Noch gestern veröffentlichte Sat.1 die jüngsten Zahlen und hatte
mit Zuwächsen in allen Segmenten geworben. Im Ergebnis hat jedoch RTL
das Rennen um den Marktführerplatz der TV-Sender gewonnen. Bereits zum
elften Mal in Folge hält damit das rheinische TV-Unternehmen die
größten Marktanteile, auch wenn die 15,1% aus dem letzten Amtsjahr
von Helmut Thoma nicht mehr erreicht wurden (2003: 14,9%). Dies mag an
der starken Konkurrenz liegen. So erreichten beispielsweise die Dritten
hinter der ARD 13,4% und reihen sich damit auf Rang drei ein. Pro7 und
Sat.1 hoffen nach den neuerlichen Zahlen auf dem Beginn einer
Trendwende. Kein leichtes Unterfangen im Sportjahr 2004. Olympia und
Europameisterschaft werden für ARD und ZDF wohl wieder die meisten
Quoten bringen.
Trotz einiger Turbulenzen in den vergangenen Wochen, hat der Saban
Sender Sat.1 positive Nachrichten zu vermelden. Erstmals seit 1993
konnte Sat.1 seinen Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr wieder
steigern. Der Anstieg beim Gesamtpublikum beträgt im Vergleich zu 2002
0,3 Prozentpunkte von 9,9 auf 10,2 Prozent. In der werberelevanten
Zielgruppe konnte man den Zuschaueranteil sogar auf 11,6 Prozent
steigern. Selbstbewusst hieß es folglich in einer Pressemitteilung,
man habe "als einziger großer Sender" seinen Marktanteil in
der Primetime bei den 14- bis 49-Jährigen in diesem Jahr steigern
können (plus 0,7 Prozentpunkte). Dies sei neben erfolgreichen
Neustarts wie "Die dreisten Drei - Die Comedy WG" und
"Genial daneben - Die Comedy Arena" vor allem den bewährten
Serien, TV-Movies und Comedy-Formaten sowie der breit angelegten
Event-Strategie zu verdanken. Auch das "Das Wunder von
Lengede" sei im Ergebnis das erfolgreichste eigenproduzierte Event
in der Geschichte des deutschen Privatfernsehens.
Thomas Kirch, Sohn des früheren Medienunternehmers Leo Kirch, wird
offenbar von der Staatsanwaltschaft in München gesucht. Gegen ihn ist
ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue eingeleitet worden. Der Gesuchte
wird zur Zeit in den USA vermutet, wo er ein Ferienhaus an der
Atlantikküste und eine Wohnung in Boston besitzt. «Wir würden ihn
gerne befragen, wenn wir die Möglichkeit dazu hätten», so
Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld. Vom Insolvenzverwalter
des zusammengebrochenen Kirch-Imperiums hat Thomas Kirch bereits einen
umfangreichen Katalog mit Fragen zu Einkünften aus Firmen seines
Vaters und zu Darlehen über 133 Millionen Euro erhalten. Keine
Ermittlungsverfahren plant die Staatsanwaltschaft jedoch gegen
Altbundeskanzler Helmut Kohl und den ehemaligen Bundesfinanzminister
Theo Waigel, die als Berater Kirchs fungierten. Über den genauen
Inhalt der Beraterverträge ist bis heute nichts Näheres bekannt.
Raphaël Berdugo soll künftig den französischen Verband der
Filmexporteure, den ADEF (das Pendant zum Verband
deutscher Film Exporteure, VDFE), leiten. Bei Roissy war er bereits
für eine Vielzahl nationaler und internationaler Produktionen
verantwortlich.
wo immer Ihr auch seid, wie auch immer Ihr die Weihnachtstage
begeht, mit der Familie, Freunden, mit Euch selbst, ob Ihr es
ungezwungen oder streng organisiert, glücklich oder auch nicht,
verbringt. Auch wenn sie Euch das schon seit Monaten einreden wollen,
das mit den Geschenken ist nicht die Hauptsache. Schaut Euch in die
Augen und nehmt Euch mal wieder Zeit für Einander oder für Euch
selbst.
Nachdem "No-Intelligence"-Fernsehformate wie
"Superstars" in den Zuschauerquoten langsam abstürzen,
besteht auch berechtigte Hoffnung, dass die Sender ihren Zuschauern
endlich wieder mehr echte Filme anbieten werden. Gute Geschichten und
starke Konzepte werden dann wieder gefragt sein. Und dann gibt's da
noch einen Traum von einer Oscarnacht mit einem deutschsprachigen Werk und der
stillen Hoffnung, dass gute europäische Filme auch in den jeweiligen
Nachbarländern die verdiente Anerkennung finden werden.
Wir wünschen Euch von ganzem Herzen ein angenehmes, ein
friedliches, ein sorgenfreies Weihnachten und für das neue Jahr 2004
vor allem Gesundheit, Freude, Zufriedenheit und jede Menge geniale
Filmideen.
Euer Movie-College-Team
23.12.2003
Länder vs. Bund
Keine gemeinsame Kulturstiftung
Zwei Jahre liefen die Verhandlungen zur Novellierung der
Kulturstiftung der Länder, jetzt hat die Bayerische Staatskanzlei zum
wiederholten Male die Gespräche scheitern lassen. Noch im Frühsommer
sah es so aus, als könnte die Vereinigung der 16 Kulturstiftungen mit
der jungen Bundeskulturstiftung gelingen. Doch die Forderungen des
Freistaates Bayern wollte Kulturstaatsministerin Christina Weiss nicht
akzeptieren. So forderte Bayern ein Vetorecht für jedes Land und die
Vereinbarung von Finanzierungsgrundsätzen, die vorsehen sollten,
welche Projekte in welcher Höhe gefördert werden. Beides erschien dem
Bund als eine unzumutbare Einschränkung in der Handlungsfähigkeit.
Die Tür zur gemeinsamen Stiftung ist nach Aussage von
Christina Weiss zwar verschlossen, "aber der Schlüssel liegt im
München." Zunächst einmal hat jedoch die kleinkarierte Debatte
um föderalistische Macht die Konstitution der reichsten und größten
Kulturstiftung verhindert.
Der Vorstandschef des Filmproduzenten und - verleihers Senator
Entertainment Hanno Huth wechselt zurück in die Filmproduktion. Als
Grund für sein Ausscheiden führt der 50-Jährige den Wunsch an,
wieder Filme zu produzieren. "Ich kann nicht gleichzeitig
Vorstandsvorsitzender sein und so nebenher gute Filme machen", so
Huth. Im Sommer hatte die Deutsche Schutzvereinigung für
Wertpapierbesitz dem Vorstand "massive Managementfehler"
vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt wegen des
Verdachts auf Kursmanipulation und Kapitalanlagebetruges. Huth sagte,
er sei guter Dinge, dass das Verfahren bald eingestellt werde. Der
Filmproduzent von "Das Wunder von Bern" und
"Stalingrad" wechselte 1983 zu Senator und hatte dort seit
1999 den Chefposten inne. Als Nachfolger ist der bisherige
Geschäftsführer der Senator Filmproduktion, Christopher Borgmann im
Gespräch.
Wie bereits im Movie-College berichtet wurde vor kurzem die
Flexplay-DVD entwickelt. Es handelt sich um eine Einweg-DVD die 24
Stunden nach erstem Öffnen der Verpackung unleserlich wird und damit
nur für einen begrenzten Zeitraum nutzbar ist. Bedingt wird dies durch
einen chemischen Prozess auf der Oberfläche, der durch die Luft in
Gang gesetzt wird, wenn das Medium aus der Verpackung genommen wird.
Entwickelt wurde diese DVD um damit besser gegen die starke
DVD-Piraterie vorgehen zu können. So zeigt sich die neue Technologie
nun das erste Mal bei der Verleihung des französischen Filmpreises
"César" in Anwendung. Der Verleiher "MK2" hat
seinen neuen Film "Elephant" von Gus Van Sant als Einweg-DVD
an die Juroren gegeben. So soll verhindert werden, dass der Film nicht
schon vor den offiziellen Kinostart in falsche Hände weiter gegeben
werden kann. So besteht nun die Chance, dass "Elefant"
mindestens bis zur "César"-Verleihung am 21. Februar 2004
unveröffentlicht bleibt.
Das französische Kino musste im ablaufenden Jahr einen Rückgang
der internationalen Zuschauerzahlen um 12 % verzeichnen. Während in
Ländern wie Japan, Russland oder England der Marktanteil sogar
deutlich stieg und in den USA zumindest konstant blieb, fiel er in den
direkten Nachbarländern, darunter auch Deutschland (-48%), dramatisch.
Dies gab Margaret Menegoz, Chefin von Unifrance, der Exportorganisation
des französischen Films in Paris bekannt.
"Good Bye Lenin" von Wolfgang Becker ist von Vertretern
der in Hollywood ansässigen Auslandspresse für den Golden Globe Award
in der Kategorie "bester nicht englischsprachigen Film"
nominiert worden. Neben dem deutschen Erfolgsfilm sind noch vier
weitere Filme im Rennen. "The Barbarian Invasions" aus
Kanada, "Monsieur Ibrahim" (Frankreich), "Osama"
(Afghanistan) und "The Return" (Russland). "Die
Nominierung durch die HFPA ist eine große Ehre für uns, und wir
danken unserem Weltvertrieb Bavaria Film International und dem
US-Verleiher Sony Pictures Classics für ihre außergewöhnliche Arbeit
und das große Engagement im Vorfeld", sagt der Produzent Stefan
Arndt von X Filme Creative Pool. Good Bye Lenin verzeichnet in
Deutschland mittlerweile rund 6,5 Millionen Besucher. Bavaria Film
International hat die Komödie inzwischen in insgesamt 65 Ländern
verkauft. Damit zählt der Film über die letzten Tage der DDR bereits
jetzt zu den erfolgreichsten deutschen Streifen im europäischen
Ausland. Die 61st Annual Golden Globe Awards Ceremony findet am 25.
Januar 2004 im Beverly Hilton Hotel statt. Die dort vergebenen
Auszeichnungen gelten als Barometer für die Oscar- Nominierungen im
April 2004.
Maria Simon wird deutscher Shooting Star 2004 und tritt damit ihrem
"Good Bye Lenin" Filmpartner Daniel Brühl in die
Fußstapfen. Die gebürtige Leipzigerin machte dieses Jahr durch ihre
Rollen in "Lichter" und "Lenin" auf sich
aufmerksam, wofür sie sogar mit einer Nominierung zum Deutschen
Filmpreis geehrt wurde. Die von der European Film Promotion geleitete
Initiative wird unterstützt vom MEDIA-Programm und einzelnen
Organisationen in verschiedenen europäischen Ländern, die für die
Nominierungen verantwortlich sind. In Deutschland übernimmt diese
Aufgaben die Export Union des Deutschen Films. Jedes Jahr werden so
junge Schauspieler, die in ihren Heimatländern schon einen gewissen
Bekanntheitsgrad erlangt haben durch Auftritt auf verschiedenen
Festivals, wie der Berlinale, auch auf internationalem Parkett
vorgestellt.
Ab Herbst nächsten Jahres soll in Helsinki der Pilotversuch zur
Übertragung von Fernsehprogrammen auf Handys gestartet werden, bei dem
zunächst 500 Nutzer den neuen Service testen werden. Beteiligt sind
die finnischen Rundfunkanstalten, die Mobilfunkgesellschaften
TeliaSonera und Radiolinja und der Handyhersteller Nokia, der für die
technische Ausrüstung verantwortlich sein wird. Starten wird man mit
drei Sendern, dem öffentlich-rechtlichen Senders YLE und die privaten
Sender MTV3 und Nelonen.
Der französische Schauspieler Jean Reno ist in Frankreich von
Staatschef Jacques Chirac mit dem Nationalen Verdienstorden
ausgezeichnet worden. Dabei wurden insbesondere die Errungenschaften
des Schauspielers herausgestellt. Reno sei "einer jener ganz
großartigen Schauspieler, die durch einen unsichtbaren Faden, ein
Einverständnis, eine Freundschaft mit dem Publikum verbunden
sind", so der Präsident zu dem inzwischen 55-Jährigen bei der
Auszeichnung in Paris. Der in Marokko geborene Reno gehört zu den
erfolgreichsten französischen Schauspielern. In Deutschland wurde er
durch "Im Rausch der Tiefe", "Leon - Der Profi" und
"Mission: Impossible" bekannt.
Gestern hat sich der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio
Ciampi, gegen das von Berlusconi am 5. Dezember beschlossene
Mediengesetz ausgesprochen. Völlig unerwartet teilte Ciampi dem
Parlament mit, seine Unterschrift, ohne die das Gesetz nicht
rechtskräftig wird, zu verweigern. Wie Ciampi begründete, würde der
Pluralismus in Italien, durch das Gesetz gefährdet werden. In den
vergangenen Wochen ist es in Italien selbst zu Demonstrationen
gekommen.
Der amerikanische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Blake
Edwards, verantwortlich für Filmhits wie "Frühstück bei
Tiffany" (1960) und die Serie "Der rosarote Panther",
soll im nächsten Jahr bei der 76. Oscarverleihung den Ehrenoscar für
sein Lebenswerk erhalten. Als sein besonderer Erfolg neben
"Tiffany" gilt die Neuverfilmung der Ufa-Komödie
"Victor/Victoria" von 1982, in der seine Frau Julie Andrews
die weibliche, wie auch die männliche Hauptrolle übernahm. Weitere
seiner herausragenden Filme sind "Unternehmen Petticoat"
(1959), "Die Tage des Weines und der Rosen" (1962), "Das
große Rennen rund um die Welt" (1965) sowie "Was hast Du
denn im Krieg gemacht, Pappi?" (1966). Besonders beliebt in seinen
Filmen sind sein Wortwitz, Slapstick und die Verwechslungssituationen.
