausdrücklich lege sich die ARD nicht auf eine bestimmte Altersgruppe als Zielpublikum fest. Programmdirektor Günter Struve nannte es falsch, dass das ZDF in seiner Selbstverpflichtungserklärung die 14- bis 59-Jährigen als Zielgruppe nenne: "Das Diktat der Werbewirtschaft auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk übertragen zu wollen, hält die ARD für falsch", so Struve. Im Hinblick auf die Entscheidung beider Sender für die Nachrichtenschiene, meinte Struve zudem, dass man bei der ARD Information strenger definiere als das ZDF, das auch Sendungen wie "Aktenzeichen XY.." als Informationsangebot verstehe. Laut des ARD-Vorsitzenden Jobst Plog sollen die Richtlinien auch auf die dritten Programme sowie den Hörfunk übertragen werden. Die Beschlüsse seien mühevoll gefasst worden und sollen am 1. Oktober in Kraft treten.

(Quelle: Spiegel) 16.09.2004

Video on Demand

Für Bildungseinrichtungen

Im Herbst soll das Video-on-Demand-System von Visono anlaufen und über das Internet sämtliche Bildungsinrichtungen in Deutschland mit Filmen beliefern. Dies beschloß die Konferenz der Landesfilmdienste (KdL), eine Institution die vor 50 Jahren als bundesweiter Dachverband der regionalen Landesfilmdienste gegründet wurde. Die KdL vermittelt und fördert den Verleih von Medienprodukten für Kultur, Wissenschaft und Bildung. Heinz-Joachim Herrmann, Geschäftsführer der KdL meint: "Mit dem VoD-System von Visono haben wir eine flexible Standardlösung gefunden, mit der wir unser VoD-Portal binnen weniger Wochen im Bildungsbereich online bringen können". Dabei wird Visono dafür verantwortlich sein den Katalog der KdL zu importieren, die Filme zu digitalisieren und zu verschlüsseln und das Hosting der Plattform zu garantieren.

(Quelle: Mediabiz) 15.09.2004

Deutscher Fernsehpreis

Nominierungen

Insgesamt wurden bei dem diesjährigen Fernsehpreis 21 Kategorien bekannt gegeben. Um den Titel Bester Fernsehfilm/Mehrteiler konkurrieren "Stauffenberg", "Das Wunder von Lengede" und "Die Quittung". Für den Schauspielerpreis im Bereich Fernsehfilm sind Sebastian Koch ("Stauffenberg"), Tobias Moretti ("Die Rückkehr des Tanzlehrers") und Ulrich Tukur ("Tatort: Das Böse") bzw. Martina Gedeck ("Hunger auf Leben"), Nina Hoss ("Wolfsburg") und Jessica Schwarz ("Kalter Frühling") nominiert. Im Bereich Serie können Henning Baum ("Mit Herz und Handschellen"), Sebastian Bezzel ("Abschnitt 40: Straßen der Nacht") und Thomas Sarbacher ("Der Elefant - Mord verjährt nie") bzw. Katharina Abt ("Der Elefant - Mord verjährt nie"), Iris Böhm ("Die Sitte") und Nana Krüger ("Abschnitt 40: Schusswaffengebrauch") auf den Preis hoffen. Als Beste Serie sind "Abschnitt 40", "Edel & Starck" und "Der Elefant - Mord verjährt nie" nominiert. Die Verleihung findet am 9. Oktober im Kölner Coloneum statt.

(Quelle: Mediabiz) 13.09.2004

Goldener Löwe für Mike Leigh

"Vera Drake" gewinnt in Venedig

Leighs Spielfilm um eine Mutter aus der Arbeiterklasse im England der 50er Jahre, die illegale Abtreibungen vornimmt, um Frauen und Mädchen in sozialer Not zu helfen, wurde mit der höchsten Auszeichnung des Filmfestivals in Venedig ausgezeichnet. Der britische Regisseur  zeichnet in seinem Film ein vielschichtiges Bild über ein Thema, das auch heute noch sehr kontrovers diskutiert wird. 

Alejandro Amenabar's "Mar Adentro", ein Film über einen Seemann, der, nach einem Tauchunfall gelähmt, 30 Jahre lang um das Recht kämpfte, sterben zu dürfen, wurde mit dem großen Preis der Jury ausgezeichnet.

"3-iron", die poetische Geschichte um Liebe und Einsamkeit von Kim Ki-Duk, erhielt den Preis für die beste Regie. 

(Quelle: CNN) 12.09.2004

DB Nachwuchspreis

Muxmäuschenstill ausgezeichnet

Regisseur Marcus Mittermeier und Hauptdarsteller und Autor Jan Henrik Stahlberg werden für "Muxmäuschenstill" mit dem Nachwuchsförderpreis der Deutschen Bahn ausgezeichnet. Der Preis wird das erste Mal im Rahmen des 15. Hessischen Film- und Kinopreises am 6. Oktober verliehen. "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" erhält den von der Wochenzeitung "Die Zeit" und der Frankfurter Buchmesse erstmalig vergebenen Preis für die beste internationale Literaturverfilmung. Margarethe von Trotta bekommt den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch für besondere Leistungen in Film und Fernsehen. Die weiteren Gewinner des Hessischen Film- und Kinopreises und Fernsehpreises werden erst bei der Verleihung bekannt gegeben.

(Quelle: Mediabiz) 10.09.2004

Protest gegen Förderkürzungen

Hamburger Filmschaffende

Heute um 11.30 Uhr werden Schauspieler Peter Lohmeyer und Regisseur Hark Bohm im Namen von mehr als 900 Kollegen eine unterschriebene Protestliste an die Vizepräsidentin der Hamburger Bürgerschaft, Bettina Bliebenich vor dem Hamburger Rathaus übergeben. Die Filmschaffenden sprechen sich so im Rahmen der Protestaktion "Film für Hamburg" gegen Kürzungen in der regionalen Filmförderung aus. Gleichzeitig verlange man von Seiten der Politik ein "zukunftsweisendes Signal für eine professionelle Standortpolitik", um in der Region Hamburg weiterhin erfolgreiche Filmproduktionen und damit verbundene Arbeitsplätze zu garantieren. Die Initiatoren sind die Interessenvertretung von Medien- und Filmschaffenden (connexx.av) in der Dachgewerkschaft ver.di, der Bundesverband Kamera (bvk), der Bundesverband Filmschnitt (B.F.S.), der Bundesverband Produktion (BvP), der Bundesverband Bühne und Beleuchtung (BVB), der Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD), der Verband Deutscher Tonmeister (VDT) und der Verband Hamburger Requisiteure (VHR).

(Quelle: Mediabiz) 10.09.2004

Filmmesse MIFED

In Konkurrenz mit AFMA

Nachdem 25 führende amerikanische und englische Unternehmen ihr kommen in Cannes fest zugesagt hatten, fanden sie sich trotzdem nicht auf der diesjährigen MIFED in Mailand ein. Trotzdem soll die Filmmesse dadurch nicht ihr Ende finden. Die einzige Erklärung, die die Verantwortlichen finden, ist das fast gleichzeitige Stattfinden des amerikanischen Filmmarktes (AFMA). Man beabsichtige wohl die Messe in Mailand so zu boykottieren. Mehr als 350 Filmvorführungen sind für das fünftägige Festival geplant, das vom 12. bis zum 16. Oktober stattfindet. Der amerikanische Filmmarkt läuft vom 3. bis zum 10. November. Seit dieses Event in den Herbst verschoben wurde, ist ein regelrechter Kampf um die Zeit und Kunden ausgebrochen.

(Quelle: Hollywoodreporter) 09.09.2004

Folgen für Journalisten

Kritik an Regierung

Der Redakteur Raf Shakirov der bekanntesten Tageszeitung Russlands 'Izvestiya' wurde zwei Tage nachdem die Zeitung das Vorgehen der Regierung bei der Schultragödie in Beslan kritisiert hatte, entlassen. In einem Artikel wurde beanstandet, dass Verantwortliche die Anzahl der Geiseln auf nur 350 Personen festgelegt hatten, dass Eltern noch vor der Polizei die Schule betreten durften und dass von den Geschehnissen im TV nur ‚zensiert' berichtet wurde. Teilweise wurde live berichtet, doch sehr bald stellten alle auf aufgezeichnetes Material um. Die staatlichen Sender hätten gewartet bis ihnen vorgeschrieben wurde, was sie sagen und zeigen dürfen, so Irina Petrovskaya in dem Artikel. Weiter schrieb sie, dass man in der offiziellen Version noch mehr Lügen erwarte und dass es Folgen für diejenigen hätte, die über die Wahrheit berichten. Zwei von Russlands führenden, unabhängigen Journalisten durften erst gar nicht nach Beslan reisen. Andrei Babitsky von Radio Liberty wurde am Vnukovo Flughafen in Moskau festgehalten, weil die Polizei in seinem Gepäck Sprengstoff vermutete. Anschließend starteten zwei Fremde eine Schlägerei, worauf Babitsky zu fünf Tagen im Gefängnis verurteilt wurde. Anna Politkovskaya, eine Reporterin von Novaya Gazeta, die schon wegen früherer Berichterstattung Probleme bekommen hatte, wurde auf den Flug von Vnukovo nach Rostov krank nachdem eine Stewardess ihr Tee gegeben hatte. Laut einer Untersuchung sei sie vergiftet wurden.

(Quelle: Media Guardian) 07.09.2004

Donostia Lifetime Achievement Award

Ehrung in San Sebastian

Woody Allen, Annette Bening und Jeff Bridges werden auf dem 52. San Sebastian International Film Festival je einen Donostia Lifetime Achievement Award überreicht bekommen. Zusätzlich wird Allen mit seinem neuen Film "Melinda and Melinda" das Festival eröffnen und seine Filme werden in der Retrospektive gezeigt.

(Quelle: Hollywoodreporter) 06.09.2004

"Caroline-Urteil"

Kampf für/gegen Klatsch

Am 24. Juni 2004 hatte Prinzessin Caroline von Monaco beim Europäischen Gerichtshof in Straßburg eine Klage eingereicht, die untersagen sollte Fotos von ihrem Privatleben zu veröffentlichen. Die Klage war erfolgreich. Durch das "Caroline-Urteil" wird jedoch befürchtet, dass die Berichterstattung über Prominente demnächst einer Art Zensur zum Opfer fallen wird. Es müsse jetzt um Erlaubnis für Fotos von Prominenten in privaten Situationen gebeten werden. Von der Bundesregierung trotz des massiven Drucks deutscher Medien anerkannt, lehnen aber die CDU und vor allem der Deutsche Journalistenverband (DJV) den Beschluss ab. Das Urteil behindere die Arbeit der Presse mehr als notwendig, so der Unions-Medienpolitiker Ruprecht Polenz. Die Unionsfraktion plane daher die Bundesregierung in einem Entschließungsantrag aufzufordern, in Straßburg Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Jedoch sind sich auch in der CDU nicht alle einig. Man befürchtet, dass einige Kabinettsmitglieder aus eigenem Interesse gegen den Rechtsmittelverzicht gestimmt haben, jedoch verwies Unionschefin Merkel darauf, dass nach dem Straßburger Urteil durchaus über Fehltritte von Politikern im Privatleben berichtet werden dürfe. DJV-Vorsitzender Michael Konken wertete das Urteil als "harten Schlag" gegen die Pressefreiheit. Das Straßburger Urteil schränke die Pressefreiheit in einer nicht hinnehmbaren Weise ein, so Konken. ZDF-Intendant Markus Schächter sprach sich ebenfalls gegen die Entscheidung der Regierung aus. Es sei zu befürchten, dass Begründungen des Straßburger Richterspruchs von deutschen Gerichten verallgemeinert und auf jedwede Form der Berichterstattung angewendet würden. Unterdessen versucht das Bundesverfassungsgericht die Debatte zu entschärfen. Falls sich zeigen sollte, dass es dauerhafte Kollisionen zwischen dem Schutz der Pressefreiheit nach dem Grundgesetz und der Rechtsauffassung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte gebe, müsse dies gegebenenfalls in einem späteren Verfahren geschehen. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes habe in Deutschland zwar keine Rechtsverbindlichkeit, aber einen Richtwert. Der Europarat könne gegen Deutschland eine Geldstrafe verhängen, wenn sich deutsche Gerichte nicht an die Urteile des Straßburger Gerichtshofes hielten. Bei Widersprüchen müsse die deutsche Gesetzgebung angepasst werden.

(Quelle: Spiegel) 03.09.2004

Dreh-Unterbrechung

Charlize Theron verletzt

Immer wieder werden durch Probleme am Set die Dreharbeiten verlängert, aufgeschoben oder unterbrochen. Das passierte jetzt dem von Paramount Pictures und MTV produzierten Film "Aeon Flux". Hauptdarstellerin Charlize Theron verletzte sich bei Dreharbeiten in Berlin während eines Stunts. "Aeon Flux" wird mit einem Budget von $55 Million gedreht und hält hohe Herausforderungen für Charlize Theron bereit. Sie spielt eine Killerin, die Teil einer Rebellion ist und einen Regierungsführer ermorden soll. Der Film basiert auf einer futuristischen, animierten MTV Serie, konzipiert von Peter Chung. Die Verletzung könnte einen Domino Effekt auf die nächsten Projekte mit der Schauspielerin haben. So sind u.a. die Dreharbeiten zu Warner Bros. Pictures "Class Action" davon betroffen.

(Quelle: Hollywoodreporter) 01.09.2004

"Hire or Fire" eingestellt

Publikum sei Dank

Am Montag lief auf ProSieben die erste Sendung der neuen TV-Show "Hire or Fire". Die Zuschauerquote von sechs Prozent in der werberelevanten Gruppe von 14 bis 49 Jahren bedeutete aber das sofortige Aus für die Show. Am Dienstag ließ der Sender verkünden, dass "Hire or Fire" aus dem Programm genommen wird. Der Produzent John de Mol konnte dieses Mal mit seiner Show die Zuschauer nicht überzeugen und muss der Wahrheit ins Auge sehen, dass das Interesse an diesem Thema doch sehr gering ist. Der Milliardär wollte persönlich aus 10 Bewerbern einen Kreativdirektor für eine TV-Produktionsgesellschaft aussuchen. Die in zwei Gruppen aufgeteilten Kandidaten hatten die Aufgabe eine Schlagzeile zu liefern. Das erste Team hat durch eine fragwürdige Autoputzaktion Geld für Terroropfer von Beslan gesammelt. Ihre Konkurrenten schafften es, Schlagersänger Jürgen Drews dazu zu bewegen, Geld an Arbeitslose zu verteilen. Die ähnliche Show von Donald Trump lief sehr erfolgreich in America. In Deutschland aber haben erst 950.000 Zuschauer die Sendung verfolgt. "Wer wird Millionär?" mit Günter Jauch, die in der selben Zeit lief schnitt dagegen mit 8,45 Millionen besser ab.

(Quelle: mediabiz ) 29.09.2004

James Garner ausgezeichnet

Preis fürs Lebenswerk

Der 76jährige James Garner wird für sein Lebenswerk von der Screen Actors Guild ausgezeichnet und erhält damit die höchste Auszeichnung der SAG. James Garner stammt gebürtig aus Oklahoma und begann seine Kariere in den 50er Jahren, nachdem er im Koreakrieg gedient hatte, als Bret Maverick in der gleichnamigen Serie Maverick. Er verlies die Serie 1960 nach Streitigkeiten mit den Produzenten. Danach spielte er in mehreren Filmen ("Thrill of It All," "Move Over, Darling," "The Great Escape" und "Support Your Local Sheriff!"), in der von ihm bekannten Maverick-Manier. Einen weiteren großen Erfolg feierte er als Jim Rockford von 1974 - 1980 mit der Serie "The Rockford Files". Die Rolle brachte ihm 1977 einen Emmy Award ein.

(Quelle: CNN ) 27.09.2004

Medienpreise verliehen

ZDF weist Preis zurück

Den Medienpreis des Forschungsinstituts "Medien Tenor" wies das ZDF für die Sendung "Berlin direkt" als Auszeichnung für das vielfältigste deutsche TV-Magazin jetzt zurück. Als Begründung gab das ZDF an, dass es in der jüngeren Vergangenheit oft genug Anlass gegeben hätte, an den Basisdaten und deren unvoreingenommener Interpretation durch "Medien Tenor" zu zweifeln. Den "Reform Media Award" erhielten die "ARD-Tagesthemen", das "ZDF-heute-Journal", die Wochenzeitung "Die Zeit" und die Tageszeitung "Die Welt". Die "Süddeutsche Zeitung" wurde als deutsche Tageszeitung mit dem vielfältigsten Politik- und Wirtschaftsteil ausgezeichnet. Weiterhin wurde die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) zum "Agenda Setter of the Year" gekürt. Den Preis als beste Fernsehnachrichten weltweit erhielt das tschechische "Ceska TV". Der Preis für Online-Medien ging an die Website der Washington Post. "The Wall Street Journal Europe" gewann den Preis der "Global Business Media". Für die beste Kommunikation wurden die Analysten der Unternehmen HypoVereinsbank, General Motors, Siemens, der Fußballclub Werder Bremen und das Bundesland Baden-Württemberg ausgezeichnet. Der Special Award ging an Amnesty International. Zusätzlich wird die Arbeit der Menschenrechtsorganisation ein Jahr lang unterstützt.

(Quelle: Spiegel) 24.09.2004

"Nippelgate"-Affäre

Höchststrafe für Viacom

Am ersten Februar 2004 sorgten Justin Timberlake und Janet Jackson für Aufruhr. Timberlake entblößte während der Halbzeitshow des Endspiels der Nordamerikanischen Football League die rechte Brust seiner Gesangspartnerin. Die amerikanische Medienaufsicht FCC hat nun den Sender Viacom zur Höchststrafe von 550.000 Dollar verurteilt. Es handelt sich ihrer Meinung nach um "unanständiges Material, das geschlechtliche Handlungen oder Organe in einer Art darstellt, wie sie nach den derzeitigen Standards für das Fernsehen bestraft werden muss". Obwohl seitens des Senders keiner über die folgenreiche Aktion Bescheid wusste, erfolgte die harte Bestrafung. Die Show wurde schließlich von MTV, ein Tochterunternehmen von Viacom, produziert. Somit hätten die Verantwortlichen von Viacom wenigstens Bescheid wissen können. Die FCC erhielt übrigens über eine halbe Million Beschwerden bezüglich dieses Skandals.

(Quelle:Mediabiz ) 23.09.2004

Europäischer Filmpreis

Drei deutsche Filme in Auswahl

Rund 400 Filme schlugen diverse Verbände, Institutionen, Festivals, Fachzeitschriften, Akademiemitglieder und Produzenten aus ganz Europa für den Europäischen Filmpreis 2004, verliehen in Barcelona am 11. Dezember, vor. 42 Filme schafften es in die Auswahlliste, die der Vorstand der EUROPEAN FILM ACADEMY empfahl. Anhand dieser Liste sollen nun die 1.600 Mitglieder der European Film Academy die Wahl für die Nominierungen in 17 verschiedenen Kategorien treffen, u.a.: Film, Regisseur, Schauspieler, Schauspielerin, Drehbuch, Kamera und - zum ersten Mal - Filmmusik. Drei deutsche Filme schafften es mit aufgenommen zu werden: "Gegen die Wand" von Faith Akin, Achim von Borries' "Was nützt die Liebe in Gedanken?" und "Agnes und seine Brüder" von Oskar Roehler.

(Quelle: filmzeitung ) 23.09.2004

DVB: Digitalisierung hinkt

2010 keine Volldigitalisierung

Die Digitalisierung des TV-Broadcast kommt in Deutschland langsamer voran, als angenommen. Laut der aktuellsten Goldmedia-Studie wird das analoge TV bis 2010 nicht abgelöst werden können. Es wird lediglich eine Digitalisierung von 45% der Haushalte erwartet. Als Hauptbremse erweist sich der digitale Kabelanschluss. Die Programmvielfalt ist bereits ausreichend groß, die Kabelkunden sehen keinen Grund, sich digitale Receiver anzuschaffen. Anders ist die Situation bei terrestrischem Empfang und Satellitenempfang. Hier liegt die Zuwachsrate sogar höher als angenommen.

(Quelle: Mediabiz) 22.09.2004

Rundfunkgebühren

Streit um Erhöhung

Zum 1. April 2005 sollen die Rundfunkgebühren erneut steigen - um 86 Cent monatlich. Erstmals folgen die Länder damit nicht der unabhängigen Gebührenkommission, die die Erhöhung schon für Jahresbeginn forderte. Außerdem sollen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu Einsparungen im mehrstelligen Millionenbereich angehalten werden, um die Differenz zwischen dem Gebührenvorschlag der Länder und der Kommission auszugleichen. ARD und ZDF zeigen sich derweil unzufrieden über die geringer als geplant ausfallenden Beitragssteigerung und Sparmaßnahmen und behalten sich eine Verfassungsklage vor. Zum Sparplan gehören auch Stellungsstreichungen - 255 bei der ARD und 300 beim ZDF. Die Ausgaben der Sender für Marketing und Online-Angebote müssen gedrosselt und auf einen bestimmten Höchstbetrag eingefroren werden. Als weitere Sparmaßnahmen schlugen die Ministerpräsidenten vor, die bundesweite Empfangsgarantie für ARD und ZDF via Antenne abzuschaffen. Satellit und Kabel seien günstige Alternativen. Der Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, der rheinland-pfälzische Regierungschef Kurt Beck (SPD), warnte vor einer Verfassungsklage, da ein Rechtsstreit zwei bis drei Jahre dauern würde, in der die Tarifanhebung nicht wirksam werden könne, wodurch ARD und ZDF Millionen verlieren würden. Die endgültige Entscheidung über das künftige Gebührenausmaß wird auf der Konferenz aller Ministerpräsidenten vom 6. bis 8. Oktober fallen.

(Quelle: Spiegel) 21.09.2004

Neuer Lelouch-Film kritisiert

Ein Tag freier Eintritt

Nach heftigen Verrissen seines neuen Films "Les Parisiens" in der französischen Presse will Claude Lelouch dem Publikum Gelegenheit geben, sich selbst ein Bild von dem Film zu machen. Am Freitag ist eine kostenlose Vorführung in allen 400 Kinos, die den Film im Programm haben, angesetzt. Die Freikarten wolle der Regisseur aus eigener Tasche bezahlen. Der erste Teil seiner Trilogie "Le genre humaine" ist in der Presse nur sehr schlecht weggekommen. "Libération" schrieb, der Film sei ein "pathetischer Reinfall". "Le Monde" nannte ihn "ungenießbar". Der Film feierte auf dem Festival du Cinéma Américain in Deauville, wo Lelouch Jurypräsident war, Premiere.

(Quelle: Mediabiz) 21.09.2004

cinec 2004

Internationale Fachmesse

Vom 18. bis 20. September öffnet die cinec in München ihre Tore. Während man im Allgemeinen größere Reisen unternehmen muss, um den aktuellen Stand der technischen Entwicklung im Medienbereich in Augenschein zu nehmen, etwa zur IBC (Amsterdam) oder der NAB (Las Vegas), bietet die cinec alle zwei Jahre die Chance, sich auch hierzulande auf den neuesten Stand zu bringen. Dass dies in München geschieht, liegt nahe, da zahlreiche Hersteller speziell aus dem Film-Bereich hier angesiedelt sind. Unter den Produkten der vertretenen Aussteller wird der Cinec Award vergeben für hervorragende Leistungen auf den Gebieten der Filmtechnik, Veranstaltungstechnik und Postproduktion. Infos gibt es unter: www.cinec.de

(Quelle: Movie-College) 18.09.2004

Nachwuchs ausgezeichnet

Von Studio Hamburg

In der Kategorie Bester Film wurden Jan-Martin Scharfs "Wahrheit oder Liebe" (Kunsthochschule für Medien Köln) und Caroline Daubes "Meine Eltern" (Filmakademie Baden-Württemberg) mit dem Studio Hamburg-Nachwuchspreis ausgezeichnet. Auch der Preis in der Kategorie Beste Regie wurde gleich zweimal an die dffb-Absolventen Manuel Flurin Hendry ("Strähl") und Nicolai Albrecht ("Mitfahrer") verliehen. Felix Randau (ebenfalls dffb-Absolvent) wurde für "Northern Star" als Bester Drehbuchautor geehrt. Als beste Nachwuchsschauspieler wurden Nadja Bobyleva ("Tatort: Janus", "Raus ins Leben", "Der Freund meiner Mutter") und Vinzenz Kiefer ("Im Namen des Herrn" und "Tatort: Im Visier") mit dem Günter-Strack-Fernsehpreis 2004 ausgezeichnet. Den Talents Award 2004 erhielt Michaela Kezele von der HFF München für "Ich liebe Dich".

(Quelle: Mediabiz) 17.09.2004

"Der Untergang" in Toronto

Publikum ergriffen

Bei der ersten kommerziellen Vorführung des Films "Der Untergang" zeigte sich das Publikum in Toronto ergriffen und begeistert. Unter der Regie von Oliver Hirschbiegel entstand ein zweieinhalbstündiges Werk über die letzten Tage Hitlers in Berlin. Der Film, der in Amerika bereits spannend erwartet wurde, löste Standing Ovations beim Publikum aus. Vorort waren Oliver Hirschbiegel, Produzent Bernd Eichinger und die beiden Hauptdarsteller Bruno Ganz (als Hitler) und Alexandra Maria Lara (als Traudl Junge, Hitlers persönliche Sekretärin), die die Begeisterung erleichtert entgegen nahmen.

(Quelle: Mediabiz) 16.09.2004

Kinoprogrammpreis Mitteldeutschland

Schaubühne ausgezeichnet

Den Kinoprogrammpreis Mitteldeutschland für das beste Jahresfilmprogramm 2003 und die damit verbundene Prämie von 10.000 Euro hat jetzt die Schaubühne im Lindenfels (Leipzig) erhalten. Der Preis wurde zum zweiten Mal im Rahmen der Filmmesse von der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) und dem Mitteldeutschen Film- und Fernsehproduzentenverband verliehen. Weitere Auszeichnungen (jeweils 5.000 Euro) gingen and die Leipziger Kinos Cineding und Passage Kino, das Programmkino Ost und die Schauburg in Dresden, sowie an das Lux-Kino am Zoo in Halle. Den Sonderpreis für eine alternative Abspielstätte verbunden mit 5.000 Euro erhält das Schulkino Dresden.

(Quelle: Mediabiz) 14.09.2004

MGM aufgekauft

Sony neuer Besitzer

Das legendere Hollywood-Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) wurde von einem Konsortium unter Führung von Sony für rund fünf Milliarden Dollar gekauft. Der eigentliche Preis beträgt fast 3 Milliarden, doch weil MGM Schulden in Höhe von 1,9 Milliarden Dollar hatte, wurden diese durch den Kauf beglichen. Time Warner wollte ebenfalls MGM für 4,6 Milliarden aufkaufen. Damit gehen die Aktien an den japanischen Unterhaltungselektronik-Riese, der den Kauf am Montag bestätigte. Außer der Sony-Tochter Sony Corporation of America gehören zu der Käufergruppe die großen US-Investmentfirmen Providence Equity Partners Inc., Texas Pacific Group und DLJ Merchant Banking Partners. Seit Jahrzehnten wurde das Studio von dem amerikanischen Multimilliardär Kirk Kerkorian kontrolliert. MGM verfügt über eine Filmbibliothek mit über 4000 Filmen, darunter die legendären James-Bond- und Rocky-Streifen.

(Quelle: Handelsblatt) 14.09.2004

Schauspielerin Fritha Goodey

Tragischer Selbstmord

Die Filmpartnerin von Hugh Grant aus dem Film "About a boy", Fritha Goodey, hat sich in Ihrer Wohnung im Londoner Stadtteil Notting Hill, selbst erstochen. Ihre Freunde vermuten, dass Angst vor beruflichem Misserfolg die 32 jährige zu der Verzweiflungstat bewegt hat.

(Quelle: Focus) 10.09.2004

Meinungsumfrage

Kein Vertrauen in russisches TV

85% der Befragten in einer Meinungsumfrage vertrauen russischen Nachrichten nach der Geiselnahme in Beslan nicht mehr. Die Befragung wurde in ganz Russland von einem unabhängigen Analytikzentrum in St. Petersburg durchgeführt. Es ist eine ernüchternde Statistik, die an Zeiten im Kommunismus erinnert, wo Falschinformation gebräuchlich war. Besonders Fernsehsender geraten seit Beslan unter Beschuss, da sie laut Regierungsinformationen verbreiteten, dass nur 350 Personen - weniger als ein Drittel der tatsächlichen Zahl - als Geiseln genommen wurden und später zögerten die Tragödie am Freitag zu zeigen. Auch blieben sie bei den vom Kreml genehmigten Details über den Sturm auf die Schule und kehrten danach schnell wieder zum normalen Programmablauf zurück. Jeder der Sender werde auf die eine oder andere Art und Weise von der Regierung kontrolliert.

(Quelle: Media Guardian) 09.09.2004

Kinosommer in den USA

Rekordeinspielergebnis

Sommer 2004 wurden in den US-Kinos rund 737,8 Mio. Karten verkauft, was zu einer Rekordsumme von knapp vier Mrd. Dollar führte. Damit sei der bisherige Einnahmerekord aus dem Vorjahr um drei Prozent überboten worden. Ausschlaggebend sei aber nicht ein Besucherzuwachs, sondern eine Preiserhöhung der Kinotickets. Bei den Besuchern sei vielmehr ein Rückgang um 0,8% zu verzeichnen. Erfolgreichster Film wurde "Shrek 2" mit einem Einspiel von 436,7 Mio. Dollar, gefolgt von "Spider-Man 2 " (370 Mio. Dollar) und "Harry Potter und der Gefangene von Askaban " (247 Mio. Dollar). Außerdem erreichten "The Day After Tomorrow ", "Troja ", "I, Robot " und "The Village - Das Dorf " die 100 Mio.-Dollar-Grenze. "Fahrenheit 9/11 " wurde mit einem Einspiel von fast 120 Mio. Dollar erfolgreichster Dokumentarfilm aller Zeiten.

(Quelle: Mediabiz) 08.09.2004

Media 2007

DVD-Projektförderung

Im Rahmen des europäischen Förderprogramms "Media 2007" will Kulturkommissarin Viviane Reding jetzt DVD-Projekte besonders unterstützt wissen. "Audiovisuelle Arbeiten sind der wichtigste Faktor für die Vermittlung kultureller, sozialer und demokratischer Werte. Wir brauchen sie," so die Kulturkommissarin. Die meisten Anstrengungen sollen im Bereich der DVD-Entwicklung unternommen werden. Obwohl starker Widerstand von Seiten der 25 EU-Finanzminister erwartet wird, so verdoppelte sich bereits im Sommer das Budget der EU für die Film- und audiovisuelle Industrie auf eine Milliarde Euro.

(Quelle: Mediabiz) 08.09.2004

Chaos in Venedig

Organisatoren kriegen Fett weg

Der Organisator des Internationalen Filmfestivals in Venedig hat die Schuld auf sich genommen, dass das Festival dieses Jahr u.a. durch unzählige Verspätungen und logistische Probleme glänzte. Der Tiefpunkt wurde am Samstag erreicht, den Marco Müller, einer der Organisatoren, als "Tag des jüngsten Gerichts" beschrieb. Die Galavorführung von Michael Radford's Films "The Merchant of Venice" fing eine Stunde später an und die Stars wie Al Pacino und Jeremy Irons wurden gezwungen eine halbe Stunde vor dem Kino zu verbringen. Das war auch der Grund, warum die Premiere von "Finding Neverland" mit Johnny Depp von Mitternacht auf 2:15 nachts verschoben wurde. Harvey Weinstein, einer der Chefs von Miramax, warnte Marco Müller öffentlich, wenn auch mit leichtem Humor, dass es ein schwerer Auftakt für ihn sei.