Seine Vorgänger in der Kategorie ‚Ehrenoscar' sind Stars wie Gene
Kelly, Harold Lloyd und Greta Garbo. Bei der vergangenen Verleihung
wurde Peter O'Toole mit dem Lebenswerk-Oscar geehrt. Für Edwards wird
es trotz seiner zahlreichen Filme der erste Oscar sein. Bisher erhielt
er lediglich eine Nominierung für das Drehbuch zu
"Victor/Victoria". Zu seinen letzten Taten in der Filmbranche
zählen bisher seine Regiearbeit 1993 zu dem Pink Panther-Sequel "Son
Of The Pink Panther" und die Komödie "The Birth Of The Pink
Panther" mit Steve Martin, zu der Blake Edwards das Drehbuch
schrieb und die 2005 anlaufen soll.
Der Sender Sat1 hat am Mittwoch erstmals über die Neubesetzung des
Sendeplatzes der Harald Schmidt Show gesprochen. "Die gigantische
Reaktion auf Harald Schmidts Rückzug hat uns dazu bewogen, seine
legendären Sendungen noch einmal auszustrahlen", sagte der neue
Sat1-Geschäftsführer Roger Schawinski. Im Grunde genommen ist der
Sender jedoch gezwungen, zur Konserve zu greifen, da ein
Nachfolgeformat kurzfristig nicht auf die Beine zu stellen ist. Die
Programmänderung gilt vorerst bis zum 16. April. Eine eventuelle
Schmidt-Nachfolge-Show wird dementsprechend nicht vor April an den
Start gehen. Für die Zukunft ist Schawinski jedoch optimistisch. Er
rechnet fest mit der Rückkehr des Entertainers zu Sat1 und werde sich
so bald wie möglich mit Harald Schmidt treffen. Nebenher macht sich
all der Wirbel um die Late Night Show für den Sender bezahlt. Am
Dienstagabend sahen mit 1,79 Millionen mehr Zuschauer als sonst die
"Harald Schmidt Show".
Politikerinnen aller Parteien melden sich zu der RTL-Serie "Der
Bachelor" zu Wort und fordern deren Absetzung. In der Sendung geht
es um einen Junggesellen, der angeblich Millionär sei und eine Frau
fürs Leben sucht. Zahlreiche Kandidatinnen werden ihm vorgestellt und
buhlen um seine Gunst, denn schließlich entscheidet er sich, wen er
zunächst in die engere Wahl nehmen und für welche letzte Frau er sich
dann entscheiden will. Gerade wie sich die jungen Frauen gegenseitig
auszustechen versuchen und sich dem Bachelor anbiedern, findet harte
Kritik bei den Politikerinnen. So findet Sabine Bätzing (SPD):
"Das Frauenbild, das dem Publikum vermittelt wird, ist
erschreckend und erinnert mich an den arabischen Kamelhandel."
Auch ihre Kollegin Katherina Reiche (CDU) sieht es ähnlich und glaubt
in der Show einen Rückschritt für die Frauenbewegung zu erkennen.
Alice Schwarzer habe umsonst gekämpft, wenn die Frauen in der
RTL-Sendung ein solches Selbstbewusstsein zeigen. Auch in Österreich
werden die Stimmen der Kritikerinnen in Politik und Gesellschaft
lauter. Es ist abzuwarten, ob und wie die Politik in den beiden
Ländern tätig werden kann.
Der Burda-Verlag, Nummer zwei der Verlagsbranche, rechnet nach den
neuesten Zahlen mit einem konstanten Betriebsergebnis. Für 2004 wird
kein nachhaltiger Konjunkturimpuls erwartet. Der Umsatz soll aber bei
stabilem Gewinn weiter steigen, so das Unternehmen. Insbesondere die
meisten großen Unternehmen der Branche hatten zuletzt durch die
Werbekrise in Deutschland einschneidende Verluste hinnehmen müssen.
Burda blieb dagegen relativ unbeschadet. Offenbar entwickeln sich
insbesondere die Titel "Focus", "Bunte" und
"Freizeit Revue" gut. Die drei etablierten sich zu den
Cash-Cows des Portfolios und sichern in vorderster Linie die
Deckungsbeiträge des Unternehmens. Allein das Wirtschaftsmagazin
"Focus Money" hat in der Vergangenheit Verluste geschrieben.
Am 16. Januar, wird an den britischen Schauspieler Sir Peter
Ustinov, der Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises vergeben. Der 82
jährige Peter Ustinov, hat in mehr als 40 Filmen mitgespielt und ist
zur Zeit im Kinofilm "Luther" zu sehen. Nun erhält er die
Auszeichnung, mit der auch Roman Polanski, im vergangenen Jahr geehrt
wurde.
Der kubanische Piano-Spieler Rubén González, Mitglied des Buena
Vista Social Club, ist im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer
schweren Arthrose in Havanna gestorben. 1919 in Santa Clara
(südöstlich von Havanna) geboren, galt González als einer der
legendärsten Figuren der kubanischen Musik. Einer Klavierausbildung an
der Musikhochschule von Cienfuegos sollte eigentlich eine Karriere als
Konzertpianist folgen, jedoch entschied sich González dann doch für
die kubanische Musik. 1941 musste er sein Medizinstudium wegen
wirtschaftlicher Probleme abbrechen, worauf er aber 1943 mit Arsenio
Rodríguez seine erste Schallplatte aufnahm, die ihn über die Grenzen
Kubas hinaus v.a. in Lateinamerika bekannt machte. 1996 begann er nach
seiner Ruhesetzung Ende der achtziger Jahre erneut Musik zu machen. In
hohem Alter und anfangs ohne Klavier schaffte er es diesmal zu
Weltruhm. Bald darauf erschien das Solo-Album "Introducing Rubén
González", wodurch der US-Pianist Ry Cooder auf ihn aufmerksam
wurde und die CD "Buena Vista Social Club", auf der González
zusammen mit Compay Segundo, den Chef des Buena Vista Social Club,
Ibrahim Ferrer, Omara Portuondo, Eliades Ochoa und einigen anderen
kubanischen Musikern spielt, produzierte. Der CD folgte der
gleichnamige Film von Wim Wenders, der González, der zu dieser Zeit
als einer der besten Pianisten weltweit galt, Compay & Company auch
in Europa bekannt und beliebt machte. Fast das gesamte Ensemble im
Rentenalter, gingen die Buena-Vista-Stars noch auf internationale
Tourneen. Zuletzt trat González 2002 in Mexiko und Kuba auf, worauf
sich sein Gesundheitszustand durch Lungen- und Nierenproblemen
zusätzlich rapide verschlechterte. Bereits im Juli dieses Jahres war
sein Kollege Segundo im Alter von 95 Jahren gestorben.
Nach der Oskarprämierung von Caroline Links "Nirgendwo in
Afrika" hat nun auch "Goodbye Lenin" seinen ersten
großen internationalen Erfolg eingefahren. Man muss natürlich
abwarten, wo die Welle der Filmpreise endet, aber das Prädikat
"bester europäischer Film" ist dem Regisseur Wolfgang Becker
nicht mehr zu nehmen. Die emotionale Rührung war in der Folge auch
offensichtlich. "Damals hätten wir beinahe aufgegeben, so
schrecklich waren die Dreharbeiten", sagte er. Insgesamt sahnte
der Film in insgesamt 16 Kategorien ab. Geehrt wurden u.a.
Drehbuchautor Bernd Lichtenberg, sowie Hauptdarsteller Daniel Brühl.
Die Publikumspreise gingen an Saß, Brühl und Becker. Den Preis für
die beste Regie erhielt Lars von Trier mit seinem
"Theaterklassiker" Dogville.
Der Schauspieler David Hemmings, bekannt aus Kultfilmen wie
"Blow-Up" mit Vanessa Redgrave und "Barbarella",
starb im Alter von 62 Jahren an einem Herzanfall während des Filmdrehs
zu seinem neusten Film "Samantha's Child" in Rumänien.
Angefangen hatte er als Kinderstar und Seifenoperdarsteller. Nach
seinen Erfolgen in den Sechzigern begann er als Regisseur und Produzent
von Fernsehsendungen, wie das "A-Team" und
"Airwolf". Erst in den letzten Jahren meldete er sich als
Schauspieler in Filmen, wie "Gladiator", "Gangs of New
York" und "Die Liga der außergewöhnlichen Gentelmen"
zurück.
Einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, Will Quadflieg, ist
bereits am 27. November im Alter von 89 gestorben. Am 15. September
1914 im rheinischen Oberhausen geboren, sammelte er schon als Gymnasist
Bühnenerfahrungen und vertiefte diese nach dem Abitur durch privaten
Schauspielunterricht. Sein erstes Engagement erhielt er 1933 in seiner
Heimatstadt, darauf folgten Gießen, Gera und Düsseldorf, bevor er
1937 an die Berliner Volksbühne und später ans Schiller-Theater ging,
wo er von Heinrich George weiter ausgebildet wurde. Nach dem Zweiten
Weltkrieg ging er bis 1964 ans Deutsche Schauspielhaus nach Hamburg.
Hier arbeitete er sechs Jahre lang mit Gustaf Gründgens u.a. An dessen
legendären "Faust"-Inszenierung, die bis heute zu den
Meilensteinen der Theatergeschichte zählt. In dieser Zeit trat er auch
häufig im Schauspielhaus Zürich auf und spielte zwischen 1952 und
1959 in Salzburg den "Jedermann". 1938 begann er mit seinem
Debüt "Der Maulkorb" (nach Heinrich Spoerl) auch Filme zu
drehen, während er, dem Theater immer noch treu, gleichzeitig auch
für "Maria Stuart" und dem "Urfaust" auf der
Bühne stand. Danach trat er vermehrt in zeitgenössischen Stücken,
wie Max Frischs "Die chinesische Mauer" (1965) und Peter
Shaffers "Equus" (1974) auf. Nach einer Pause Ende der
sechziger Jahre entdeckte ihn schließlich der Regisseur Rudolf Noelte
neu und sorgte für die künstlerische Rehabilitierung. Unter Jürgen
Flimm spielte er in den Neunzigern in "König Lear",
"Der Entertainer" und der "Wildente". Auch in
zahlreichen Fersehrollen, wie Dieter Wedels Mehrteiler "Der große
Bellheim", überzeugte er. Zuletzt war er am Hamburger Thalia
Theater engagiert, wo er sich 1999 von der Bühne verabschiedete. Bis
zu seinem Tod war Will Quadflieg nicht nur auf der Bühne engagiert. Er
nahm auch Stellung zu Umweltthemen, Tierversuchen, Kultur und Politik
und trat immer für die Pflege der deutschen Sprache ein. Als Pionier
der heutigen Hörbücher, sprach er in den sechziger Jahren
Interpretationen von Gedichten und andere literarische Texte für die
deutsche Grammophon Gesellschaft.
Der britische Schauspieler Robson Green, äußerte über sogenannte
"Reality TV Shows", dass sie billig und intellektuell karger
Ersatz für gutes Fernsehen seien. Green sagte weiter, dass die
Verbreitung und Vermehrung solcher Sendungen für das Land ungesund
wäre. Das Problem, so Green sind die Aktionäre, die nicht mehr bereit
sind in gute Programme zu investieren. Ihre Philosophie ist es
stattdessen, die Investition schnell wieder heraus zu bekommen. Und da
Reality Shows, wie Casting Sendungen in den Kosten billig sind und
durch ihren Erfolg, schnell, viel Geld erbringen, sind sie beliebtes
Investitionsgebiet.
Berlusconi, dem die drei größten privaten Fernsehsender Italiens,
sowie das größte Verlagshaus gehören, ließ ein neues Mediengesetz
verabschieden. Das mit Mehrheit angenommene Gesetz, regelt den Besitz
von Medienkonzernen neu und legt die Sparten Film, Verlagswesen, Print,
Rundfunk, Musik und Internet zusammen. Demzufolge, könnte Berlusconi
die Werbeeinnahmen seines Mediakonzerns, um eine Milliarde Euro
erhöhen, ohne mit bisher existierenden Gesetzen in Konflikt zu kommen.
Darüber hinaus, plant Berlusconi auch, den öffentlichen Fernsehsender
RAI zu privatisieren. Die Opposition, sieht das neue Gesetzespaket als
verfassungswidrig an und appeliert an den Staatspräsidenten Ciampi,
den Entwurf nicht zu unterzeichnen.
Auch das 52. International Filmfestival Mannheim-Heidelberg hat nun
seine Pforten geschlossen und die Gewinner bekannt gegeben. In
insgesamt acht Wettbewerben wurden 11 Preisträger ermittelt. Eine
Internationale Jury, bestehend aus Mitglieder aus Belgien, Kanada,
Deutschland und Ungarn, verlieh den Großen Preis von
Mannheim-Heidelberg in zwei Sparten. Bester Spielfilm wurde "Plastic
Tree" von Eo Il-Seon aus Korea und den Titel Bester Kurzfilm
erhielt "Perebisnes" von Andrus Tuisk aus Estland. Mit dem
Spezialpreis der Jury wurde der Schwede Daniel Lind Lagerlöf für
seinen Film "Miffo" geehrt. Den Rainer Werner Fassbinder
Preis gewann Matias Bize für den Film "Sábado" (Chile).