(Quelle: Hollywoodreporter) 07.09.2004

Neues TV-Format

Reiner Calmund moderiert "Big Boss"

Im Herbst dieses Jahres will RTL ein neues Format unter dem Namen "Big Boss" senden. 12 Jungunternehmer müssen Aufgaben aus dem alltäglichen Wirtschaftsleben in Konkurrenz zueinander meistern. In jeder der 11 Sendungen wird einer der Kandidaten "gefeuert". Der Gewinner erhält 250.000 Euro Startguthaben zur Gründung einer Existenz oder einen lukrativen Job in der Wirtschaft. Die Sendung ist an die amerikanische Show "The Apprentice" mit Donald Trump angelehnt und dort zum erfolgreichsten Format des Jahres geworden. Bei RTL soll der Ex-Manager von Bayer Leverkusen, Reiner Calmund, die Moderation übernehmen.

(Quelle: Mediabiz) 06.09.2004

David Myers gestorben

Woodstock-Kameramann

Kameramann David Myers verstarb am 26. August 2004 im Alter von 90 Jahren. Berühmt wurde er für seine Kameraführung bei legendären Konzertdokumentationen wie "Woodstock" und "Elvis on Tour". Zu seinen weiteren Arbeiten zählen George Lucas futuristisches "THX 1138" (1971), Alan Rudolphs Drama "Welcome to L.A." (1977), Luis Valdezs "Zoot Suit", Neil Youngs "Human Highway" und "Journey Through the Past" und "Renaldo and Clara" von Bob Dylan.

(Quelle: Hollywoodreporter) 03.09.2004

Erwarteter Verkauf

Endemol im Einkaufskörbchen

Mehrere private Investorengruppen wie 3i, Apax, Candover und Cinven zeigen Interesse die Produktionsfirma Endemol von dem spanischen Unternehmen Telefonica abzukaufen. Endemol hat erfolgreiche Produktionen in 21 Länder - u.a. 'Big Brother' und 'Fame Academy' - laufen. Telefonica kaufte das Unternehmen 2000 für £3.5 Milliarden. Alle potentiellen Käufer warten jetzt, dass Telefonica den Startschuss für die Auktion gibt, was innerhalb eines Jahres geschehen soll.

(Quelle: Media Guardian) 03.09.2004

BBC

Teilumzug nach Manchester

Die BBC plant, einige ihrer Abteilungen nach Manchester zu verlegen. Davon sind hauptsächlich BBCs Kinderfernsehen, der Sportkanal und BBC3 betroffen. Erste Pläne des Umzugs werden ab Ende Oktober bekannt gegeben. Bisher sind noch keine Vereinbarungen am Standort Manchester getroffen worden, jedoch ist die BBC sehr interessiert an der Gründung des neuen Standorts. Der Umzug wird erst nach präziser Planung in frühestens fünf bis sechs Jahren stattfinden.

(Quelle: Media Guardian) 02.09.2004

Digitales Kino

Vormarsch und Konkurrenz

Die sieben größten Studios haben sich geeinigt das Mandat von Digital Cinema Initiatives zu erweitern. Die Vereinbarung wurde 2002 getroffen, um die Entwicklung und Verbreitung von digitalen Kinotechniken zu ermöglichen. Die Erweiterung wird die Studios insgesamt rund $1.2 Million kosten - nicht viel im Vergleich mit je $1 Million vor zwei Jahren. DCI wird seine Arbeit an der Technik ausweiten. Der Plan Kinos in den ganzen USA digital auszurüsten, der schon sehr weit ausgereift war, wird jedoch eingestellt. Angeblich drohe ansonsten eine Klage wegen Verletzungen von Kartellvereinbarungen. Genaue Details des neuen Vertrages sind noch nicht bekannt. Vor allem, wie die Studios sich individuell einbringen wollen und inwieweit sie finanziell zusammenarbeiten werden, bleibt noch offen. Währenddessen arbeitet auch Texas Instruments in Konkurrenz zu DCI an der Verbreitung von digitalem Kino unter der Leitung von dem ehemaligen Buena Vista Verleihchef Phil Barlow. Während noch mit 2K Projektoren gearbeitet wird, wollen die meisten Studios auf 4K Projektoren warten. Sony verspricht entgegen aller Zweifel, dass diese schon nächstes Jahr zur Verfügung stehen sollen.

(Quelle: Hollywood Reporpter) 02.09.2004

 

August 2004

 

Biennale 2004

Eröffnung in Venedig

Pünktlich am Abend des ersten Septembers werden die Filmfestspiele in Venedig im Palazzo del Cinema eröffnet. Die Aufführung von Steven Spielbergs "Terminal" mit Tom Hanks als Zwangsbewohner eines Flughafens macht den Auftakt des mit Spannung erwarteten Programms des neuen Festival-Chefs Marco Müller. In der Jury des Wettbewerbs sitzt neben John Boorman (Präsident) auch Wolfgang Becker (Goodbye Lenin).

(Quelle: Movie-College) 27.08.2004

Multiplexe im Gegenwind

Zu wenig Blockbuster

Deutschlandweit brachte das Kinojahr 2003 für die 92 Kinos für Cinestar und Ufa viele Verluste. Im Frühjahr 2004 liefen auch keine besonderen Filmhits in den Kinos. Dazu trugen auch die ständig wachsenden Zahlen des DVD-Verkaufs und Verleihs, die eine gefährliche Konkurrenz für die Kinos darstellen, ihren Teil bei. Außerdem haben die Multiplexkinos, die sich in den 90er Jahren rasch verbreitet hatten, strukturelle Probleme. Die größten Sorgen bereiten dem australischen Unterhaltungskonzern Kieft & Kieft die 28 Kinos der Ufa- Kette. Im vergangenen Jahr übernahm die Kette ein Lübecker Unternehmen, um es vor der Insolvenz zu retten. Doch die Ufa-Kinos sind nicht die einzigen, die mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen haben. Die ganze Branche ist stark davon betroffen. Die Mieten bei vielen Kinos von Kieft & Kieft und auch des Konkurrenten Cinemaxx sind sehr hoch, deswegen versuchen die Betreiber Mietreduzierungen zu erreichen, um sich vor möglicher Insolvenz zu schützen. Mehrere Kinohäuser, wie zum Beispiel Ufa-Palast in Dresden sind aufgrund des Zahlungsverzugs schon geschlossen worden. Diesen Sommer sorgten die Blockbuster "(T)Raumschiff Surprise" und "Shrek 2" für einen Aufschwung an den Kinokassen. Sechs Millionen Karten wurden mehr verkauft. Doch durch den wachsenden DVD- Boom sind die Prognosen für die Kinobranche nicht so rosig und die guten Zeiten der Multiplexkinos vorbei.

(Quelle: Financial Times) 31.08.2004

Fernsehen ohne Ende

Makaberer Fund

Ein Gerichtvollzieher hat, während seines Besuches, aufgrund der unbezahlten Miete das Skelett eines 57-jährigen Mannes gefunden. Nach Angaben der Polizei aus der westfranzösischen Stadt Poitiers von Freitagabend ist er vermutlich im November 2002 eines natürlichen Todes gestorben. Seine Überreste lagen seitdem auf seinem Bett vor dem Fernseher. Niemand hat den arbeitslosen und allein stehenden Mann vermisst.

(Quelle: Focus) 30.08.2004

"Blade Runner"

bester Sci-Fi Film

In einer Umfrage britischen Zeitschrift The Guardian kürten Topwissenschaftler "Blade Runner" zum weltbesten Sci-Fi Film. Insgesamt wurden 60 Personen, u.a. Evolutionsbiologen und Psychologen befragt. In dem 1982 gedrehten Film jagt ein ehemaliger Polizist, gespielt von Harrison Ford, flüchtige Androiden in einem düsteren, futuristischen Los Angeles. Er sei seiner Zeit voraus gewesen, und die Fragen, die der Film aufwirft - wer oder was ist menschlich, wer sind wir, wo kommen wir her - seien die ältesten Fragen der Menschheit, so Stephen Minger, ein Stammzellenforscher, King's College, London. Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey" landete knapp dahinter auf Platz zwei, gefolgt von George Lucas "Star Wars" and "Star Wars Episode V -- The Empire Strikes Back." Weiterhin stehen "Alien," "Solaris" (1972), "The Terminator," "Terminator 2: Judgment Day," "The Day the Earth Stood Still," "War of the Worlds," "The Matrix" und "Close Encounters of the Third Kind" auf der Rangliste.

(Quelle: CNN) 27.08.2004

First Steps Award

Filmnachwuchs ausgezeichnet

Am Dienstag wurde der Nachwuchspreis ‚First Steps Award' zum fünften Mal an hoffnungsvolle Filmtalente verliehen. Von insgesamt 211 eingereichten Beiträgen, darunter 45 Dokumentarfilme, 132 Spielfilme und 34 Werbespots, kamen am Ende fünf Dokumentationen, 15 Spielfilme und drei Werbeclips in die engere Auswahl. Von den Abschlussfilmen deutscher Hochschulen gewann den mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis als bester abendfüllender Spielfilm schließlich "Katze im Sack" von Florian Schwarz, ein Absolvent der Filmhochschule Ludwigsburg. Der Film präsentiert ein Ensemble melancholischer Existenzen, deren Wege sich in einer Karaoke-Bar in Leipzig kreuzen. Als bester Spielfilm unter 60 Minuten wurde "Allerseelen" von Markus Mörth prämiert. Das romantische Drama fänt die Begegnung zweier unterschiedlicher Charaktere ein. Den Preis als bester Dokumentarfilm erhielt Teresa Renn für "Janine F.". Renns Abschlussarbeit für die Filmakademie Baden-Württemberg beschreibt das Leben einer jungen Frau , die sich Dezember 2002 im Berliner Kunsthaus Tacheles zu Tode stürzte. Als bester Werbefilmbeitrag wurden Frieda Wittichs McDonald's-Spots "Keine Gegenfrage 1 bis 4" ausgezeichnet. Der Jury gehörten u.a. Barbara Rudnik und Margarethe von Trotta an. Die Initiatoren sind Stefan Aust (SPIEGEL TV), Bernd Eichinger (Constantin Film) und Nico Hofmann (teamWorx/UFA). 2001 gewann Hans Weingartner, mit seinem Debütfilm "Das weiße Rauschen" den First Steps Awards. Sein zweiter Film "Die fetten Jahre sind vorbei" schaffte es sogar in den Hauptwettbewerb von Cannes.

(Quelle: Spiegel) 26.08.2004

Promis gegen Bush

Anti-Bush-Spots

Immer mehr Schauspieler setzen sich im Wahlkampf gegen US-Präsident Bush und für Kandidat Kerry ein. Der neuste Streich sind zehn Wahlkampf-Spots, in denen der Präsident mal wieder nicht gut wegkommt. Mit dabei sind u.a. Matt Damon, Martin Sheen und Scarlett Johansson. Sie unterstützen eine politische Gruppe namens MoveOn.org. Heute sollen die Anti-Bush-Anzeigen vorgestellt werden, bei denen neben anderen auch Doug Liman, Rob Reiner und John Sayles Regie geführt haben. Die Platform für die 30-sekündigen Spots wird zunächst nur das Internet sein. Jedoch erwäge man auch eine TV-Ausstrahlung, falls die Filme gut bei Internet-Usern ankommen, so eine MoveOn-Sprecherin. Auf der Website sind noch weitere Künstler, wie Bruce Springsteen, die Dave Matthews Band, Pearl Jam, R.E.M., die Dixie Chicks, John Mellencamp, Jackson Browne, Bonnie Raitt, James Taylor, Babyface, Death Cab for Cutie, Ben Harper, Jurassic 5, My Morning Jacket, Keb' Mo' und Bright Eyes vertreten.

(Quelle: Spiegel) 24.08.2004

Ja nicht küssen

Filmzensur in Indonesien

Der Film "Buruan Cium Gue" (Küss mich schnell) wurde aus moralischen Gründen von der indonesischen Leinwand verbannt. Nach zwei Wochen lies die Zensurbehörde den Film aus den Kinos nehmen und reagierte so auf Proteste seitens verschiedener islamischer Gruppen. Der Titel könne zu Ehebruch führen, so der islamische Gelehrte Abudullah Cymnastiar. Nur eine Szene des Films zeigt einen flüchtigen Kuss zwischen einem jungen Paar. Der Drehbuchautor Ve Handojo kann die ganze Diskussion nicht verstehen: "Die meisten Leute, die jetzt protestieren, haben den Film gar nicht gesehen." Amerikanische Produktionen scheinen von der Zensur hingegen unangetastet. Dabei ist das indonesische Fernsehen voll von den Importen aus den Vereinigten Staaten, die nicht nur Kuss-Szenen enthalten.

(Quelle: shortnews) 20.08.2004

Elmer Bernstein

Filmkomponist gestorben

Elmer Bernstein, starb 82jährig in seiner Heimatstadt Ojai, Kalifornien im Schlaf. Berühmt wurde er mit dem Westernthema zu "Die glorreichen Sieben". Auch war der Protegé Aaron Copelands und Schüler von Roger Sessions und Stefan Wolpe einer der ersten Komponisten, der den Jazz als Filmmusik entdeckte. 1955 schrieb er die Musik für Otto Premingers "The Man With the Golden Arm", die ihm die erste von insgesamt 14 Oscar-Nominierungen einbrachte. "Die zehn Gebote", "Hawaii", "Wer die Nachtigall stört", "Gesprengte Ketten", "Schlappschuss" und der Score für weitere Western, wie "Der Marshall" und "The Shootist" folgten. 1968 erhielt er dann einen Oscar für seine Komposition zu "Modern Millie". In den 90er Jahren arbeitete Bernstein dreimal mit Martin Scorsese zusammen ("Kap der Angst", "Zeit der Unschuld", "Bringing Out the Dead - Nächte der Erinnerung"). Seine letzte Arbeit war Todd Haynes "Dem Himmel so fern ".

(Quelle: Mediabiz) 19.08.2004

Küblböck-Film floppt

Keiner will "Kunstfilm" sehen

Den Küblböck-Streifen "Daniel, der Zauberer", der seit Donnerstag in den deutschen Kinos läuft, scheint keiner sehen zu wollen. Auch in Deutschlands größten Kinos herrschte gähnende Leere. Am Start-Tag zählte das Hamburger "Cinemaxx" nur zehn Zuschauer in insgesamt drei Vorführungen. Ins Münchner "Mathäser" kamen alle zusammen gezählt acht. Im Dresdner UCI wollten nur fünf den Film sehen und in Köln randalierten die Kinogänger, da bei einer Überraschungsvorführung "Daniel, der Zauberer" gezeigt wurde und verlangten eine Programmänderung. "Ein Bombenerfolg war ja gar nicht geplant. Ich habe gelernt, auch mit kleinen Dingen zufrieden zu sein", so Daniel Küblböck zu den Einspielergebnissen. "Ich wollte keinen Bully-Herbig-Film machen, sondern einen Kunstfilm." Auf die 107 Kopien kommen derzeit nur etwa 6000 Zuschauer (ohne Previewzahlen). Damit landet der Streifen auf Platz 17.

(Quelle: shortnews) 17.08.2004

Miramax macht Minimax

13 % Entlassungen

Ausgerechnet am Freitag den 13ten erfuhren die Mitarbeiter von Miramax, dass die Belegschaft um 13% reduziert werden soll. 65 Mitarbeiter sind von den Entlassungen betroffen, begründet wurde der Schritt mit der geringeren Anzahl von Produktionen, die herausgebracht werden.

(Quelle: Hollywood Reporter) 14.08.2004

Senator an Deutsche Bank

Übernahme durch Hauptkreditgeber

Die Deutsche Bank übernimmt laut Aussage von Senator Entertainment 80% der Aktienanteile des Unternehmens. Die von Senator Entertainment gehaltenen 25% am Multiplex Kinobetreiber Cinemaxx gehen ebenfalls in den Besitz der Deutschen Bank über. Die Deutsche Bank ist der Hauptkreditgeber des Unternehmens und hat für 25 Millionen Euro die noch offenen Kredite (168 Millionen Euro) des Unternehmens von einem Bankenkonsortium geführt von der Bayern LB gekauft.

(Quelle: Hollywood Reporter) 13.08.2004

Fay Wray gestorben

Scream-Queen

Die US-Schauspielerin Fay Wray, die durch ihre legendäre Rolle im Film "King-Kong und die weiße Frau" (Ernest B. Schoedsack) berühmt geworden ist, starb am Sonntag im Alter von 96 Jahren in ihrem Appartement in Manhattan. Nach dem Horrorstreifen, in dem sie in den Händen vom gigantischen Affen auf dem Empire State Building einen unvergesslichen Schrei zum Besten gab, ist sie in die Filmgeschichte eingegangen. Der Regisseur Erich von Stroheim hatte die schlanke Blondine zuvor entdeckt und sie bekam eine Rolle in "The Wedding March" (1927). Außerdem spielte die Kanadierin in diversen Horror Filmen ("Dr. X" ,"The Mystery of the Wax Museum"),in abenteuerlichen Filmen ("The Four Feathers", "Viva Villa"), in Western- Streifen ("The Texan") oder in Melodramen ("One Sunday Afternoon") mit. Nach der Heirat mit Robert Riskin in den 30er Jahren, drehte sie vorerst keine Filme, doch nach seinem Tod war sie wieder in ein paar Produktionen zu sehen ("Small Town Girl," "Tammy and the Bachelor), in denen sie kleinere Rollen übernahm.

(Quelle: CNN) 10.08.2004

Service- und Beratungspool

Verstärkung der Medienbranche

Das Koordinationszentrum Aim (Ausbildung in Medienberufen) und das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit NRW planen demnächst ein Modell eines vernetzten Service- und Beratungspools für die Medien- und Kommunikationswirtschaft zu erstellen. Die Grundidee beinhaltet ein Zusammentragen von Unternehmens-orientierten Informationen und Dienstleistungen für kleine und mittelständische Unternehmen der Branche. Dies soll die Beschäftigungsressourcen am Medienstandort NRW stärken und aufbauen. Die Ausarbeitung des Projektes wird von mehreren Instanzen, wie zum Beispiel die regionale Wirtschaftsförderung sowie der Stabsstelle Medien beim Oberbürgermeister der Stadt Köln, Berufsverbänden sowie auch der Filmstiftung NRW unterstützt. Außerdem werden die ähnlichen Modelle aus dem Ausland genauer betrachtet, ob die einzelnen Bausteine in das Konzept des Service-Pools eingefügt werden können.

(Quelle: AIM-MIA) 09.08.2004

Kampf um neue DVD-Standards

Hollywood mit im Gespräch

Der Streit um die Lizenzeinnahmen von neuen DVD-Formaten auf den Markt hat sich verschärft. Es geht um die neuen Möglichkeiten von Speicherkapazität auf den DVDs. Die 13 Konzerne, welche bespielte Blu-Ray Discs (BRD) unterstützen, haben die technischen Einzelheiten für die Erstellung von BRD festgelegt und planen, sie unmittelbar zu veröffentlichen. In Japan kann man schon die ersten BRD-Rekorder kaufen. Die Elektronikkonzerne Sony, Philips, Matsushita sowie die Computerhersteller Dell und Hewlett-Packard liegen vor ihren Konkurrenten Toshiba und NEC. Die beiden letzten kämpfen für die Einführung von HD-DVD Standard auf dem Markt. Doch die erste Gruppe liegt weit vorne. Bei diesem Konflikt geht es im Grunde um die Marktpositionierung. Derjenige, der sich durchsetzt, wird die Millionensummen kassieren. Die Frage, wer einen besseren Standard liefert, gerät in den Hintergrund. Das neue DVD-System bietet viel mehr Speicherplatz und die Nachfrage nach den neuen DVDs steigt. Die Konzerne werben derzeit gezielt um Hollywood-Studios, da sie den größten Teil des Gewinns aus dem Verleih und Verkauf ihrer DVDs ziehen. "Wir glauben, dass Hollywood der entscheidende Faktor im Format-Krieg wird", so eine Toshiba-Sprecherin.

(Quelle: Financial Times) 06.08.2004

Foto-Star gestorben

Der "Mann mit der Leica" ist tot

Henri Cartier-Bresson, einer der besten Fotografen des 20. Jahrhunderts und Mitbegründer der Bild-Agentur Magnum, ist tot. Der Künstler, schon zu Lebzeiten eine Legende, starb wenige Wochen vor seinem 96. Geburtstag am 22. August in seinem Haus in Céreste im Département Alpes-de-Haute-Provence im Südosten Frankreichs. Wohl kein anderer Fotograf wurde so oft als beispielhaft genannt für das, was eine der großen Möglichkeiten der Fotografie ist: den Augenblick festzuhalten. In seiner Sicht ist es nicht irgendein Augenblick, wie bei 99 Prozent der täglich geschossenen Millionen von Bildern, sondern der entscheidende Augenblick, der die Essenz einer Situation in sich trägt. Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist derzeit noch bis zum 15. August eine Retrospektive mit mehr als 350 Bildern des Meister des "entscheidenden Augenblicks" zu sehen. Henri Cartier-Bresson wurde ein leuchtendes Vorbild für eine ganze Generation von jungen Fotografen.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung) 05.08.2004

"Fahrenheit 9/11" im TV

Chance auf Oskar vertan?

Michael Moores "Fahrenheit 9/11" wurde in der letzten Woche im kubanischen Fernsehen gezeigt. Dies könnte nun zur Folge haben, dass der Film wohlmöglich nicht für den begehrten Oskar als Bester Dokumentarfilm nominiert wird. Denn laut Regel darf ein Dokumentarfilm, anders wie beim Spielfilm, vor einer Nominierung nicht im Fernsehen angelaufen sein. Für die Macher von "Fahrenheit 9/11" gibt es jedoch noch keinen Grund die begehrte Trophäe völlig aufzugeben, denn die TV-Ausstrahlung sei nach Angaben der Verantwortlichen nicht genehmigt gewesen.

(Quelle: Shortnews) 05.08.2004

Russisches Fernsehen

Bierwerbung eingeschränkt

Laut einem neuen Gesetz darf im russischen Fernsehen zwischen sieben und 22 Uhr demnächst keine Bierwerbung mehr ausgestrahlt werden. Außerdem verbietet das Gesetz die Werbung mit Menschen, Tieren, Cartoons oder Botschaften, die die positiven Seiten des Getränks hervorheben. Auch auf den Titelblättern und Rückseiten von Zeitungen und Magazinen sei Bierwerbung künftig nicht mehr legal. Die russische Regierung habe dieses neue Gesetz verabschiedet, nachdem die Zahl der Alkoholiker unter 14 Jahren in den letzten zehn Jahren von rund 6000 auf etwa 22.000 gestiegen sei.

(Quelle: Mediabiz) 04.08.2004

Alm gar nicht beliebt

Berghütte Bühne abgehalfterter Halbprominenter

Die Schmerzengrenze der Südtiroler Landesregierung ist nun entgültig überschritten. Der Fernsehsender Pro 7 soll auf Rufschädigung verklagt werden. Denn manchmal geht es auf der "Ekel-, Schmuddel- und Sex-Alm" doch sehr unappetitlich zur Sache, wie zum Beispiel das dilettantische Schlachten eines Truthahns. Nicht nur, dass Südtirol Angst davor hat, mit Rechtsbrüchen wie Tierquälerei in Verbindung gebracht zu werden, auch schade "Die Alm" dem Ferienland Südtirol generell, denn es würde bloß eine Karikatur des tatsächlichen Lebens auf Bergbauernhöfen wiedergegeben. Aus diesem Grund legt Südtirol größten Wert auf die Tatsache und Feststellung, dass die Dreharbeiten von der Regierung in keiner Weise unterstützt werden.

(Quelle:Faz) 02.08.2004

Daniel Petrie gestorben

Regisseur und Emmy Preisträger

Daniel Petri, Regisseur und Emmy Gewinner, verstarb nach fast 50 Jahren in der Film- und Fernsehbranche 83jährig an Krebs. Seine TV-Karriere begann 1960 bei NBC. 1976 gewann er zum ersten Mal die begehrte Trophäe für seine Regiearbeit in "Eleanor and Franklin". 1977 folgte der zweite für "Eleanor and Franklin: The White House Years". Zu seinen Filmen gehören "A Raisin in the Sun" (1961) mit Sydney Poitier, "The Dollmaker" mit Jane Fonda, "Resurrection" (1980) mit Ellen Burstyn, "Fort Apache, The Bronx" (1981) mit Paul Newman und "The Betsy" (1978). 1984 gewann er mit seinem autobiographischen Film "The Bay Boy" den Genie awards, Kanadas Oscar, für beste Regie und bestes Drebuch.

(Quelle: CNN) 27.08.2004

BBC in Athen

Erdbeben im TV-Studio

Neben allen Strapazen, wie Hitze und früher Sendebeginn, die die Olympischen Spiele in Athen für ausländische TV-Teams bereit halten, musste das BBC Olympiade Team noch ein Erdbeben, das 4,5 auf der Richterskala anzeigte, über sich ergehen lassen. Die Sportreporterin Clare Balding war gerade live auf Sendung, als die Naturgewalt über den Norden Athens herein brach. Es sei nicht untypisch für die griechische Hauptstadt, so wurden viele Sportstätten erdbebensicher gebaut. Die Hauptveranstaltungsorte blieben jedoch verschont. Besorgte Zuschauer riefen sogar in der BBC Zentrale an, um herauszufinden, warum denn ihr Bild gewackelt hätte.

(Quelle: Media Guardian) 25.08.2004

McDonalds schlägt zurück

Neue Plakate, neues Essen

Auf den ersten Blick erscheinen die Werbetexte der neuen Anzeigen in den britischen Zeitungen wie eine Angriff auf McDonalds. Man stimme mit den Argumenten eines Filmes überein, wo ein Mann 30 Tage nur Burger und Pommes isst und so enorm zunimmt und seiner Gesundheit schadet, so dass seine Ärzte ihm raten die "Diät" zu beenden, so die Anzeigen. Doch dies kommt nicht von Ernährungswissenschaftlern, sondern ist das neue Werbekonzept von McDonalds, da in drei Wochen der US Independent Film "Super Size Me" von Morgan Spurlock in die britischen Kinos kommt. Jetzt sind neben Big Macs und Pommes auch Salate, Früchte und organische Produkte auf dem Menü zu finden. Auf den Plakaten ist aber auch zu lesen, dass ein Durchschnittskunde für die Menge von McDonalds Essen sechs Jahre bräuchte und dass Morgan Spurlock seine körperliche Bewegung auf ein Minimum reduzierte, was nicht normalen Verhältnissen gleich komme. Trotzdem erntet das Unternehmen weiterhin Kritik. Jetzt meldete sich auch David Hinchcliffe, Parlamentsmitglied und Vorsitzender des Commons health select committee, zu Wort. Seiner Meinung nach, würden andere Lebensmittelproduzenten weitaus mehr gegen Fettleibigkeit unternehmen als McDonalds.

(Quelle: Media Guardian) 23.08.2004

Verkauf wegen Digitalisierung

Deutsche Mitarbeiter betroffen

Agfa, die Film- und Fotosparte des belgischen Konzerns, wurde jetzt verkauft und zwar für eine dreistellige Millionensumme. Leider sind hunderte Mitarbeiter in Deutschland davon betroffen. Die Digitalisierung hat den Herstellern der traditionellen Fotoprodukten wohl mehr zugesetzt als erwartet. Mit einem Kaufpreis von 175,5 Millionen Euro ging das Arbeitsgebiet mit den Bereichen Film, Fotopapiere und Laborgeräte an bisherige Finanzinvestoren. Allerdings übernehmen die neuen Eigentümer bloß knapp 2900 Mitarbeiter, und zwar weltweit, wobei die Mehrheit der betroffenen Mitarbeiter in Deutschland tätig sind.

(Quelle: Spiegel) 19.08.2004

Robert De Niro

Ehrenbürger Italiens

Von der italienischen Regierung bestätigt, soll während der Filmfestspiele in Venedig (1. bis 11. September) der US-Schauspieler Robert De Niro mit der italienischen Ehrenstaatsbürgerschaft geadelt werden. Das genaue Datum stehe aber noch nicht fest. De Niro war in New York geboren, nachdem seine Urgroßeltern bereits Ende des 19. Jahrhunderts aus Italien in die USA ausgewandert waren. Der italoamerikanische Einwandererverband Order Sons of Italy in America (600.000 Mitglieder in den USA) ist allerdings gegen die Ehrung. In einem Brief an Italiens Premier Silvio Berlusconi kritisierten sie, dass De Niro mit seinen Rollen als italienischstämmiger Mafioso sowohl dem Image der Italiener als auch dem der italoamerikanischen Einwanderer schaden würde. Dagegen sprach sich jetzt die italienischen Presse aus. "La Republicca" meldete, dass es keine stärkere Anti-Mafia-Botschaft, als die in "Reine Nervensache", gebe.

(Quelle: Mediabiz) 19.08.2004

Neuer deutscher Film

Schygulla und Akin arbeiten zusammen

Hanna Schygulla wird in Fatih Akins neuem Spielfilm "Soul Kitchen" die Hauptrolle spielen. Anfang nächsten Jahres beginnen die Dreharbeiten zu der Komödie, die wie Akins preisgekröntes Werk "Gegen die Wand" in Hamburg spielt. Momentan dreht Akin - ein Bewunderer von Rainer Werner Fassbinders einstigem Star Hanna Schygulla - einen Musik-Dokumentarfilm in Istanbul und sagt, er freue sich auf die Zusammenarbeit. Fassbinder, verstorben 1982, drehte mit Hanna Schygulla zahlreiche Filme und Fernsehserien. Bekannt wurde Schygulla Anfang der siebziger Jahre mit "Acht Stunden sind kein Tag". Ihr größter Kinoerfolg war Fontanes "Effi Briest".

(Quelle: Spiegel) 18.08.2004

Kameramann ertrunken

Flugzeugabsturz bei Dreh

Der Kameramann Neal L. Fredericks ist am Samstag bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Fredericks wurde 35 Jahre alt. Sein wohl bekanntester Film ist "The Blair Witch Project". Der Flugzeugabsturz ereignete sich bei Filmaufnahmen zum Film "Cross Bones" in den Florida Keys. Er saß zusammen mit dem Drehbuchautor Daniel Zirilli, einem Co-Producer und dem Ersten Kameraassistenten in einer einmotorigen Cessna 206. Das Flugzeug stürzte aus einer Flughöhe von nur 150 Metern in 15 Meter tiefes Wasser. Bis auf Fredericks konnten sich alle Personen aus der sinkenden Maschine retten. Fredricks hatte keine Chance sich alleine vom seinem Gurt und dem Kamera Equipment zu befreien.

(Quelle: Hollywood Reporter) 17.08.2004

Filmfestival von Locarno

Saverio Costanzo holt Goldenen Leoparden

Dieses Jahr wanderte der Goldene Leopard des 57. Internationalen Filmfestivals von Locarno an Regisseur Saverio Costanzo. Die Entscheidung der siebenköpfigen Jury fiel einstimmig aus und stand ganz im Zeichen von Politik und Menschenrechten. Allerdings sei "Private" aufgrund der Qualität ausgewählt worden und nicht wegen des politischen Inhalts. Thema ist der Nahost-Konflikt und im Mittelpunkt steht die Geschichte einer palästinensischen Familie, deren Haus von israelischen Soldaten besetzt wird. Der Vater weigert sich, mit Frau und Kindern das Haus zu verlassen, worauf es zwischen den Israelis und den Palästinensern aufgeteilt wird.