Lobend erwähnt wurden der Japaner Ryuichi Hiroki für
"Vibrator" und Blanca Lewin für den Film "Sábado",
ebenfalls aus Chile. DerPublikumspreis ging an Goran Rebic für
"Donau, Dunaj, Duna, Dunav, Dunarea" (Österreich). Eine
zweite Jury, die FIPRESCI-Jury, bestehend aus Mitglieder aus
Serbien-Montenegro, den USA, Schweden, Estland und Deutschland, verlieh
den Preis der Internationalen Filmkritik an "De arm van Jezus"
von dem Niederländer André van der Hout. Die Ökumenische Jury
(Schweiz, Deutschland, Dänemark) verlieh ihren Preis and den
iranischen Film "Khamoushiye" von Vahid Mousaian. Weiterhin
wurden "Levity" von Ed Solomon (USA), "Sábado" von
Mathias Bize und "Pod edno nebe" aus Bulgarien von Krassimir
Krumov von den Mitgliedern der Jury der Kinobesitzer empfohlen.
Die britische Schauspielerin Patricia Roc ist am vergangenen
Dienstag im Alter von 88 Jahren in Locarno an einem Nierenleiden
gestorben. Die Schauspielerin, die 1915 ihre Karriere im Theater
begann, war zwischen 1945 und 1950 in Großbritannien ein Star, lebte
aber zuletzt zurückgezogen in Minusio bei Locarno. Von 1938 bis 1960
spielte sie in rund 40 Filmen, zog sich aber bereits im Alter von 45
Jahren aus der Branche zurück. Ihren größten Erfolg hatte die
Darstellerin mit der Hauptrolle im Film "When the Bough
Breaks" von Lawrence Huntington (1947). Zuvor spielte sie in
britischen Kostümfilmen wie etwa "The Farmer's Wife" (1941)
und "The Wicked Lady" (1945).
Der Dokumentarfilm-Regisseur Francis Thompson ist nach
Zeitungsberichten am zweiten Weihnachtsfeiertag im Alter von 95 Jahren
an Lungenentzündung gestorben. Der Regisseur hatte 1965 einen Oscar
für seinen Film "To Be Alive!" gewonnen, der für die
Vorführung auf drei Leinwänden gedreht worden war. Zu Thompsons
herausragenden Arbeiten zählte auch der Film "N.Y., N.Y",
der einen Tag in der Metropole dokumentiert. Dabei filmte er Stadt und
Menschen vor allem durch Speziallinsen, Prismen und Spiegel. Mit seiner
Technik, parallel ablaufende Geschehnisse gleichzeitig auf mehreren
Leinwänden zu zeigen, gab der Regisseur wesentliche Anstöße für die
Entwicklung von Imax-Filmen, die dem Publikum das Gefühl vermitteln,
sich mitten in der Handlung zu befinden.
Der britische Komiker Rowan Atkinson, bekannt als "Mr. Bean",
hat wegen extremer Depression fünf Wochen in einer Prominentenklinik
in den USA zugebracht. Nach Zeitungsberichten hatten vor allem
schlechte Kritiken zu der Agentenkomödie "Johnny English"
die Lebenskrise ausgelöst. Wie es hieß, will Atkinson nach den
Verrissen ein Jahr lang nicht mehr arbeiten. Trotz der schlechten
Kritiken aus der Fachpresse war "Jonny English", ein Film
über einen tölpelhaften britischen Agenten, in den Kinos ein großer
Publikumserfolg.
Comedy Star Anke Engelke wird ab dem Frühjahr vier mal in der Woche
auf Sendung gehen und damit bei Brainpool TV die Nachfolge von Harald
Schmidt antreten. "Anke Engelke ist nicht nur Deutschlands
witzigster, sondern auch vielseitigster weiblicher Star", so der
neue Sat.1-Chef Roger Schawinski. "Von der ersten Stunde an war
sie auf unserer Wunschliste die klare Nummer eins - meine
Traumbesetzung." Engelke sei vor allem durch ihre großartigen
Interviews, perfekte Sketch-Comedy, sowie ihren Gesang die
Idealbesetzung für den Sendeplatz. Auch der Comedy Star selbst freut
sich auf den neuen Job. "In Sachen Entertainment ist Late Night
das Größte. Bislang war es eine heimliche Liebe, ein stiller
Traum." Vor Engelke war auch Sandra Maischberger (ARD) als
Schmidt-Nachfolgerin gehandelt worden. Harald Schmidt präsentiert
heute seine letzte Show nach acht Jahren bei Sat.1.
Der 20-jährige Jon Lech Johanson wurde am vergangenen Montag von
dem Vorwurf der Entwicklung und Verbreitung von
Kopierschutzknackprogrammen freigesprochen. "Die Revision wurde
abgelehnt", teilte Richter Skjeggestad der Presse mit. Erneut gab
damit ein Gericht dem Angeklagten Recht, daß die Anwendung der
Software DECSS für den privaten Gebrauch nicht gegen geltendes Gesetz
verstoße. Für die Motion Picture Association of America ist dies ein
schwerer Rückschlag. Die Branchenvereinigung zeigte sich in einem
Statement überaus enttäuscht und forderte den Gesetzgeber auf,
"diesen augenscheinlichen Defekt in Norwegens Gesetzen
schnellstmöglichst zu beheben". Verbraucherschützer sahen in dem
Urteil allerdings einen Sieg für die freie Meinungsäußerung und die
Bürgerrechte.
Ofcom, der Regulator der Medienindustrie, stellte gestern ein neues
Konzept, dass die Handelsabkommen zwischen Fernsehanstalten und
unabhängigen Produzenten regeln soll, vor. Mit den neuen Regulierungen
erhofft man sich die Finanzlage der Produzenten, durch mehr Macht bei
Verhandlungen mit Rundfunkanstalten, zu verbessern. Dazu gehört u.a.,
dass BBC, ITV, Channel Five, Channel 4 und S4C Preislisten für den
Ankauf der Rechte von Filmen erstellen müssen, die Premieren und eine
Anzahl von Wiederholungen umfassen. Regelungen, die Rundfunkstationen
die Rechte von Vertrieb an andere Länder und Premiere in
Großbritanien sichern, werden abgeschafft. Jedoch wird Ofcom nicht in
Debatten zwischen unabhängigen Produzenten und einer Fernsehanstalt
eingreifen. Sie schlugen vor Widersprüche durch Schlichtung oder
Vermittlung durch einen Nichtbeteiligten, der als Schiedsrichter
fungieren soll, vor. Die Vorschriften werden folgendes Jahr, sobald sie
von Ofcom offiziel genehmigt sind, in Kraft treten. John McVay,
Vertreter der unabhängigen Produzenten, zeigte sich zufrieden. Seiner
Meinung nach wäre es ein Schritt in die richtige Richtung. Auch Andrew
Zein von Tiger Aspect betonte, dass es vor allem für die kleinen
Produktionsfirmen, die die Mehrheit in Großbritannien ausmachen,
Verbesserungen bringen würde.
Die Landesmedienanstalten (DLM) haben gestern dem Abosender Premiere
die Genehmigung erteilt, Erotik Programme anzubieten. Damit wird
erstmals im deutschen Fernsehen legal und offiziell ein so genanntes
"Vollerotik"-Programm zu sehen sein. Der Start bei Premiere
wird nach Angaben aus Senderkreisen wohl im ersten Quartal 2004
erfolgen. Der Abosender plant mit "BlueMovie" und "Erothek"
gleich zwei Pornoangebote. Georg Kofler hatte sich seit langem dafür
eingesetzt, die Pornografie zum regelmäßigen Bestandteil seines
Programms zu machen, um die Attraktivität des Senders für neue
Abonnenten zu stärken. Er hat den Medienaufsehern wiederholt
zugesichert, für größtmöglichen Jugendschutz zu sorgen. Danach
lassen sich die Filme nur nach einem komplizierten und kostspieligen
Verfahren abrufen. Darüber hinaus benötigt der Nutzer zusätzlich zu
seinem Decoder eine weitere Smart Card, um sich vor dem Abruf der Filme
zu legitimieren.
Seit zehn Jahren existiert der Sportsender DSF und schrieb seither
kontinuierlich Verluste in Millionenhöhe. Im Jahr 2003 könnte der
Sender zum ersten Mal knapp die Gewinnschwelle erreichen. "Der
Break-Even ist 2003 zum Greifen nahe. Wenn das Jahr noch ein paar
wenige Tage hätte, würden wir die Gewinnschwelle erreichen", so
Senderchef Rainer Hüther. "Nächstes Jahr erreichen wir einen
deutlich siebenstelligen Gewinn im unteren mittleren Bereich",
kündigte er an. Der frühere Sportkanal von Leo Kirch wurde im Mai
2003 vom Handelskonzern Karstadt-Quelle übernommen. In diesem
Zusammenhang erwarb der Sportsender darüber hinaus die
Übertragungsrechte der Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga. Dadurch
hatte das DSF in der laufenden Saison zusätzliche Werbekunden und
Zuschauer gewonnen.
In der vergangenen Nacht haben tausende Cineasten den Kinostart von
der "Rückkehr des Königs" miterlebt. In zahlreichen
deutschen Städten, strömten als Elben und Hobbits verkleidete in das
finale Fantasyereignis der Triologie "Der Herr der Ringe".
Mit der Rekordauflage von 1330 Kopien, ist der Film nun täglich in
den deutschen Kinos zu sehen. Die ersten beiden Teile von Peter
Jackson, haben bisher 1,8 Mrd. US Dollar eingespielt. Für den dritten
Teil wird eine ähnlich positive Bilanz erwartet.
Die Hollywoodschauspielerin Jeanne Crain starb im Alter von 78
Jahren an einer Herzattacke vergangenen Sonntag in ihrem Haus in Santa
Monica. Besonders in den vierziger und fünfziger Jahren war sie in
vielen Filmen wie "The Gang's All Here", "Home in
Indiana" und "Winged Victory" u.a. neben Frank Sinatra
("The Joker is Wild"), Glenn Ford ("The Fastest Gun
Alive") und Kirk Douglas zu sehen und wurde 1949 für ihre
Hauptrolle in dem kontroversen Film "Pinky" von Elia Kazan
sogar für den Oscar nominiert. Darin spielte sie eine junge schwarze
Frau, die vorgibt weiß zu sein. Ihre Karriere begann 1945 als sie von
20th Century Fox in einem Schönheitswettbewerb entdeckt und unter
Vertrag genommen wurde. Sie heiratete Paul Brinkman und bekam mit ihm
sieben Kinder. In den Sechzigern zog sie sich von der Schauspielerei
zurück und arbeitete auf ihren beiden Farmen.
Die Kulturverbände in Italien haben zur Befreiung von der "Skalverei
des Fernsehens" aufgerufen. Unter dem Motto ein Buch statt einer
Soap Opera waren die Italiener somit aufgerufen, sich am vergangenen
Wochenende dem ersten TV-Streik im Land anzuschließen. "Wir
wollen den Leuten klar machen, dass es andere Wege gibt, um die Zeit zu
geniessen", so eine Sprecherin des Mailänder Kulturverbands. Das
Fernsehen sei nach Meinung des Verbandes der dominierende Grund für
Isolation und Schwerfälligkeit. Der Initiative schlossen sich Dutzende
von Restaurants, Kunstgalerien, Museen und Buchhandlungen an, die an
diesem Wochenende Vergünstigungen zwischen 20 und 40 Prozent anboten.
Experten schätzen nach ersten Analysen ein, dass sich rund 400.000
Italiener am Streik beteiligt haben. Nach einer Umfrage eines
Forschungsinstituts bezeichnen 68 Prozent der Befragten das Niveau der
italienischen Sender als "niedrig" oder sogar "sehr
niedrig". Auch die staatliche RAI kommt nicht gerade gut weg: Nur
rund 34 Prozent der Zuschauer halten die Programme für befriedigend.
Etwas besser sieht es da für Ministerpräsident Silvio Berlusconis
Mediaset-Gruppe aus. Mit den Sendern Canale 5, Rete 4 und Italia 1 sind
über 41 Prozent der Befragten zufrieden.
Ein Geschworenen-Gericht in Kalifornien hat den deutschen
Medienkonzern Bertelsmann am Donnerstag wegen Vertragsbruchs für
schuldig gesprochen. Danach muss der deutsche Medienkonzern zwei
früheren Beschäftigen über 200 Millionen Euro zahlen. Die Kläger
und ehemalige Beschäftigte von Bertelsmann Andreas von Blottnitz und
Jan Henric Buettner behaupten, ihnen sei eine Erfolgsbeteiligung
während ihrer Zeit bei der Bertelsmann AG (Gütersloh) zugesichert
worden. Von 1995 bis 1997 war Buettner Geschäftsführer von AOL
Deutschland. Von Blottnitz übernahm seinen Posten bis 1999. Als dieses
Versprechen ausblieb, hatten sie das Unternehmen auf einen "fairen
Anteil" an dem Erlös aus dem Verkauf der
50-Prozent-Bertelsmann-Beteiligung an AOL Europe verklagt. Ulrich Koch,
Chef-Syndikus von Bertelmann, bewertet die Höhe des verhängten
Urteils als viel zu überzogen und stellt in Aussicht, einen neuen
Prozess zu beantragen oder gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Die Nachrichten über Harald Schmidt überschlagen sich und täglich
häufen sich die Angebote für den Qualitäts-Showmaster (noch) von
Sat1. Nach dem ZDF zeigt sich nun auch die ARD, vertreten durch Günter
Stuve, daran interessiert, den Talkmaster zurück ins
öffentlich-rechtliche Fernsehen zu holen. So erklärte der
Programmdirektor des Ersten: "Harald Schmidt ist ein Kind der ARD,
wie es kaum ein anderes gibt. Wir hoffen, dass er seine Heimat
wiederfindet ." Dennoch sei noch kein offizielles Angebot an den
Late-Night-Quotenbringer gemacht worden. Dieser hält sich mit klaren
Aussagen zurück und wartet ab, nicht zu letzt, weil selbst bei Sat 1
noch alles offen ist. Hier hat der neue Geschäftsführer Roger
Schawinski noch nicht aufgegeben und will sich mit Schmidt in Ruhe
aussprechen. Zugleich erklärt sich auch die Bühne des Berliner
Ensembles durch Intendant Claus Peymann interessiert. An dem
Traditionstheater bietet man dem Moderator mit Theatererfahrung ein
Engagement an.