(Quelle: Spiegel) 16.08.2004

EN GARDE erhält Silber-Leopard

Erfolg für deutschen Film

Beim 57. Festival Internationale di Locarno wurde EN GARDE von Ayse Polat mit dem Silbernen Leoparden ausgezeichnet. Maria Kwiatkowski und Pinar Erincin erhielten gemeinsam einen Leoparden als beste Hauptdarstellerin.

EN GARDE ist der zweite Film der in Hamburg lebenden Regisseurin Ayse Polat, die in ihrem Film das Leben zweier Mädchen in einem katholischen Heim schildert.

(Quelle: Export-Union) 14.08.2004

Doku hat Folgen

Kriminelle Erzieherinnen

Vier Kindergärtnerinnen aus Großbritannien wird eine TV- Ausstrahlung am gestrigen Donnerstag wohlmöglich den Job kosten. Demnach hatten die Frauen, wie aus der BBC-Dokumentation "Nurseries Undercover" hervorging, ein kriminelles Vergehen begannen, weil sie Kleinkinder auf verschiedenste Weise quälten. Unter anderem packte eine Erzieherin aus Stoke-on-Trent ein Kind an den Schultern und schleuderte es auf eine Fußmatte. Andere Kindergärtnerinnen beschimpften die Kinder lauthalsig und ließen ein nicht einmal zweijähriges Baby für eine halbe Stunde allein, weil es angeblich zu laut weinte. Kritisiert wurde aber auch der BBC-Sender, weil dieser das Filmmaterial bis vor drei Wochen einbehalten hatte und erst jetzt der Öffentlichkeit zugänglich machte.

(Quelle: Media Guardian) 13.08.2004

DEFA - Förderpreis

für Animationsprojekt

Der erstmals von der DEFA - Stiftung (Deutsche Film-Aktiengesellschaft) vergebene Förderpreis wurde an vier Filmemacher aus Deutschland vergeben. Entstanden ist die Idee zu der Förderung im Austauschforum "Perspektiven für den Animationsfilm" (auf dem Filmfest Dresden), an welchem rund 20 Nachwuchsmedienschaffende teilnahmen. Die vier Filmemacher aus Dresden, Karachi, Lodz und München dürfen sich nun für das gemeinsame Animationsprojekt "The Colour of Red" über ein Preisgeld von mindestens 4.000 Euro freuen. Die Preisübergabe durch den Vorstand der DEFA - Stiftung Helmut Morsbach findet zur Open-Air Kurzfilmnacht in Jena am 17. August statt. Die DEFA-Stiftung, welche die deutsche Filmkunst und Filmkultur fördert, bewahrt die Filme der DEFA und macht sie als Teil des nationalen Kulturerbes der Öffentlichkeit zugänglich.

(Quelle: Filmzeitung) 12.08.2004

Lord Voldemort -Auftritt

Ralph Fiennes als das Böse

Der Bösewicht Lord Voldemort aus der Fantasysaga "Harry Potter" nimmt jetzt menschliche Gestalt an. Der britische Charakterdarsteller Ralph Fiennes wird in "Harry Potter und der Feuerkelch", dem vierten Teil der Reihe, als finsterer Lord das erste Mal in Erscheinung treten. In den vorigen Filmen war diese Figur nur als das Böse bekannt, dessen Namen auszusprechen schon Unheil bedeutete. Der 41-jährige Brite scheint für die Rolle eine Idealbesetzung, da er bislang lieber Schurken, wie Serienkiller und Psychopathen vorzog. Unter anderem mimte Ralph Fiennes den KZ-Aufseher Amon Göth ("Schindlers Liste"), der Gegenspieler Schindlers, welcher zum Spaß Menschen erschoß. Die Dreharbeiten zum vierten Teil haben bereits begonnen. Wieder mit von der Partie sind die Hauptdarsteller Daniel Radcliffe, Rupert Grint und Emma Watson (Harry, Ron, Hermine). Mike Newell ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") führt Regie. Voller Spannung erwarten alle Harry Potter- Fans nun den geheimnisvollen Bösewicht, der dem Zauberschüler Harry nach dem Leben trachtet.

(Quelle: Der Spiegel) 11.08.2004

Independent Festival in Rumänien

Internationales Konzept

Für die internationale Independentfilmszene öffnet am 17. August ein Filmfestival in Rumänien zum ersten Mal seine Pforten. Das Anonimul International Independent Film Festival wird im rumänischen Sfantu Gheorghe bis zum 22. August laufen. Rumänien erhofft sich eine Aufnahme in die Europäische Union, deswegen wäre es vom Vorteil, wenn das Land auch am internationalen Festivalkonzept teilnimmt. Eingereicht werden abendfüllende Spielfilme, Kurzfilme und Dokumentationen. Der Gewinner erhält eine Preissumme von etwa 35.000 Dollar. Deutschland wird mit drei Beiträgen vertreten sein, darunter ein Spielfilm ("Identity Kills"), ein Kurzfilm ("Bowling is Fun") und ein Dokumentarfilm ("Die Geschichte vom weinenden Kamel").

(Quelle: Mediabiz) 11.08.2004

Forderung von Ärztekammer

Berufsverbot für TV-Chirurgen

Mit Formaten über Schönheitschirurgie wollten diverse Fernsehsender mit ihren Quoten ganz weit hinaus. Nicht einberechnet waren allerdings die Reaktionen der Ärzteschaft, die jetzt ein Berufsverbot für die TV-Doktoren fordert. "Allen Ärzten, die an dem geplanten OP-Showbusiness teilnehmen, sollte meiner Meinung nach umgehend die Approbation entzogen werden", so Albert K. Hofmann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie, über geplante Shows im deutschen Fernsehen. Weiterhin betonte ein Sprecher der Bundesärztekammer, dass ein größeres Publikum bei ärztlichen Behandlungen in der Berufsordnung, auch getrennt durch den Fernsehbildschirm, nicht vorgesehen sei. Nur selten dürften Angehörige bei der Behandlung anwesend sein. Mehrere TV-Sender, die schon in den nächsten Wochen Schönheitsoperationen im Programm zeigen wollten, sehen diese Entwicklung als eher unschön. RTL plant "Alles ist möglich". In der Show werden Willige auf dem Weg zum OP-Tisch begleitet. Pro Sieben startet mit "The Swan".

(Quelle: Der Spiegel) 04.08.2004

Psychische Probleme keine Rarität

Big Brother mit Gefängnis vergleichbar

Das Leben im Container ist schwerer zu verkraften, als erwartet. Ehemalige Insassen mußten nach dem Aufenthalt in psychiatrische Behandlung. Jo Groebel, Generaldirektor des Europäischen Medieninstituts erklärt, er habe von Anfang an vor dem ´Big-Brother´-Konzept gewarnt. "Es ist mit Gefängnis vergleichbar und für die Psyche der Teilnehmer gefährlich." Die ehemalige Bewohnerin Ilkay soll während des Aufenthalts zerstreut gewesen sein und oft Selbstgespräche geführt haben. Angeblich hat sie rund um die Uhr geweint und konnte nachts nicht mehr schlafen.

(Quelle: Focus) 04.08.2004

12 Mio. an Niedersachsen

RTL zahlt Bußgeld

Mehr als zehn Jahre dauerte der Rechtsstreit zwischen dem Land Niedersachsen und RTL, der jetzt mit einer Bußgeldzahlung von mehr als 12 Mio. Euro (incl. Zinsen) seitens des Fernsehsenders endete. Anlass waren die häufigen Werbeunterbrechungen 1993 bei "Der große TV-Roman". Der Sender legte es als Fernsehreihe aus, was bedeutete, dass alle 20 min. eine Werbepause erlaubt ist. Die Vorgängerin der Niedersächsischen Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk (NLM) war jedoch von eigenständigen Filmen ausgegangen, die nur alle 45 min. durch Werbung unterbrochen werden dürfen. Damals wurde gegen den Sender eine Geldbuße in Höhe von 19,4 Mio. Mark erhoben, was in etwa der unzulässigen Werbeeinnahmen entsprach. RTL hatte daraufhin eine Verfassungsklage eingereicht, die jetzt zurückgezogen wurde. Im Gegenzug werde das Land Niedersachsen auf die Hälfte des vereinbarten Zinssatzes von sechs Prozent verzichten. Der Sender wolle das Geld noch diesen Monat überweisen. Für das Land Niedersachsen ergeben sich laut Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) jedoch keine Mehreinnahmen, da das Bußgeld bereits unter der SPD-Vorgängerregierung als Einnahme verbucht worden sei.

(Quelle: Mediabiz) 03.08.2004

Verhaftung bei Fox

Webster wegen Abhörens festgenommen

Ehemaliger Universal Television Group Sprecher Randolph Steve Webster wurde verhaftet wegen des Verdachts, dass er angeblich telefonisch wöchentliche Personalversammlungen von leitenden Angestellten bei seinem ehemaligen Arbeitsgeber, Fox's FX cable network, abhörte. Webster stellte sich am Freitag Ermittlungsbeamten vom Los Angeles County District Attorney's Office und wurde wegen Abhörens festgenommen, ein Verbrechen, das zu einer Strafe von bis zu drei Jahren Staatsgefängnis führt. Webster wurde freigelassen gegen eine Kaution von $10,000 und wird planmäßig am 9. August angeklagt. Der stellvertretende Bezirksanwalt Jeffrey McGrath sagte, dass die Ermittlungen im Oktober begannen, woraufhin eine Strafanzeige folgte, dass Webster die FX Personalgespräche über etwa 2 ½ Jahre abgehört haben dürfte. Haftbefehle wurden im Februar Websters Zuhause und Büro in Manhattan Beach zugestellt.

(Quelle: Hollywood Reporter) 02.08.2004

Neuer Bond in Sicht?

Brosnan im Ruhestand

Der Hulk-Darsteller Eric Bana soll die Nachfolge des James Bond antreten. Nachdem der jetzige Geheimagent 007 Pierce Brosnan vor kurzem seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, soll nun der deutlich jüngere Australier, der schon in "Troja" als Königssohn Hector glänzen konnte, der Bond-Figur ein neues; jugendliches Image geben. Denn in britischen Zeitungen war zu lesen, dass den Verantwortlichen der 51-jährige Brosnan mittlerweile zu alt wirke. Demzufolge stehe Bana momentan unter Vertragsverhandlungen und sei der Wunschkandidat von Michael Wilson und Barbara Broccoli, die den 21. James-Bond-Streifen produzieren werden. Als weitere Favoriten galten bisher Hugh Jackman ("Van Helsing"), Colin Farrell, ("Minority Report") und Orlando Bloom ("Der Herr der Ringe"). Im neuen James-Bond Film "Der Mann mit der roten Tätowierung" soll der 007-Agent die Welt vor einem Killervirus retten. Die Dreharbeiten dazu könnten schon im September diesen Jahres beginnen, so die Presse.

(Quelle: Spiegel) 02.08.2004

 

Juli 2004

 

Lagunenstadt wird Film-Metropole

Premiere für Marco Müller

Während der Filmfestspiele in Venedig läuft der neue Spielfilm über Armut und Paranoia in Amerika, bei den 61. Internationalen Filmfestspielen uraufgeführt und läuft neben 20 anderen Filmen im Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Regisseur Wim Wenders' neuer Film "Himmel über Berlin" soll emotional, intensiv und persönlich sein. Zum ersten Mal steht die Filmbiennale vom 1. bis 11. September unter der Leitung des italienischen Produzenten Marco Müller und mit insgesamt 13 Produktionen liegt der Schwerpunkt im Europäischen Film. Man rechnet mit ca. 80 Prozent aller Hauptdarsteller der Filme, Glamour im großen Stil, namhaften Regisseuren und großer Filmkunst.

(Quelle: Spiegel) 30.07.2004

Film-Rarität im Moskauer Filmarchiv entdeckt

Dick und Doof in deutscher Version

In Deutschland wird in Bälde eine Film-Rarität mit den beiden Comedy-Legenden Dick und Doof zu sehen sein. Im Moskauer Filmarchiv entdeckten Mitarbeiter des Filmmuseums München einen der ersten Tonfilme von Laurel und Hardy. Die Besonderheit liegt hier in der Tatsache, dass die beiden Deutsch sprechen. Der Film "Spuk um Mitternacht" hat am 21. Mai 1931 als "erster deutscher Sprechfilm" von "Dick und Doof" in Berlin Premiere. Neben Szenen der beiden Kurzfilme "Berthmarks" und "The Laurel-Hardy Murder Case" enthält er auch spezifisch deutsche Gags und Anspielungen.

(Quelle: Spiegel) 29.07.2004

007 will nicht mehr

Bald ein neuer Bond?

James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan will nicht mehr 007 spielen. Nach vier Auftritten als britischer Agent soll jetzt Schluss sein. Das plötzliche Aus läge am Streit des Schauspielers mit dem Produzenten. Zudem halten einige Brosnan für die Rolle langsam zu alt. Die Vertragsverhandlungen für den nächsten Bond im kommenden Jahr seien gescheitert. Allerdings wäre es ein Bond-like Ende, denn der jüngste Film "Stirb an einem anderen Tag" (2002) war der erfolgreichste in der 42-jährigen Geschichte der Agentenfilme.

(Quelle: Netzeitung) 29.07.2004

Ultimatum für Haffa & Co

Klage seitens Becker

Der ehemalige EM-TV Aufsichtsrat Nickolaus Becker erklärte am gestrigen Montag, dass dieser wegen Ehrverletzung vor Gericht gehen wolle. Der Grund dafür reicht ins Frühjahr 2000 zurück, als EM-TV in Kooperation mit dem verlustbringendem Einstig in die Formel 1 einen Schaden von rund 136 Mio. Euro verzeichnete . Die EM.TV-Vorstandsvorsitzenden Werner Klatten und Aufsichtsratschef Bernd Thiemann hatten den früheren Vorständen und Aufsichtsräten daraufhin ein Ultimatum (bis zum 13. August) für die Zahlung von Schadenersatz gestellt und angekündigt, dass bei Nichteinhaltung dieser Forderung eine Klage erhoben werde. Diese Drohung richtet sich neben Becker auch gegen Thomas Haffa (EM-TV- Gründer) und Florian Haffa (Finanzvorstand). Becker entgegnete nun, dass sich weder Vorstand noch Aufsichtsrat von damals keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen hätten, und dass sich der jetzige Vorstand offenbar nur Versicherungsleistungen erschleichen wolle.

(Quelle: Handelsblatt) 27.07.2004

Untertitel-Zwang

für digitales Fernsehen

Die englische Medien Regulierungsbehörde Ofcom will 70 digitale Fernsehanstalten dazu zwingen, ihre Programme zu untertiteln, damit in Zukunft auch gehörlose Zuschauer problemlos fernsehen können. Zunächst müssen in den kommenden 10 Jahren circa 50 Kanäle 80% ihrer Programme untertiteln, einschließlich antennengebundener Kanäle, Sky's sports und Kinokanäle, Sky One, E4 and ITV2. Weitere werden daraufhin nachziehen. Es sei eine tolle Nachricht für Millionen von Hörbenachteiligten, sagte John Low von RNID. Ofcom hätte endlich eingesehen, welche große Rolle die Untertitel im Leben dieser Menschen spielen. Andererseits könnten diese neuen Maßnahmen sehr hohe Kosten verursachen..

(Quelle: Media Guardian) 27.07.2004

(T)Raumstart für Bully

Silber-Bogey für "Periode 1"

"(T)Raumschiff Surprise- Periode 1" verzeichnet mit geschätzten 2,3 Mio. Besuchern den besten deutschen Filmstart aller Zeiten. Damit konnte er sich mit einer Zuschauerzahl von rund 2400 pro Kopie voraussichtlich den 3. Platz auf der Liste des All-Time-Rekord für ein traditionelles Vier-Tages-Wochenende sichern und steht somit hinter "Harry Potter und der Stein der Weisen" (2,59 Mio. Besucher) und "Der Herr der Ringe- Die Rückkehr des Königs" (2,66 Mio. Besucher nach 5 Tagen). (T)Raumschiff Surprise konnte sich auf Anhieb den Silber-Bogey ergattern. Nebenher hat der Film des Autors, Regisseurs und Produzenten Michael Bully Herbig auch den besten Start eines angelaufenen Kinofilms außerhalb der Monate November und Dezember sowie im Jahr 2004. Desweiteren sahen an Vier-Tages-Wochenenden 250.000 deutsche Kinogänger "Shrek 2", 240.000 Besucher "Spider Man 2" und jeweils 65.000 Zuschauer "Die Frauen von Stepford" und "Harry Potter und der Gefangene von Askaban".

(Quelle: Mediabiz) 26.07.2004

Bollywood-Veteran gestorben

Filmkomiker Mehmood

Der 1932 in Bombay (Mumbai) geborene, in Indien sehr beliebte Schauspieler war in über 300 Spielfilmen zu sehen, darunter "Padosan" und "Sasural". Er hatte sich aus gesundheitlichen Gründen in Pennsylvania zur Behandlung aufgehalten und ist 77 jährig im Schlaf gestorben.

(Quelle: BBC) 24.07.2004

Bodo Hauser

Journalist und Phoenix Geschäftsführer gestorben

Der Journalist, der seit 1973 für das ZDF tätig war, starb im Alter von 58 Jahren an den Folgen einer Lungenembolie. Zuletzt kannte man ihn vor allem aus der Moderation der ZDF- Sendung "Frontal", die er zusammen mit Ulrich Kienzle moderierte.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung) 23.07.2004

Kölmels milde Strafe

Urteil gegen Kinoweltchef verkündet

Spätestens seit dem Prozess gegen die Haffa Brüder weiß man, dass die Medien-Glücksritter des einstigen neuen Marktes nicht wirklich für ihre Handlungen gerade stehen müssen. So wird auch Michael Kölmel zwar für Untreue in vier Fällen und Insolvenzverschleppung für schuldig befunden, mit einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten und einer Geldstrafe von 200.000 Euro, aber verglichen mit den von der Staatsanwaltschaft geforderten 9 Jahren sehr wohlwollend bestraft.

(Quelle: Mediabiz) 23.07.2004

Dunst als Langfinger

Spider-Man-Kostüm geklaut

Es ist üblich, dass Schauspieler kleine ‚Erinnerungen' von Dreharbeiten mitnehmen, doch normalerweise landen dieses dann nicht auf Internet-Auktionen, wie es jetzt mit einem Spider-Man-Kostüm passierte. Angeblich hat die US-Schauspielerin Kirsten Dunst ein Orginal vom Set gestohlen und im Internet für 34.000 Dollar versteigert, was eine nette Zugabe zu ihrer sechs Millionen Dollar Gage brachte. Jetzt droht ihr Ärger von den Produzenten, die sogar eine Klage einreichen könnten.

(Quelle: Netzeitung) 22.07.2004

Haftforderung für Kölmel

Urteil am Donnerstag

Der Ankläger im Verfahren gegen Kinowelt-Gründer Michael Kölmel fordert neun Jahre Haft. Die Anklage wirft dem Medienkaufmann Betrug, Untreue und Insolvenzverschleppung in 15 Fällen vor. Der einstige Börsenstar soll neben anderen Vergehen über 20 Millionen Euro der Kinowelt (Geld der Anleger und Gläubiger) in dessen Privatfirma Sportwelt umgeschichtet haben. Sein Verteidiger Kurt Bröckers bestätigte lediglich den Vorwurf der Insolvenzverschleppung für die inzwischen Pleite gegangene Sportwelt ein und plädierte für eine Geldstrafe. Das endgültige Urteil wird am Donnerstag erwartet.

(Quelle: Die Welt) 21.07.2004

Raumschiff Surprise abgehoben

Neuer Bully-Film feiert Premiere

Gestern Abend feierte der neue Film von Michael ‚Bully' Herbig - "Traumschiff Surprise - Periode 1" in München Premiere. Nicht nur Prominenz und Presse waren geladen, sondern auch 3000 Fans durften sich zu den Premierengästen zählen. Alle 14 Säle des Mathäser-Kinos zeigten gleichzeitig den lang erwarteten Film, so dass möglichst viele ‚Wähler' den ersten Screenings beiwohnen konnten. Bully lies es sich nicht nehmen nach der Show am roten Teppich in jedem Saal persönlich vorbei zu schauen um seinen Fans Hallo zu sagen. Auf dem roten Teppich verteilten neben den Teammitgliedern Bully, Rick Kavanian, Christian Tramitz, Anja Kling, Til Schweiger, Sky Du Mont und Christoph Maria Herbst, auch Otto, Bastian Bastevka, Michael Mittermeier, Michaela Schaffrath, Oliver Pocher und viele andere kräftig Autogramme.

(Quelle: Movie-College) 20.07.2004

Pop-Sängerin ausgebuht

Werbung für Moore

Ein Vorfall im Aladdin Hotel-Casino verdeutlicht, dass George W. Bush sich wegen Wahlen scheinbar keine Gedanken machen muss! Linda Ronstadt, der erste weibliche Rockstar der USA, sprach während eines Auftritts positiv über Michael Moores Film "Fahrenheit 9/11", kündigte den Song "Desperado" an und ermutigte die Zuschauer, sich den Bush-kritischen Dokumentarfilm anzusehen. Sie beschrieb Moore als jemanden, der die Wahrheit verbreite und eine großartige amerikanisch-patriotische Einstellung vertrete. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP Chaos reagierte das Publikum anders als erwartet. 4500 Zuschauer verließen empört das Casino. Ronstadt wurde beschimpft, ausgebuht, mit Cocktailgläsern beworfen und schließlich von Casino-Chef Bill Timmins rausgeschmissen. Mit ihren Bemerkungen habe Ronstadt "einen wundervollen Abend für unsere Gäste ruiniert", da blieb ihm keine andere Wahl, so Timmins.

(Quelle: Netzeitung) 20.07.2004

Ingmar Bergman

Ruhestand vom Theater

Ingmar Bergman, einer der wichtigsten Personen des modernen Films, feierte vergangenen Mittwoch seinen 86. Geburtstag. Gleichzeitig gab er bekannt, dass er vom Theater in den ‚Ruhestand' gehen wolle. Seine Inszenierung von Henrik Ibsen's "Ghost" am Royal Dramatic Theatre von Schweden, solle seine letzte sein. Nach "Ghost" hätte er sich entschieden, dass er kürzer treten müsse, da er nicht wolle, dass man ihn eines Tages aus dem Theater trägt. Niemand soll eines Tages sagen können, dass der alte Mann endlich gehen müsse. Trotzdem hänge sein Herz für immer am Theater. Es sei der Beginn und und das Ende von allem. Trotz dass Theater die Grundlage seiner Karriere bildet, wurde er über Jahre auch zum Filmliebhaber. Er gewann drei Academy Awards in der Kategorie Bester Ausländischer Film, den letzten 1984 für "Fanny and Alexander."

(Quelle:CNN) 16.07.2004

Babelsberg verramscht

Für 1 Euro nach München

Die Traditionsstudios Babelsberg in Potsdam wurden jetzt nach 12 Jahren für einen Euro von dem französischen Unterhaltungskonzern Vivendi-Universal an einen gewissen Christoph Fisser nach München verkauft. In der Filmbranche ist dieser nicht bekannt, und von Kino hätte er "soviel Ahnung hat, wie ein Hund vom Autofahren", so ein Bekannter Fissers. Viel wisse man nicht über den neuen Eigentümer. 1992 gehörte er zu den Organisatoren der "Lichterkette" von 400.000 Münchner gegen Ausländerfeindlichkeit. Geld verdiente er mit Vermietung, Kauf und Verkauf von Gebäuden und anderer Liegenschaften, wie ausrangierte Bundeswehrkasernen. Weiterhin ist auch Carl Woebcken, Geschäftsführer beim Berlin Animation Fonds und ehemaliger Finanzvorstand der Münchner Rechtefirma TV-Loonland AG, der unter anderem in München ein Produktionsstudio für Kinderfilme leitet, als Mit-Investor namentlich bekannt. In Babelsberg herrscht derweil Ungewissheit über die Zukunft. Erst nächste Woche steht ein Treffen mit den neuen Investoren an. Man befürchtet, dass die Studios bald mit Gewinn weiterverkauft werden sollen. Bereits vereinbarte Projekte seien von dem Verkauf aber nicht betroffen. Der Betriebsrat der 220 Angestellten fühlt sich im Stich gelassen. Man wäre gern besser informiert gewesen, so der Betriebsratsvorsitzende Jan-Peter Smarje. Am Donnerstag tritt die gesamte Belegschaft zu einer Betriebsversammlung zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ihre größte Zeit erlebten die Studios in den 20er und 30er Jahren, als die meisten der Großproduktionen der Ufa entstanden. Josef von Sternberg drehte hier seine ersten Filme mit Marlene Dietrich. Im Dritten Reich wurde Babelsberg das Zentrum der von Goebbels gesteuerten NS-Filmindustrie. Während der DDR-Zeit entstanden viele renommierte DEFA-Produktionen. 1992 verkaufte die Treuhand dann die Studios an Vivendi. Große Filme wie "Enemy at the Gates", Roman Polanskis "Der Pianist", "Good Bye Lenin!" von Wolfgang Becker und Margarethe von Trottas "Rosenstraße" waren in Babelsberg in den letzten Jahren verwirklicht wurden. Acht Jahre lang hatte Volker Schlöndorff als Geschäftsführer versucht, die Zukunft der Filmstudios zu sichern.

(Quelle: heise.de) 15.07.2004

Locarno Film Fest

Schlöndorff am Piazza Grande

Auf dem 57. Festival internazionale del Film in Locarno (4. bis 14. August) sind in diesem Jahr 20 deutsche Filme und Koproduktionen vertreten. Darunter Volker Schlöndorff's KZ-Drama "Der neunte Tag", welcher auf dem Piazza Grande gezeigt werden soll. Weiterhin laufen die deutschen Koproduktionen "Die Syrische Braut" von Eran Riklis (Israel) und "Samsara" von Pan Nalin (Pandora Film).Daneben "Egoshooter" von Field Recordings und "Visions of Europe" von Fatih Akin im Bereich Videoshooter. Die Kritikerwoche zeigt unter anderem drei deutsche Dokumentarfilme, wie "Hedy Lamarr" (Georg Misch), "Die "Blutritter" (Douglas Wolfsperger) und "Touch the Sound" (Thomas Riedelsheimer). Zudem ist Deutschland an "Buffalo Boy" von Minh Nguyen-Vô (Vietnam) und "Yasmin" von Kenny Glenaan (Großbritannien) als Koproduktion beteiligt. Im Bereich Retrospektive laufen zum Thema Newsfront sechs deutsche Beiträge: "Der Teufelreporter" (Ernst Laemmle), "Alice in den Städten" (Wim Wenders), "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" und "Die Fälschung" (Volker Schlöndorff), "Videogramme einer Revolution" (Harun Farocki) sowie die Koproduktion "Salvador Allende" (Patricio Guzman). In der Wettbewerbsjury sitzt unter anderem der in den USA lebende deutsche Schauspieler Udo Kier.

(Quelle: Mediabiz) 14.07.2004

Dokus im Vormarsch

Verstärkte Filmförderung

Aufwändige Dokumentarfilme, die nicht nur in Deutschland gezeigt werden, bekommen jetzt eine Unterstützung durch die Filmgeldförderung. Die Filmstiftung WDR und NRW vergaben unter dem Label "World Wide" die erste Förderung im Wert von 475.000 Euro an "Windstärke acht", eine Produktion der Münchner Caligari Film. Die Dreharbeiten beginnen im Oktober auf einem Segelschiff von Bremerhaven nach New York. Die Geschichte dreht sich um Amerika-Auswanderer im 19. Jahrhundert. Das Interesse an Dokumentarfilmen bestätigt sich durch die Kinoerfolge von Filmen wie "Nomaden der Lüfte ", "Die Spielwütigen" oder "Höllentour ".

(Quelle: Mediabiz) 14.07.2004

Isabel Sanford gestorben

US-Comedy-Star

Die Schauspielerin Isabel Sanford, besser bekannt als "Weezie" Louise Jefferson aus der Serie "The Jeffersons", die von 1975 to 1985 lief, starb vergangenen Freitag im Alter von 86 Jahren. 1981 erhielt Sanford als erste Schwarze den Emmy als Beste Schauspielerin in einer Comedy-Serie: "The Jeffersons." Januar 2004 erhielt sie außerdem einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood. Außerdem war sie in "All in the Family" und neben Spencer Tracy und Katharine Hepburn in "Guess Who's Coming to Dinner" (1967) zu sehen. Zuletzt konnte man sie in "The Simpsons" hören und in der Werbung für Denny's Restaurants und Old Navy sehen.

(Quelle: cnn) 13.07.2004

Shrek 2 diskriminiert?

Aus israelischen Kinos verbannt

In einer Szene des gerade angelaufenen zweiten Teils von Shrek heißt es in hebräischer Fassung: 'Machen wir einen David Daor aus ihm', wobei ein Charakter dem anderen mit Kastration droht. Der betroffene israelische Sänger David Doar kann darüber aber nicht lachen: "Dieser Film beabsichtigt, mich auf ewig als Eunuchen darzustellen." Er reichte Klage ein und das Gericht in Tel Aviv beschloss den Film solange in israelischen Kinos nicht mehr zu zeigen, bis diese Szene neu synchronisiert worden ist, ohne Anspielung auf die hohe Stimme des Sängers.

(Quelle: Netzeitung) 13.07.2004

Carlo Di Palma gestorben

Italienische Kameralegende

Bereits vergangenen Freitag verstarb der italienische Kameramann Carlo Di Palma im Alter von 79 Jahren. Bekannt war er für seine Arbeit für Michelangelo Antonioni und später Woody Allen. Di Palma, der 1925 geboren wurde, ist aus dem italienischen Film nicht wegzudenken. Berühmt wurde er für seine Kameraarbeit in Antonionis "Blow Up" (1966). Auch "Die rote Wüste" (1963) und "Identifikation einer Frau" (1982) entstanden unter Antonionis Regie. Seine Karriere begann er als Kamera-Assistent bei Luchino Viscontis "Ossessione". Später führte er die Kamera in Roberto Rossellinis "Rom offene Stadt" und für weitere namhafte Filmemacher wie Bernardo Bertolucci, Ettore Scola und Roberto Benigni. 1973 inszenierte Di Palma selbst den Film "Theresa, die Diebin" (1973). In den 80er Jahren begann seine Zusammenarbeit mit Woody Allen mit dem Film "Hannah und ihre Schwestern". Der letzte der gemeinsamen Filme entstand 1996 mit "Alle sagen: I Love You". Im letzten Dezember hatte er einen Ehrenpreis bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises in Berlin entgegen genommen. Schon damals war er schwer krank.

(Quelle: Mediabiz) 12.07.2004

Inge Meysel gestorben

Die "Mutter der Nation"

Wie ihr Pfleger mitteilte, ist die beliebte Schauspielerin im Alter von 94 Jahren in Hamburg  verstorben. Ihr Gesundheitszustand hatte sich in den letzten Wochen verschlechtert, sie soll im Schlaf und ohne Schmerzen gestorben sein. Bekannt wurde sie erstmals 1959 mit dem Film "Das Fenster zum Flur"

(Quelle: Spiegel) 10.07.2004

Operier-Show auf MTV

"I want a Famous Face"

In der neuen MTV-Sendung "I Want a Famous Face" legen sich Jugendliche unters Messer um sich in ihre Idol, wie Pamela Anderson oder Brad Pitt, zu verwandeln. Nach einem Korb von seiner Angebeteten entschloss sich ein 21-Jähriger aus Arizona sein Aussehen zu ändern. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder wollte er durch eine Schönheitsoperation wie die Brad Pitt aussehen. Gerade solche Shows haben in Amerika gerade Hochkonjunktur auch durch die sehr guten Quoten. Auf ABC lief im vergangenen Jahr die Sendung "Extreme Makeover". Auf Fox "The Swan". In der MTV-Show werden die Protagonisten vor, während und nach der VIP-OP beobachtet. Man beschränkt sich darauf die sie erzählen zu lassen, wie unglücklich sie mit ihrem Äußeren seien und dann geht es auch schon zum Schönheitschirurgen, der erklärt, wie viele Implantate man wohin bekommt. Nasen-OPs, strahlend weiße Zahnverblendungen... macht nur 9800 bis 12.700 Dollar. Bilder von blutigen Skalpellen und abgezogenen Häuten werden dem Zuschauer nicht gezeigt, nur die verquollenen Gesichter und Mama-ich-brauch-Hilfe-Rufe bleiben einem danach nicht erspart. Und mit den neuen, optimierten Körperteilen haben sich alle in den Kopf gesetzt Star zu werden. Das Mädchen möchte aber immer noch nichts von dem einen Zwillingsbruder.

(Quelle: Spiegel) 10.07.2004

Verkauf von Babelsberg

Verhandlungen gescheitert?

Die Pläne Studio Babelsberg an Studio Hamburg zu verkaufen scheinen vorerst auf Eis gelegt zu sein. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehen wir keine Basis, die Gespräche mit Vivendi fortzusetzen", so Dr. Martin Willich, Chef von Studio Hamburg. Vivendi Deutschland, der jetzige Babelsberg-Eigner habe nach fünfmonatigen Verhandlungen mit weitgehender Annäherung neue Vorstellungen entwickelt. Studio Hamburg werde diese aber nicht akzeptieren. Als Konsequenz wolle sich Hamburg nun auf den eigenen Standort und den Ausbau des Tochterbetriebs Berlin Adlershof konzentrieren.

(Quelle: Mediabiz) 09.07.2004

Medienboard und HDF

Filmtheater ausgezeichnet

In Berlin und Brandenburg wurden am gestrigen Abend insgesamt 16 Filmtheater mit dem Kinoprogrammpreis 2004 ausgezeichnet. Der Preis, der mit insgesamt 120.000 Euro gefördert worden ist, wird von der Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF) verliehen. Den Sonderpreis für besondere Leistungen 2003 erhielten die Berliner Kinos Broadway, Kino Kiste und Nickelodeon (je 2500 Euro). Die Preisvergabe fand im Berliner Kino filmkunst 66 statt. Im Anschluss wurde "Liebe am Nachmittag" von Billy Wilder gezeigt, der als Gewinnerfilm aus der Besucher-Wunschfilmaktion hervorging.

(Quelle: Mediabiz) 09.07.2004

"Dialog der Macher"

Finanziers und Filmschaffende

Um niedrigen Budgets für Kinofilme künftig entgegenzuwirken, hat jetzt der Bundesverband Regie (BVR) zu einem "Dialog der Macher" aufgerufen. Beteiligt werden sollen Filmschaffende und Finanziers. Erster Vertreter der Filmschaffenden ist die Münchner VIP-Gruppe, die bereits zugesagt haben soll, potentielle Projekte von Verbandsmitgliedern nach Richtlinien des Fonds zu überprüfen und zu produzieren. Mit dem Dialog sollen Voraussetzungen für eine "kontinuierliche Steigerung" deutscher Filme mit internationalem Format erreicht werden. Man wolle jedoch nicht kritisieren, dass deutsche Investoren den größten Teil ihres Geldes in Hollywood-Filme steckten.

(Quelle: Mediabiz) 08.07.2004

Dokumentarfilm-Revolution

Run for Reality

Lange waren Dokumentarfilme auf der Kinoleinwand nicht so gern gesehen und als nicht kommerziell auf schlechte Vorführzeiten verbannt. Doch spätestens seit Michael Moore erlebt dieses Genre eine Kinorevolution. "Fahrenheit 9/11" lief nach langen Diskussionen um einen Starttermin vor den Wahlen schließlich mit der Rekordzahl von 868 Kopien in den USA an. In Deutschland kommt der Film Ende Juli in die Kinos, mit 200 Kopien. Laut Verleih "der bisher größte deutsche Kinostart einer Dokumentation". Doch auch Dokus, die nicht gegen den amerikanischen Präsidenten gerichtet sind, finden viel Zuspruch. "Super Size Me" (deutscher Start: 15. Juli), ein Selbstversuch des Regisseurs Morgan Spurlock, der in seinem Film die Fast-Food-Kultur der Amerikaner anprangert, hielt sich wochenlang in der Top Ten der amerikanischen Kino-Charts. Auch "The Fog of War", ein Porträt über den früheren US-Verteidigungsminister Robert S. McNamara von Regisseur Errol Morris lief erfolgreich. Insgesamt spielten Dokumentarfilme 2003 in den USA 49,2 Millionen Dollar ein. (1998 waren es nur 7,6 Millionen.) Die Doku-Welle schwappt aber auch über Europa. In Frankreich sahen 1,5 Millionen Menschen "Sein und Haben", Nicolas Philiberts Film über eine Zwergschule in der französischen Provinz. Die Meeresdokumentation "Deep Blue" von den britischen Filmemachern Andy Byatt und Alastair Fothergill erreichte dieses Jahr in Deutschland 750 000 Zuschauer. Zu den deutschen Erfolgen zählen Andreas Veiels Jungschauspieler-Porträt "Die Spielwütigen" und "Die Geschichte vom weinenden Kamel" von den HFF-Nachwuchsregisseuren Byambasuren Davaa und Luigi Falorni. Und zurzeit begeistert Pepe Danquart die Kinogänger mit seinem Tour-de-France-Film "Höllentour". Ein Grund für den Doku-Boom könnte darin liegen, dass das Blockbuster-Kino immer mehr von der Realität weggeht und bisweilen ermüdet. Mit Computertechnik ist alles möglich, was ist aber wirklich? So feierte "Deep Blue" zur gleichen Zeit wie "Findet Nemo" große Erfolge. Offenbar wollten man wissen, wie Nemos Welt in Wirklichkeit aussieht. Ein weiterer Grund liegt beim TV-Programm. Zumindest in den USA trauen viele dem Fernsehen nicht mehr. Seit den Gesetzesveränderungen nach dem 11. September 2001 fühle man sich unzureichend und einseitig informiert. Viele der neuen Dokumentarfilme sind populistisch. Sie benutzen Humor als Deckmantel für Belehrung. Sie reagieren auf das Gefühl der Ohnmacht, das viele Menschen gegenüber dem Staat oder großen Konzernen haben und sie schüren die Wut. ‚Wählt Bush ab', ‚Esst kein Fast Food'- "Ein Dokumentarfilm darf eine Meinung haben, einen klaren Standpunkt", so Spurlock. Die Regisseure wollen die Welt nicht mehr nur abbilden; sie wollen sie verändern.

(Quelle: Spiegel) 07.07.2004

"Berlinale Sommernächte"

Wolfsburg im Kinofieber

Im Rahmen der Internationalen Sommerbühne zeigen heute und am morgigen Samstag die Internationalen Filmfestspiele Berlin eine Auswahl ihres Festivalprogramms. Die Vorführungen werden unter freiem Himmel auf Schloss Wolfsburg stattfinden. Unter anderem sollen afrikanische und deutsche Filme (wie "Muxmäuschenstill" und "Flammend Herz") laufen, welche bei dem Berlinale-Puplikum und der Jury in diesem Jahr schon große Zustimmung fanden und erst demnächst in den deutschen Kinos anlaufen werden. Die Eröffnung werde am heutigen Freitag Abend der Festival-Direktor Dieter Kosslick übernehmen.

(Quelle: Mediabiz) 02.07.2004

Auszeichnungen in München

Weingartner räumt ab

Hans Weingartner ("Die fetten Jahre sind vorbei") gewann gestern Abend im Rahmen des Münchner Filmfests den Förderpreis Deutscher Film in der Kategorie bester Nachwuchsregisseur. Die Jury (bestehend aus Sophie von Kessel, Michael Althen, Hans- Christian Schmid) vergab neben dem mit 40.000 Euro dotierten Regiepreis auch den Preis in den Kategorien beste Darsteller (je 10.000 Euro). Diese gingen an Stipe Erceg ("Such mich nicht" und "Die fetten Jahre sind vorbei") und Marie-Luise Schramm ("Bin ich sexy?"). Ein undotierter Förderpreis ging an Katharina Held und Hans Weingartner für das szenerische Treatment von "Die fetten Jahre sind vorbei".

(Quelle: Mediabiz) 01.07.2004

Morddrohung an Zeta-Jones

Aussage gegen Stalkerin

Insgesamt 19 Briefe mit Morddrohungen gingen an die US-Schauspielerin Catherine Zeta-Jones, Ehefrau von Michael Douglas. Absenderin war eine 32-jährige Studentin aus Los Angeles, die in Zeta-Johnes Ehemann verliebt war. Jetzt wurde die mutmaßliche Stalkerin vor ein US-Gericht gebracht, wo die Oscarpreisträgerin vergangenen Mittwoch als Zeugin drei Stunden lang umfassend über die Serie von Morddrohungen gegen sie berichtete. In einem der Brief hätte gestanden, dass der Mordplan gegen die Schauspielerin zu 90% fertig sei und sie ständig verfolgt werden würde. Zeta-Jones erzählte, dass sie immer noch in Angst lebe, obwohl die Verdächtige bereits Juni verhaftet wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt.

(Quelle: N24) 30.07.2004

9Live-Quizshows

Verbot für Dauer-Gewinner

Der Münchner Sender 9Live will jetzt Dauer-Gewinner von Gewinnspielen ausschließen. Einem Münchner wäre es gelungen die letzten Jahre über 60.000 Euro bei den Quizshows zu gewinnen. Der Glückspilz darf seit April nicht mehr an den Ratesendungen teilnehmen. So wird es auch anderen mit Glückssträhnen gehen, da so ansonsten die Chancengleichheit für die anderen Zuschauer nicht garantiert sei.

(Quelle: Stern) 29.07.2004

Moore bricht Rekordmarke

Bald ist US-Gesundheitswesen dran

Michael Moore hat mit seiner Anti-Bush-Polemik "Fahrenheit 9/11" seine eigene Rekordmarke gesetzt. In Nordamerika hat die Dokumentation die 100 Millionen Dollar-Grenze durchbrochen - ein Rekord! Mit weiteren fünf Millionen Dollar Umsatz, schaffte es der Film trotz Rückfalls auf Platz Sieben sein Gesamtergebnis auf 103,4 Millionen zu erhöhen. Der bisherige Umsatz-Rekord für eine Kinodokumentation stammt ebenfalls von Michael Moore: Bereits mit "Bowling For Columbine" setzte Moore vor 3 Jahren die Spitzenmarke von 21,6 Millionen Dollar. Als nächstes plant er das US-Gesundheitswesen zu behandeln. In gewissen Kreisen besteht mit Sicherheit Grund zur Sorge, denn Amerikas Kino-Robin-Hood gilt als aufrechter Recke im Kampf gegen Korruption und Lobbyismus.

(Quelle: Spiegel) 28.07.2004

"Showgirls"- DVD

Selbstironie für Verkauf

Wenn ein Film lang genug in einer Ecker verstaub, sei er auch so schlecht wie "Showgirls", wird er doch irgendwann wieder hervorgeholt. Seit seinem Nichterfolg an Kinokassen und bei Kritiker, ist "Showgirls" bei so manchem Cineasten doch Kult geworden - für unfreiwillige Komik. Jetzt will MGM eine "V.I.P. Edition" DVD herausbringen, die den Film mit der Ironie betrachtet, wie die Zuschauer ihn sehen. Mit der DVD soll es Schnapsgläser und Spielkarten für Trinkspiele geben. Außerdem ein Poster von der Hauptdarstellerin Elizabeth Berkley, eine Augenbinde und Aufkleber für ein "Kleb-die-Auflkeber-auf-das-Showgirl-Spiel". Zu den DVD-Extras gehören ein Lap-Dance Lehrfilm und ein Audio Kommentar mit dem Titel "The Greatest Movie Ever Made." Die DVD sei Erwachsenen gewidmet, die den Spaß dahinter erkennen würden, so Blake Thomas, Marketingbeauftragter bei MGM. Mit der DVD sollen einige der Fehlinvestitionen von dem Dreh von 1995 wieder reingeholt werden. Eigentlich sollte der Film von Regisseur Paul Verhoeven und Autor Joe Eszterhas die Tür öffnen für mehr Akzeptanz für diese Art von altersbeschränkten Filmen. Stattdessen wurde "Showgirls" sehr schnell aus den Kinos gelacht und brachte nur die Hälfte der Produktionskosten wieder ein. Für die beteiligten Schauspieler(innen) und auch für Eszterhas war der Film ein Karriereknick. Noch heute wollen sie keinerlei Interviews dazu geben.

(Quelle: CNN) 27.07.2004

Filmfestival in San Sebastian

Woody Allen eröffnet mit Weltpremiere

In diesem Jahr eröffnet Woody Allen das Filmfestival in San Sebastian und stellt sein neues Werk "Melinda and Meldinda" vor. Seit 1953 findet jedes Jahr Mitte September das Filmfest statt und bietet Sektionen, wie "Zabaltegi", eine Art "Best Of" beim Wettbewerb aller Festivals, oder "Horizontes Latinos", eine Werkschau lateinamerikanischen Filmschaffens.

(Quelle: Freie Presse) 26.07.2004

Serge Reggiani

82 jährig in Paris gestorben

Er arbeitete mit Regisseuren wie Max Ophüls, Luchino Visconti, Constantin Costa-Gavras und Ettore Scola, spielte eher Außenseiter, gescheiterte Kriminelle, Betrogene. Eindrucksvoll seine Auftritte in Marcel Carnés "Pforten der Nacht", in Jacques Beckers "Goldhelm" und Theo Angelopoulos "Der Bienenzüchter". Der gebürtige Süditaliener lebte seit seinem achten Lebensjahr in Paris

(Quelle: Taz) 24.07.2004

Schlechte Zeiten für Fonds

Kippen Finanzämter Steuerkonzepte

Die Finanzämter segnen die Steuerkonzepte der Filmfonds nicht mehr ab. Verständlich, dass die Anbieter von Filmfonds nervös werden. Denn werden die Steuerkonzepte der Fonds von den Finanzämtern tatsächlich gekippt, verlieren Tausende Anleger die Steuervorteile, derentwegen sie eine Beteiligung eingegangen sind. Ein Beispiel bot sich Ende März, als das Finanzamt entgegen vorheriger Angaben die Steuermindernden Anfangsverluste der Ideenkapital AG nicht anerkannte. 145 Mill. Euro wurden von 4 600 Kommanditisten des Fonds Mediastream IV eingezahlt. Ideenkapital-Sprecher Axel Pollheim beschreibt die Konsequenz folgendermaßen: "Im schlechtesten Fall werden die Rendite nach Steuern von 12,06 auf etwa vier Prozent jährlich nachgeben. Wir unterbreiten den Anlegern nächste Woche einen neuen Lösungsvorschlag." Allerdings wurde der erste Vorschlag Ende Mai prompt abgelehnt. Hiernach sollten Vermarktungsfonds in einen Produktionsfonds umgewandelt werden. Doch eine Garantie besteht für die neue Lösung genauso wenig.

(Quelle: Handelsblatt) 23.07.2004

Schnippel yourself!

Nachtoperationen nicht lukrativ für RTL

Da die Kommission für Jugendmedienschutz die Sendegenehmigung insofern einschränkte, im Fernsehen vollzogene Schönheitsoperationen erst ab 23 Uhr senden zu dürfen, verzichtete RTL 2 auf das geplante OP-Spektakel und verwarf damit auch das Vorhaben diverser chirurgische Eingriffe bei den TV-Shows "The Swan" (ProSieben) und "Alles ist möglich" (RTL). Der Chef der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), Wolf-Dieter Ring, bemerkt nach einer Sitzung am Dienstag: "Schönheitsoperationen sowie das Vorher und Nachher dürfen im Fernsehen nicht vor 23 Uhr ausgestrahlt werden, da sie reinen Unterhaltungszwecken dienen und auf Kinder und Jugendliche und ihre Entwicklung eine beeinträchtigende Wirkung haben können!" Momentan werden die Operationen nur sonntags um 21.30 Uhr in der US-Show "I Want a Famous Face", (MTV) gezeigt - hier können Jugendliche sich nach dem Vorbild ihres Idols verunstalten lassen.

(Quelle: Spiegel) 21.07.2004

Palästinenser und Israelis:

Zeitgleiche Filmfestivals

Palästinenser und Israelis veranstalteten gleichzeitig Filmfestivals in Ramallah and Jerusalem - benachbarte Städte, die seit mittlerweile fast vier Jahren im Krieg leben. Die 17-jährige Palästinenserin Liana Saleh präsentierte hier ihren ersten Film. "Wir sind mehr, als nur Opfer eines Krieges! Wie überall auf der Welt hat man auch hier Träume und Hoffnungen.", erklärte sie vor Beginn des screening von "A Boy and a Color Box.". Der Film handelt von jungen Palästinensern, die für ihre Träume kämpfen. Rund 500 Kinobesucher bedachten ihn mit Standing Ovations. Achtzig Filme, davon allein fünfzig ausländische Produktionen wurden auf dem International Film Festival in Ramallah präsentiert. Insgesamt wurden mehr als 7000 Karten verkauft und rund um Ramallah wurden mobile Kinos aufgebaut, da der Ort normalerweise nicht mehr, als ein Filmtheater zu bieten hat. Zeitgleich fand 10 Meilen weiter südlich das 21ste Film Festival in Jerusalem statt. Begonnen wurde mit "Life is a Miracle", ein Film des in Sarajevo geborenen Regisseurs Emir Kusturica. Sein Werk ist ein ironischer Anstoß an den bosnischen Bürgerkrieg 1992-1995. Organisatoren der beiden Festivals betonten, dass man nicht vorhabe sich gegenseitig auszustechen. Einige Besucher, wie z.B. Humbert Balsan, Vorsitzender der europäischen Filmakademie besuchte beide Festivals und erwähnte, er würde sich freuen, die beiden Events zusammen agieren zu sehen. Der einzige Film, der zwar auf beiden Festivals präsentiert werden sollte, doch aufgrund eines Protestes seitens des palästinensischen Regisseurs Tawfik Abu Wael letztendlich nicht gezeigt wurde, war "Thurst". Grund dafür war, dass die Organisatoren die nötigen Breitschirmprojektoren nicht zur Verfügung stellen konnten.

(Quelle: cnn) 20.07.2004

Hauptsache Fernsehen

Was braucht es zum Glück?

Laut einer Studie des BAT-Freizeitforschungsinstituts liegt Zuhause bleiben anstatt ausgehen voll im Trend. Zum Glücklichsein reiche den Deutschen schon ihr Fernsehgerät (68%). Knapp dahinter liegen gutes Essen zu Hause (47%) und eine Zeitung mit 46 %. Die Urlaubsreise hinkt mit nur 40% hinterher. "Die Bundesbürger erwarten vom Leben heute nicht das ganz große Glück", so Institutsleiter Horst Opaschowski. "Es sind eher die kleinen Glücksmomente des Lebens in einer entspannten, störungsfreien Atmosphäre." Partner (52%), Kinder und Familie (48%), nette Nachbarn (33%)... standen inmitten Fernseher, Stereoanlage und Computer auch mit auf der Liste. Für die Studie wurden insgesamt 2000 Personen ab 14 Jahren gefragt, was sie zum Wohlfühlen brauchen.

(Quelle: Shortnews) 16.07.2004

Werbevertrag verscherzt

Bush-Witz mit Folgen

Wegen spöttischer Bemerkungen über den US-Präsidenten verlor Hollywood-Star Whoopi Goldberg nun ihren Werbevertrag beim Konzern Slim Fast. Nach einer sexuellen Anspielung auf den Namen des Staatsoberhauptes (im Umgangsenglisch steht "Bush" als Begriff für primäre weibliche Geschlechtsteile), zeigte sich das konservative Amerika empört. Neben Whoopi, die in New York auf einer Wahlkampfveranstaltung für Präsidentschaftskandidat John Kerry aufgetreten war, nahmen unter anderem auch John Mellencamp, Jon Bon Jovi, Paul Newman und Meryl Streep teil. Auch wenn viele konservative Organisationen schon kurz nach der Veranstaltung mit Boykottmaßnahmen gegenüber den Slim-Fast Produkten drohten und die Mitwirkenden in New York als Zielscheibe von Beschimpfungen benutzt hatten - einer amüsierte sich gewiß. Präsidentenanwärter Kerry dankte allen für "einen außerordentlichen Abend".

(Quelle: Spiegel) 15.07.2004

Dreh von "Ocean's Twelve"

Von italienischer Mafia erpresst

23 Männer und Frauen des berüchtigten Mafia-Clans aus Trapani seien wegen Erpressung zahlreicher Unternehmer in der Region um Trapani auf Siziliens verhaftet wurden, so italienische Zeitungen. Zuletzt waren auch die Dreharbeiten zu "Ocean's Twelve" ins Visier der Schutzgelderpresser geraten. Nachdem mehrere Mafia-Mitglieder rund um die Drehorte gesichtet wurden, habe die Polizei ein Großaufgebot an Beamten gestellt, um die Fortsetzung der Dreharbeiten zu sichern. Außerdem hätten sich mehrere Mafiosi ständig in der Nähe des Hotels aufgehalten, in dem Brad Pitt und Catherine Zeta-Jones untergebracht waren. Sprecher der Polizei beteuerten aber, dass die Schauspieler zu keiner Zeit in Gefahr gewesen seien. George Clooney, Julia Roberts und Matt Damon, die schon bei "Ocean's Eleven" mitgespielt hatten, waren nicht an den Dreharbeiten auf Sizilien beteiligt.

(Quelle: Spiegel) 15.07.2004

Verfilmung von Arnies Leben

Prochnow als Schwarzenegger

Jürgen Prochnow soll Arnold Schwarzenegger in einer zukünftigen Verfilmung von Schwarzeneggers Leben verkörpern. Initiator des Filmprojekts ist der amerikanische Fernsehsender A&E, der die Verhandlungen mit Prochnow, 63 bereits eingeleitet hat. Geplant ist eine Biografie fürs Fernsehen mit dem Titel "See Arnold Run". Die Dreharbeiten sollen im August beginnen. Die Darstellung des jungen Schwarzenegger wird der österreichische Schauspieler und Bodybuilder Roland Kickinger übernehmen.

(Quelle: Spiegel) 14.07.2004

Menegoz erneut gewählt

Präsidentin von Unifrance

Margaret Menegoz wurde erneut zur Präsidentin von Unifrance, der Promotion-Agentur für den französischen Film gewählt, sie folgte Daniel Toscan Du Plantier, der während der letztjährigen Berlinale einen Herzanfall erlitt und starb.

(Quelle: Unifrance) 13.07.2004

Kampf gegen Raubkopierer

GB mit neuer Strategie

In Großbritannien hat sich die Filmindustrie zusammen getan, um gemeinsam Film-Fans über die Folgen des Kaufs illegaler DVD-Kopien zu informieren. Die Kampagne startete Montag dieser Woche. Dabei werden Verbindungen von Raubkopien mit Terrorismus, Drogenhandel, Zuhältern und pädophilen Organisationen thematisiert. Teilweise stehen sehr harte Texte auf Plakaten: "Terrorist Groups sell DVDs to raise funds". In London seien es vor allem chinesische Gangs, die illegale Einwanderer zwingen würden, die Ware zu verkaufen. Hohe Umsätze und geringes Risiko erwischt zu werden führten zu ständigem Anstieg des illegalen Handels. Diese Behauptungen basieren auf Schlüssen der "Federation Against Copyright Theft!". Andere Stimmen meinen jedoch, dass solche terroristischen Aktivitäten in Großbritannien noch nicht so weit verbreitet seien. Im Jahr 2003 hatte dies zu einem ungefähren Verlust von 750 Mio. Euro für die Filmindustrie geführt. Man rechne mit einem Anstieg in den kommenden Jahren auf bis zu 1,5 Mrd. Euro. Mit der Kampagne wolle man die Filmindustrie wieder durch den Kauf von regulären DVDs zu unterstützen.

(Quelle: futurezone) 13.07.2004

Digitale Schleichwege

Deutschland noch nicht bereit

Das digitale Fernsehen hat es schwer in Deutschland. Eine neue Studie des Marktforschungsunternehmens Goldmedia macht alle bisherigen Annahmen zur Nichte. So werde bis 2010 nicht einmal die Hälfte der deutschen Haushalte digitales TV empfangen. Knapp verfehlt hat damit die Ära Helmut Kohl, welche von einer kompletten Umstellung auf die moderne Fernsehtechnik bis zum Ende 2010 ausgegangen war. Der Hauptgrund liegt wohlmöglich in den Kabelnetzen liegt. Demnach gibt es immer noch Auseinandersetzungen bezüglich der Kosten zwischen den Sendern und Kabelnetzbetreibern. Außerdem stockt die Konsolidierung des Kabelgeschäfts. Letzte Woche kündigte das Kartellamt eine intensivere Prüfung der geplanten Übernahme der Regionalgesellschaften Ish, Iesy und Kabel BW durch den Marktführer Kabel Deutschland an. Das digitale Angebot bleibt angesichts der seit Jahren aufkommenden Strukturfragen bisweiteren ungelöst. Ein anderes Problem besteht in den Fernsehgeräten, welche noch nicht über digitale Empfänger verfügen. Jedoch soll ab 2007 jedes neue Gerät mit einem solchen Empfangsteil ausgerüstet werden.

(Quelle: Spiegel) 12.07.2004

James-Joyce-Auktion

361.000 Euro für ‚Porno-Brief'

Bei einer Auktion in Londons berühmten Auktionshaus Sotheby's brachte ein Liebesbrief des irischen Schriftstellers James Joyce an seine spätere Ehefrau und Muse Nora Barnacle einen Erlös von 361.000 Euro. Ein anonymer Bieter bekam am Donnerstagabend den Zuschlag für einige im Dezember 1909 geschriebene Zeilen des Schriftstellers. In dem Brief beschreibt Joyce mit zahlreichen Obszönitäten, wie er seine Lust nach ihr befriedigen wolle. Das Schriftstück, das für lange Zeit als verloren galt, lockte Bieter aus der ganzen Welt. Geschätzt wurde es zunächst auf rund 90.000 Euro, jedoch wurde der Erlös zum Auktionsrekord für einen aus dem 20. Jahrhundert stammenden, englischen Brief. James Joyce (1882-1941) hatte Nora Barnacle 1904 in Dublin kennen gelernt. Die beiden heirateten aber erst 1931. Weitere Briefe des Autors von "Ulysses" an Barnacle kamen ebenfalls unter den Hammer. Allerdings erzielten die eher romantischen Briefe nur 72.000 Euro bzw. 50.000 Euro. "Ulysses", der als Jahrhundertwerk geltende Roman wurde jetzt zum zweiten Mal unter dem Titel "Bloom" von dem irischen Regisseur Sean Walsh verfilmt.

(Quelle: Spiegel) 10.07.2004

Bayrischer Verdienstorden

Link und Schamoni

Die Oscar-prämierte Regisseurin Caroline Link ("Nirgendwo in Afrika") und der Produzent Peter Schamoni sollen mit dem Bayrischen Verdienstorden ausgezeichnet werden. Edmund Stoiber, der bayerische Ministerpräsident, wird kommenden Montag persönlich die weiß-blaue Auszeichnung insgesamt 64 Personen in der Münchner Residenz überreichen.

(Quelle: Mediabiz) 10.07.2004

Anpassung an Bildschirme

Machen TV & PC kurzsichtig?

Die zunehmende Kurzsichtigkeit der Bevölkerung führen australische Wissenschaftler auf die wachsende Mediennutzung zurück. So könnte die Verschlechterung der Sehfähighkeit eine Art Anpassung an den Bildschirm sein, an dem die Menschen immer mehr Zeit verbringen. Besonders der asiatische Raum sei stark betroffen. Dort leiden bereits 80 Prozent aller 18-Jährigen (die den Militärdienst absolvieren) an Kurzsichtigkeit (Myopie). Als Indiz für ihre These legen die Forscher eine Beobachtung aus dem indischen Raum vor, wo 70 Prozent der in Singapur lebenden Jugendlichen (indischer Abstammung) an der Sehschwäche leiden, hingegen deren Verwandte aus dem Umkreis nur in 10 Prozent der Fälle kurzsichtig sind. Dieses soll eine Folge des veränderten Lebensstils sein. Auch in den westlichen Ländern wird die Myopie immer weiter ansteigen, so Ian Morgan von der Australian National University in Canberra, "da Kinder sich immer länger in Häusern aufhalten und vor Computer und Fernsehen sitzen". Die "Bildschirmhypothese" kann als eine Art Common-Sense-Erklärung für die Bücherwürmer verstanden werden, welche durch vieles Lesen den Augen schaden und zur Kurzsichtigkeit führen soll. Karla Zadnik vom Ohio State University College of Optometry bezweifelt die Richtigkeit dieser These. Ihrer Meinung nach seien noch nicht alle Faktoren der Lebensweise untersucht worden, die ein genaueres Ergebnis geben könnten. So werden beispielsweise keine Vergleichszahlen genannt, inwieweit asiatische Kinder mehr vor dem Fernsehen sitzen als Kinder aus den westlichen Ländern oder warum manche Menschen trotz einer hohen Mediennutzung normalsichtig bleiben.

(Quelle: Heise.de) 09.07.2004

Todesfall im Douglas-Clan

Eric Douglas verstorben

In seiner Wohnung in Manhattan wurde die Leiche des jüngsten Sohns von Kirk Douglas tot aufgefunden. Eine Putzfrau entdeckte Eric Douglas in seinem Drei-Zimmer-Appartment. Eine Obduktion soll klären, woran der 46-jährige gestorben ist. Nach Angaben der Polizei gibt es bislang keine Hinweise auf ein Verbrechen. Die Familie habe völlig schockiert und traurig reagiert, so ein Sprecher. Der Halbbruder von Michael Douglas soll seit Jahren an Drogenproblemen gelitten haben und mehrmals in Haft und in Entzugskliniken gewesen sein. Im Jahre 1999 ist er wegen Dorgenmissbrauchs in ein achttägiges Koma gefallen, wodurch Eric in den Folgejahren Schwierigkeiten beim Gehen und Sprechen hatte. Eric hatte gelegentlich Film- und Fernsehauftritte, kam aber nie an den Erfolg der beiden berühmten Familienmitglieder heran. In einem Zeitungsinterview hatte Eric einmal gesagt, dass ihm der Ruhm von Kirk und Michael zu schaffen mache und er den Erwartungen der Familie nicht gerecht werde.

(Quelle: Spiegel) 08.07.2004

Hamburger Filmförderung

Probleme beigelegt?