Noch hält sich WDR Chef Pleitgen vornehm zurück, aber bereits
wenige Tage nach der Verkündung vom Ende der Harald Schmidt Show
meldet der Intendant öffentlich Interesse an Schmidt an. Mit seinem
intellektuellen Anspruch sei der TV-Satiriker "für das
öffentlich-rechtliche Fernsehen wie geschaffen". Pleitgen
versicherte, er respektiere den offensichtlichen Wunsch Schmidts,
derzeit in Ruhe gelassen zu werden. Er werde aber auch nicht tatenlos
zusehen, wie der Entertainer von der Konkurrenz umworben wird. Auch das
ZDF will Schmidt an sich binden. "Interesse ist auf jeden Fall
da", sagte ein Sprecher des Mainzer Senders. "Es gibt bislang
keine Gespräche oder Kontakte." Hierfür sei es noch zu früh.
Generalsekretär Markus Söder unterstreicht jedoch den Nachdruck des
Senders. "Harald Schmidt statt ‚Blond am Freitag' wäre ein
Quantensprung in der Qualität." Hans Hermann Tiedje, Vorstand von
WMP EuroCom AG denkt in diesem Zusammenhang in ganz anderen
Dimensionen. "Wer Schmidt hat, kann was kriegen, z. B. leichter
eine Gebührenerhöhung."
Nach achtjährigem Bestehen der erfolgreichen "Harald Schmidt
Show", verkündete der Entertainer, dass es die Sendung im
kommenden Jahr nicht mehr geben wird. Wie Schmidt erläutert, braucht
er erst mal eine Kreativ- und Bildschirmpause. Gespräche über eine
neue Late-Night-Show sind schon im Gange. Roger Schawinski, der neue
Sat1 Chef, plant ein brandaktuelles Format a la David Letterman und Jay
Leno. Nach einem geeigneten Moderator wird augenblicklich gesucht. Die
letzte Sendung, Schmidts alt bewerter Show, wird am 23. Dezember
ausgestrahlt.
Fernsehen ist auch im medialen Zeitalter nicht bloße Unterhaltung.
Wer auf billige Shows setzt, statt dem öffentlichen Bildungsauftrag
nachzukommen, verfehlt die Ziele des medialen Systems. Zu dieser
Erkenntnis ist zumindest Stefan Arndt, Chef der Deutschen Filmakademie,
gekommen. So nett auch Shows wie "Unsere Besten" seien,
"es gibt eine Bildungspflicht der Öffentlich-Rechtlichen und wir
finanzieren dieses System." Aus diesem Grund, so Arndt, hätten es
die Deutschen auch schwer auf dem internationalen Markt. Wer
ausländische Projekte hierzulande nicht zeigt, braucht sich nicht zu
wundern, wenn der Absatz deutscher Projekte stagniert.
Haim Saban, neuer Besitzer des TV-Konzerns ProSiebenSat.1, räumt
völlig unerwartet den Vorstand des Unternehmens auf. Nachdem sich der
Konzern vor wenigen Wochen von TV-Vorstand Ludwig Bauer trennte, wurden
jetzt Sat1-Chef Martin Hoffmann und Nachrichtenvorstand Claus Larass
entlassen. Künftig wird der Schweizer Roger Schawinski, der u.a.
Tele24, den ersten landesweiten Privatsender in der Schweiz gegründet
hat, für Sat1 verantwortlich sein. Larass, dessen Posten nicht neu
besetzt werden soll, muss den TV-Konzern zum Jahresende entlassen. Den
Abschied von Larass, der früher als Chefredakteur und Herausgeber der
Bild tätig war, hatte man in der Branche erwartet, da Saban schon seit
längerem auf eine Vorstandsverkleinerung drängte. Bei Sat1 hatte
Larass die Integration von N24 und des früheren Sat1-
Nachrichtenbereichs maßgeblich geprägt. Als N24-Geschäftsführer
wird Torsten Rossmann sein Nachfolger. Rossmann war bislang
Konzernsprecher bei ProSiebenSat.1. Schawinskis Rauswurf ist hingegen
eine Überraschung, er sollte dem Sender helfen das kommende Jahr
wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Bereits nach der Übernahme
letzten Sommer hatte Saban die Personalpolitik zu ändern. Zunächst
schickte er Vertraute, wie den Belgier Guillaume de Posch, der jetzt
auch die operativen Geschäfte verantwortet, in den Aufsichtsrat.
Der aus Bern stammende Filmemacher und Drehbuchautor Carl Schenkel
starb vergangenen Montag im Alter von 55 Jahren überraschend an
Herzversagen. Angefangen hatte er nach einem Soziologiestudium mit
einem Werbefilm über Frankfurt. Danach folgten Assistenzzeiten bei
Wolfgang Staudte in Berlin und bei Sigi Rothemund und Harald Reinl
München. Bei der Kinderserie "Timm Thaler" fungierte er als
Regie-Assistent. Sein Filmdebüt hatte der Schweizer 1981 mit
"Kalt wie Eis". Der Fahrstuhl-Thriller "Abwärts",
den er 1984 drehte, wurde sein größter Erfolg und machte ihn über
Nacht zu dem Hoffnungsträger des deutschen Films. Götz George und
Wolfgang Kieling übernahmen darin die Hauptrollen und Hannes Jaenicke
war das erste Mal als Schauspieler zu sehen. Sein auf einer waren
Geschichte beruhendes Krebs-Drama "Zwei Frauen" wurde 1990
sogar für den Deutschen Filmpreis nominiert. Als letztes drehte er in
Deutschland den Krimi "Kalte Küsse" mit Marie Bäumer und
Jochen Nickel in den Hauptrollen und den Wirtschafts-Thriller
"Feindliche Übernahme" mit Klaus Löwitsch und Désirée
Nosbusch. Schenkel lebte seit Jahren in den USA, wo er u.a. den
Schach-Thriller "Knight Moves - Ein mörderisches Spiel" (mit
Christopher Lampert), "Tarzan And The Lost City" und den
Horrorfilm "Die Hexen von Bay Cove" drehte. In seiner
Wahlheimat Los Angeles war er aber vor allem fürs Fernsehen tätig. So
entstand der Thriller "Silhouette" mit Faye Dunaway. Die
TV-Version von Agatha Christies "Mord im Orient-Express"
wurde zu einem seiner letzten Projekte.
Die Erfolgsprognosen für das Fernsehen der Zukunft mit Video on
Demand haben sich in der Realität bisher noch nicht bewahrheitet. So
prognostizierten Analysten für das Jahr 2006 Umsätze von 2,5 Mrd. $
bei europaweit 8,5 Millionen Abonnenten. Von einem Massenmarkt für
Pay-per-View-Angebote kann derzeit jedoch keine Rede sein. Aus diesem
Grund liegt die Testphase der Telemünchen-Gruppe erst einmal auf Eis.
"Wir können jederzeit wieder starten. Aber nur gegen fixe
Lizenzgebühren", so ein Sprecher. Ein Erlös-Sharing-Modell, wie
in der Testphase praktiziert, rechnet sich für den Filmhändler nicht.
Seit Anfang November bietet T-Online in seinem Portal Spielfilme zum
Herunterladen an. Die Zugriffsberechtigung zum Preis von 3,50 bis 4
Euro pro Film gilt jeweils 24 Stunden. Das Ziel des T-Online Konzerns
sind 500 laufend aktualisierte Filme im Programm. Aber auch Konkurrent
Arcor ist mit dem Markt für Video on Demand unzufrieden. "Unsere
Umsatzerwartungen sind eher zurückhaltend. Der Markt befindet sich
noch im Aufbau."
Die Krise bei Disney hat sich durch vermehrte Kritik an der
Firmenpolitik des Vorsitzenden Michael Eisner durch Stanley Gold, einem
weiteren Mitglied des Aufsichtsrates, verschärft. Gold, der gestern
ebenfalls von seinem Amt zurücktrat, hielt Eisner in einem
fünfseitigen Brief schlechte Führung vor und kritisierte weitere
Mitglieder der Führungsspitze seine Entscheidungen nur noch
bestätigt, anstatt auch geprüft zu haben. Sein abrupter Entschluss
folgte dem Vorbild von Roy Disney, der Eisner Habgier und
Geldscheffelei vorgeworfen hatte. Beide waren sich in den letzten
Jahren über Kritik gegenüber Eisner immer einig und hatten sogar im
vergangenen Jahr versucht Eisner seines Amtes zu entheben. Jetzt riefen
beide zu Protesten der Aktionäre gegen Eisner auf. Jedoch ist es zu
bezweifeln, dass sie damit Erfolg haben werden, da der Konzern im
letzten Jahr, besonders durch "Fluch der Karibik", wieder
schwarze Zahlen verzeichnen konnte. Und gerade Eisner, seit 1984 in
seiner heutigen Position, verhalf dem Unternehmen und den Aktionären
zu großen Gewinnen. Trotzdem kündeten Disney und Gold an sich mit den
Aktionären zu treffen und über die derzeitige Führung des Konzerns
zu sprechen.
Letzten Sonntag legte Roy Disney sein Amt als Vize-Vorsitzender im
Aufsichtsrat von Walt Disney nieder. Es war weniger eine freiwillige
Entscheidung als vielmehr durch den Druck des Rates begründet, denn
man hatte dem 73 jährigen Neffen des verstorbenen Gründers Walt
Disney mitgeteilt, dass man die Regelung mit der Altersgrenze von 72
Jahren auch auf ihn anwenden werde. Damit verlässt das letzte
Familienmitglied den weltweiten Mega-Konzern. Er hatte seit 1954 für
das Unterhaltungsunternehmen gearbeitet und nimmt seinen Hut nicht ohne
deutliche Kritik an der Konzernführung. Es sei, laut eines Schreibens
von Disney, auch eigentlich der Vorsitzende Michael Eisner der gehen
müsse und nicht er selber. Der seit 1984 das Unternehmen führende
Eisner habe die Firmenpolitik so bestimmt, dass das Unternehmen nun in
der Öffentlichkeit als "habgierig, seelenlos und stets auf der
Suche nach dem schnellen Dollar" wahrgenommen werde. Auch die
wirtschaftliche Lage des Konzerns nach Filmflops, negativer Entwicklung
bei den Vergnügungsparks und Problemen bei dem eigenen TV-Sender ABC
seien Eisner anzurechnen. Dennoch war es Roy Disney selber gewesen, der
1984 mitgeholfen hatte, Michael Eisner an die Führungsspitze zu
bringen. Damals hatte Disney auch für wenige Monate den Aufsichtsrat
verlassen. War es einst nur ein Schachzug um Eisner zur Macht zu
verhelfen, so ist es heute ein definitiver Abschied im Streit mit eben
dieser Person.
Die BBC wurde gestern durch die Ankündung, dass Coca-Cola neuer
Sponsor der Musik Charts bei Top of the Pops wird, in harte
Diskussionen um die Werbung von Fast Food bei Kindern verwickelt.
Coca-Cola wird laut Vertrag die Single und Album Charts für zwei Jahre
sponsern. Deswegen wirft man der Firma vor, ihr Versprechen
hinsichtlich Werbung an unter 12jährige zu brechen. Die Zusicherung
die Werbung für ihre Getränke nicht an Kinder zu richten, brachte dem
Konzern damals viel Zulauf. Die BBC erlaubt als öffentlich bezahltes
Unternehmen kein direktes Sponsoring seiner Programme. Genehmigt sind
lediglich Erwähnungen von unterstützenden Firmen anderer Events und
Produkte.
Die ersten Filme für den Wettbewerb um den Goldenen Bär sind in
Berlin bereits eingetroffen. "Die Nacht singt ihre Lieder"
heißt der neue Film des deutschen Regisseurs Romuald Karmakar
("Der Totmacher"), der am Wettbewerb teilnehmen wird. Die
Liebestragödie, basierend auf einem Theaterstück des norwegischen
Autors Jon Fosse, spielt in Berlin und handelt von Enttäuschungen und
Erwartungen eines jungen Paares. Vom amerikanische Regisseur Ron
Howard, der dieses Jahr einen Oscar für "A Beautiful Mind"
erhielt, kommt der Western "The Missing", der auf Motiven von
Thomas Eidsons Roman `The Last Ride" beruht. In den Hauptrollen
spielen Tommy Lee Jones und Cate Blanchett. "La vida que te espera
("Your Next Life") von Manuel Gutierrez Aragón, der zu den
bekanntesten und renommiertesten Regisseuren Spaniens gehört, erzählt
eine tragische Liebes- und Familiengeschichte in der ländlichen
Abgeschiedenheit Nordspaniens. Aus Kroatien kommt mit "Svjedoci"
("Die Zeugen") von Vinko Bresan ebenfalls ein
Wettbewerbsbeitrag. Der Film hat in seinem Heimatland schon zahlreiche
Preise gewonnen und wurde für den Auslands-Oscar nominiert. Doch hat
er auch für Furore gesorgt, da er vor dem Hintergrund des
Jugoslawien-Krieges die fatalen psychischen Auswirkungen von Kriegs-
und Gewalterfahrung behandelt. Die dänische Regisseurin Annette K.