Die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit (BWA) will Geld für die Filmförderung aus dem Etat der Wirtschaftsförderung abzweigen, um somit die halbierte Hamburger Filmförderung auszugleichen. Der Betrag und die Vorgehensweise seien jedoch noch nicht endgültig festgelegt, sagte Christian Saadhoff, Sprecher der Behörde für Wirtschaft und Arbeit, und revidierte damit Angaben der Bild-Zeitung über 2,8 Mio. Euro. Die Sparpläne hatten zuvor für Proteste aus der Filmwirtschaft gesorgt. Zuletzt durch Wim Wenders, der sich mit einem Offenen Brief an die Hamburger Regierungsvertreter gewand hatte, in dem er drohte sich von der Hansestadt zu verabschieden. Außerdem hat das ZDF seine mehrjährige Förderkooperation mit der Filmförderung gekündigt.

(Quelle: Mediabiz) 08.07.2004

Mohaher TV

Persien nach Deutschland

Am gestrigen Dienstag hat die DLM (Dierektorenkonferenz der Landesmedienanstalten) dem TV-Sender Mohajer TV die Zulassung erteilt. Das persischsprachige Programm soll per Satellit ausgestrahlt werden und unter dem Schwerpunkt Unterhaltung die Bereiche Dokumentation, kulturelle Berichte, Musik und Filme abdecken. Nicht mit eingeschlossen sind die Sparten Religion und ideologische Lebensweisen. Der am gleichen Tag diskutierte Sender "Pro 6", wurde als Mediendienst eingestuft. Dieser soll ein TV-Erotikangebot enthalten, welches seine erotischen und teils pornographischen Angebote in 3 Programme mit je zwei Kanälen abstufen will, die dann nur einzeln abrufbar sind. Daneben will der Vertreiber mittels Post-Ident-Verfahren oder direkt beim Händler die Volljährigkeit des Kunden nachweisen und im weiteren Verlauf durch PIN-Codes und den jeweiligen Fingerabdruck einen Mißbrauch unmöglich machen, den Jugendschutzgesetzanforderungen gerecht zu werden sowie eine geschlossene Benutzergruppe zu sichern. Bevor nun weitere Schritte unternommen werden können, muss vorerst noch die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) die Entscheidung der DLM bestätigen.

(Quelle: Mediabiz) 07.07.2004

Monte Carlo TV-Fest

Preisverleihung

Zwei deutsche Produktionen konnten in diesem Jahr auf dem TV-Festival in Monte Carlo die Jury überzeugen. Für ihre Rolle in "Die Frau des Architekten" bekam Jeanette Hain die Auszeichnung in der Kategorie beste Schauspielerin. Im Bereich Nachrichten wurde die Spiegel- TV-Reportage "In Gottes Namen- Die Rekruten des Heiligen Krieges" mit der Goldenen Nymphe geehrt. Der Hauptpreis für den besten TV-Film ging an die südkoreanische Produktion "The Swamp".

(Quelle: Mediabiz) 06.07.2004

Engländer entdecken Tabubruch

Hitler im Doppelpack

Die zwei deutschen Regisseure weichen von den ungeschriebenen Gesetzen ab und drehen gleich zwei extrem teure Filme über Adolf Hitler. Bislang galt es als ein Tabu den Nazi-Führer in den Mittelpunkt zu stellen, er durfte bestenfalls als Nebenfigur gezeigt werden, war häufig nur von hinten zu sehen. Bernd Eichinger's Film "Der Untergang" und der Dreiteiler fürs Fernsehen "Des Teufels Architekt" von Heinrich Breloer werden am Ende diesen und Anfang nächsten Jahres zu sehen sein. Die Deutschen haben immer noch Probleme mit der Darstellung der Figur von Hitler, fürchten sich davor, dass ewig Gestrige der filmischen Darstellung Positives abgewinnen könnten.

(Quelle: Guardian) 05.07.2004 

Harte Worte von Cosby

an die schwarze Bevölkerung

Bill Cosby beschuldigte am Donnerstag die Schwarze Bevölkerung, als er Aktivisten sagte, dass deren Kinder auf der Strasse herum laufen ohne lesen und schreiben zu können und es so zu nichts bringen werden. Harte Worte hatte der Schauspieler auch für schwarze Männer, die ihre Frauen schlagen. Er sagte weiterhin, dass es kein Grund ist ihre Aggressionen an ihre Frauen auszulassen nur weil sie keine Arbeit finden. Sie hätten ihre Chance in der High School nützen und mehr Verantwortung für sich übernehmen sollen. Cosby machte bereits Schlagzeilen im Mai, als er Männer wegen deren Grammatik und Aussprache kritisierte und sie beschuldigte die Möglichkeiten, die ihnen die Bürgerrechtsbewegung biete, zu verschwenden.

(Quelle: CNN) 05.07.2004

Filmlegende Marlon Brando

80 jährig gestorben

Er war einer der größten Schauspieler der Leinwand, ein Phänomen. Woran er gestorben ist, wurde nicht bekannt gegeben, Herzschwäche und Übergewicht haben ihn zuletzt schwer belastet. Was die Welt verloren hat an dem kantigen, unberechenbaren, rebellischen, provokanten, wilden und undurchschaubaren Schauspieler, würde viele Bände füllen. 

Seit seinem Durchbruch mit "Endstation Sehnsucht" (R: Elia Kazan) hat er Filmgeschichte geschrieben, hat das, was Lee Strasberg in seinem Actors Studio an Schauspieltheorie lehrte, in sicht- und spürbare Erfolge verwandelt. Seine Darstellung etwa in "Apocalypse Now", dem "Paten" oder "Freshman" bleibt unvergessen.

Die letzten Jahre hat er, hoch verschuldet, vornehmlich im Bett zugebracht, sich aufgegeben, als gelte es, einmal mehr eine tragische Situation glaubwürdig zu verkörpern.

(Quelle: CNN) 02.07.2004     22:00

16jähriger verhaftet

illegale Spiderman-Kopie

Ein Teenager wurde letzten Mittwoch in einem Kino in Kalifornien verhaftet, nachdem ihn der Vorführer von "Spider-Man 2" mit einem Nachtsichtgerät dabei beobachtete, wie er den Film mit seinem Camcorder aufnahm. Dem 16jährigen droht jetzt eine Anklage nach dem neu erlassenen Gesetz vom ersten Januar. Danach können illegale Kopien mit bis zu einem Jahr Gefängnis und einer Geldstrafe von $2,500 bestraft werden. Derzeit verhandelt die Staatsanwaltschaft noch, ob eine Anklage erhoben wird. Die Filmindustrie hatte in einer Initiative gegen Raubkopien jedem Kinoangestellten $500 geboten, wenn diese Fälle von unerlaubten Filmmitschnitten weitergeben. Mit Camcordern werden weltweit 92% aller illegalen Kopien erstellt, die online oder an Straßenecken verkauft werden.

(Quelle: CNN) 01.07.2004

 

Juni 2004

 

Abfilmern droht Haft

Gesetz verabschiedet

Ein neues Gesetz zum Schutz vor "Kopieraub" wurde jetzt in den USA festgelegt. Demnach werden "Digital-Langfinger" mit einer hohen Geldbuße oder Haftstrafen von bis zu drei Jahren verurteilt. Der Gesetzentwurf stammt vom texanischen Senator John Cornyn und der kalifornischen Senatorin Dianne Feinstein und hat nun unter dem "Artist Rights and Theft Prevention Act" den US-Senat passiert. Ebenso der "Intellectual Rights Agains Theft Expropriation (PIRATE) Act", welches die zivilrechtliche Verfolgung von Filesharern erlaubt.

(Quelle: Mediabiz) 30.06.2004

Fête du Cinema

Kino für 1,50 Euro

Vom 27 bis 29 Juni feiern die französischen Kinos zum 20. Male ihre Fête du Cinema, Kino zu Eintrittspreisen von 1,50 €. Auch in diesem Jahr erweist sich diese Marketingmaßnahme als geschickter Schachzug und würdige Konkurrenz zu anderen Sommer- Vergnüglichkeiten. 1,5 Millionen Zuschauer haben das Angebot bisher wahrgenommen und auf ihre Weise ihre Liebe zum Kino zum Ausdruck gebracht. Zahlreiche Schauspieler, Produzenten und Regisseure unterstützen die Aktion.

(Quelle: Fête du Cinema) 29.06.2004

Schneller erwachsen werden

Fernsehen macht's möglich

Kommt man durch Fernsehen früher in die Pubertät? Viele Eltern bezweifeln nicht, dass wiederholter "Genuss" von "Sex and the City" oder andere Arten von Shows ihre Töchter in Lolitas verwandeln, und die Gefühlswelt ihrer Söhne durcheinander bringen könnte. Untersuchungen der Florence University zeigen aber ganz andere Dinge auf: Fernsehschauen, egal, welches Programm, soll helfen erwachsen zu werden. Die Studie zeigt, dass bei Kindern, die sich viel mit TV, Computer und Video beschäftigen, eine überhöhte Produktion des Hormons Melatonin verweisen. Eine der Auswirkungen, die Melatonin nachgesagt werden, ist, den Übergang vom Kind zum Erwachsenen zu verringern. Bei der Studie waren 74 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, die durchschnittlich drei Stunden am Tag vor einem Bildschirm sitzen, dabei. Während der Woche des Experimentes wurden sie dazu angehalten diesen Zeitraum zu vergrößern. Im Ausgleich wurden ihre Familien gebeten weniger Licht anzuhaben. Das Ergebnis war ein durchschnittlicher Melatonin-Anstieg von 30%, besonders bei den Jüngsten. Schon vorher hatte eine andere Studie bewiesen, dass je mehr man fern schaut, desto wahrscheinlicher sei frühe sexuelle Erfahrung. Da Melatonin sich auch auf das Schlafverhalten auswirkt, bringt man auch andere Dinge, wie Schlafstörungen und Alpträume damit in Zusammenhang. V.a. die Eltern der Kinder seien bei dem Versuch erst skeptisch gewesen, da sie befürchteten, dass ihre Kinder nicht zu dem normalen Pensum zurückkehren würden. Jüngere Kinder hätten sogar geweint, wenn ihnen der Fernseher wieder weggenommen wurde. Jedoch wurde den Kindern am Ende ein Buch und ein Gesellschaftsspiel überreicht, dass wohl ein Trost war.

(Quelle: Media Guardian) 28.06.2004

Moore-Doku

Kritikerstimmen

In mehreren hundert Kinos in den USA läuft Michael Moores Bush-kritische Dokumentation "Fahrenheit 9/11" heute an. Schon im Vorverkauf standen in den USA Schlangen vor den Kinokassen um sich Eintrittskarten zu sichern. Und auch die amerikanische Kritikerschaft widmet sich hingebungsvoll dem Film, kam allerdings zu geteilten Auffassungen. ‚Variety' schrieb, dass der Film weit weniger Zündstoff biete als erwartet. Die Dokumentation operiere weit mehr mit emotionalen Appellen als mit Beweisen gegen den Präsidenten. Der ‚Boston Globe' verweigerte dem Film sogar die Einordnung als Dokumentation: "'Fahrenheit 9/11' mag vieles sein, aber um Gotteswillen, bezeichnen wir ihn nicht als Dokumentation." Nach Angaben der ‚New York Times' solle "Fahrenheit 9/11" erst einmal als temperamentvolle und ungestüme Übung in demokratischer Selbstverwirklichung gesehen werden. Die ‚USA Today' fand dagegen nur Lob für den Film: "Kein Kinogänger wird sich langweilen. Die vernichtende Attacke gegen den Irakkrieg und George W. Bushs Präsidentschaft ist informativ, provokativ, erschreckend, unwiderstehlich, witzig, manipulativ und vor allem unterhaltsam." Die Auffassung der ‚Time' sah ganz anders aus. Der Film sei insgesamt ein erschreckend fesselnder Leitfaden durch Moores Auffassungen von Fehlern und Vergehen der Bush-Regierung, der Gesprächstoff für die steigende Anzahl von Bush-Gegnern liefere. "Es ist die gut vorgebrachte, aus dem Herzen kommende Energie seiner Überzeugungskraft. Obwohl vieles schon bekannt ist, bringt Moore es auf den Punkt. Ein Blick zurück, der wie ein Ausblick in die Zukunft wirkt", so die ‚Washington Post'. Auch ‚Village Voice' äußerte sich: "Wenn Moore ernst zu nehmen ist, dann nicht, weil er ein großer Filmemacher wäre (weit entfernt), sondern weil er sein Talent für Verspottung mit der Wut moralischer Entrüstung anreichert."

(Quelle: Spiegel) 25.06.2004

US-Wahl im deutschen TV

Vorurteilen begegnen

Öffentlich-Rechtliche und Private planen jetzt schon die Übertragung der US-Präsidentschaftswahlen im November, wo George W. Bush gegen den Demokraten John Kerry antreten wird. Vorurteilen gegenüber der Weltmacht und ihrem anscheinend stupiden Präsidenten wollen die Sender mit gut recherchierten Fakten entgegen steuern. "Da in Deutschland die Vorurteile gegenüber den USA und Bush bereits zementiert sind, wollen wir dem Affen keinen Zucker mehr geben", so Arnd Henze von der WDR-Auslandsredaktion. RTL will unmittelbar vor dem Wahltag eine zweiteilige Dokumentation über die amerikanische Geschichte bis zur Gegenwart ausstrahlen. Auch bei der aktuellen Berichterstattung plane man "Amerika nicht nur in der Nabelschau Washingtons, sondern in vielen Facetten abzubilden". Das ZDF will sich hingegen Amerikas Hinwendung zur religiösen Rechten und zum Fundamentalismus widmen. Derweil glaubt Ex-USA-Korrespondent Elmar Theveßen, dass die Irak-Frage nicht wahlentscheidend sein werde. Vielmehr werde man darauf schauen, ob die Amerikaner heute wirtschaftlich und sozial besser dastehen als vor vier Jahren. Auch wolle man sich damit auseinandersetzen, ob Kerry ein Thema finde, das ihn von Bushs Schwäche profitieren lasse. N24 wird die US-Wahl mit vielen Live-Beiträgen begleiten: "Wir konzentrieren uns auf das Drama, wie es sich den Amerikanern darstellt. Nachdem wir uns in unserer Berichterstattung sehr schnell auf Bush eingeschossen haben, müssen wir jetzt zeigen, warum die Amerikaner so ticken wie sie ticken." Weiterhin soll erklärt werden, warum nach dem 11. September und dem Irak-Krieg sich das Klima zwischen Amerika und Europa deutlich abgekühlt hat. Während man in Deutschland durch die Folter im Irak von einem Imageverlust der Amerikaner spricht, redet der ehemalige Pentagon-Berater Richard Perle allerdings von einer "Wahrnehmungskluft" zwischen Europäern und Amerikanern. Man müsse mehr von den Erfolgen im Irak berichten: "Der Irak ist heute ein viel besserer Ort als unter Saddam Hussein." Es sei erstaunlich, dass dies im Ausland nicht gesehen werde. Es wird also viel zu berichten geben in diesem Herbst.

(Quelle: Frankfurter Rundschau) 24.06.2004

Kill Bill Vol.3

Tarantino plant Fortsetzung

Quentin Tarantinos "Kill Bill Vol. 1 + 2" mit Uma Thurman in der Hauptrolle erntete beste Filmkritiken, begeisterte weltweit Millionen von Zuschauern und füllte nebenbei die Kassen der Verantwortlichen. Rache und Gewalt sind eben lukrativ. "Deshalb ist Gewalt ja so filmisch. Sie kann ungemein fesselnd sein. Ich habe immer gesagt, dass Thomas Edison die Filmkamera erfunden hat, um Leute beim Küssen und Killen zu zeigen", so Tarantino, der in Filmen wie "Pulp Fiction" und "Reservoir Dogs" immer Gewalt und Komik vermischte. Jetzt plant er die Fortsetzung von "Kill Bill" zu einer Trilogie. Die Pläne sollen laut dem Regisseur aber erst in 15 Jahren verwirklicht werden. Teil Drei werde sich auf die Tochter der Killerin konzentrieren, die im ersten Teil von der Braut getötet wurde. Das Mädchen musste in "Kill Bill Vol.1" mit zusehen, wie ihre Mutter erdolcht wurde.

(Quelle: Spiegel) 23.06.2004

McDonalds

Werbeverbot in England?

Mit der neuen Werbeoffensive "Healthy lifestyle" versucht McDonalds Kindern gesundes Essen und Sport näher zu bringen. "Healthy lifestyle" ist die Antwort auf eine Attacke des Gesundheitsministeriums, das die Lebensmittelindustrie beschuldigte, Kinder durch Werbung dazu zu verführen, nur ungesunde Sachen zu sich zu nehmen. Im Gegenzug zu "Ich liebe es" Werbespots soll die neuste Kampagne junge Leute motivieren sich fit zu halten und viel Obst und Gemüse und weniger Süßigkeiten und andere ungesunde Dinge zu essen. Eine Reihe von zweiminütigen Clips mit einem tanzenden Ronald McDonald und einem weiteren Charakter namens Yum, die die neue Botschaft vermitteln sollen, wird im Kinderprogramm ausgestrahlt werden. Die Fast Food Kette erhofft sich so, das drohende Werbeverbot für ‚Burger und Pommes' zu verhindern. Labour-Parlamentsmitlgied Debra Shipley sieht den Versuchen von McDonalds jedoch skeptisch entgegen. Diese Art von Initiativen sei eine gute Idee, wenn nicht weiterhin riesige Geldmengen für Werbung für ungesundes Essen ausgegeben werden würden. Der einzige Weg sei diese Art von Werbung zu verbieten. Sobald sich das allgemeine Interesse neuen Problemen zuwende, würde die Industrie weiter machen, wo sie aufgehört hat. McDonalds zeigt aber guten Willen. Auch wenn die Haupteinnahmen weiterhin von den traditionellen McDonalds-Produkten kommen, fallen jetzt auch gesunde Produkte auf der Speisekarte auf. Außerdem wurden die Tennisspielerinnen Venus und Serena Williams für die Olympiade-Werbung unter Vertrag genommen, um eine Verbindung von McDonalds mit Sport zu schaffen. Auch der Rest der Lebensmittelbranche will jetzt, um das mögliche Verbot zu stoppen, mit dem Ministerium zusammen eine Kampagne starten.

(Quelle: Media Guardian) 22.06.2004

Ermittlungen rund um Vivendi

Messier in U-Haft

Nach Presseangaben soll sich der ehemalige Vivendi-Universal Chef Jean-Marie Messier zur Zeit wegen angeblicher Finanzmarktmanipulation in Untersuchungshaft befinden. Wegen Verdachts der Manipulation des Aktienkurses wird seit zwei Jahren gegen das Vivendi-Universal- Management ermittelt. Zuvor hatte auch die US- Börsenaufsicht SEC ein Ermittlungsverfahren einleiten lassen, welches Messier und Vivendi Universal der Bilanzfälschung beschuldigte, sich später jedoch mit dem Unternehmen einigen konnte. Auch gegen Guillaume Hannezo, dem ehemaligen Finazvorstand läuft seit Ende März ein Ermittllungsverfahren wegen des Vorwurfs der Insidergeschäfte und Verbreitung falscher Informationen an den Finanzmärkten.

(Quelle: Mediabiz) 21.06.2004

Filmpreisregen

Deutscher Filmpreis

Bei der diesjährigen Verleihung der deutschen Filmpreise, war "Gegen die Wand" der große Abräumer. Der Film wurde mit dem Filmband in Gold als bester Spielfilm, und Regisseur Akin für die beste Regie, Sibel Kekilli als beste Hauptdarstellerin und Rainer Klausmann für die beste Kamera ausgezeichnet. Weitere Preise in Silber gingen an "Kroko" von Sylke Enders und "Das Wunder von Bern" von Sönke Wortmann. Peter Lohmeier wurde vom Publikum als Schauspieler des Jahres ausgezeichnet und Mario Adorf erhielt den Ehrenpreis. Weitere Preise gingen an Sofia Coppola, Leander Haussmann, Detlev Buck, Sven Regener und Aelrun Goettes.

(Quelle: Spiegel) 18.06.2004, 21:35

20 Jahre Privatsender

Feierlichkeiten

In Mainz, dort wo vor 20 Jahren das öffentlich-rechtliche Fernsehmonopol beendet und Sat1 gegründet wurde, feierten sich die Privatsender selbst und ließen sich von Kanzler Schröder höchstpersönlich bestätigen, dass die damaligen Ängste vor dem Verlust der Kultur durch das Privatfernsehen unbegründet gewesen seien. Eine solche Einschätzung kann man wirklich nur jemand verzeihen, dessen Terminkalender das Betrachten des Fernsehschirms unmöglich macht.

(Quelle: Frankfurter Rundschau) 18.06.2004

Intertainment vs. Franchise Pictures

Urteil gesprochen

Das Urteil im Franchise-Prozess wurde zugunsten der Intertainment Licensing GmbH gesprochen. Demnach muss Franchise-Picture dem Kläger 77 Mio. Dollar Strafe zahlen. Damit werde die Summe abgedeckt, die Intertainment als Schaden zu bezeichnen hatte. Ein unabhängiger Berater hatte zuvor 115 Mio. Dollar kalkuliert, von denen schon ca. 40 Prozent durch den Kreditgeber von Intertainment, der HypoVereinsbank, abgeschrieben wurden. 
Das Unternehmen hatte das US-Studio Franchise Pictures im Dezember 2000 auf Schadenersatz wegen überhöhter Filmbudgets verklagt. Anstatt der damals vereinbarten 47 Prozent habe Intertainment die Kosten fast komplett übernehmen müssen.

(Quelle: Mediabiz) 17.06.2004

Film Förderung Hamburg

Einsparungen beim Film

Bei dem neuen Haushaltsentwurf 2005/06 der Freien und Hansestadt Hamburg seien härtere Einsparungen im Bereich der kulturellen Förderung geplant. Am stärksten wäre hierbei die regionale Filmwirtschaft davon betroffen. Es ist ein schwerer Schlag für den Film- und Fernsehstandort Hamburg, da die bisherige Filmförderung von sieben Mio. Euro in den kommenden zwei Jahren auf 3,5 Mio. Euro gesenkt werden soll. Die neuen Maßnahmen können zum langsamen Absterben des Film- und Fernsehstandorts Hamburg führen, obwohl dieser noch bis vor kurzem mit preisgekrönten Filmen von Regisseuren wie Fatih Akin ("Gegen die Wand ") und Florian Baxmeyer ("Die rote Jacke") sehr gut vertreten war.

(Quelle: Mediabiz) 16.06.2004

Fernsehfestival in Kanada

Preisverleihung

Unter den Preisträgern des diesjährigen 25. Banff Television Festivals in Kanada befindet sich auch eine deutsche Produktion. Während die meisten der 20 Preise in die USA oder England gingen, konnte eine deutsch- österreichische Produktion immerhin in der Kategorie "ARTS DOCUMENTARIES" trumpfen. Fast die Hälfte der Preise ging an britische Programme, darunter der Dokumentarfilm "True face of war". Zwei BBC Co-Produktionen gewannen ebenfalls Auszeichnungen, unter anderem für den besten sozial/politischen Dokumentarfilm ("My Family and Autism"). Im Breich beste kontinuierliche Serie gewann die USA mit "The Sopranos" (HBO). In Japan überzeugte eine Dokumentation über einen japanischen Lehrer und seine Schüler die Banff- Jury. Der japanische Sender NHK gewann den Global Television Award für "Full of Life, Learning to Care". 
Zehn Wochen vor Beginn des Fernsehfestivals standen die Veranstalter kurz vor der Insolvenz, doch das kanadische Unternehmen "Achilles LLP" rettete die Veranstaltung, welche mit rund 500,000 Pfund Schulden schon fast dem Untergang geweiht war.

(Quelle: Media Guardian) 15.06.2004

Jennifer Nitsch

Tödlicher Fenstersturz

Die Schauspielerin ist bei einem Sturz aus dem vierten Stock ihrer Schwabinger Wohnung ums Leben gekommen. Ob es sich um einen Unfall oder Selbstmord handelt steht zur Stunde noch nicht fest. Angeblich trug sich die 37 jährige Schauspielerin seit längerem mit Selbstmordgedanken, in ihren Rollen verkörperte sie vorzugsweise starke, kämpferische junge Frauen. Bekannt wurde sie 1991 mit "Allein unter Frauen", spielte in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen, unter anderem im "Schattenmann" sowie in "Nur eine kleine Affaire".

(Quelle: Spiegel) 13.06.2004

The Day After Tomorrow

Ideenklau?

Roland Emmerich soll wichtige Grundzüge seines aktuellen Filmhits geklaut haben. Das jedenfalls behauptet Ubaldo DiBenedetto, dessen Buch "Polar Day 9"  mit ähnlichem Sujet 1993 unter Pseudonym veröffentlicht wurde. 1998 hat er das Buch an Emmerichs Büro geschickt, dort wurde das Buch jedoch abgelehnt. Sowohl im Buch als auch im Film geht es um den vergeblich vor der Klimakatastrophe warnenden Wissenschaftler (noch nie vorher gesehen!), um US-Bürger die an der Grenze zu Mexico abgewiesen werden und um eine US Großstadt, die unter Eismassen begraben wird.

(Quelle: Spiegel) 12.06.2004

Ray Charles

Gestorben

Die Musiklegende Ray Charles ist tot. Der 73-jährige ist am Donnerstag an den Folgen einer Leberkrankheit in seinem Haus in Beverly Hills gestorben, so ein Sprecher des Sängers. Der zwölffache Grammypreisträger wollte in diesem Jahr, nach überstandenem Hüftleiden, wieder auf Tournee gehen. Er fühle sich fantastisch, so der Musiker im Herbst letzten Jahres bei der Ankündigung für seine Tour 2004. Ray Charles, der 1930 in Jellyroll, Florida geboren wurde, erblindete im Alter von sieben Jahren. 
Das Multitalent beherrschte auch eine große Anzahl an Musikinstrumenten (unter anderem Klarinette, Orgel und Saxophone) und hatte Gastauftritte in einigen amerikanischen TV-Sendungen ("The Nanny"). Er wurde durch Lieder wie "Georgia on My Mind" und "Unchain my heart" weltberühmt.

(Quelle: ARD) 11.06.2004

TV Journalist gestorben

Klaus Simmering erlag Krankheit

Am 21. April starb der TV Journalist Klaus Simmering an einem aggressiven Hirntumor. Sein Tod ist ein großer Verlust für den Wissenschaftsjournalismus und das Fernsehen. Die Projekte des 45-Jährigen "Schneller als das Licht" und "Auf dem Weg zum UFO-Antrieb" liefen 1999 und 2000 wöchentlich im Nachtprogramm der Space Night auf Bayern Alpha. Er hinterlässt seine Frau Sylvia Itzigehl und die Kinder Paul und Veronika. Klaus Simmering wurde am 21. August 1958 in Bochum geboren. Nach dem Gymnasium und dem Publizistik-Studium in Bochum arbeitete er als freier Autor für den Westdeutschen Rundfunk und das Zweite Deutsche Fernsehen. 1995 wurde durch Klaus Simmering Film "Eine Reise an die Grenze der Physik" der Öffentlichkeit erstmals bekannt dass mehrere Labore Signale mit Überlichtgeschwindigkeit übertragen hatten. Ebenfalls in der wöchentlichen Space Night war sein Film "300 Jahre erstunken und erlogen?" den er mit den Worten: "Mich beschäftigt eine abenteuerliche These" (dem Leitmotto seiner Arbeit) leitete, zu sehen. Der Film beschäftigt sich mit der Hypothese des Systemanalytikers Dr. Heribert Illig, die Zeit von 614 bis 911 nach Christus habe es nie gegeben, es fehlten architektonische und historische Beweise dieser Epoche. Wo andere abwinkten, wurde Simmering erst aufmerksam. Getrieben von dem Willen, Wissen zu schaffen, zog es ihn an die Universitäten und Labore dieser Welt. Simmering konnte mit nachvollziehbarer Logik aus normalen Archiven und Laboren Orte voller Geheimnisse machen, ohne sie zu mystifizieren. Er sei ein "sehr neugieriger, sensibler, gründlicher, integerer Journalist" gewesen, so die Redakteurin beim Mitteldeutschen Rundfunk, Martina Wagner. Seine Reihe "science in fiction," produzierte Simmering mit seinem Kollegen Achim Kampmann für das 3Sat-Wissenschaftsmagazin Nano. Später stand der Mensch im Zentrum des Interesses Klaus Simmering. Für einen Arte-Themenabend zur "Entschlüsselung der Gefühle" begab er sich auf eine "Exkursion in die Natur des Unbewussten." Für seinen Film "Ich bin schizophren, aber nicht verrückt" erhielt er 2002 den Journalistenpreis "Schizophrenie und Stigma 2002.

(Quelle: Heise) 09.06.2004

Pixar und Disney

Wiedervereinigung möglich

Nach gescheiterten Gesprächen über eine Verlängerung ihrer Zusammenarbeit, hatten Pixar und Disney sich im vergangenen Februar nach fast 10 Jahren Erfolgsgeschichte getrennt. 1995 kam mit "Toy Story" das erste gemeinsame Projekt in die Kinos und mit "Findet Nemo" hatte die Kooperation seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Jetzt scheint eine Wiedervereingung der beiden denkbar. Pixar-Chef Steve Jobs erklärte, dass man weiterhin flexibel sei, zumindest im Bezug auf eine neue Verleihpartnerschaft mit Disney. Man würde alles überdenken, doch bis jetzt habe es noch keine "neuen Vorschläge von irgendjemandem" gegeben. Jedoch sei es auch sehr wahrscheinlich nach Beendigung des Vertrages mit Disney im kommenden Jahr mit einem neuen Verleihpartner zusammen zu arbeiten. Potenzielle Kandidaten seien u.a. MGM und Time Warner. Vor Auslaufen des Vertrages werden noch die Filme "Incredibles - Die Unglaublichen " und "Cars" zusammen realisiert.

(Quelle: Mediabiz) 08.06.2004

Nino Manfredi

Legende des italienischen Kinos gestorben

Er hat in mehr als 100 Filmen mitgespielt und gehörte einfach dazu, zum italienischen Kino der letzten 50 Jahre. Neben seiner Schauspielarbeit hat er auch diverse Drehbücher verfasst und einige wenige Male auch Regie geführt. Bekannte Titel waren: "Die Verliebten", "Tòtò, Peppino und das leichte Mädchen", "Der Windhund von Venedig", "Don Vesuvio und das Haus der Strolche", "Diebe sind auch Menschen", "Das jüngste Gericht findet nicht statt", "Die Puppen", "Seitensprung auf italienisch", "Vagabunden wie wir",  u.v.a. Manfredi starb am 4. Juni 83 jährig an den späten Folgen eines Schlaganfalls.

(Quelle: RAI) 06.06.2004

Stasi-Outings

Neue Überaschungen bei der ARD.

Kommende Woche landet ein von der ARD in Auftrag gegebener Bericht der freien Universität Berlin auf den Schreibtischen der ARD-Intendanten. Das zunächst unter Verschluss zu haltende Papier enthält Namen diverser nicht enttarnter ARD-Mitarbeiter, die für den Staatsicherheitsdienst gearbeitet haben. Besonders stark betroffen sollen die Sender MDR, WDR und RBB sein. 

(Quelle: Spiegel) 05.06.2004

Mehr Wettbewerb

Bei Fußball-Übertragungsrechten.

Die Regeln der Fußballübertragung im Fernsehen soll in Zukunft anderes gestaltet werden. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ließen verlauten, dass jetzt neue Wege einschlagen werden, um mehr Programmvielfalt bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu erzeugen. Die besten Spiele der Saison sollen nicht mehr von Bezahlfernsehen ausgestrahlt werden. Die Rechte der Übertragung von Live-Spielen müssen seit 2003/2004 mindestens von zwei Sendern (erstmals von ARD und DSF) erworben werden. Die Ausstrahlung über das Internet und über UMTS-Handy muss getrennt abgewickelt werden.

(Quelle: Handelsblatt) 04.06.2004

Disney Konzern

Auf nach Indien?

Der Walt Disney Konzern will sich auf dem indischen Fernsehmarkt etablieren. Geplant seien drei Kanäle, unter anderem ein Kinderkanal sowie ein Vollprogramm, welches in drei Landessprachen ausgestrahlt werden soll. Nach Aussagen von David Hulbert, Präsident der Walt Disney Television International, werden sich die Sender zu jeweils 50 Prozent aus Kabelgebühren und Werbung finanzieren. Disney suche aufgrund des als kompliziert geltenden indischen Marktes derzeit noch nach einem einheimischen Partner für ein Joint Venture. Hulbert stehe aber schon in Verhandlungen mit einen Unternehmen, dessen Namen der Präsident vorläufig nicht nennen will. Auch sehe sich der Konzern nach lokalen Partnern um, damit die Verbreitung in Indien möglichst schnell vorangetrieben werden kann. Nach Angaben der Presse, soll der Sitz des Senders in Bombay sein, wo Disney auch einige Programme produzieren will. Als Investitionssumme werden zehn Mio. Dollar veranschlagt. In den nächsten zwölf Monaten rechnet David Hulbert mit dem Programmstart.

(Quelle: Mediabiz) 02.06.2004

Rasiersitze bleiben

Klage von Behinderten abgewiesen

Der oberste Gerichtshof in den USA wies am Montag die Diskussion der Frage zurück, ob Behinderten in Kinos bessere Sitze garantiert werden müssen. Drei Frauen in Rollstühlen hatten geklagt, dass die Sicht in vielen Kinos unmöglich sei, da nur Plätze in der ersten Reihe zur Verfügung ständen. Besonders Kinos, die nach Stadiumschema aufgebaut sind, garantieren fast jedem eine gute Sicht, außer den Personen in den ersten Reihen, die für eine gute Sicht ihren Hals verbiegen müssen. Das Problem aber ist, dass der Umbau von Kinos Millionen kosten würde, was auch unnötig sei, da man auch von da uneingeschränkt den Film anschauen könnte, so die Verteidigung. Auch der Einbau von Fahrstühlen sei deswegen nicht nötig. Ein Richter des obersten Gerichtshofs versprach aber, dass man jetzt über ein Gesetz nachdenken werde, um auch Menschen mit Rollstühlen eine Sitzwahl zu garantieren. Dies könne aber erst auf Kinoneubauten angewandt werden.

(Quelle: cnn) 30.06.2004

Schock für Privatsender

Endlich Werbeblocker erlaubt

Der automatische Griff zur Fernbedienung, wenn Werbung auf dem Bildschirm erscheint, sollte uns ein Gerät der deutsche Firma TC Unterhaltungselektronik AG aus Koblenz ersparen. Der Privatsender RTL klagte dagegen, weil damit die Finanzierung der auf Werbeeinnahmen angewiesenen privaten TV-Sender gefährdet sei, doch der fünfjährige Prozeß war am Ende vergeblich. Der TV-Werbeblocker geht mit Erlaubnis des Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in Serie. Laut BGH sei ein Gerät, das Werbespots ausblendet oder automatisch auf ein werbefreies Programm umschaltet mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar. Das Gerät wirke nicht unmittelbar auf die RTL-Werbespots ein, sondern biete dem Konsumenten lediglich eine "technische Hilfestellung zum Ausblenden nicht gewünschter Werbung". Von einer existenziellen Gefährdung des Senders RTL sei daher nicht auszugehen, da die Anwendung der Werbeblocker-Funktion jeweils dem Zuschauer überlassen bleibe. Zudem sei ein solches Gerät - ähnlich wie die Fernbedienung, die das Zappen erst möglich gemacht habe - Teil des technischen Fortschritts, dem sich niemand entziehen könne. RTL werde jetzt vielleicht den Weg zum Bundesverfassungsgericht einschlagen, so ein Sprecher. Nach Auskunft der TC-Vorstandsvorsitzenden Petra Bauersachs soll nächste Woche mit der Produktion des Gerätes "Tivion", das pünktlich zu Weihnachten für 99 Euro auf den Markt kommen soll, begonnen werden. Es ist ein Adapter, der Computer und Fernsehgerät miteinander verbindet und mit Hilfe von Signalen über das Internet, Werbeblöcke ausblendet oder umschaltet.

(Quelle: Süddeutsche) 29.06.2004

Britischer Sender ITV

1000 Entlassungen

Am Ende des Jahres werden bei ITV über 1000 Stellen abgebaut werden als Folge eines Programms, das Kosten reduzieren soll. Damit werden 12% weniger Angestellte auf den Gehaltschecks der Firma stehen. Diese Stellenkürzungen werden aber auch das Ende von Zweigen der Firma in Birmingham, Newcastle, Nottingham und Southampton, die teilweise eine 40-jährige Geschichte vorweisen können und eine Konzentration auf London, Leeds und Manchester bedeuten. Laut ITV seien die Kürzungen notwendig, durch die neuen Trends bei Produktionen fürs Fernsehen, wobei das Publikum weniger nach Entertainment-Shows in Studios verlange, sondern nach Reality-Shows, wie "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" Außerdem werde man so £8m im Jahr sparen und so Gehaltserhöhungen ermöglichen können. Gewerkschaften und Parlamentsvertreter der betroffenen Regionen werfen dem Unternehmen jedoch vor, dass sie ihre Ursprünge als regionaler Rundfunksender vergessen.

(Quelle: Media Guardian) 28.06.2004

"Shrek"-liche Überraschungen

Gift im Müsli

Pünktlich zum Start von "Shrek 2" gab es in Chile die Trickfiguren des Animationsfilms in Müslipackungen als Überraschung zu finden, welche jedoch, nach neuesten Angaben, Giftstoffe enthalten sollen. Im Spielzeug wurde der verbotene Stoff "Toloul" gefunden, welcher zu Kopfschmerzen und Erbrechen führen und das Nervensystem schädigen soll. Die Marke Nestle habe mittlerweile schon 955.000 Packungen, welche zuvor aus Mexico importiert wurden, zurückziehen lassen.

(Quelle: shortnews) 25.06.2004

‚Wahl-Konzerte'

Millionen für Kerry

Viele Musiker wollen ihren favorisierten Präsidentschaftskandidaten John F. Kerry nicht nur mit ihrem Zuspruch, sondern auch mit Geld unterstützen. Bei zwei Fundraising-Konzerten wollen Topstars, wie Barbra Streisand, Neil Diamond, Jon Bon Jovi, die Dave Matthews Band, Mary J. Blige und Willie Nelson rund zehn Mio. Dollar für Kerrys Wahlkampagne sammeln. Bei den Shows in Los Angeles und New York wollen auch die Schauspieler Billy Crystal, Robert De Niro, Leonardo Di Caprio, Ben Affleck und Whoopi Goldberg dabei sein. Die Eintrittskarten werden zwischen 250 und 25.000 US-Dollar kosten.

(Quelle: Mediabiz) 25.06.2004

Cologne Conference

Preisverleihung

Am gestrigen Dienstag wurde auf der 14. Cologne Conference der TV Spielfilm Preis verliehen. Dieser ging in diesem Jahr an den britischen Beitrag "State of Play", welcher damit als bestes Top-Ten-Fiction-Programm ausgezeichnet. wurde. Erst vergangene Woche wurde der Film von Produzentin Hilary Bevan Jones mit dem "Rocky Award" auf dem kanadischen Banff bedacht. Der Phoenix-Preis für den besten Film aus der Top-Ten-Nonfiction-Reihe ging an "One Shot" von Nurit Kedar (Israel), eine Dokumentation über Sniper in der israelischen Armee. Den Autoren-Preis erhielt Michael Gutmann (der auch schon "Nach fünf im Urwald" verfasste). Der Produzenten-Preis ging an die Wüste Filmproduktion (Hamburg); an die beiden Geschäftsführer Stefan Schubert und Ralph Schwingel. Risa Kes wurde in diesem Jahr mit dem Casting Preis ausgezeichnet.

(Quelle: Mediabiz) 23.06.2004

Helmut Dietl

60. Geburtstag

Heute feiert der Münchner Regisseur Helmut Dietl seinen 60. Geburtstag. 1944 in Bad Wiessee geboren, studierte er später Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte und stieg dann als Aufnahmeleiter beim Fernsehen und später als Regieassistent an den Münchner Kammerspielen ein. Mit Filmen wie "Rossini" oder "Schtonk" lockte er ein Millionenpublikum in die deutschen Kinos. Bekannt wurde der Regisseur durch die Serien "Monaco Franze" und "Kir Royal". Viel Zeit zum Feiern wird Dietl wohl dieses Jahr nicht haben, denn der vielbeschäftigte Filmemacher ist momentan wieder im Drehstress.

(Quelle: BR Online) 22.06.2004

Deutsches Filmfest Madrid

Preisverleihung

Auf dem 6. Deutschen Filmfestival in Madrid hat Margarethe von Trottas "Rosenstraße" den Puplikumspreis gewonnen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von der deutschen Produktion "Luther", im Hauptprogramm liefen unter anderem "Herr Lehmann" von Leander Haußmann, "Schussangst" von Dito Tsintsadze, "September" von Max Färberböck und "Was nützt die Liebe in Gedanken" von Achim von Borries. Nebenbei fand auf Initiative der Deutschen Botschaft Madrid ein spanisch- deutsches Produzententreffen statt, bei dem Vorschläge zur Verbesserung der Koproduktionsbedingungen besprochen wurden.

(Quelle: Mediabiz) 21.06.2004

Peter Märtesheimer gestorben

Tod während Filmakademie-Sitzung

Er war nicht nur Autor diverser Fassbinder-Filme, darunter "Die Ehe der Maria Braun", "Die Sehnsucht der Veronika Voss", "Lola" sowie der Serien "Acht Stunden sind kein Tag" und "Berlin Alexanderplatz" sondern auch Produzent von "Smog", Millionenspiel" und "Lina Brake". Er starb während einer Sitzung der nicht unumstrittenen deutschen Filmakademie, welche ab kommendem Jahr über die Vergabe der deutschen Filmpreise entscheiden soll. Die genauen Umstände seines Todes sind noch nicht bekannt.

(Quelle: Der Tagesspiegel) 19.06.2004, 19:06

Senator-Sanierung 

Entscheidung getroffen

Die Aktionäre, der in die Insolvenz gegangenen Firma Senator Entertainment, haben am Donnerstag bei einer Hauptversammlung entschieden, dass das Unternehmen zur Übernahme freigegeben werden soll. Ein Kapitalschnitt im Verhältnis zehn zu eins und eine anschließende Kapitalerhöhung ermöglicht nun den Einstieg eines Investors. Der Insolvenzverwalter Rolf Rattunde führt Verhandlungen mit möglichen kompetenten Kandidaten. Es gäbe keine anderen Optionen, die Firma aus dieser schwierigen Lage herauszuholen, deswegen haben die Aktionärsschützer den Anteilseignern für das Sanierungskonzept zusagen müssen. Senator Film hat sehr erfolgreiche Produktionen wie "Das Wunder von Bern " und "Good bye Lenin!" auf die Beine gestellt, dennoch war er durch finanzielle Misslagen in die Krise geraten.

(Quelle: ntv) 18.06.2004

Big Brother

Ausschreitungen im Container

Am gestrigen Donnerstag Abend musste die Polizei im Big Brother Haus in England zur Hilfe eilen, weil Morddrohungen laut wurden. Vorausgegangen war ein heftiger Streit zweier "Insassen", welcher immer mehr Bewohner in Kampfstimmung versetzte. Die Polizei beschlagnahmte die Aufzeichnungen vom Tage, um die Geschehnisse auszuwerten. Im fünften Jahr der Big Brother- Geschichte sei ein "unakzeptables Level" erreicht, so das ausführendende Programm "Channel 4". Heute morgen sei das Haus ein reines Chaos. Von demolierten Zimmern über zertrümmerte Gegenstände bis hin zu den übriggebliebenen Hausbewohnern, welche nicht in Gewahrsam genommen wurden und noch unter Schock stehen. Alle Bewohner sollen in Kürze einzeln zu den Vorfällen befragt und der Gruppe ein Psychologe zur Verfügung gestellt werden.

(Quelle: Media Guardian) 18.06.2004

Verschärfung von Kontrollen

Französische Arbeitsverträge

Der französischer Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres warnte Leiter und Führungskräfte von Film- und Fernsehindustrien vor illegalen Teilzeitverträgen, welche Betrug aufrecht erhalten und Ungleichgewicht in Frankreichs kontroverses Arbeitslosigkeitsfond für Künstler bringen würden. Um Betrug zu verhindern, würden die Kontrollen verschärft werden, um den alten Konflikt zwischen Regierung und Teilzeitarbeiter zu lösen. Illegale Arbeit zwischen Arbeitgeber und Teilzeitarbeiter, die zuvor vielleicht geduldet worden ist, würde jetzt strengstens verboten werden, so de Vabres weiter.

(Quelle: Hollywoodreporter) 14.06.2004

Integration im Fernsehen

Deutsch-türkisches TV

Bremens Bürgermeister Henning Scherf hat sich nach Angaben der Süddeutschen Zeitung für ein deutsch-türkisches Integrationsfernsehen eingesetzt. "Es gibt eine integrationswillige Minderheit, die Mangels Angebot nur ihre türkischen Heimatsender über Satellit gucken", so Scherf. Vor allem sei es bedenklich, dass rund 7,5 Millionen Ausländer Fernsehgebühren in Höhe von rund 125 Millionen Euro bezahlen, jedoch der öffentliche Auftrag dieser Minderheit keinen Stellenwert einräumt. Nach den Vorstellungen von Scherf soll ein zwei- bis dreistündiges Programm auf 3Sat oder Phoenix ausgestrahlt werden.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung) 11.06.2004

Moscow Filmfest

"Kill Bill 2" als Eröffnungsfilm

Das diesjährige 26. Moscow Filmfest wird mit der Russlandpremiere von Quentin Tarantinos "Kill Bill Vol. 2" eröffnet. Zum Filmfestival in Moscow, welches vom 18.- 27. Juni andauert, wird der Hauptdarsteller David Carradine zum Eröffnungsfilm erwartet. Insgesamt werden 17 Filme im Wettbewerb laufen, unter anderem Sutape Tunniruts "Angulimala" (Thailand), die ascherbaidschanisch-russische Koproduktion "National Bomb" (Vagif Mustafayev als Regisseur) und Ann Huis "Yu guanyin". Die Jury bildet der Vorsitzende Alan Parker sowie der russische Produzent Armen Medwedew und der polnische Schauspieler und Regisseur Jerzy Stuhr. Zum ersten Mal wählt eine weitere Jury (mit Vorsitz des russischen Produzenten und Regisseurs Aleksej Uchitel) im Nebenwettbewerb einen Sieger aus elf Erst- oder Zweitwerken von Regisseuren. Im Programm laufen außerdem die Sektionen zum russischen Film in den Jahren seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem heutigen brasilianischen Film. Retrospektiven widmen sich dem niederländischen Regisseeur Alex van Warmerdam, dem deutschen Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur Alexander Kluge und dem Kanadier Robert Lepage..

(Quelle: Mediabiz) 09.06.2004

Happy Birthday

Donald Duck!

Der wohl berühmteste Erpel der Welt feiert Geburtstag. Die fedrige Zeichentrickfigur Donald Duck wird 70 Jahre alt. Am 9. Juni 1934 begann die Erfolggeschichte des damals in schwarz weiß und mit blauem Matrosenanzug ausgestattetem Tölpelerpel. In dem Cartoon "The Wise Little Hen" hatte Donald Duck seinen ersten Auftritt: er führte einen kleinen Tanz auf. Jedoch hinterließ er einen so positiven Eindruck, dass er anschließend immer wieder in den Mickey-Maus Trickfilmen auftauchte. Im Jahre 1937 hatte sich der Erpel schon zu einer kleinen Berühmtheit gemausert. Zu diesem Zeitpunkt trat auch die Entendame und künftig Dauerverlobte Daisy von Donald in dessen Leben. Ein Jahr darauf folgten die drei Neffen Tick, Trick und Track. In den 70 Jahren Erfolgsgeschichte meisterte Donald Duck mehr schlecht als recht unter anderem den Beruf des Feuerwehrmanns, eines Milchmannes, eines Schlangenbeschwörers und eines Froschfarmers. Immer regt er sich teuflisch auf, ist trotzig und tölpelhaft und furchtbar dickköpfig. Gerade das macht Donald Duck so menschlich.

(Quelle: ARD) 09.06.2004

Movie-oke

Neuer Trend aus USA

Die Amerikaner haben wieder einmal einen neuen Kult begründet. Dank Anastasia Fite, die dieses originelle Projekt zum Laufen gebracht hat, können jetzt alle Filmfans und auch diejenigen, die einfach Lust haben einen lustigen Abend zu verbringen, per Videobeaming in ihre Lieblingsfilmszenen hineinkopiert werden, anstelle von Stars wie Humphrey Bogart oder Robert de Niro... Die Erfinderin will die Leute aus ihren einsamen DVD-Ecken herausholen und sie etwas erleben lassen. Der ganze Spaß heißt Movie-oke und findet in einer New Yorker Downtown Bar statt. Man kann für ein paar Minuten in die verschiedenen, legendären Rollen, wie zum Beispiel Taxidriver oder Captain Kilgore hineinschlüpfen. Männer können sich endlich ihre verborgene Wünsche erfüllen und einmal wie John Wayne laufen und ein Gewehr so halten, wie er es gemacht hat, wobei man sich auf der großen Leinwand bewundern kann. Der neue Freizeitspaß läuft schon seit einem halben Jahr und begeistert Menschen aus allen Ecken und Enden der USA.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung) 08.06.2004

Kameramann erschossen

AlQuaida- Terror

Am Sonntag haben in der saudi-arabischen Hauptstadt Ried gesuchte Terroristen auf zwei Britten geschossen, von denen ein Kameramann der BBC dabei ums Leben gekommen ist. Sein Kollege wurde dabei leicht verletzt. Nach Angaben der saudischen Behörden gehören die Täter, die momentan auf der Flucht sind, der al-Qaida Gruppe an. Diese kündigten zuvor an, Saudi-Arabien mit Terror-Anschlägen zu überziehen. Die Journalisten hatten zuvor aus dem Auto heraus Filmaufnahmen eines Hauses gemacht, welches einem mutmaßlichen Unterstützer der Terror-Organisation al-Qaida gehören soll. Die BBC in London nahm zunächst keine Stellung zum Geschehenen, jedoch veröffentlichte auf ihrer Website, dass es sich bei den Opfern um zwei Briten handeln muss. Die Londoner Regierung forderte spontan, dass alle Landsleute Saudi-Arabien verlassen sollen, da diese zurzeit massiven Gefährdungen ausgesetzt sind. Letzten Mittwoch wurden schon Anschläge auf mehrere Amerikaner verübt, am vergangenen Wochenende töteten Terroristen 22 Menschen, darunter viele Ausländer. Im Mai wurde ein Deutscher erschossen, dessen Mord noch nicht geklärt ist. Die islamistische Regierung pflegt einen engen Kontakt zu US-Regierung und lässt US-Truppen in das Land. Dies wird von den Terroristen als ein Angriff auf die Religion und als Verrat gesehen.

(Quelle: Spiegel) 07.06.2004

Rau kritisiert Medien

Wo bleibe die Qualität?

Bundespräsident Johannes Rau hat beim Jahrestreffen des "netzwerks recherche" harte Kritik an den Medien geübt: "Ich finde es abstoßend, wenn Menschen zur Belustigung anderer im Dschungel oder in heimischen Talkshows in demütigenden Situationen vorgeführt werden", so Rau zu rund 300 Journalisten am Samstag in Hamburg. Die Würde des Menschen sei auch in den Medien zu bewahren. Man dürfe daher zum Beispiel keine Bilder von toten deutschen Polizisten im Irak veröffentlichen. Rau erinnerte unter anderem eine gute journalistische Ausbildung, ohne die sich leicht gravierende Fehler einschleichen und dadurch die Medien immer mehr nur oberflächlich behandelt werden, weil das Wissen einfach nicht vorhanden sei. Hinzu käme das Problem Stellenabbau, welches dazu bei trage, dass weniger Journalisten für mehr Themenbereiche eingesetzt werden, wodurch das Fachwissen zwangsläufig abnehmen würde. "Man muss nicht jeder Ente hinterherjagen", so der Ministerpräsident und griff damit fragwürdigen Exclusiv- Meldungen an, die gerne zu harten Nachrichten gemacht werden. 
Ein weiteres Problem sei die Umlaufgeschwindigkeit von Informationen, welche die Wahrheit verfälsche, so Rainer Burchardt vom Deutschlandfunk. 

Das "netzwerk recherche" setzt sich gegen die Behinderung journalistischer Arbeit ein und verleiht den symbolischen Kritikerpreis "Verschlossene Auster", welcher in diesen Jahr an die HypoVereinsbank ging.

(Quelle:Spiegel) 07.06.2004

Ronald Reagan

Schauspieler gestorben

Auch wenn man zunächst an seine zweite, nicht unumstrittene politische Karriere denkt, von 1932 bis 1966 war er als Schauspieler für Kino und Fernsehen tätig. Er spielte in 59 Filmen wie "The Killers", "Prisoner of war", "Law and order", "Bedtime for Bonzo", "Stallion Road", "Million Dollar Baby" u.v.a.  Viele Kritiker vermuteten, seine lange US-Präsidentschaft basierte ebenfalls weitgehend auf schauspielerischen Fähigkeiten.  Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt litt er an Alzheimer. Reagan starb am 5. Juni im Alter von 93 Jahren.

(Quelle: CNN) 06.06.2004

Babelsberg Studios

Verkauf in naher Zukunft?

Die Filmstudios Babelsberg stehen höchstwahrscheinlich kurz vor dem Verkauf. Drei Bieter (das Babelsberg Management, die ARD über das Studio Hamburg und zwei Münchener Investoren aus dem Mediensektor) haben ihr Interesse bekundet und Angebote gemacht. Das mittlerweile unprofitable Studio gehört seit 1992 zum französischen Vivendi-Konzern und werde, nach Aussagen von Experten, wohlmöglich im Juni oder dann Ende 2004 von einem Käufer übernommen. Vivendi verfolge seit längerem die Strategie, sich aus dem Film- und Fernsehgeschäft zurückzuziehen, welches durch einen Verkauf des Studios realisiert werden könnte. Fraglich bleibt dann nur, ob Babelsberg nach einer Fremdübernahme seinen guten internationalen Ruf (durch Filme wie "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich und "Der Pianist" von Roman Polanski) beibehalten kann. Dazu kämen die 250 Arbeitsplätze, welche im strukturschwachen Brandenburg auf dem Spiel ständen.

(Quelle: Financial Times) 04.06.2004

Beckham-Affaire

Hilft nicht weiter

Die Ex- Assistentin/Geliebte von David Beckham, Rebecca Loos, verlor nach nur zwei Wochen ihren Job als News Moderatorin bei dem holländischen Sender SBS6. In Großbritannien genoss sie ihre 15 Minuten Medienrummel. Aber Rebecca Loos, deren Behauptungen einer Affäre mit David Beckham Anfang dieses Jahres die Schlagzeilen eroberte, durfte nun auch 15 Sekunden als TV Moderation genießen. Der Sender hatte das Programm nach zwei Wochen absetzen müssen, da Loos nicht zur gewünschten Erhöhung der Einschaltquoten beitragen konnte. SBS6 wollte sich nicht weiter dazu äußern.

(Quelle: Media.Guardian) 03.06.2004

Monte Carlo TV-Fest

Deutsche Produktionen vertreten

Auf dem Monte Carlo Television Festival (28. Juni bis 3. Juli) ist erstmals nach 40 Jahren wieder eine deutsche Produktion Eröffnungsfilm. Nach Aussagen der Veranstalter sei Jo Baiers "Stauffenberg" (mit Sebastian Koch und Hardy Krüger jr.) eine gute Wahl, um das Publikum zum Nachdenken zu bringen und ihnen die Geschichte näher vor Augen zu halten. Im Wettbewerb um die Goldene Nymphe ist Deutschland mit zehn Nominierungen vertreten. So wetteifern die Kategorien TV Filme mit "Die Frau des Architekten" und Miniserien mit "Im Schatten der Macht". Weiterhin laufen Produktionen unter anderem in den Bereichen Current Affairs ("Der perfekte Krieg"), Short News ("Uran Munition"), Comedy ("Berlin, Berlin") und Drama ("Abschnitt 40").

(Quelle: Mediabiz) 03.06.2004

Rücktritt bei Viacom

Jon Dolgan geht

Viacom- Unterhaltungschef Jonathan Dolgan hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Nur zwei Tage nach dem Rücktritt von President Mel Karmazin wird nun Dolgan ab Mitte Juli das Unternehmen verlassen. Nach Aussagen der Presse sei ein möglicher Grund für diese Entscheidung die Tatsache, dass für Karmazin gleich zwei neue Nachfolger (Leslie Moonves und Tom Freston) ernannt wurden, welches die Position Dolgens innerhalb der Viacom Entertainment Group geschwächt habe. Dolgen, der vor zehn Jahren, nach der Fusion von Viacom und Paramount, von Sony Pictures zu dem Unternehmen gekommen war, erklärte nun, dass es keine geeignete Rolle mehr für ihn gebe und er deshalb gehen werde. Sein Posten soll nach Aussagen von Viacom in Zukunft nicht mehr besetzt werden.

(Quelle: Mediabiz) 03.06.2004

Neuer Executive Producer

Für Super RTL

Thomas Greven wird der neue verantwortliche für die gesamte Eigenproduktion von Super RTL. Der angehende Executive Producer war bereits seit 1995 unter anderem in den Abteilungen Marketing, Medienforschung und Programmeinkauf für Super RTL tätig und leitete zuletzt die Redaktion Eigenproduktion. Laut einer Mitarbeiterin hat Greven große Verdienste als Entwickler von wichtigen Super RTL Formaten wie "Super Toy Club", "Q-Boot" und "Toggo Music" erworben.

(Quelle: Mediabiz) 01.06.2004

 

Mai 2004

 

MTV eröffnet

Gay & Lesben TV

Der Musiksender MTV plant die Einführung des ersten Gay & Lesben-Senders in den USA. Die Idee hierzu kommt von Viacom und war schon einmal als "Gay Channel" für Anfang 2002 geplant. Der Sender werde unter dem Namen "Logo" voraussichtlich ab Februar 2005 an den Start gehen. MTV betonte, dass die Programme ausschließlich die Unterhaltungssparte und keine Erotikbereiche abdecke. Nach Angaben der Verantwortlichen habe sich der Sender schon die Rcchte zu mehr als 100 Filmen gesichert, welche Homosexuelle Themen beinhalten (unter anderem "What Ever Happened to Baby Jane?" und "The Birdcage"). "Logo" stößt auf viel Kritik und Proteste in einer Zeit, in der die USA ihren unerbitterten Krieg zwischen Liberalen und Konservativen führen. Befürworter auf der einen, Gegner auf der anderen Seite, gerade im kirchlichen Bereich. So macht sich Mike Haley, von der "Christian Group" besonders um die jungen Leute Sorgen. Seiner Meinung nach könnten diese von dem "Gay-Sender" beeinflusst und sogar "ermuntert" werden, zu glauben, dass sie Homosexuell seien. Distributionswege seien schon mit Kabelanbietern in Städten wie New York, San Francisco und Philadelphia abgesprochen worden. Programme mit homosexuellen Charakteren, zum Beispiel die Sitcom "Will and Grace", die ein riesen Erfolg war, sind in den USA in den letzten Jahren sehr gewachsen.

(Quelle: Media.Guardian) 28.05.2004

Kampf der Verleiher

"Fahrenheit 9/11"

Nach dem Sieg der Bush-kritischen Dokumentation "Fahrenheit 9/11" in Cannes, ist jetzt ein regelrechter Kampf der US-Verleiher um die Rechte an dem Michael-Moore-Film ausgebrochen. So sind Größen, wie NBC Universal's Focus Features und Paramount, im Rennen, aber auch kleinere Firmen haben bereits Angebote gemacht, so u.a. New Market, das Mel Gibsons "Die Passion Christi" vermarktete. Für Studio und Filmemacher ist äußerst erfreulich, dass "Fahrenheit 9/11" nun doch in die amerikanischen Kinos kommen soll. Jetzt schon rechnet man mit 100 Millionen Dollar Einspielergebnis. Bevor man sich auf einen Verleiher festlegen kann, stehen allerdings noch die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen dem Disney-Konzern und Harvey und Bob Weinstein von Miramax an. Die Weinsteins wollen die Rechte, die sich auf rund sechs Millionen Dollar belaufen sollen, jetzt als Privatpersonen erwerben, da Disney-Vorstandschef Michael Eisner den Vertrieb des umstrittenen Filmes im Wahljahr durch die Tochterfirma Miramax nicht verantworten wolle. Unterdessen kämpft Jury-Mitglied Quentin Tarantino gegen Gerüchte, dass Moore die Goldene Plame nur erhalten habe, weil er sich mit seinem Film gegen den amerikanischen Präsidenten stelle. Politik habe aber nichts mit der Entscheidung für "Fahrenheit 9/11" zu tun: "Wir fanden, dass es der beste Film war, den wir dieses Jahr zu sehen bekamen", so Tarantino. Der Kinostart des Filmes ist voraussichtlich am Wochenende vor dem Unabhängigkeitstag am 4. Juli geplant.

(Quelle: Spiegel) 27.05.2004

Studio Hamburg

Will Babelsberg

Anlässlich der Veranstaltungsreihe Mediendialog Berlin erklärte der Geschäftsführer vom Studio Hamburg, Hans-Peter Urban, dass sein Unternehmen den Mitbewerber Studio Babelsberg "unbedingt" kaufen möchte. Als Begründung nannte er das vorausgegangene Angebot Urbans bei Vivendi. Dort wolle er auch nach der Übernahme weiter Filme produzieren, sich jedoch stärker auf Deutsche als auf Hollywood- Produktionen konzentrieren. Thierry Potok, Geschäftsführer der Babelsberg- Studios erklärte der Presse, dass der Managment-Buyout unwahrscheinlich sei, und dass er nicht glaube, dass das Studio Hamburg nach einer Übernahme den Erfolgskurs der Babelsberger mit seinem internationalen Produktionen weiterführen könne.

(Quelle: Mediabiz) 26.05.2004

George Tabori

Wird 90 Jahre

Der Bühnenautor und Regisseur George Tabori feierte am gestrigen Montag seinen neunzigsten Geburtstag. Der gebürtige Ungar war in seiner Jugend in der Hotelbranche tätig und arbeitete unter anderem als Hotelboy im Berliner Adlon. Seine Theaterkarriere startete Tabori in Hollywood, wo er 1952 sein erstes Stück "Fight into Egypt" uraufführte. Mit dem Auschwitz-Stück "The Cannibals" gelang ihm 1968 in Deutschland der Durchbruch. Großen Erfolg erzielte Tabori auch als Autor, Regisseur und Schauspieler (als Lobkowitz) in "Mein Kampf" am Wiener Akademietheater. George Tabori wird mittlerweile zum Urgestein des Theaters gezählt aber ist am deutschen Theater immer noch aktiv. Als Dienstältester Theatermacher der Welt realisierte er im September 2003 sein jüngstes Stück: Gotthold Ephraim Lessings "Juden" in Berlin.