Olsen kommt mit ihrem zweiten Film "Forbrydelser" ("In Your
Hands") nach Berlin. Darin erzählt sie sensibel die Begegnung
einer jungen Pastorin mit den Insassen eines Frauengefängnisses.
Gestern Abend ging das Filmschulfestival mit der Preisverleihung,
bei der insgesamt zwölf Filme ausgezeichnet wurden, die von der
fünfköpfigen Jury unter dem Vorsitz von Peter Sehr aus 77 Beiträgen
ausgewählt worden waren, zu Ende. Der VFF Young Talent Award für den
besten Film, dotiert mit 3000 Euro, ging an "Dremano Oko" von
Vladimir Perisic aus Frankreich. Den Student Camera Award für beste
Kamera (1000 Euro) erhielt Martijn van Broekhuizen als Kameramann in
dem niederländischen Film "Untertage" von Jiska Rickels.
Mihal Brezis und Oded Binnun wurden für ihr Drehbuch zu "Oneg
Shabat" (Sabath Entertainment) mit dem Luggi-Waldleitner-Preis,
gestiftet von der Familie Waldleitner ausgezeichnte. Oscar-Preisträger
Rolf Zehetbauer ("Cabaret") war eigens gekommen, um den nach
ihm benannten Preis für die beste Szenografie an "Machine"
von Jonathan Bentovim, mit einem Szenenbild von Emily Harris (London
Film School) zu überreichen. Der ESP-Förderpreis (Stipendium des
European Subsidy Program for Young Film Professionals für ein
Praktikum bei einer renommierten europäischen Kinoproduktion) erhielt
"Lidé z Autobusa" (Passengers) von Vaclav Kadrnka aus
Tschechien. Der ProSieben Nachwuchspreis für beste Regie eines
deutschen Films ging an Ulrike Grotes "Himmelfahrt".
"Fragile" von Sikander Goldau von der HFF München erhielt
den Panther-Preis für die beste Produktion eines deutschen Films. Der
Special Prize of the Jury ging an "Zwölf 1/2 Minuten" von
Joscha Douma. (Filmakademie Baden-Württemberg) und an
"Grauzone" von Karl Brettschneider und Christian Haake
(Universität für Musik und Darstellende Künste, Österreich).
Besonders erwähnt wurden "Excursion" von Cris Jones aus
Australien, "Lucie & Vera" von Julia von Heinz, Berlin
und "Sea Monsters" von Mark Walker aus Großbritannien.
Die Regensburger Kurzfilmwoche ist vorbei. Seit dem 19.11.2003
wurden Filme aus den unterschiedlichsten Ländern vorgestellt und von
einer Jury prämiert. Beim Internationalen Wettbewerb erhielt "Skazki
Na Bolote" (Russland 2002) von Mikhail Jeleznikov den
Kurzfilmpreis des Bayerischen Rundfunks. Den Kurzfilmpreis der Stadt
Regensburg gewann "Grauzone" (Österreich 2003) von Karl
Bretschneider. "Skazki Na Bolote" (Russland 2003) von Mikhail
Jeleznikov wurde besonders erwähnt. Zum Publikumsliebling wurde der
polnische Film "Kontroler" von Peter Vogt gekürt. Im
Deutschen Wettbewerb gewann "Ich und das Universum" (2003)
von Hajo Schomerus den Short Film Award, Andresa Hells "Auf
Historischer Mission - Eine Gutenacht-Geschichte" erhielt den
Regensburger BMW-Kurzfilmpreis und "Kleiner Havelländischer
Hauptkanal" von Dagie Brundert wurde mit dem
Max-Bresele-Gedächtnispreis geehrt. Publikumsliebling im Deutschen
Wettbewerb war "Finow" von Susanne Quester. Die
deutsch-französische Produktione "Rue du Paradis" von Stefan
Hofmarksrichter erhielt im Rahmen desRegionalfensters den
Regionalpreis. Eine besondere Erwähnung bekam dabei "Wiesbaden
Home Video" von Boris Kasbauer. Den Förderpreis des
FilmFernsehFonds ging an "Vergessen" von Adam Neumann.
Sikander Goldaus "Fragile" wurde besonders erwähnt.
Schauspieler und Regisseur Sean Penn, der sich bereits letztes Jahr
Dezember auf einer Friedensmission im Irak aufhielt, plant eine weitere
Reise dahin, um die Menschen und ihr Leben in dem von Krieg zerstörten
Land kennen zu lernen. Noch vorher will er seine Notizen von seiner
ersten Reise, bei der er Aufsehen erregte, weil er sich öffentlich
gegen den Krieg aussprach, im ‚San Francisco Chronicle'
veröffentlichen lassen. Derzeit ist er in einen $15 Millionen-Streit
mit dem Produzenten Steve Bing, mit dem er einen Film zusammen machen
wollte, verwickelt. Der Oscar-Nominierte ("Dead Man Walking",
"Sweet and Lowdown", "Ich bin Sam") behauptet, dass
Bing ihm seine Rolle wegen seiner Opposition gegen den Irakkrieg
verwehrt. Bing wiederum klagt Penn an, dass er ihn erpressen würde.
Ein Aufruf für einen Kurzfilmwettbewerb der ganz anderen Art wurde
unter dem Motto "Bush in 30 Sekunden" bekannt gegeben.
Hierbei sind junge Filmemacher angesprochen, einen 30 Sekunden Film zu
erstellen, der die Wahrheit über George W. Bush erzählt.
Einreichungen via Internet werden bis zum 05.12.2003 akzeptiert. Der
Beitrag des Gewinners wird schließlich in der Woche im Fernsehen
gezeigt, in der Bush seine nächste Rede zur Lage der Nation hält. Die
Jurymitglieder sind Michael Moore, Donna Brazile, Jack Black, Janeane
Garofalo, Margaret Cho und Gus Van Sant.
Der US-Senat hat in den USA die Stellung der Mediengiganten
entscheidend gestärkt und per Gesetz legitimiert, dass Medienkonzerne
Ihren Einfluss auf lokale Fernsehmärkte erhöhen dürfen. Dennoch
wurde in einem Kompromissvorschlag auch ein neues Limit festgesetzt,
wonach Medienanstalten in den USA maximal 39% der Öffentlichkeit
erreichen dürfen. Erst im Juni wurde ein Limit von 45% Prozent
zugelassen und damit die Macht der Mediengiganten vor allem auf lokalen
Ebenen gestärkt. Insbesondere von Seiten der Medien wird dieser
Einschnitt stark kritisiert. Erst im September diesen Jahres hatte der
Senat verboten, daß Medienkonzerne auch Einflüsse in Print und Radio
erhalten.
Die Schauspielerin Kellie Waymire, bekannt aus den Fernsehserien
"Ally Mc Beal" und Friends" ist am 13. November
verstorben. Sie starb in Los Angeles, durch einen angeblich
unentdeckten medizinisch schlechten Zustand. Die Autopsieresultate
gaben keine eindeutigen Hinweise. Kellie Waymire war unter Anderem
bekannt durch ihre Arbeit beim Theater wie in den Stücken
"Sylvia" oder "utterly irresistible". Ihre
Fernsehkarriere begann sie in Sendungen wie "One Life to
Live", "Seinfeld" und "Startrek: Voyager". Sie
wurde 35 Jahre alt.
In einer belgischen Radio und Fernsehsendung "Zwart of Wit"
(schwarz auf weiß), können die Teilnehmer Schönheitsoperationen wie
Brustoperationen gewinnen. Parlamentsabgeordnete Magda De Meyer,
kritisiert dieses Konzept des Talkshowmasters Jürgen Verstrepen aufs
heftigste. De Meyer will die Gewinne sogar verbieten lassen, denn sie
tragen zur Vorstellung bei, dass jemand ausschließlich auf Grund
seiner Äußerlichkeiten geachtet würde. Verstrepen sieht das alles
gelassen und freut sich über die kostenlose Werbung. Schließlich
haben sich nun schon 380 Personen in der Show beworben. Eine
vergleichbare Sendung gab es in Deutschland auch schon, bei der, der
Radiosender 89.0 RTL Schönheitsoperationen an flachbrüstige Frauen
verloste.
Der Titel der Sendung hatte bereits eine versteckte Programmatik.
"Raiot", das klingt beinahe wie riot, Aufstand. Dennoch gab
es dafür keine Gelegenheit. Die staatliche italienische Fernsehanstalt
RAI hat mal wieder eine regierungskritischen Satiresendung aus dem
Programm gestrichen und dies mit rechtlichen Problemen begründet.
Tatsächlich steckt natürlich mehr dahinter. In der ersten Folge hatte
die Komikerin Sabina Guzzanti mangelnde Informationsfreiheit in Italien
kritisiert und sich unter anderen als Ministerpräsident Silvio
Berlusconi verkleidet. Daraufhin wollte die RAI Führung alle weiteren
Sendungen rechtlich prüfen lassen. Der Sender RAI wird indirekt von
der Regierung Berlusconi kontrolliert. Allein im Vorjahr wurden zwei
Sendungen gestrichen.
Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat in diesem Jahr
elf Filme für eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester
Animationsfilm vorgeschlagen, von denen letztendlich drei der elf Filme
nominiert werden. Über die Nominierung darf sich
auch Eberhard Junkersdorfs "Till Eulenspiegel" freuen. Nur
ein Problem gibt es noch: erst muss der Film rechtzeitig in den
USA in die Kinos kommen. Disney hat gleich vier Produktionen im Rennen,
neben "Bärenbrüder", "Das Dschungelbuch 2" und
"Ferkels großes Abenteuer" startet der große Favorit
"Findet Nemo", der einzige komplett am Computer entstandene
Film. Alle anderen Produktionen sind auf die traditionelle Art und
Weise entstanden. Japan schickt mit "Sennen joyu"
("Millennium Actress") und "Tokyo Godfathers" zwei
Filme ins Rennen. Die weitern Nominierten, die auf einen Academy Award
hoffen dürfen, sind "Looney Tunes: Back in Action", "Pokémon
Heroes", "Die Rugrats auf Achse" und "Belleville
Rendezvous". Die am Ende Nominierten werden zusammen mit allen
Kategorien am 27. Januar bekannt gegeben und die Verleihung wird am 29.
Februar 2004 stattfinden.
Der amerikanische Filmkomponist Michael Kamen, bekannt für seine
Soundtracks zu "Brazil" und "Leathel Weapon", ist
am Dienstag 55jährig an einem Herzinfarkt gestorben. Der Musiker und
Komponist litt seit 1996 an Multipler Sklerose. 1948 in New York
geboren, wurde er schon während seines klassischen Musikstudiums an
der Julliard-Schule mit seiner Band, dem New York Rock'n Roll Ensemble,
durch fünf veröffentlichte Alben bekannt. Danach arbeitete er in den
siebziger Jahren u.a. mit Bob Dylan und Pink Floyed zusammen und
fungierte 1974 sogar als musikalischer Direktor der "Diamond
Dogs"-Tour von David Bowie. Seinen ersten Einsatz als
Filmkomponist hatte er 1976 bei Richard C. Sarafians Spionage-Thriller
"The Next Man", wo auch Sean Connery mitspielte. Den
entgültigen Durchbruch in der Welt des Films hatte er aber erst 1985
mit seiner Komposition zu "Brazil" von Terry Gilliam. Weitere
Projekte waren die vier "Leathel Weapon"-Filme, wobei er bei
dem ersten mit Eric Clapton ("It's Probably Me")
zusammenarbeitete, "Stirb langsam" und 1992 "Robin
Hood". Die Ballade "(Everything I Do) I Do It For You",
die er als Titelsong zusammen mit Bryan Adams für den
Kevin-Costner-Film geschrieben hatte, brachte ihm seinen ersten Grammy
und eine Oscar-Nominierung ein. Erfolgreich wurde auch die Filmballade
"All For Love" für "Die drei Musketiere" (1995),
die unter der Zusammenarbeit mit Adams, Sting und Rod Steward entstand.
Ein zweites Mal wurde er mit "Have You Ever Really Loved A
Woman" ("Don Juan de Marco"), wieder eine
Adams-Kooperation, für den Oscar nominiert. Seinen zweiten Emmy gewann
er 2001 für das Album "S&M". Darauf ‚klassifizierte'
er als Dirigent des San Francisco Symphony Orchestra Songs der Rockband
Metallica.
Die Ergebnisse des 70. Mailänder Filmmarktes MIFED sind bei den
deutschen Vertretern mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden.
Während die Verkäufer überwiegend gute Abschlüsse vermelden
konnten, war die Stimmung der Einkäufer eher durchwachsen. So wurden
beispielweise die deutschen Beiträge "Hierankl " und
"Verschwende Deine Jugend " nach Mexiko verkauft. Ein
Verkaufshit war auch "Die Geschichte vom weinenden Kamel."
Als glückliche Einkäufer präsentierte sich lediglich die Falcom
Media Group. Sie erwarb "The Daltons vs. Lucky Luke" und
"Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran". Im Ergebnis
wurde das Angebot jedoch als sehr mittelmäßig beurteilt. Die
interessanten Filme habe man schon von anderen Festivals gekannt und
seit langem verhandelt. Das MIFED-Angebot habe sich dieses Jahr durch
relativ teure Genreware und noch unbekanntere Autorenfilmer
ausgezeichnet, während die bekannten Namen eher enttäuschten. Das
Angebot der Dokumentarfilme sei dagegen so groß gewesen wie nie.
In Sachsen-Anhalt, Saarland, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und
Thüringen haben sich für diesen November und Dezember bereits rund
110.000 Schüler angemeldet. Laut Angaben des Instituts für Kino und
Filmkultur e.V. (IKF) erwartet man die Teilnahme von über 340.000
Schülern bis Jahresende. 170 Kinos werden währen der Filmwochen Filme
für Schüler von der Grundschule bis zur Abiturstufe in der
Unterrichtszeit zeigen. Jeder der Filme, wie "Das fliegende
Klassenzimmer", Billy Elliot" und "Good Bye Lenin"
wurden von der IKF den Altersstufen entsprechend empfohlen. "Gran
Paradiso" oder "Verrückt nach Paris" sollen den Kindern
und Jugendlichen im "Europäischen Jahr der Menschen mit
Behinderungen" das Thema näher bringen. Außerdem werden
Sonderveranstaltungen mit Regisseuren und Schauspielern, wie Peter
Lohmeyer, Kai Wiesinger und Martina Gedeck stattfinden. Für
teilnehmende Lehrer werden zur pädagogischen Vor- und Nachbereitung
Arbeitsmaterialien für den Unterricht ausgehändigt. "Dies ist
ein großer Erfolg und zeigt eindrucksvoll, dass hier ein Bedarf
besteht", sagte Horst Walther, der Leiter des Kölner Instituts,
das das Projekt initiert hat.
Wie schon am 14.11. berichtet wurde, haben sich etliche "Herr
der Ringe" - Fans zusammengetan und eine online - Petition
unterzeichnet. Bis heute konnten so 20.000 Unterschriften gesammelt
werden, die fordern, dass wenigstens die siebenminütige Kampfszene
zwischen Saruman und Gandalf in den dritten Teil "der Herr der
Ringe" Einzug erhält. Wenn die Petition allerdings nicht erhört
wird, müssen sich die Fans mit der DVD - Fassung begnügen, in der die
Szene erhalten geblieben ist.
Die Constantin Film AG hat im dritten Quartal 2003 einen Umsatz von
34,4 Mio. Euro erzielt. Damit stieg der Umsatz im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 3,2 Mio Euro. Einbrüche gab es dagegen im
Zeitraum Januar bis September 2003. Der Rückgang der Umsatzerlöse
beläuft sich hierbei auf Euro 24,3 Mio. Euro. und ist im Wesentlichen
auf das geringe Umsatzvolumen aus dem Kinobereich sowie auf die
reduzierten sonstigen Umsatzerlöse zurückzuführen. Die Bilanzsumme
der Constantin Film AG beläuft sich zum 30.09.2003 auf Euro 276,2 Mio.
(31.12.2002: Euro 233,0 Mio.) Die Investitionen in das Filmvermögen
stiegen im Vorjahresvergleich um 137 Prozent auf ein Gesamtvolumen von
Euro 79,0 Mio. und entfallen mit Euro 66,5 Mio. auf Eigenproduktionen
und Euro 12,5 Mio. auf Fremdproduktionen.
Harald Schmidt, Late Night Ikone von Sat.1, erhält den Hans Bausch
Mediapreis des Südwestrundfunks 2003. Als Laudator wird am 21.
November SWR-Intendant Peter Voß persönlich auftreten, um Schmidt
für seine Verdienste zu ehren. In der Begründung hieß es, Schmidt
gelinge es, "der Fernsehunterhaltung immer wieder frische Impulse
zu geben und gerade jüngere Zuschauer zu einem distanzierteren,
kritischeren und selbstkritischeren Umgang mit dem Medium Fernsehen
anzuregen."
Pro Jahr müssen 600 Stellen abgebaut werden um die 10%
Budgetkürzung aufzufangen. Die diversen Fachschaften an den
Universitäten fordern derweil die Studenten auf, gegen den Kahlschlag
Briefe an die Verantwortlichen zu senden. Bis es allerdings möglich
ist die Studiengebühren in Bayern einzuführen, muss das
Bundesverfassungsgericht über die Änderung des Hochschulrahmengesetz
entscheiden, in welchem das Verbot von Studiengebühren bislang noch
verankert ist. Wie Hartmut Beister, Sprecher der Landesvertretung
Akademischer Mittelbau äußerte, gibt es nur eine Möglichkeit den
steigenden Studentenzahlen an den Hochschulen gerecht zu werden:
"Den Ministerpräsidenten stoppen!".
ARD-Vorsitzender Jobst Plog forderte in einem Schreiben an die
Ministerpräsidenten von Bayern und Rheinland-Pfalz, die ARD an der
Diskussion über Strukturreformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
zu beteiligen. Noch diese Woche soll eine Ministerpräsidentenkonferenz
unter Vorsitz von Stoiber in München stattfinden. Plog hofft, dass man
den Intendanten der neun Landesrundfunkanstalten davor noch die
Möglichkeit gibt, zu den Vorschlägen der Ministerpräsidenten aus
Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern Stellung zu nehmen. Man
erwartet, dass die Strukturreform mit den ARD-Anstalten diskutiert
wird, bevor die Ministerpräsidentenkonferenz dazu Entscheidungen
trifft.
Insgesamt waren dieses Jahr für den Deutschen Kurzfilmpreis 2003
zehn Filme vom Kulturstaatsministerium nominiert wurden. Allein mit
dieser Nominierung ist eine Prämie von 12.500 Euro verbunden.
Ausgezeichnet mit dem Kurzfilmpreis in Gold wurden Edina Kontsek für
"Der Schüler" in der Kategorie ‚Laufzeit bis 7 Minuten',
Sven Taddickens "Einfach so bleiben" (‚Laufzeit 7-15
Minuten') und Oliver Husain für den Animationsfilm "Q". Für
diese Auszeichnungen erhalten die Filmemacher zusätzlich eine Prämie
von je 30.000 Euro. Das Preisgeld ist für alle Nominierten und
Preisträger an die Herstellung eines neuen Kurzfilms oder Films mit
künstlerischen Rang gebunden.
Die Ministerpräsidenten von Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen
haben ein Papier zum Umstrukturierung des öffentlichen Rundfunks
vorgelegt. Dabei knüpfen die Politiker an die Forderung Edmund
Stoibers bei den Medientagen in München an, auch eine gemäßigte
Anhebung der Rundfunkgebühren nicht zu unterstützen. Die
Reformvorschläge der Ministerpräsidenten sehen in erster Linie
Kürzungen und Streichungen vor. So sollen neue Kredite in Zukunft
unter dem Posten "zusätzliche Sparmaßnahmen" laufen. Wer
also Schulden macht, muss im Ergebnis mehr sparen. Auch beim Personal
sind tiefe Einschnitte erforderlich. Zudem müsse die Zahl der
Rundfunksender von neun auf sechs reduziert werden. Kleinere Sender wie
Radio Bremen oder HR sollen mit großen zusammengehen. Entsprechendes
gilt jedoch für die Fernsehsender. So könnten die Kultursender ARTE
und 3Sat zusammengelegt werden. Prestigeträchtige teure
Digital-Programme wie beispielsweise der ZDF-Theaterkanal sollten sogar
ganz wegfallen. ZDF Chef Markus Schächter sprach in einem Interview
mit der Süddeutschen Zeitung von "massivsten Eingriffen in die
Rundfunkverfassung." Vor allem durch die Einschränkungen im
digitalen Bereich würden in erster Linie die privaten Sender aus Köln
und München profitieren. SWR Chef Peter Voß ging sogar noch einen
Schritt weiter und drohte mit dem Gang nach Karlsruhe.
Bereits diesen Donnerstag könnte das neue Filmförderungsgesetz im
Bundestag verabschiedet werden. Nachdem sich letzte Woche die
Kulturstaatsministerin Christina Weiss mit ARD und ZDF darüber
geeinigt hatte, dass die öffentlich-rechltichen Sender auf einen
zweiten, zuvor vehement verlangten Sitz in der Vergabekommission der
Filmförderungsanstalt (FFA) verzichten, sie die parteilose
Kulturstaatsministerin nun den Weg frei für ein erfolgreiches Beenden
des Gesetzgebungsverfahrens.
Tatsächlich stellt sich der Ministerin und dem neuen Gesetz keine
Partei oder Organisation mehr entgegen, denn kritische Stimmen
insbesondere aus dem Lager der Independent Filmer werden nicht
berücksichtigt. Hier mangelt es an einer Vereinigung der zahlreichen
unabhängigen Filmer zu einer starken Interessensvertretung.
Mehrheitlich bewertet man bei den Independents die neuen Richtlinien
der FFA als Sicherung des Zugangs zu Fördermitteln für Diejenigen,
die bereits über ausgiebige Mittel und Möglichkeiten verfügen,
während kleine Firmen und unabhängige Filmer weiter aus dem
Markt verdrängt werden könnten.
Teenager finden Sexszenen in Soaps, wie "EastEnders", zu
unrealistisch, da Beziehungen sich zu schnell entwickeln und immer zu
einem vorhersehbar moralistischen aber unwahrscheinlichen Resultat
führen: Schwangerschaft. BBC-Direktor Stephen Whittle gab zu, dass man
mit "EastEnders" in der Klemme stecke. Würde man es ‚realistischer'
machen und die weiblichen Darsteller würden nach Sex nicht immer
schwanger werden, käme es zu einem Aufschrei unter bestimmten Gruppen,
da Teenager oftmals Soaps als Leitbild in Fragen Beziehung und Sex
nehmen. Andere Jugendliche empfanden jedoch, dass der Realismus ‚moralischen
Botschaften' geopfert wurde und die Serien viel zu oft einen
predigenden Ton erhielten, der aus dem Mund von Sozialarbeitern stammen
könnte. Weiterhin beschwerten sich die Teenager, dass Affären
zwischen den Charakteren sich zu schnell und zu oft entwickelten nur um
etwas geschehen zu lassen. Auch erkannten sie, dass Treue, Respekt und
Vertrauen in den Beziehungen hervorgehoben wurden, und dass es immer
Konsequenzen hatte, wenn diese Werte verletzt wurden.
Ab Januar 2004 will Arte mit neuen Programmen und neuem
Programmschema mehr Zuschauer locken. Vor allem soll Dokumentationen
und Kurzfilmen ein größerer Senderplatz eingeräumt werden. Auch will
man sich vermehrt Magazinen, Kultur und Information widmen, bei denen
neue Moderatoren zur Zuschauerbindung beitragen sollen. Das Fernseh-
und Spielfilmangebot wird weiterhin ein Eckpfeiler des Arte-Programms
bleiben, so Programmdirektor Victor Rocaries. Neu sind der
Dokumentationssendeplatz "Arte Entdeckung", das
deutsch-französische Magazin "Karambolage", das tägliche
"Kulturjournal", die Sendung "Performing Arts", der
Kurzfilmsendeplatz "Medium" und das internationale
Nachrichtenmagazin "Arte Reportage".
Das Kino des New Hollywoods wird unter dem Titel "Trouble in
Wonderland" Thema für die Retrospektive der Berlinale im
nächsten Jahr. Es werden insgesamt 66 Filme von großen Regisseuren,
wie Martin Scorsese, Arthur Penn, Peter Bogdanovich und Francis Ford
Coppola und mit Schauspielern wie Robert De Niro, Al Pacino und Peter
Fonda aus der Umbruchperiode des amerikanischen Films zwischen 1967 und
1976 gezeigt. Die Studioära war zu dieser Zeit am Ende und der Film
wurde aus den Studios auf die Straße geholt. Die Retrospektive wird
vom Filmmuseum Berlin, unter der Leitung von Hans Helmut Prinzler,
organisiert.
Hast du das Zeug zu einem Pornostar? Dies ist keine unmoralische
Frage, sondern eine neue Show im amerikanischen TV. Geplant ist die
Sendung von Silhouette Productions in sieben Teilen auf diversen
pay-per-view channels. In jeder Folge werden vier Frauen für
Fotoaufnahmen, Interviews und andere "Überraschungen" nach
Los Angeles gebracht. Die Zuschauer wählen dann acht Kandidatinnen in
das große Finale zur Wahl der Pornoqueen. Die Produzenten betonen
dabei, dass es sich keinesfalls um eine Sendung handelt, die
ausschließlich Männer anspricht. Sie sei durchaus auch für Ehefrauen
oder Freundinnen geeignet, die sich für reality TV interessieren.
Die Dreharbeiten zu dem neuen Wallace & Gromit Film haben nun
nach zweijähriger Vorbereitungszeit begonnen. "Curse of the
Wererabbit" soll der Knetanimationsfilm
von Nick Park diesmal heißen. Zwei neue Figuren, Lady Tottington und
Lord Victor Quartermaine, werden von den Schauspielern Helena Bonham
Carter und Ralph Fiennes gesprochen. Peter Sallis wird erneut seine
Stimme Wallace leihen. Die Produktionszeit ist auf 18 Monate angesetzt.
Den Verleih des Films, der September 2005 in die Kinos kommen soll,
übernimmt Steven Spielbergs DreamWorks Pictures.
(Quelle: Movie-College) 05.11.2003
"Freakstars 3000"
In Berliner Kinos
"Freakstars 3000", ein Film bestehend aus noch ungesehenen
Szenen des VIVA-Formats, von und mit Behinderten, soll ab dem 20.
November mit drei Kopien regulär in die Berliner Kinos kommen. Das
ungewöhnliche Projekt, produziert von Royal Produktion und Filmgalerie
451, wurde bereits auf den Internationalen Filmtagen in Hof vorgestellt
und soll am 16. November an der Berliner Volksbühne Premiere feiern.