(Quelle: ARD) 25.05.2004

Geschwister Scholl

Film in Planung

Nach den deutschen Produktionen "Die weiße Rose" (Michael Verhoeven) und "Fünf letzte Tage" (Percy Adlon), beide aus dem Jahr 1982, wird nun abermals das Leben der Geschwister Scholl nach einem Drehbuch von Allegra Huston verfilmt. Hans und Sophie waren Mitglieder der Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" und wurden 1943 von Nationalsozialisten hingerichtet. 
Anjelica Huston soll Regie führen und Barry Navidi wird Produzent. Die Figur von Sophie Scholl wird Christina Ricci verkörpern. Die weitere Besetzung ist noch unklar, jedoch wird momentan mit Albert Finney, Liam Neeson und Tim Robbins verhandelt. Die englisch-deutsch-italienische Koproduktion soll voraussichtlich 23 Mio. kosten. Die Dreharbeiten zu dem Drama werden im November in Deutschland starten.

(Quelle: Cinebiz) 24.05.2004

Palmen in Cannes

Fahrenheit 9/11

Michael Moore kann den Hauptpreis des Filmfestivals von Cannes mit nach Hause tragen und die Gewissheit, dass er diesen weniger cineastischen Aspekten als der politischen Grundhaltung verdankt. Den Großen Preis der Jury erhielt Park Chan-Wook aus Südkorea für das Rachedrama" Old boy". Als bester männlicher Hauptdarsteller wurde der Japaner Yuuya Yagira ( "Nobody knows") ausgezeichnet, als beste Darstellerin die Chinesin Maggie Cheung ( "Clean"). Die deutsch- österreichische Produktion "Die fetten Jahre sind vorbei" erhielt keine Auszeichnung.

(Quelle: Le Monde) 21.05.2004

Die schönsten Filmtode

Psycho, King Kong und Bambi

Das die ‚besten Tode' sich immer noch auf den Kinoleinwänden abspielen, bewies die britische Zeitschrift "Total Film", die jetzt die besten Sterbeszenen der Filmgeschichte kürte. Ohne Überraschung wurde die Duschszene aus Alfred Hitchcocks "Psycho" zum besten Filmtod aller Zeiten erklärt. Auch wenn das Blut Schokoladensoße ist, sind es der Szenenaufbau mit 70 verschiedenen Kameraeinstellungen, 90 Schnitten und die Geigen, nicht das Blut, die auf den Zuschauer so erschreckend wirken. Auf Platz zwei landete der Ritt auf der Atombombe in "Dr. Seltsam, oder wie ich lerne, die Bombe zu lieben" (1964) von Stanley Kubrick und Rang drei sicherte sich "King Kong" (1933) mit seinem Sturz vom Empire State Building. Auf der Liste finden sich aber auch Überraschungen wieder. So erreichte der Tod von Bambis Mutter aus dem Disney-Film von 1942 den sechsten Platz und "The Wizard Of Oz" immerhin Platz 13.

(Quelle: Spiegel) 21.05.2004

Carl Raddatz

 mit 92  gestorben

Am 20.05.2004 verstarb einer der letzten großen Schauspieler der Ufa-Zeit - Carl Raddatz - im Alter von 92 Jahren. Er war neben Berta Drews, Martin Held und Bernhard Minetti einer der besten Darsteller am Schiller- und Schloßparktheater. Der gebürtige Mannheimer bekam Schauspielunterricht bei Willy Birgel, durch welchen er es später ans Mannheimer Nationaltheater schaffte.1933 verschlug es ihn nach Berlin, wo er ein paar Jahre später auch in der Filmbranche tätig wurde. In den späten fünfziger Jahren startet er eine internationale Filmkarriere und spielte in verschiedenen Auslandsproduktionen. Raddatz erhielt 1972 das Bundesverdienstkreuz, 1963 ernannte man ihn zum Berliner Staatsschauspieler. Er war auch als Synchronsprecher erfolgreich, so lieh er u.a. Humphrey Bogart, Robert Mitchum, Kirk Douglas und Burt Lancaster seine Stimme. Sein letzter Film war "Rosinenbomber" (1988). 

(Quelle: Filmzeitung) 21.05.2004

Tony Randall gestorben

"Männerwirtschaft"-Darsteller

Der Film- und Fernsehstar Tony Randall starb nach längerer Krankheit im Alter von 84 in einer New Yorker Klinik. Der Schauspieler, den das deutsche Publikum durch die TV-Serie "Männerwirtschaft" aus den Siebzigern kennt, war mit einer 50 Jahre jüngeren Frau verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von fünf und sieben gehabt. Randall hat in der Serie, die auf dem Theaterstück "Odd Couple" von Neil Simons basiert, den Fotografen Felix Unger gespielt. Die Rolle hat dem Komiker einen Emmy eingebracht, allerdings erst nachdem die Show nicht mehr lief. Der Schauspieler war in vielen Filmen, u.a. "Bettgeflüster" (1959) und "Lover Come Back" (1961), neben Rock Hudson und Doris Day als deren "bester Freunde" zu sehen. Außerdem spielte er in der "Tonny-Randal-Show" und in der Serie "Love Sidney". Zu der berühmten Late Night Show von David Letterman wurde er sogar 70 mal eingeladen. 1998 hat Randall für seine schauspielerischen Leistungen als TV-Darsteller einen Stern auf Hollywoods Walk of Fame erhalten. Tony Randall hat sich ständig sozial und politisch engagiert. Er sammelte Geld für Aids-Kranke und nahm in den Achtzigern an einer Demonstration gegen Apartheid teil. Der Darsteller setzte sich auch gegen das Raucherverbot an öffentlichen Plätzen ein.

(Quelle:Spiegel) 19.05.2004

Wahlkampf in Cannes

Viel Applaus für Moore-Doku

Bei der Weltpremiere von Michael Moores "Fahrenheit 9/11" am Montag erhielt der Wettbewerbsfilm 15 Minuten andauernden Applaus vom Publikum. Darunter befanden sich u..a. Ari Emmanuel, Mick Jagger, Daryl Hannah und weitere Größen in der Film- und Unterhaltungsbranche. Alle weiteren Vorführungen waren sofort ausverkauft. Die Dokumentation beäugt kritisch den amerikanischen Präsidenten Bush, seine familiären Beziehungen nach Saudi Arabien und sein Verhalten nach dem 11. September und während des Irakkrieges. Er lässt die Soldaten zu Wort kommen, enthält aber auch viele Lacher meist auf Bushs Kosten. Moores Ziel ist es, sein neustes Werk noch vor den Präsidentschaftswahlen im Herbst in die Kinos zu bringen, wahrscheinlich in veränderter Fassung, da er auch die neusten Geschehnisse, wie die Anhörungen zum 11. September mit einbringen will - schließlich sollen damit die Wahlen beeinflußt werden. Während der Pressekonferenz machte Moore schon kräftig Werbung gegen Bush. Er sagte, dass der Präsident und sein Team die amerikanischen Truppen verachten würden, da er sie basierend auf einer Lüge in den Krieg geschickt hätte, nur um die Taschen seiner Freunde zu füllen. Die Suche nach einem Verleih, nachdem Disney die Dokumentation nicht starten lassen wollte, dürfte jetzt kein Problem mehr für die Produzenten Harvey Weinstein und Agnes Mentre sein.

(Quelle: Hollywoodreporter) 18.05.2004

Dok.Fest München

Die Gewinner

Auf dem Dok.Fest 2004 wurden jetzt die Preise vergeben. Den Dokumentarfilmpreis des Bayerischen Rundfunks zusammen mit 10.000 Euro erhält Andres Veiel für "Die Spielwütigen". Der Film verfolgt mehrere Jahre lang das Heranreifen von vier Schauspielschülern, zeigt Hoffnung, Erfolg und Scheitern. Den Festivalpreis für den Besonderen Dokumentarfilm dotiert mit 2.500 Euro erhält der Dokumentarfilm "Mahssomim - Checkpoint" von Yoav Shamir aus Israel. Der Regisseur wird in seinem Film Zeuge des Lebens an den Checkpoints, an denen junge israelische Soldaten ihren Dienst leisten und die palästinensische Zivilisten jeden Alters passieren müssen. Besonders erwähnt wurden "Hollands Licht - Dutch Light" von dem niederländischen Regisseur Pieter-Rim de Kroon für seine außergewöhnliche filmische Umsetzung und "Final Solution" von Rakesh Sharma, Indien für die risikoreiche Schilderung des Konflikts zwischen Hindus und Moslems im modernen Indien. Der FilmFernsehFonds Bayern vergab seinen mit 5.000 Euro dotierten FFF-Förderpreis Dokumentarfilm ex aequo an die Filme "Über Stock und Stein" von Kai Schröter und Jens Utzt sowie "Am Arsch der Welt" von Claus Strigel. "Über Stock und Stein", der vom Rennsport der individuellen Art handelt, bekam außerdem den erstmals verliehenen Avid Förderpreis, über den ebenfalls die FFF-Jury entschied. Die Jury des FFF-Förderpreis bildeten die Produzentin Nicole Leykauf, Regisseur Uli Kick und Kameramann Gerardo Milsztein.

(Quelle: Dok.Fest) 17.05.2004

Marka Röck gestorben

Herzversagen

Am gestrigen Sonntag ist die Sängerin und Schauspielerin Maika Rökk in der Nähe von Wien gestorben. Sie erlag am Morgen einem Herzversagen, so eine österreichische Nachrichtenagentur. In Filmen wie "Gasparone" (1937) und "Hallo, Janine" (1939) wurde Rökk an der Seite von Willy Fritsch und Johannes Heesters zur Berühmtheit. Der Operette sagte die Bühnen- und Filmschauspielerin 1992 "Lebe Wohl". Jedoch konnte sie nie ganz loslassen. So spielte sie mit knapp 80 Jahren in ihrer Heimatstadt Budapest in Emerich Kalmans "Gräfin Mariza". Für ihre Arbeit wurde Marika Rökk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Filmband in Gold (1981) und dem Bayerischen Filmpreis (1987). Für ihr Lebenswerk erhielt sie 1998 den Ehrenbambi.

(Quelle: Spiegel) 17.05.2004

Cannes 2004

Änderung bei Preisvergabe

Die Veranstalter des diesjährigen Cannes' Festivals haben die Verleihung der Hauptpreise anders überdacht. Damit wollen sie verhindern, dass ein Film zwei der berühmten Trophäen bekommt. Letztes Jahr wurde diese Ehre dem Regisseur Gas Van Sant für "Elephant" zu Teil. Cannes' künstlerischer Leiter Thierry Fremaux hat dem Jury-Präsident Quentin Tarantino und anderen Jurymitgliedern mitgeteilt, dass solche Dopplungen in Zukunft vermieden werden müssten. Es sollen auch andere Filme jeweils mit einem der Hauptpreise (Goldene Palme, Großer Preis der Jury, Preis der Jury, Preis für die Beste Regie und den Preis für das Beste Drehbuch) ausgezeichnet werden. Es müsse verhindert werden, dass nur ein Film alle der möglichen Preise abstaubt, wie es bei der diesjährigen Oscarverleihung passierte. Am 23. Mai soll außerdem eine Pressekonferenz stattfinden, bei der die Jurymitglieder ihre Entscheidungen erläutern können.

(Quelle: mediabiz) 14.05.2004

"Studenten-Oscar"

Deutscher Film nominiert

Nachdem im letzen Jahr Florian Baxmeyers "Die rote Jacke" den Filmpreis gewann, hat dieses Jahr wieder ein deutscher Kurzfilm Chancen auf den "Honorary Foreign Film Student Award". Skiander Goldaus "Fragile" ist einer von 5 Nominierten, die im Juni in Beverly Hills um den Preise konkurrieren werden. Der Student an der Filmhochschule München zeigte seinen 20-minütigen Abschlussfilm bereits auf vielen Festivals im Ausland und hat damit mehrere internationale Preise, wie den Zuschauerpreis bei einem Kurzfilmfestival in Los Angeles, gewonnen. Der Film sei eine Parabel über das Abschiednehmen, den Tod und die Hoffnung auf ein Weiterleben danach, so Goldau. Eine Frau kommt bei einem Autounfall ums Leben, bekommt aber die Chance in einer Art surrealer Rückblende von ihren Kindern, ihrer Mutter und ihrem Ehemann Abschied nehmen. Die anderen Finalisten, die sich gegen 34 weitere Jungfilmer aus insgesamt 23 Länder durchsetzen konnten, kommen aus Russland, Dänemark und der Schweiz. Die angesehene Auszeichnung wird am 13. Juni in Beverly Hills vergeben.

(Quelle: Spiegel) 13.05.2004

Filmfestspiele Cannes

Laura Morante eröffnet Festival

Die internationalen Filmfestspiele in Cannes werden heute mit Almodovars neuen Film "Bad Education" von der Schauspielerin Laura Morante eröffnet. Bis zum 23 Mai wird ein breites Programm rund um Film geboten, Cannes wird zum wichtigsten Filmmarkt Europas und bei den Diskussions-Panel geht es dieses Jahr um Themen wie Raubkopien. Außerdem wird zum erste Mal seit 1993 wieder ein deutscher Film im Wettbewerb laufen. "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner darf um die Goldene Palme miteifern.

(Quelle: Le Monde) 12.05.2004

Schriftsteller Paul Auster

Verfasst Anti-Bush-Song

Der New Yorker Schriftsteller Paul Auster hat einen Anti-Bush-Song verfasst. Das ist nicht das erste Mal, dass der Autor Kritik an dem US-Präsidenten äußert. Schon im letzten Jahr, als der Irakkrieg ausbrach, kam ihm die Idee zu diesem Lied. Der Song habe auch schon bei einigen Medienschaffenden Interesse geweckt. Unter anderem zeige der Regisseur Wim Wenders ("BuenaVista Social Club") Gefallen an Auster's Werk und überlege, diesen in den Soundtrack seines nächsten Filmes aufzunehmen. Zurzeit tourt Paul Auster mit seinem neuen Roman "Die Nacht des Orakels" in Deutschland.

(Quelle: Spiegel) 12.05.2004

Wer wird Mogul?

‚Aufkauf' von Cinemaxx

Herbert Kloiber, Münchner Filmhändler und Besitzer von RTL 2 und Tele 5, nutzt die Krise des Kinokonzerns Cinemaxx um in das Unternehmen einzusteigen. Die Verträge sollen bis Ende dieser Woche unterzeichnet werden, womit Kloibers Tele-München-Gruppe, die über die größte Filmrechte-Bibliothek Deutschlands verfügt, größter Einzelaktionär bei Cinemaxx werden würde. Unklar ist noch, ob Kloiber über eine Kapitalerhöhung beteiligt wird oder aber die Aktienpakete von Cinemaxx-Vorstandschef Hans-Joachim Flebbe (32%) und Senator Film (über 25%) übernimmt, da der Filmverleih erst kürzlich ein Insolvenzverfahren beantragt hatte. Der Finanzvorstand der Kinokette wollte zunächst keinen Kommentar abgeben. Cinemaxx ist mit seinen 49 Kinocentern in Deutschland zuletzt in die roten Zahlen gerutscht. Insgesamt ist es um den deutschen Kinomarkt schlecht bestellt. Die Zahl der Kinobesuche ging um 15 Millionen zurück. Der frühere Marktführer Ufa wurde bereits vor Monaten vom Betreiber der Cinestar-Kinos Kieft & Kieft übernommen. Kieft & Kieft wiederum wurde von der australischen Kette AHL geschluckt.

(Quelle: Spiegel) 11.05.2004

Zigaretten im Film

Bald Verboten?

Rauchen in Filmen soll nun endgültig verboten werden. Zumindest in den USA, wo diese Woche über ein bestehendes Gesetz verhandelt wird, welches dementsprechend abgeändert werden soll.. Am meisten befürchten Experten, dass sich Jugendliche die Darsteller im Film zum Vorbild nehmen und selber mit dem Rauchen anfangen. Der Chef der "Motion Picture Assn. of America" Valenti versucht, seine Anti-Raucher-Kampagne erfolgreich zu übermitteln, jedoch ist seine Geschäftsgruppe anderer Meinung. So habe ein Filmemacher das Recht seine Darsteller rauchen zu lassen oder nicht. Die Unterhaltungsindustrie musste in letzter Zeit heftige Kritik einstecken, da im Fernsehen und Radio immer mehr vulgäre Ausdrücke fielen. Die Verantwortlichen müssen nun für jeden gefallenen Ausdruck eine gewisse Summe an Geld zahlen. Wird ähnliches nun auch mit dem Rauchen passieren?

(Quelle: CNN) 11.05.2004

Protestaktionen

Cannes-Filme gestoppt

Beschäftigte der französischen Filmbranche, die gegen die Kürzungen von Arbeitslosenhilfe protestieren, haben jetzt bei einer neuen Aktion den Versand von Filmbändern, die auf den Weg nach Cannes waren, gestoppt. Rund 100 Schauspieler, Techniker, Musiker... kampierten am Freitag vor einem Lagerhaus in Garges-les-Gonesse, einem Vorort von Paris, luden die Filme von den Trucks und blockierten das Tor. Sie verließen ihre Posten Samstag früh und kündigten weitere Proteste beim Festival in Cannes, das am Mittwoch eröffnet, an. Schon seit Monaten kommen die Protestierenden bei ihren Verhandlungen mit der Regierung nicht weiter. Die neue Reform soll nächstes Jahr in Kraft treten. Erst letzten Sommer wurde das berühmte Avignon Theater Festival wegen Protesten abgesagt. Cannes drohen zwar Zwischenfälle, aber zu einer Absage will man es nicht kommen lassen.

(Quelle: CNN) 10.05.2004

Neue Moore-Doku blockiert

Zu Bush-kritisch für Disney

"Fahrenheit 9/11", die neue Dokumentation von Michael Moore, die kurz vor und nach dem 11. September 2001 die Ereignisse beschreibt und US-Präsident George W. Bush in ein denkbar schlechtes Licht stellt, steht kurz vor dem Kinostart. Doch der Disney-Konzern, der Harvey Weinsteins erfolgreiche Filmfirma Miramax vor zehn Jahren kaufte, räumte sich die Möglichkeit ein, bestimmte Filme zu blockieren, wenn sie gegen die Firmeninteressen verstoßen. So will das Unternehmen, das enge Kontakte zu konservativen Politikern pflegt, jetzt verhindern, dass der Bush-kritische Film in die nordamerikanischen Kinos gelangt. Es läge einfach nicht im Interesse eines großen Konzerns, in ein politisch brisantes Thema hineingezogen zu werden, so ein Sprecher von Disney. Miramax wehrte sich aber gegen den Vertriebsstopp, da die Vertragsklausel in diesem Fall nicht gerechtfertigt sei. Disney-Boss Michael Eisner wollte den Deal mit Miramax schon im vergangenen Jahr lösen, da ein Vertrieb des neuen Moore-Films die Steuervergünstigungen gefährden könnte, die Disney für seine Themenparks und Hotels in Florida genießt, wo George W. Bushs Bruder Jeb regiert. Der Film soll jetzt über ein Partnerunternehmen, dass nicht unter der Kontrolle von Disney steht, vertrieben werden, was für Miramax jedoch massiven Gewinnverlust bedeuten würde. Europäische Vertriebswege seien aber nicht von der Blockade Disneys betroffen. Auch wird die Dokumentation in Cannes im Rahmen des Wettbewerbs Premiere feiern. Moore mutmaßt unterdessen, dass "manche Leute Angst vor diesem Film haben, wegen der Inhalte, die er zeigt. Desweiteren räumte Moore-Sprecher Emmanuel ein, dass es finanziell falsch und zudem politisch unklug sei den Vertrieb zu untersagen, da "Bowling For Columbine", der drei Millionen Dollar gekostet hatte, 120 Millionen Dollar einspielte.

(Quelle: Spiegel) 07.05.2004

Verhandlungen in Hollywood

Höhere Anteile gefordert

Vergangenen Samstag beendeten Hollywood- Autoren- und Produzenten ihr letztes von insgesamt 6 Treffen, in denen über höhere Anteile im Filmmarkt verhandelt werden sollte. Bis jetzt gebe es keine Einigungen aber beide Seiten werden es weiter versuchen, so die Verantwortlichen. Die "Writers Guild of America" und die "Alliance of Motion Picture and Television Producers" fordern höhere Anteile von dem $15 Billionen DVD-Markt. Die momentane Lage: für jede verkaufte DVD (von $ 16) bekommt das Studio rund $10, ein Autor nur 5 Cent.

(Quelle: CNN) 03.05.2004

TV-Gebühren von Blinden?

Geplante GEZ-Reform

Die Regierungen der Bundesländer wollen jetzt auch von Behinderten die GEZ verlangen. Einzig, wer nachweisen kann, dass er nicht genügend Geld für die Gebühr zur Verfügung hat, wird weiterhin befreit bleiben. Die bisherige Regelung der GEZ schließt Blinde oder stark Sehgeschädigte und Taube von der Zahlungspflicht aus. Das soll künftig nicht mehr gelten. Dabei beruft man sich auf ein Urteil des Bundessozialgerichts aus dem Jahr 2000. Durch den verfassungsrechtlich geltenden "Grundsatz der Gleichbehandlung aller Nutzer", muss die Gebühr auch bei der Mehrheit der behinderten Rundfunkkonsumenten kassiert werden. Würde dies geschehen, könnten ARD und ZDF bereits nächstes Jahr 105 Millionen Euro mehr einnehmen. Jedoch wolle man so die bevorstehende Erhöhung der Rundfunkgebühren um 1,09 Euro ab 1. Januar 2005, die von vielen Bundesländern als zu hoch bewertet wurde, niedrig halten. Der Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Anstalten sinke auf 12 Cent, gäbe es weniger Pauschal-Befreiungen. Zuerst soll das Thema aber noch mit den Behinderten- und Sozialverbänden diskutiert werden. Auch wurde vorgeschlagen, dass ARD und ZDF ihre Inhalte für Behinderte ausweiten könnten.

(Quelle: Spiegel) 06.05.2004

 

Idle von Monty Python

Wieder ein Lied gegen Bush

Das ehemalige Mitglied von "Monty Python" Eric Idle läßt wieder etwas von sich hören. In guter alter Manier meldet er sich jetzt mit einem Anti-Buh-und-FCC-Lied zurück. Der Song kritisiert neben der Regierungsarbeit des amerikanischen Präsidenten, vor allem die amerikanische Federal Communications Commission (FCC). Die US-Rundfunkaufsicht FCC ist befugt Strafen wegen bestimmter Verstöße gegen Radio- und Fernsehsender zu erheben. Laut Angaben von Idle kann sein FCC-Song zu einer Strafe von 250.000 Dollar führen, wegen der häufigen Benutzung des F-Worts. Eric Idles FCC Song steht kostenlos zum Download bereit (3,1 MB).

(Quelle: Pythonline) 28.05.2004

Digitale Kinos kommen

Ende vom Film?

Das Digitale Kino ist im Kommen, und bringt Konsequenzen für die Branche mit sich. Für Europäische Kinos beginnt die Digitale Zukunft schon im Herbst 2004. Gemeint ist nicht nur die Vorführung digitaler Signale im Filmtheater, sondern auch die Digitale Verwertungskette von Kamera bis zur Projektion, was auf das Ende vom Film hinauslaufen könnte. Von dieser Neuen Technik erhoffen Filmverleihe Einsparungen von bis zu 90 Prozent, da das Versenden filmischer Datenpakete über Satellit oder Breitbandleitungen billiger ist als das Herstellen und Verschicken von schweren Filmrollen. Mittlerweile ist der technische Fortschritt so weit, dass digitale Projektionen technisch dem Traditionellen Filmvorführung gleichwertig sind. Der Termin des angekündigten "digitalen Roll-Out", der flächendeckenden Einführung des digitalen Kinos durch die Hollywood-Unternehmen, rückt umso näher. Im April 2002 hatten sich sieben US-Konzerne in der Digital Cinema Initiative (DCI) zusammengeschlossen. Doch eine Gruppe von kleineren Programmkinos und unabhängigen Verleihern wollen nicht darauf warten was die US-Majors ihnen mit ihrer Marktmacht diktieren. Kinobetreiber, Verleiher und Produzenten aus Deutschland und sieben weiteren europäischen Ländern haben die "European DocuZone" (EDZ) gegründet, um den paneuropäischen Austausch von Dokumentarfilmen in 175 Kinos zu organisieren. Den Größten Anteil stellt dabei Deutschland mit 112 Teilnehmern. Die EDZ möchte ab Herbst via Satellit jede Woche einen europäischen Film in die Mitgliedskinos überspielen, die den Film dann zeitgleich zu einem festen Termin zeigen. Die von DocuZone bereitgestellte Digitaltechnik können die Kinos gegen eine geringe Nutzungsgebühr auch für andere Zwecke wie Firmenpräsentationen oder andere Veranstaltungen nutzen, die zusätzliche Einnahmen bringen. Das Media-Programm der Europäischen Union hat wegen dieser Ausrichtung das Projekt mit rund 2,5 Millionen Euro unterstützt. Das Netzwerk soll der europäischen Filmkultur eine neue Chance eröffnen und versteht sich als Alternative zur Kommerzmaschine der US-Majors. Auch Low-Budget-Filme sollen eine Kinochance bekommen da die Digitale Projektion relativ preisgünstige ausbaufähigen Beamern anbietet. Den Beginn für EDZ wollen die Initiatoren mit einem paneuropäischen Dokumentarfilm-Festival geben, das vom 12. bis 14. November simultan acht europäische Dokumentarstreifen präsentiert. Der reguläre Betrieb in den 175 Kinos soll am 1. Januar 2005 beginnen.

(Quelle: Spiegel) 25.05.2004

Wagner verlässt Endemol

Wechsel zu RTL

Der Unterhaltungssender RTL vergibt zum 1.August 2004 die neu geschaffene Position des Executive Producer Unterhaltung Show & Daytime an die Endemol- Produzentin Susanne Wagner. Diese ist seit 1998 für Endemol Deutschland tätig und verantwortet seit 2001 als Senior Executive Producer den gesamten fiktionalen Bereich des Unternehmens. Die 36-Jährige produzierte unter anderem das Historiendrama "Annas Heimkehr" (BR/ORF/ Arte) mit Veronika Ferres in der Hauptrolle, sowie die RTL-Formate "Unter Brüdern" und " Die Wache". Mit Frau Wagner landet erneut eine Vertreterin der Filmindustrie in den Redakionsstuben.

(Quelle: Mediabiz) 21.05.2004

Schauspielerin Anna Lee

91-jährig verstorben

Anna Lee, die mit 91 Jahren auf eine fast 70 Jahre lange Karriere zurückblicken konnte, verstarb letzten Freitag an einer Lungenentzündung. Ihren Durchbruch feierte die Schauspielerin mit "How Green Was My Valley" und zuletzt spielte sie trotz Lähmung und Rollstuhl in der Serie "General Hospital" mit. Geboren wurde sie in Kent, England und studierte Schauspiel in London. Nachdem sie mit dem London Repertory Theatre eine Zeit lang tourte, zog sie in den frühen Dreizigern zog nach Kalifornien und war von da an in mehr als sechzig Filmen, darunter "The Sound of Music" (1965), "Fort Apache" (1948) und "King Solomon's Mines" (1937), zu sehen. 1982 erhielt Anna Lee einen MBE (Member of the Order of the British Empire award). Kommenden Freitag soll sie mit dem lifetime achievement award bei den Emmy Awards geehrt werden.

(Quelle: CNN) 18.05.2004

Kultregisseur Tarantino

Will neuen Bond verfilmen

Quentin Tarantino hat Interesse daran den Roman "Casino Royal" von Ian Fleming, der bisher noch nicht als wirklicher Bond-Film verfilmt wurde, zu verwirklichen. "Ich wollte schon immer einen Bond-Film drehen", so der diesjährige Juryvorsitzende in Cannes. Er sei während des Festivals schon mit Pierce Brosnan zusammengetroffen: "Wir sprachen darüber. Er mochte die Idee." 1967 verfilmten fünf Regisseure, u.a. Val Guest, John Huston und Robert Parrish, den Roman als eine Spionageparodie mit David Niven als Hauptdarsteller und vielen anderen Stars, wie Peter Sellers, Orson Welles, Ursula Andress, Woody Allen und Jean-Paul Belmondo. Tarantino möchte den Roman mehr dem Buch entsprechend verwirklichen. "Ich weiß nicht, ob sie darauf anspringen werden, aber ich lasse sie wissen, dass ich interessiert bin ", sagte Tarantino in Hinblick auf die Bond-Produzenten. Eigentlich wollte sich der Regisseur nach KillBill kleineren Projekten widmen, auch wenn er Pläne für einen Horrorfilm und für ein Weltkriegs-Drama habe.

(Quelle: Spiegel) 18.05.2004

Cannes-Proteste

Gewalttätige Ausschreitungen

Der seit Wochen andauernde Protest der Teilzeitarbeiter im Showgeschäft schlug letzten Samstag in gewalttätige Auseinandersetzungen um. Als rund 50 Personen Marktvorführungen blockierten indem sie ein Kino besetzten, schritten 50 CRS Polizisten ein, um die Protestierenden zu entfernen und riegelten die Rue d'Antibes ab. Die Demonstration sei friedlich gewesen, erst als die Polizei auftauchte und darauf los schlug, wobei es auch Marktteilnehmer erwischte, eskalierte die Situation, so ein Zeuge. Gegen Abend sei eine Vorführung angesetzt gewesen. Kurz zuvor kamen jedoch die Demonstranten und blockierten die Eingänge zu dem Kino. Man hatte versucht zu verhandeln, auf der Basis, das man selbst auch in der Branche sei und mit diesem Film für einem alles auf dem Spiel stände. Die Demonstranten hätten sich einsichtig gezeigt. Dann erschien jedoch eine Gruppe von Personen in zivil, die versuchten das Kino zu stürmen, so ein Marktteilnehmer. Ärzte mussten mehrere verletzte Personen behandeln. Laut Polizei wurden auch Verdächtige festgenommen. Unterdessen fanden Protestmärsche statt und andere Protestierende kletterten auf Bäume am roten Teppich, als der französische Kultusminister Renaud Donnedieu de Vabres ankam. Auch diese wurden von der Polizei entfernt.

(Quelle: hollywoodreporter) 17.05.2004

Britische Filmschule sucht...

Leiter des TV-Departments

Die "National Film and Television School", England's führende Schule für Film und Fernsehen hat im Internet eine Jobanzeige veröffentlicht. Darin suchen die Verantwortlichen nach einem Medienschaffenden, welcher das neue TV-Department leiten, sowie eine Reihe von Kursen (unter anderem "Creative Producing") ab 2005 übernehmen soll. Die "National Film and Television School" bildete unter anderem Steve Morrison, Molly Dineen, Nick Broomfield, Nick Park und Kim Longinotto aus.

(Quelle: Guardian) 17.05.2004

Moore-Doku

Darf doch ins Kino

Eigentlich sollte Michael Moores Bush-kritische Dokumentation "Fahrenheit 9/11" nach dem Willen von Disney nicht in den amerikanischen Kinos anlaufen, doch die Miramax-Firmenchefs Bob und Harvey Weinstein retteten den Film indem sie Disney die Rechte abkauften. Jetzt wollen sie Moores Film durch einen neuen Vertriebspartner in die US-Kinos bringen. Moore hatte den Verdacht geäußert, dass der Konzern sich kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen keine Polit-Kontroverse leisten wolle, da Disney in seinen Vergnügungsparks und Studios in Florida Millionen von Steuergeldern spare. Den Präsidentenbruder zu verärgern könne ja finanzielle Nachteile haben. Disney-Chef Michael Eisner meinte zu dem Vertriebsverbot, dass Disney politisch neutral bleiben wolle. Eigentlich hätte Bush-Kritiker Moore den Film, der in der kommenden Woche in Cannes Weltpremiere feiert, auch einfach selbst finanzieren können, aber dann wäre es wohl nicht zu so einem medienwirksamen Streit gekommen.