Am Montag wurde in Wien ein Vertrag unterzeichnet der einen
Testbetrieb für den digitalen Fernsehempfang über Antenne (DVB-T -
Digital Video Broadcast - Terrestric) regelt. Danach soll vom 1. April
bis 30. Juni 2004 in 150 Haushalten in Graz das digitale Fernsehen
über die Hausantenne mit entsprechenden digitalen Endgeräten
empfangen werden können. Es wird erwartet, dass die Verbraucher die
neue Technik bereitwillig annehmen werden. Hierfür spricht, dass
200.000 Österreicher bereits Angebote wie das vom ORF digital über
Satellit empfangen. Zu dem Projekt fanden sich neben dem ORF auch die
Telekom Austria, Siemens Österreich und die Rundfunk- und
Telekom-Regulierungs GmbH zusammen. Sie beschlossen auch für den
digitalen Sendebetrieb einen herkömmlichen analogen Kanal zu verwenden
und ihn in vier digitale aufzusplitten. Der ORF erhält zwei Kanäle,
ATVplus den dritten und der vierte bleibt zunächst reserviert für
neue technische Möglichkeiten.
Gerstern wurde erneut der Bambi des Münchner Burda-Verlags
verliehen. Mal wieder wurde dabei der Film "Good Bye Lenin"
geehrt. So wurden die Hauptdarsteller Daniel Brühl, Florian Lukas und
Katrin Saß in der Kategorie "Film National" ausgezeichnet.
Acht Tage vor seinem 100. Geburtstag wurde darüber hinaus
Schauspieler-Legende Johannes Heesters geehrt. Den Bambi für die beste
Moderatorin nahm Elke Heidenreich entgegen. Einen Bambi als
"TV-Ereignis des Jahres" erhielt auch "Das Wunder von
Lengede" und seine Hauptdarsteller Heino Ferch, Jan Josef Liefers,
Heike Makatsch, Armin Rohde und Nadja Uhl.
Die ägyptische Film-Pionierin und Schauspielerin Mary Queeny starb
90-jährig letzten Dienstag in ihrem Haus in Kairo an einer
Herzattacke. Geboren im Libanon, zog sie 1933 nach Kairo, wo sie die
Staatsbürgerschaft erhielt. Sie produzierte und spielte in mehr als 45
Filmen. Zu ihren bestbekanntesten gehören "The Seventh
Wife", "Sacrificing My Love" und "Prisoner No
17". 1944 gründete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Regisseur
Ahmed Galal eine Produktionsfirma, die Ägypten an die Spitze der
arabischen Filmindustrie brachte und vielen jungen Schauspielern und
Filmemachern zu ihrem Durchbruch in der Branche verhalf.
Gestern Abend wurde im Münchner ARRI-Kino mit dem Dokumentarfilm
"Die Geschichte vom weinenden Kamel" das 23. internationale
Festival der Filmhochschulen eröffnet. 77 Spielfilme, Dokumentationen
und Animationsfilme von 43 Filmschulen aus aller Welt werden bis
Sonntag im Filmmuseum der Öffentlichkeit präsentiert. Am
Sonntag werden die besten Filme von einer Jury, deren Vorsitz
Bundesfilmpreisträger Peter Sehr ("Kaspar Hauser",
"Love the hard way") übernommen hat, prämiert. Das
Movie-College ist live dabei und berichtet.
Der Tod des jungen Schauspielers Jonathan Brandis, war nach Angaben
des Bestatters ein Selbstmord. Brandis, der in Spielbergs "SeaQuest
DSV" mitspielte, starb am 12. November. Seine Fernsehkarriere
begann er mit sechs Jahren, wie Kellie Waymire
in der Soap "One Life to Live". Gastrollen hatte er unter
Anderem in "L. A. Law" und "Who's the Boss?". Für
das Kino spielte er Rollen in Filmen wie "Die unendliche
Geschichte 2" oder "Sidekicks" mit Chuck Norris. Er
wurde 27 Jahre alt.
Auf einem Begräbnis, dem der türkische Primeminister beiwohnte,
"maßregelte" der Polizeichef, Tayyip Erdogan, die örtliche
Presse, die Details zweier Selbstmordattentäter enthüllte. Diese
Indiskretion der Medien, brachte andere Mitglieder des Terror
Netzwerkes dazu fünf Tage später, ein zweites Attentat, diesmal auf
das britische Konsulat und die HSBC Bank auszuführen, behauptet
Erdogan. Durch die Enthüllung der Identitäten der ersten Terroristen,
konnten die des zweiten Attentates den Fingern des Sicherheitsservice
entgehen. "Im Namen der Pressefreiheit, mussten 27 Menschen
sterben" so Celalettin Cerrah, Führer des Sicherheitsservice.
Letzten Donnerstag weigerte sich Hari Kunzru, einer von
Großbritanniens vielversprechendsten jungen Autoren, einen von der ‚Daily
Mail' und ‚Mail on Sunday' gesponserten Preis anzunehmen. Den mit
£5,000 dotierten ‚Llewellyn Rhys' Preis, den er für sein Debütwerk
"The Impressionist" bekommen sollte, wies er wegen der
anhaltenten "Feindseligkeit der Zeitungen gegen schwarze und
asiatisch-stämmige Briten" zurück. Er hätte nicht gewusst, dass
seine Verleger sein Buch für den Preis eingeschickt hatten. Als Sohn
eines Immigranten spüre er die Vorurteile, die auch von der Presse
gefördert werden, nur zu deutlich. "Ich hege nicht den Wunsch
auch noch davon zu profitieren", begründete er. Der 33jährige
Autor nahm selbst nicht an der Preisverleihung teil und lies sein
Statement stattdessen von seinem Agenten Jonny Geller verlesen. Dieser
erklärte im Namen von Kunzru weiter, dass "The
Impressionist" ein Roman über die Absurdität einer Welt, in der
die Rasse der hauptbestimmende Faktor der Identität einer Person ist,
sei. Deswegen bat Kunzru darum das Preisgeld dem Flüchtlingsparlament
zu spenden. Peter Wright, Herausgeber der ‚Mail on Sunday' erklärte
sich bereits damit einverstanden. Gleichzeitig wurden sich die
Preisrichter und Sponsoren darüber einig, den Preis so schnell wie
möglich an einen anderen Autor zu verleihen. Außerdem forderten die
Herausgeber Kunzru auf die Artikel zu benennen, in denen die Zeitungen
Ausländerfeindlichkeit unterstützten, und selbst einen Artikel zu
verfassen, in dem er seine Meinung zu den Aktionen der Regierung in
Hinblick auf das Thema erläutert.
Trotz guter Zahlen bei Bertelsmann gibt es beim Medienkonzern
Querelen um eine gemeinsame Linie. In der Folge hat gestern
Aufsichtsratschef Schulte-Hillen seinen Rücktritt bekannt gegeben.
Damit ist der 63-Jährige das letzte Opfer im Machtkampf um die Zukunft
des Unternehmens. Zentraler Streitpunkt bei Bertelsmann ist der
Handlungsfreiraum der Manager, der nach Meinung der Gründerfamilie
Mohn zu groß geworden ist. "Es ist gefährlich, Manager zu haben,
welche insgeheim ihre persönlichen Ziele im Unternehmen als vorrangig
bewerten", klagte Reinhard Mohn. Aus diesem Grund forderte er
wieder einen wachsenden Machtanspruch der Gründerfamilie, die 75% des
Unternehmens hält. Aus diesem Grund musste auch im Sommer 2002
Konzernchef Middelhoff, der Bertelsmann in die Internet-Ära geführt
und ihm Milliardengewinne verschafft hatte, gehen. Zu auffällig hatte
er wohl mit dem Gedanken geliebäugelt, den Familienkonzern zu einem
"ganz normalen" börsennotierten Unternehmen zu machen. Zum
neuen Gegner der Gründerfamilie wurde dann Aufsichtsratschef
Schulte-Hillen. Endpunkt der Auseinandersetzung war schließlich eine
geplante Fusion der Bertelsmann-Musiktochter BMG mit Sony Music. Als
einziger im Aufsichtsrat stimmte Schulte-Hillen gegen die Pläne.
Kabelnetzbetreiber Ish möchte in Zukunft dem Abosender Premiere
Konkurrenz machen. So bietet das Unternehmen als einer der ersten
Kabelnetzbetreiber in Deutschland digitale Programmpakete an -
inklusive Kinohits auf Bestellung. Zunächst beschränkt sich die
Reichweite des neuen Angebotes auf eine halbe Million Haushalte in
Düsseldorf, Köln, Bochum, Dortmund und Neuss. Im nächsten Jahr soll
die Kapazität auf vier Mill. Haushalte ausgebaut werden. Die
notwendige Box ist für drei Euro Monatsmiete zu haben. Pro Programm
wird dann ein Euro berechnet, bei mindestens drei Monaten
Mindestlaufzeit. Insgesamt bietet der Netzbetreiber 38 Pay-TV-
Programme.
Ein Reality Format der ganz anderen Art, spielt sich zur Zeit in
Berlin für das russische Fernsehen ab. So veranstaltet der russische
Sender TNT ein an "Big Brother" angelehntes Format mit dem
Titel "Hunger." Dabei werden laut den Spielregeln des Senders
"12 Leute, 6 Männer und 6 Frauen, mit verbundenen Augen jenseits
der Grenzen der Russischen Föderation gebracht. Sie werden in einem
riesigen Haus untergebracht, wo es praktisch alles gibt (...) außer
Essen! Die Kandidaten müssen sich und ihre Freunde selbst mit Essen
versorgen. In einer fremden Stadt, in einem unbekannten Land, ohne
Sprache." Trotz großer Bedenken seitens der deutschen
Öffentlichkeit, streitet der russische Sender eventuelle Probleme ab.
Er verwahrte sich ausdrücklich gegen den Eindruck, die Teilnehmer
würden zu Diebstahl oder etwa Prostitution angestiftet, um ihren
Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Lohn für all die Mühe. Wer als
letzter übrig bleibt, soll bis zum Lebensende 1000 Dollar monatlich
bekommen.
Kulturstaatsministerin Christina Weiss warnte nach der
angekündigten Verfassungsklage des Hauptverbandes Deutscher
Filmtheater, auch die Kinos vor demotivierenden Aktionen ihrerseits.
"Die Kinos haben ein anderes Problem als das der
Filmförderung" so Weiss, denn die Erhöhung des Kartenpreises
betrage lediglich drei Cent.
Neuer Vorstandschef des Pay-TV Senders BskyB, wurde James Murdoch,
Sohn des größten Anteilseigners, Rupert Murdoch. Investoren fürchten
nun, dass der vom Aufsichtsrat nominierte James Murdoch durch seinen
Vater beeinflusst werden könnte, welcher nebenbei auch die Interessen
vom Medienkonzern News Corp. wahrt. Rupert Murdoch räumte ein,
"[dass er] den Verdacht einer möglichen Vetternwirtschaft mit
[seinem] Sohn [...] verstehen könne", schmetterte jedoch alle
Kritiken und Klagen der Aktionäre harsch ab und sagte den Anlegern,
dass sie doch ihre Aktien verkaufen sollten, wenn sie mit dem
Unternehmen nicht einverstanden seien. Der frühere Vorstandschef Tony
Ball, bekam übrigens aller Wahrscheinlichkeit nach eine Abfindung in
Höhe von 10 Mio. Pfund, um zu garantieren, dass er in den nächsten
zwei Jahren nicht zur Konkurrenz wechseln würde.
In Rahmen eines Pilotversuches sollen am Royal Gerichtshof in
England nun Kameras zugelassen werden, um die Verhandlung mitverfolgen
zu können. Damit würde das (noch) bestehende Recht der Geheimhaltung
durch Ausschluss der Öffentlichkeit aufgehoben werden. Geplant ist die
neue Kamerapräsenz zunächst nur bei Berufungsverhandlungen. Bedenken
äußern insbesondere ältere Richter, die befürchten, dass Zeugen
eingeschüchtert werden könnten und in der Folge nicht frei aussagen.
Die Gegenseite argumentiert mit dem Effekt der Aufklärung. So sei es
eine gute Idee, die Menschen auf diesem Wege mit den Mechanismen der
Justiz vertraut zu machen. Die TV Stationen versprechen, daß es sich
bei der Berichterstattung nicht um reine Fernsehübertragungen handeln
wird. Vielmehr strebe man Reportagen an, wie sie in den Nachrichten zu
sehen sind.
Alle Szenen, in denen Christopher Lee als Saruman in "Der Herr
der Ringe - Die Rückkehr des Königs" auftritt, seien
herausgeschnitten wurden. Mehr als das er geschockt sei konnte Lee
jedoch nicht sagen. Er wüsste selber nicht, warum das getan wurde und
weder New Line noch Peter Jackson haben bisher Gründe dafür genannt.
Aus Protest kündigte der 81-jährige Schauspieler an, die Premiere des
Films zu boykottieren. Und auch Lee Fans haben nun eine Online Petition
gestartet um das Material von rund sieben Minuten wieder in den Film zu
bekommen.
Der frühere Schwergewichtsboxer Chuck Wepner ist noch heute ein
berühmter Mann. Ständig kann man seine Lebensgeschichte im Fernsehen,
auf Video und DVD sehen und doch bisher hat er keinen Cent dafür
erhalten. Damit soll jetzt Schluss sein. Chuck Wepner verklagt sein
filmisches Pendant Sylvester Stallone auf Zahlung von 15 Millionen
Dollar. In der eingereichten Klage heißt es, Stallone selbst habe
mehrfach erklärt, er sei durch den dramatischen 15-Runden-Kampf
zwischen Wepner und Muhammed Ali 1975 zu dem Film "Rocky"
inspiriert worden. Dieser gewann 1976 einen Oscar und zog weitere vier
Folgen nach sich. Die Einnahmen werden auf mehr als eine Milliarde
Dollar geschätzt.