(Quelle: Spiegel) 14.05.2004

Erobert Küblböck Cannes?

Krimi als Erstlingswerk

Wieviel wird unser "Gurkenkönig" wohl dafür bezahlt haben? Nach Medienaussagen wird sich der mitlerweile von seinen schweren Unfall wieder erholte Daniel Küblböck in Kürze auf den Weg nach Cannes machen. Allerdings nicht, um die Sonne zu genießen. Das "Allroundtalent" werde zeitgleich mit den Filmfestspielen in einem angemieteten Screening seinen ersten Spielfilm vorstellen. Das Erstlingswerk mit dem Titel "My Way" ,welches in Zusammenarbeit mit Regisseur Uli Lommel entstand, ist als Krimi angekündigt. Gedreht wurde unter anderem in München, Eggenfelden, Passau und in den USA. Der Film soll Mitte September in die deutschen Kinos kommen, so Küblböck's Vater. Vor dem Hintergrund, dass viele Konzertmitschnitte gezeigt werden, versteht es sich von selbst, warum der Streifen unter der Kategorie "Krimi" läuft. Nach Cannes begibt sich Küblbock dann wieder ins Musikgeschäft und plant eine neue Singel herauszubringen.

(Quelle: Netzeitung) 12.05.2004

Schlechtes US-Ansehen

Marken fürchten Verluste

Die Krise im Irak scheint sich jetzt nicht nur auf das Ansehen der Amerikaner und ihrer Kultur in der Welt auszuwirken, auch US-Marken, wie McDonald's, Coca-Cola, Nike und Microsoft, sind betroffen, so eine neue Studie über Verbrauchergewohnheiten von NOP World. Weltweit wurden dazu 30.000 Personen nach ihren Kaufgewohnheiten befragt. Dabei kam heraus, dass der Verkauf und Verbrauch von US-Produkten im letzten Jahr kontinuierlich gefallen ist, während andere Markenprodukte, die nicht aus den USA stammen im Verkauf stabil blieben. Insgesamt sank die Anzahl der US-Marken-Konsumer weltweit von 30 auf 27%. Dies sei das erste Mal seit Start der Studie 1998 geschehen. Schuld seien laut der Studie u.a. Amerikas kontroverser Einsatz im Irak, der Krieg gegen den Terrorismus und das Nicht-Unterzeichnen des Kyoto Klima- und Umweltschutzgesetzes. Es sei kein Boykott, vielmehr scheint die Unterstützung nachzulassen, was sich schlecht auf die amerikanische Wirtschaft auswirken könnte. Neben europäischen Ländern wie Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien, verweigern vor allem muslimische Länder wie Ägypten, die Türkei und Saudi Arabien immer mehr ihr Geld der amerikanischen Wirtschaft.

(Quelle: Media Guardian) 11.05.2004

Bayerischer Fernsehpreis

Blauer Panther verliehen

Im Münchner Prinzregentheater wurden am vergangenen Freitag renommierte Persönlichkeiten aus verschiedenen Sektoren des deutschen Fernsehens ausgezeichnet. Den "Blauen Panther" (das Symbol des bayrischen Fernsehpreises) erhielten unter anderem Veronica Ferres ("Annas Heimkehr" und "Für immer verloren"), Tobias Moretti ("Schwabenkinder"), Hape Kerkeling ("70er Show"), Dagmar Manzel ("Leben wäre schön") und Ruth Drexel (für ihre Theater-und Fernsehgeschichte). Dem Fernsehjournalisten Harry Valérien wurde der diesjährige Ehrenpreis von Ministerpräsident Stoiber überreicht. Der Bayerische Fernsehpreis ist eine der wichtigsten Auszeichnungen für Medienschaffende in Deutschland. Er wird in diesem Jahr zum 16. Mal verliehen und ist mit insgesamt 105.000 € dotiert. Vergeben werden die Preise in den Kategorien Informationssendungen, Fernsehspiele, Fernsehfilme und Serien, Unterhaltungsprogramme sowie für Kultur- und Bildungsangebote. Hinzu kommen Sonderpreise und der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten.

(Quelle: Bayern.de) 10.05.2004

Quoten-Absturz

Zuschauer an Ekel-Grenze

Die Sender setzen immer noch auf Ekel-Shows wie das RTL-Dschungelcamp, weil sie als Publikumslieblinge und Quotenrenner gelten. Eine aktuelle Emnid-Umfrage unter 1000 Befragten, veröffentlicht vom evangelischen Magazin "Chrismon", beweist jedoch das ganze Gegenteil. Mit Maden, Kakerlaken-Bad und Tümpeltauchen scheint die unterste Geschmacksgrenze erreicht. 84% der Deutschen fühlen sich nicht unterhalten, sondern angeekelt und lehnen solche Sendungen ab. Nur 3% finden sie spannend oder unterhaltsam. 36% interessieren sich überhaupt nicht für Entertainment dieser Art, 26% finden es einfach abstoßend, 22% fordern sogar ein Verbot. Der Ekel steigt dabei mit dem Alter der Befragten, aber auch unter den jüngsten Zuschauern im Alter von 14 bis 29 Jahren sind nur 6% begeistert. Die bayrische Kultusministerin Monika Hohlmeier setzt auf das gesunde Urteilsvermögen, derartige Sendungen zu boykottieren. "Bei diesen Shows werden unter dem Deckmantel der Freiwilligkeit aus Mitspielern Menschen, mit denen gespielt wird", so die Politikerin. Der Trend zeigt sich vielleicht schon in der mäßigen Quote von "Fear Factor" bei RTL. Mit 16,2% liegt es unter dem Senderschnitt. Ob der Trend sich so fortsetzt, wird sich aber wohl erst zeigen, wenn Extrem-Formate wie die amerikanische Schönheits-OP-Show "I want a Famous Face" ins deutsche Fernsehen kommen.

(Quelle: Spiegel) 10.05.2004

Thierse: MI:3-Gegner

Keine Drehs im Bundestag

Einige Szenen des neuen Actionfilms "Mission: Impossible 3" mit Hauptdarsteller Tom Cruise sollten in den Räumen des Deutschen Bundestags gedreht werden. Jedoch beschloss Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, bekräftigt vom Bundestagspräsidium und dem Ältestenrat, der seinerseits abgelehnt hatte, dass Szenen für den neuen Actionfilm im Berliner Reichstagsgebäude gedreht werden, dass keine Dreharbeiten für Spielfilmproduktionen stattfinden werden. "Der Bundestag ist und bleibt ein besonderer Ort und soll nicht für kommerzielle Zwecke vermarktet werden", so Bundestagspräsident Thierse.

(Quelle: Mediabiz) 07.05.2004

Farewell "Friends"

Letzte Episode ausgestrahltt

Gestern abend wurde im amerikanischen Fernsehen die letzte Folge der Serie "Friends" ausgestrahlt. Nach 10 Jahren Erfolgsgeschichte heisst es nun Abschied nehmen für die sechs Freunde aus New York. Eine Stunde lang durften die amerikanischen Fans an den Bildschirmen mit verfolgen, was mit Rachel (Jennifer Aniston), Monica (Courteney Cox Arquette), Chandler (Matthew Perry), Joey (Matt LeBlanc), Phoebe (Lisa Kudrow) und Ross (David Schwimmer) am Ende passiert; wer vielleicht doch noch zueinander findet und wer Karriere machen wird. Eine Folge mit vielen Überraschungen aber auch ein Happy End für zwei Personen, worauf die Fans schon seit Jahren gewartet haben. Im Anschluß an die Serie wurde ein "Best Of" ausgestrahlt, welches die beliebtesten Szenen der jeweiligen Staffeln sowie Interviews der Darsteller aus den vergangenen zehn Jahren zeigte. In Deutschland bekommen die Fans noch ein wenig Gnadenfrist, bis hier "Lebe-Wohl" gesagt werden muss

(Quelle: CNN) 07.05.2004

Jean-Pierre Léaud wird 60

Nouvelle Vague Künstler

Die französische Filmlegende Jean Pierre Léaud wird heute 60 Jahre alt. Léaud galt in den sechziger und siebziger Jahren als Liebling des europäischen Autorenkinos und war der Star der Nouvelle Vague (Neue Welle). Zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten, blühte der Schauspieler in den neunziger Jahren noch einmal auf. 
In Francois Truffauts "Sie küssten und sie schlugen ihn" debütierte der damals 14-jähriger Léaud in der Hauptrolle. Als Antoine Doinel, ein gleichermaßen widerspenstiges und zerbrechliches Stadtkind, wurde Léaud zum Aushängeschild einer neuen Kinokultur. Im mitreißenden und authentischen Spiel des jungen Franzosen spiegelte sich der Anspruch der "neuen Welle": Aufrichtigkeit und Gegenwärtigkeit. 
Am 4. Mai 1959 brach mit diesem Film eine neue Ära in der Geschichte des Kinos an: Truffauts erhielt an diesem Tag für sein Werk den ersten sogenannten Autorenfilm, den Großen Preis des Filmfestivals von Cannes. Die darauffolgende Nouvelle Vague verdrängte innerhalb weniger Monate das "veraltete" Kino der fünfziger Jahre von den Leinwänden. 
In rund  30 Filme wirkte Léaud in den Folgejahren mit. U.a. in Truffauts "Die Amerikanische Nacht", Godards "Masculin Féminin" und "Der letzte Tango in Paris" von Bertolucci. Danach wurde es ruhig um den französischen Schauspieler. Erst in den Neunziger Jahren holte ihn Aki Kaurismäki Léaud mit "I Hired A Contract Killer" zurück in die Kinos.

(Quelle: Spiegel) 06.05.2004

Protest gegen Berlusconi

RAI-Präsidentin tritt zurück

Lucia Annunziata, Präsidentin des italienischen Staatsfernsehens RAI, hat ihren Rücktritt angekündigt. Auslöser dafür sei der Einfluss des Medienmoguls Silvio Berlusconis in die Programmgestaltung des öffentlich-rechtlichen Senders RAI. Aus Protest vor einer "Besatzung des Senders" durch Vertreter der Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Berlusconi gab Annunziata am Dienstag ihre Entscheidung bekannt. "Diese Nominierungen sind der letzte Akt einer organisierten Kampagne, um volle Kontrolle über die öffentlich-rechtlichen Sender zu übernehmen", so die RAI-Präsidentin. Silvio Berlusconi verwaltet die drei größten TV-Privatsender Italiens, hinzu kommt sein entscheidender Einfluss auf das Staatsfernsehen, den er als Ministerpräsident ausübt.
Seine Anhänger hatten bereits mehrfach den 
Rücktritt Annunziatas gefordert, die als politisch linksgerichtete Journalistin gilt und den öffentlich-rechtlichen Sender seit gut einem Jahr führt, weil sie in dieser Zeit heftige Kritik an Berlusconis Machtspielen geübt hatte. Anderen RAI-Managern warf sie vor, sie beugten sich zu sehr dem Druck der Regierung und sprach von "ideologischer Parteilichkeit des Managements". Dies "destabilisiert den Sender und untergräbt seine Beziehung mit den Bürgern". Staatlicher Rundfunk müsse "dringend wieder das ganze Land repräsentieren". 
Wenige Tage zuvor war auch die Star-Journalistin der RAI, Lilli Gruber zurückgetreten. Diese hatte ihren Job als Anchorwoman der staatlichen Hauptnachrichten zugunsten einer Kandidatur für das Europaparlament niedergelegt. Als Auslöser gab Gruber aber auch die Machenschaften Berlusconis an. Das Europäische Parlament übt derweilen heftige Kritik an der Medienkonzentration Italiens. Die beherrschende Stellung Berlusconis führe zu einer einzigartigen Kombination von wirtschaftlicher, politischer und medialer Macht. Die Konzentration auf dem audiovisuellen Markt sei in Italien der höchste in Europa.

(Quelle: Spiegel) 05.05.2004

Peanuts für Musiklabels?

$50 Mio. an Künstler

Die größten Musiklabels der Welt müssen jetzt nach einer zweijährigen Ermittlung der New Yorker Staatsanwaltschaft Abgaben in Höhe von $50 Millionen an viele ihrer Künstler zahlen. Unter den meist unbekannten Kreativen sind auch Berühmtheiten wie David Bowie, Sean "P Diddy" Combs und Dolly Parton. Es gäbe eine ungerechte Verteilung, da Künstler mit großem Erfolg Unmengen von Geld machen, so Eliot Spitzer, der ermittelnde Staatsanwalt. Auf der anderen Seite ständen Sänger mit einem erfolgreichem Lied, die das Geld wirklich gebrauchen könnten. Man habe jetzt heraus gefunden, dass hohe Summen nicht an die Künstler gingen. Universal Music Group, Sony Corp.'s Sony Music, EMI Group Plc Bertelsmann AG's BMG Group und Warner Music Group kooperierten sofort mit der Staatsanwaltschaft. Sie sagten, dass es nicht ihr Absicht gewesen sei, die Abgaben zurückzuhalten. In vielen Fällen hätten die Betroffenen vergessen ihrem Label die neuen Kontaktadressen zukommen zu lassen, wohin die Schecks gehen sollten. Bob Donnelly, Rechtsanwalt der Musikindustrie, der die Sache ins Gespräch gebracht hatte, äußerte sich kritischer. Seiner Meinung nach ginge es um weit mehr Geld, als ausgezahlt wurde. Doch jedes Mal, wenn man einen guten Zivilkläger gegen die Labels gefunden hätte, würden diese sofort einlenken und diesen bezahlen. Die Musiklabels erklärten sich jetzt bereit die Namen der Künstler und Autoren, denen man Abgaben schulde, online zu veröffentlichen und Kontaktinformationen der Künstler untereinander austauschen. Falls das Geld nicht eingefordert werde, ginge es an den Staat, der es aufbewahren solle.

(Quelle: CNN) 05.05.2004

Filmfest Oldenburg

Um eine Kategorie reicher

Das 11. Internationale Filmfest Oldenburg (vom 08.bis 12. September 2004) erweitert in diesem Jahr den seit 1998 verliehenen Publikumspreis "German Independence Award " um die Kategorie "Bester deutscher Film". In der Oldenburger Independent-Reihe werde nun von einer internationalen Jury der beste deutsche Festivalbeitrag ausgewählt. Dieser erhalte ein Preisgeld von 5000 Euro und werde nach Presseaussagen mit einer Einladung zu einem "renomierten internationalen Filmfestival" bedacht. Jeweils 6 deutsche Filmproduktionen des aktuellen Jahres werden um den Titel "Bester deutscher Film" konkurrieren. Der Einsendeschluß für die Filmeinreichung ist der 25. Juni 2004, weitere Informationen können unter www.filmfest-oldenburg.de abgerufen werden.

(Quelle: Mediabiz) 04.05.2004

Kurzfilmtage Oberhausen

Musikvideos prämiert

Am vergangenen Samstag wurden auf den Kurzfilmtagen die drei besten, in Deutschland produzierten Musikvideos ausgezeichnet. Den ersten Preis und mit ihm 2500 Euro Preisgeld erhielten Martin Sulzer, Andi Triendl und Julia Weiger für ihren Clip zu "Let's Push Things Forward" von The Streets. Der mit 1500 Euro dotierte zweite Preis ging an Ursula und Graw Böckler für das Video zu "Mugen Kyuukou How To Believe In Jesus" von Tujiko Noriko. Auf Platz drei schafften es Cornelia Cornelsen und Florian Grief mit dem Clip zu "Die Zeit heilt alle Wunder" von Wir sind Helden. Sie erhielten 1000 Euro Preisgeld. Corine Stübis Video zu "Working Girl Musik" von Amon Tobin wurde lobend erwähnt. Den MuVi-Online Publikumspreis, bei dem 4644 Stimmen gezählt wurden, gewann der Clip zum Ärzte-Song "Dinge von denen" von Norbert Heitker. Den zweiten Platz erreichte Craig Robinson mit seinem Clip zu "Given Ground" von Giardini di Miro und Platz drei konnten erneut Cornelia Cornelsen und Florian Grief mit ihrem Clip von Wir sind Helden für sich beanspruchen.

(Quelle: Mediabiz) 04.05.2004

 

 

April 2004

 

Kurzfilmtage in Oberhausen

Große Jubiläumsgala

Heute abend werden in Oberhausen die Internationalen Kurzfilmtage eröffnet. Mit einem der ältesten Festivals der Welt können die Veranstalter und die Stadt auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken. Zu der Jubiläumsfeier werden prominente Gäste erwartet: die Festreden halten Gerhard Schröder, NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück, Oberhausens Oberbürgermeister Burkhard Drescher sowie Festivalleiter Lars Henrik Gass. Für den Programmblock sind unter anderem Kurzfilmbeiträge von Romuald Karmakar, Charles Wilp und Matthias Müller sowie eine Filmglosse über die Kurzfilmtage aus dem Jahr 1922 (mit Christoph Schlinensief als Dozent) vorgesehen. Schauspielerin und Sängerin Meret Becker wird durch den Abend führen.

(Quelle: Mediabiz) 30.04.2004

Berliner Royal Palast

Berlinale-Kino geschlossen

Nach dem Mauerfall mussten die ersten Kinos in der Berliner Westcity ihre Tore schließen. Jetzt hat es auch den traditionsreichen Royal Palast getroffen. Das Center mit fünf Sälen und der größten Leinwand Europas gehörte noch bis Anfang 2003 zur Ufa-Kinokette. Anschließend wurde es bis 31. März von Kieft & Kieft geleitet. Seitdem hatte man versucht Besucher mit Niedrigpreisen von 4,99 Euro pro Eintrittskarte anzulocken. Vergeblich. Der Insolvenzverwalter des Royal Palasts sah keine Zukunft für das Kino. Auch Übernahmeverhandlungen mit der Kinostar-Gruppe aus Stuttgart scheiterten. Zuletzt gehörte der Royal Palast, zu den Berlinale-Kinos, die die Wettbewerbsbeiträge wiederholten.

(Quelle: Mediabiz) 29.04.2004

Kinderfilmfestival Toronto

Till Eulenspiegel gewinnt Puplikumspreis

Beim der siebten Ausgabe des Kinderfilmfestivals 'Sprockets' in Toronto hat Eberhard Junkersdorfs "Till Eulenspiegel " den Publikumspreis als bester Animationsfilm erhalten. Auf dem Festivals, das von der Toronto International Film Festival-Gruppe veranstaltet wird, wurden 17 Lang- und 42 Kurzfilme aus 19 Ländern gezeigt. Deutschland war ebenfalls mit Tomy Wigands "Das fliegende Klassenzimmer" in der Sektion Spielfilm vertreten. Das Festival fand großen Anklang und konnte einen neuen Rekord von 17.000 Besuchern verzeichnen.

(Quelle: Mediabiz) 28.04.2004

Kurzzeitgedächtnis

Was lief gerade im TV?

Eine Studie der Universität Jena ergab, dass viele Fernsehzuschauer nicht dazu in der Lage sind, sich zu merken, was ihnen an Information präsentiert wird. Vor allem Nachrichtensendungen nehmen rund 30 Prozent der Zuschauer nicht auf. Vor allem jüngere Zielgruppen seien durch Nachrichten kaum erreichbar, so Georg Ruhrmann, Verantwortlicher der Studie. Der Forscher macht v.a. Veränderungen im Medienkonsum für die Situation verantwortlich. Gerade in den neuen Bundesländern schauten junge Menschen bevorzugt die privaten und kaum die öffentlich-rechtlichen Sender. Zudem werde immer weniger Zeitung gelesen. Die Studie sagt außerdem aus, dass in den vergangenen zehn Jahren der Anteil der politischen Berichterstattung in Nachrichtensendungen zu Gunsten von zwischenmenschlichen Themen zurückgegangen ist. Insgesamt wurden 2.400 TV-Nachrichtensendungen von 1994 bis 2003 analysiert, zudem Journalisten und Zuschauer befragt. Heute spiele die Beschaffung spektakulärer Bilder eine zunehmend größere Rolle, so Ruhrmann: "Die Redaktionen riskieren, dass die Bilder dominieren, aber die dahinter liegenden Zusammenhänge nicht sichtbar werden." Trotz der Studie setzt das ZDF auf steigenden Informationsanteil. Ab Herbst oder Winter 2004 werde man Programmtage zu Schwerpunktthemen wie Arbeit oder Rente veranstalten, so ZDF-Intendant Markus Schächter. Man halte mehr und qualitativ höherwertige Informationsangebote für nötig. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut hat sogar vor mit mehr Geldinvestitionen künftig die BBC bei großen Dokumentationen zu übertreffen.

(Quelle: Spiegel) 27.04.2004

MGM an Sony?

Kaufverhandlungen

Kirk Kerkorian, Mehrheitseigentümer der legendären MGM-Filmstudios, verhandele derzeit mit Sony über eine Übernahme. Der japanische Elektronik- und Medienkonzern erwäge einen gemeinsamen Kauf mit den US-Beteiligungsgesellschaften Texas Pacific Group und Providence. Der Verhandlungspreis soll bei rund 5 Mrd. $ liegen. An der Börse war MGM (Metro-Goldwyn-Mayer) vor Bekanntwerden der Verkaufsgespräche 4,2 Mrd. $ wert. Danach stiegen die Aktien um zwölf Prozent. Die Papiere wurden am Donnerstag zehnmal so häufig gehandelt wie normalerweise. Mit einer Übernahme des Studios würde Sony zur dominierenden Kraft in Hollywood, denn zusammen mit Columbia-Tristar gehört "der Japaner" bereits zu den Kinofilmgrößen der Filmstadt. Im Vorjahr etwa hatten MGM und Columbia gemeinsam mit 43 Hollywoodfilmen 17,1 Prozent Marktanteil - deutlich mehr als die Konkurrenten Disney, Warner, Universal oder Paramount. Sony reizt an MGM das angesammelte Erbe mehr als die aktuelle Filmproduktion, welche mit Ausnahme der James- Bond Reihe keine großen Projekte mehr realisiert. Mit rund 4200 Streifen verfügt MGM jedoch über das größte Lager an Hollywoodfilmen. Darunter befinden sich Klassiker wie "Vom Winde verweht" und "Der Zauberer von Oz" oder die "Rocky"-Filme. Sony könnte deshalb erhebliche Einnahmen aus DVD-Verkäufen erwarten, die derzeit nicht nur bei aktuellen Filmhits stark anziehen. Sony ist an diesem Geschäftsfeld besonders interessiert, weil der Konzern eines der größten Presswerke der Welt besitzt. Der Rückgang der CD-Produktion in diesem Werk könnte mit einem erhöhten DVD-Ausstoß ausgeglichen werden. Bis zum Kaufabschluß seien aber noch einige Hürden zu überwinden. Unter anderem befinde sich Sony zur Zeit auf Sparkurs und streiche Stellen, was im Falle eines Kaufs eine Protestwelle auslösen könnte. Auch zeige Warner Interesse am MGM.

(Quelle: Financial Times Deutschland) 26.04.2004

WM 2006

Neue Aufteilung der Übertragung?

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber plädiert für eine Aufteilung der TV-Rechte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf öffentlich-rechtliche und private Sender. Dies könnte zu einem "erheblichen Sparpotenzial" bei der Rundfunkgebühr führen, sagte Stoiber am Wochenende. Falls neben ARD und ZDF auch die Privatkanäle sendeten und zahlten, "schont das den Geldbeutel der Gebührenzahler". ARD-Sprecher Martin Gartzke erwiderte, die Übertragungsrechte an der Fußball-WM 2006 lägen nicht beim bayerischen Staat, sondern beim Rechteinhaber Infront. "Deshalb verhandeln ARD und ZDF über die WM-Rechte unverändert allein mit Infront, und zwar nach wie vor mit dem Ziel, zu einem möglichst günstigen Preis möglichst viele Spiele im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zugänglich zu machen", sagte er. Gelänge es, die Privatkanäle Sat 1 und RTL einzubeziehen und die 64 Spiele auf alle großen Sender in Deutschland zu verteilen, könnten ARD und ZDF mindestens 100 Millionen Euro sparen. Die Rundfunkgebühr müsste Anfang 2005 um sechs bis sieben Cent weniger erhöht werden. Von der Gebührenkommission wurde bislang ein Erhöhungsbetrag von 1,07 Euro monatlich vorgeschlagen.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung) 26.04.2004

Decimus - "Kabel!Vision"

Deutschlandweites Digitalfernsehen

Decimus, eine PrimaCom-Tocher, startet jetzt das bundesweites Digitalfernsehprogramm Kabel!Vision mit insgesamt 22 Kanälen, die ein umfassendes Programm mit deutschsprachigen Sparten- und Spielfilmsendern, sowie türkischen, polnischen, russischen, italienischen und spanischen Programmen und aktuellen Filme auf Abruf bietet. Bei diesem Angebot zahle der Kunde ausschließlich für die Sender, die er tatsächlich nutzen würde. Zu den deutschen Sendern gehören u.a. 13th Street, Kinowelt TV, Sci Fi, Motors TV und der von Decimus produzierte Spielfilmsender Silverline, sowie ein Volksmusikkanal. Um den Jugendschutzbestimmungen zu folgen, verlange die Decodersoftware von Decimus zwei Sicherheitsabfragen, sonst ist die Freischaltung von bestimmten Inhalten nicht möglich. Außerdem werden die ausgesendeten Signale mit Cryptoworks verschlüsselt und erst am Decoder wieder entschlüsselt, um das Schwarzsehen zu verhindern.

(Quelle: Mediabiz) 23.04.2004

Quoten im Keller

Niedergang der Casting-Shows

Die Quoten der Casting-Shows sinken immer mehr in den Keller. Noch bei der ersten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" schalteten rund 10 Millionen Zuschauer ihre Fernsehgeräte ein. Die öffentlich-rechtliche Unterhaltungskonkurrenz war chancenlos gegenüber den Privatsendern. Jetzt sieht das wieder ganz anders aus. Am vergangenen Samstag lagen Karl Moiks "Musikantenstadl" (6,5 Millionen Zuschauer) mit seinen Heile-Welt-Gesängen und Thomas Gottschalks Rockshow "50 Jahre Rock'n Roll" (5,7 Millionen) in der Zuschauergunst ganz weit vorn. Bei den 14- bis 49-Jährigen hatte die Sendung dabei einen fürs ZDF sensationellen Marktanteil von rund 27 %. RTL konnte dagegen mit "Star-Duell" und Verona Feldbusch, wie sie vertragsbrüchig in Sing-Streik trat, wenig punkten. Es schauten gerade mal 2,5 Millionen Zuschauer zu. Schlusslicht war Sat.1 mit "Star Search" mit 1,6 Millionen Zuschauern. Dabei war die erste Staffel letzten Sommer noch recht erfolgreich gelaufen. Das Publikum scheint jedoch keine Lust mehr darauf zu haben, immer neuen Gesichtern beim falsch Singen zuhören zu müssen. RTL hält "Star Duell" trotzdem für "ausbaufähig" und will die auf sechs Teile angelegte Reihe nicht kürzen. Auch bei Sat.1 gibt man "Star Search" noch nicht auf: "Aber wir haben jetzt schon großen Zuspruch bei den jungen weiblichen Zuschauern. Und im Gegensatz zu anderen Castingshows wird unser Format nicht allein bestimmt vom Auftreten der Kandidaten, sondern vom Zusammenspiel zwischen Moderator Kai Pflaume und der Jury, ein starkes Element der Show." Wenn Gottschalk und alte Rocker Kai Pflaume und den Popnachwuchs schlagen, helfen auch nur noch Durchhalteparolen. Dass das Konzept "Hübsche Menschen singen, mehr oder weniger gut und Möchtegern-Prominente sagen, ob sie das gut finden oder nicht so gut" nicht ewig funktionieren würde, war klar. Irgendwann hört man auf, dem 10. Kandidaten anzuschmachten und seine Telefongebühren für ihn in die Höhe zu treiben. Die ZDF-Show "Deutschlands Stimme 2003" wird nicht neu aufgelegt, "Fame Academy" bei RTL-II war kein Quotenbringer. Bei der Neuauflage von "Popstars" auf ProSieben war das Zuschauerinteresse eher durchschnittlich. Die im gleichen Sender soeben zu Ende gegangene "Comeback Show" war ein Reinfall. Auch das Interesse der Plattenindustrie für die Retortenprodukte ist nicht mehr so groß. Sie müssen die Gewinne mit den TV-Sendern teilen und die Erfolge in den Charts sind längst nicht mehr so groß wie zu Beginn. Wir können hoffen.

(Quelle: Spiegel) 21.04.2004

Deutscher Filmpreis

Nominierungen

Am 18. Juni wir der Deutsche Filmpreis in Berlin zum 54. Mal verliehen. Fatih Akins "Gegen die Wand", geht nach dem Berlinale-Sieg jetzt mit vier Nominierungen als großer Favorit ins Rennen um den mit 2,875 Millionen Euro höchstdotierten Kulturpreis Deutschlands. Als weitere aussichtsreiche Kandidaten mit je drei Nominierungen gelten "Das Wunder von Bern", "Wolfsburg" und "Herr Lehmann". Insgesamt wurden 25 Filme, Regisseure und Schauspieler für den Preis nominiert. In der Kategorie "Bester Spielfilm" konkurrieren "Gegen die Wand", "Das Wunder von Bern" von Sönke Wortmann, "Herr Lehmann" von Leander Haußmann, "Kroko" von Sylke Enders, "Muxmäuschenstill" von Marcus Mittermeier und "Wolfsburg" von Christian Petzold um die goldene Lola. Allein die Nominierung in dieser Kategorie ist mit jeweils 250.000 Euro dotiert. Der Sieger erhält noch einmal diese Summe. In der Kategorie beste Regie messen sich Akin, Petzold und Wortmann. Als beste Hauptdarstellerin sind Sibel Kekilli ("Gegen die Wand"), Nina Hoss ("Wolfsburg") und Johanna Wokalek ("Hierankl") nominiert. Birol Ünel ("Gegen die Wand") konkurriert in der Sparte bester Hauptdarsteller mit Josef Bierbichler ("Hierankl") und Horst Krause ("Schultze gets the blues"). Beste(r) NebendarstellerIn könnten Katja Danowski ("Herr Lehmann"), Johanna Gastdorf ("Das Wunder von Bern") und Fritzi Haberlandt ("liegen lernen"), sowie Detlev Buck ("Herr Lehmann"), Fritz Roth ("Muxmäuschenstill") oder Hinnerk Schönemann ("Kroko") werden. Als beste Dokumentarfilme wurden "Die Kinder sind tot" von Aelrun Goette und "Die Geschichte vom weinenden Kamel" von Luigi Falorni und Byambasuren Davaa nominiert. In der Kategorie bester Kinder- und Jugendfilm können "Die Blindgänger" von Bernd Sahling und "Die wilden Kerle" von Joachim Masannek auf die Auszeichnung hoffen. Auf der Nominierungsveranstaltung lobte Kulturstaatsministerin Weiss die einheimischen Produktionen. Der deutsche Film erzähle authentische Geschichten und beschäftige sich mit den Problemen der Menschen, die in dies