An den Universitäten hat die Nachricht längst die Runde gemacht, nur
die Tagespresse und das Fernsehen berichten noch nicht in der gebotenen
Lautstärke: Die bayerische Staatsregierung beabsichtigt eine Kürzung der
Finanzhaushalte der Hochschulen in Bayern. Im Jahr 2004
sollen Universitäten und Fachhochschulen 10% ihrer Mittel einspaaren.
Dabei wird in Forschung und Lehre schon seit Jahren gekürzt und
gespart: Bibliotheken, deren Regale bis unter die Decken reichen sind
nur noch halb gefüllt mit längst nicht mehr wirklich aktuellen
Büchern, Studiengänge werden gestrichen, neue Stellen gibt es gar
nicht mehr und alte Stellen können nur noch mit Mühe und Not erhalten
werden. Die wenigsten Studiengänge sind dabei für den Staat wirklich
teuer und tatsächlich werden gerade bei den Geistes- und
Wirtschaftswissenschaften sehr viele Studierende ohne große Kosten,
aber in großer Masse und bei einem miserablen Betreuungsverhältnis
ausgebildet. Ein Professor oder auch nur ein Assistent halten
Vorlesungen vor mehreren hundert Studenten; Seminarplätze sind knapp
und bescheiden ausgestattet; die Betreuung der Studierenden ist
insgesamt extrem schlecht. Einsparungen bedeuten aber zwangsweise
Streichung von Stellen: weniger Lehrpersonal, weniger
Forschungspersonal und weniger Mitarbeiter der Verwaltung. Das führt
zu einer weiteren Verschlechterung dieser bereits jetzt teilweise katastrophalen
Verhältnisse. Auch die Lösung ganze Studiengänge zu streichen ist
mehr als fatal, denn es behindert eine vielfältige gesellschaftliche
Bildung. Aber nur eine solche bringt auch einen Staat voran, der international bekannt ist (/war?) für den hohen Bildungsstand der Bevölkerung,
seine Innovationsfähigkeit und Forschungsdrang . Was
sollen wir in Zukunft erfinden und uns erarbeiten, wenn wir das
geistige Potential der neuen Generationen jetzt einspaaren? Eine
Pisa-Studie bescheinigte deutschen Schülern eine schlechte Bildung,
wollen wir das nun auch für die Studierenden sicher stellen? Auch
könnte aus dem bayrischen Bildungsvorsprung schnell ein Rückstand
werden. Verständlich ist so der Wille zum Protest bei den
Studierenden. Das Movie-College, das als private Initiative auch viele
Tausend User hat,
die an Hochschulen studieren, ist ernsthaft besorgt um die Ausstattung und den
Fortbestand von Studiengängen der Künste und Geisteswissenschaften,
sowie Einrichtungen wie den Hochschulen für Film und Fernsehen. Wir
sehen die Mittelknappheit der Länder, doch vielleicht sollten die
Sparmassnahmen eher dort ansetzen, wo Prestigewille und
Architektenträume immer neue Bauvorhaben hervorbringen. Wir erklären
uns solidarisch und wünschen den
Studierenden viel Erfolg. Der breiten Masse von Studentinnen
und Studenten die nicht genügend informiert sind, sei geraten sich an
Ihre Fachschaften und den AStA ihrer Hochschule zu wenden.
Movie-College 13.11.2003
Deutscher Kurzfilmpreis 2003
BKM vergoldet Kurzfilme
Insgesamt waren dieses Jahr für den Deutschen Kurzfilmpreis 2003
zehn Filme vom Kulturstaatsministerium nominiert wurden. Allein mit
dieser Nominierung ist eine Prämie von 12.500 Euro verbunden.
Ausgezeichnet mit dem Kurzfilmpreis in Gold wurden Edina Kontsek für
"Der Schüler" in der Kategorie ‚Laufzeit bis 7 Minuten',
Sven Taddickens "Einfach so bleiben" (‚Laufzeit 7-15
Minuten') und Oliver Husain für den Animationsfilm "Q". Für
diese Auszeichnungen erhalten die Filmemacher zusätzlich eine Prämie
von je 30.000 Euro. Das Preisgeld ist für alle Nominierten und
Preisträger an die Herstellung eines neuen Kurzfilms oder Films mit
künstlerischen Rang gebunden.
Art Carney, bekannt an der Seite von Jackie Gleason in der Serie
"The Honeymooners", starb 85jährig letzten Sonntag in seinem
Haus in Connecticut. Er drehte mehr als 25 Filme und war u.a. bekannt
als ‚Felix Unger' in der Broadwayversion von "Ein ungleiches
Paar". Berühmt wurde der Zweite Weltkrieg Veteran aber erst als
Abwasserkanalarbeiter ‚Ed Norton' in der TV-Serie "The
Honeymooners" in den Fünfzigern. Für diese Rolle bekam er drei
Emmys. 1974 erhielt er dann den Oscar für seinen Part in "Harry
and Tonto". Darin mimte er einen pensionierten Lehrer, der durch
Amerika reist.
Die 27. Duisburger Filmwoche ging am vergangenen Samstag zu ende.
Fast 5000 ‚Schau'lustige, bekundeten auf der Filmwoche ihr reges
Interesse am Dokumentarfilm und machten die Veranstaltung zu einem
Erfolg. Neben den üblichen Ehrungen, würdigte zum ersten Mal auch das
Goethe-Institut einen Beitrag mit dem Dokumentarfilmpreis. So wird der
Film "FÜR DEN SCHWUNG SIND SIE ZUSTÄNDIG" von Margarete
Fuchs mit verschiedenen Untertiteln, in der internationalen Arbeit des
Goethe-Instituts am Film benutzt und bekannt gemacht werden. Weitere
Ehrungen bekamen die Filme: "Das Problem ist meine Frau" von
Calle Overweg, für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm,
verliehen von 3sat und dotiert mit 6000,- Euro. "Die Helfer und
die Frauen" von Karin Jurschick, für den besten deutschen
Dokumentarfilm, verliehen von ARTE und dotiert mit 6000,- Euro. Der
Publikumspreis für den beliebtesten Film ging an "Tarifa Traffic
- Tod in Gibraltar" von Joakim Demmer und wurde mit 1000,- Euro
dotiert. Mit dem Förderpreis der Stadt Duisburg, wurde der Film
"Mein Leben Teil 2" von Angelika Levi ausgezeichnet, der mit
5000,- Euro dotiert war.
Ein Bundesgericht in Chicago klagte neun Mitglieder der ‚Motion
Picture Projection' Gewerkschaft wegen Vandalismus und Brandstiftung
gegen drei Kinoketten an. Vier der Personen wurden erst letzten Freitag
in Zusammenhang mit Angriffen auf Kinos während arbeitsrechtlichen
Streitigkeiten in Chicago festgenommen. Die Anklage umfasst insgesamt
20 Brandanschläge in zehn verschiedenen Staaten während einer
18-monatigen Periode, 1998 und 1999. Details sind noch nicht bekannt.
Der Staatsanwalt wird bei seinen Ermittlungen vom FBI und der Abteilung
für Tabak, Waffen und Explosivstoffe unterstützt.
Ab dem 10 November wird in Hamburg "The Hamburg Cell", ein
Spielfilm über die Hintergründe vom des Attentats vom 11. November
2001, gedreht. Bei der internationalen Koproduktion wird die Britin
Antonia Bird das von Ronan Bennett ("Lucky Break") verfasste
Drehbuch verfilmen. In den Hauptrollen sind u.a. Karim Saleh, Sam
Samuel und Agni Tsangaridou zu sehen. Von deutscher Seite ist Simply
Committed ("Im Visier des Bösen" mit Klaus Maria Brandauer),
die Produktionsfirma von Peter Paulich und Thomas Heinze beteiligt.
Produktionspartner sind die Londoner The Television Corporation PLC,
Mentron, ebenfalls aus London und als weiterer deutscher Partner Inner
Circle Pictures. Fördergelder kommen von der FilmFörderung Hamburg.
Kulturstaatsministerin Christina Weiss, fürchtet um die Kultur im
öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Anspruchsvolle Reportagen und
Dokumentarfilme rutschen immer mehr ins Abseits. In der Prime Time
findet man sie längst nicht mehr. Weiss erinnerte mit Ihrer Kritik, an
den Staatsvertrag und die Pflicht der Sender, zur Grundversorgung an
Informationen, Bildung und Kultur. Anspruchsvolles und qualitativ
wertvolles muss immer häufiger der Quote weichen und in wirtschaftlich
schlechter Lage, ist es die Kultur die zuerst gekürzt wird. ARD und
ZDF dementierten diese Vorwürfe und verwiesen darauf, dass sie stets
Meldungen über Operninszenierungen und literarische Veranstaltungen
bringen würden. Doch die Wahrheit sieht so aus, dass für Programme
wie Dokumentationen nur noch die Spartenkanäle, wie 3sat oder Arte
bleiben.
Reporter, die die Armee während des Irakkrieges an die Fronten
begleiten durften, bereinigten ihre Berichte und zeigten damit eine
fälschliche Abbildung des Krieges, gab heute BBC in einer Studie
bekannt. Obgleich Reporter, die britisches und US-Militär begleiteten,
objektiv waren, vermieden sie Bilder, die für das britische Fernsehen
zu ‚heftig' waren. Ein Teil der Darstellung ähnelte am Ende sogar
einem ‚Kriegfilm'. Man begründete das Vorgehen damit, dass das
britische Publikum seit Jahren keine Bilder von toten oder verletzten
britischen Soldaten gesehen hätte. Mark Damazer, Deputy Director der
BBC, sagte dazu, dass diese gegenwärtige Position trotz der
lobenswerten Gründe nicht der Demokratie dienlich sei. Man müsse ja
nicht jedes signifikante Detail zeigen, aber man müsse mehr zeigen,
als wer gewinnt und wer verliert. Obgleich britische Reporter keine
Schuld an der offenkundigen Pro-Kriegs-Einstellung ihrer US-Kollegen
hatten, neigten sie dazu anzunehmen, dass das, was ihnen erklärt wurde
der Wahrheit entspreche. Es war z.B. zwei mal so wahrscheinlich, den
Zuschauern jubelnde Iraker, die die Soldaten in Empfang nahmen, zu
zeigen, als Misstrauen und Feindseligkeit.
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat im Rahmen seiner
Eröffnungsrede zum "Mainzer Medien Disput" die Rolle der
Medien kritisiert. Bemängelt wurde insbesondere die politische
Berichterstattung, die zunehmend in den Dienst der Unterhaltung
gestellt wird. Auf diese Weise werden die ernsten Inhalte zu "events"
gemacht, bei denen nur noch Extreme wie Sieg oder Niederlage zählen.
Dies sei eine gefährliche Tendenz der Vereinfachung, während zugleich
politische Prozesse immer komplexer werden. Politiker werden geradezu
genötigt, "umso einfacher und kürzer Stellung zu nehmen, desto
komplizierter die Sachverhalte sind". Thierse: "Wenn dieser
Trend zur Vereinfachung anhält, wird die Wirklichkeit tatsächlich in
den Medien nicht mehr stattfinden." Zugleich warnte der
Bundestagspräsident davor, die Einschaltquote als Indikator
demokratischer Meinungsbildung zu werten. Seine Sorge sei, "dass
vor lauter Unterhaltungsanspruch Medien nicht mehr sorgfältig
berichten, die Wirklichkeit nicht mehr abbilden, den Ernst verlieren,
Interessen und Interessenten nicht mehr kenntlich machen und so
letztlich die Demokratie gefährden".
Am vergangenen Montag wurde Mike Linley, der Produzent von "Survival
wildlife" am Flughafen von Perth festgehalten, da sich in seinem
Koffer 189 Tiere, darunter 26 Eier befanden. Aufmerksam sei man auf
Linley geworden, als man bemerkte wie merkwürdig er sich im Busch
verhielt, als er in der Nähe von Perth gesichtet wurde. Unter den 27
verschiedenen Arten, die er zugab, aus Australien schmuggeln gewollt zu
haben, befanden sich unter Anderem auch Geckos, Schlangen und
Baumfrösche. Tierschmuggler müssen in Australien mit Geldstrafen bis
zu 76,000 Euro, bei Überführung mit einer zehnjährigen Haftstrafe
rechnen. Linley wurde auf Kaution freigelassen, sein Pass konfisziert.
Die Verurteilung findet im Dezember statt.
Premiere wird wohl auch in Zukunft verschlüsselten Fußball bieten.
Wie der Pay-TV-Sender mitteilte, habe man sich die
Live-Übertragungsrechte an der 1. und 2. Bundesliga bis ins Jahr 2006
gesichert. Diese Exklusivität bezahlt der Abosender mit rund 300 Mio.
Euro. Auf eine Wiedereinführung der Freitagsspiele habe man sich aber
nicht verständigt. In Hinblick auf die Lizenzvergabe für die WM 2006
in Deutschland wies Kofler auf eine "angemessene
Berücksichtigung" von Premiere hin. Schließlich sei man
"einer der aktivsten Partner des deutschen Fußballs" und
gelte "als Schrittmacher moderner, innovativer
Fußballberichterstattung".
Die Ökomedia, jenes Freiburger Filmfestival welches sich mit
Umwelt- und Naturfilmen befasst feiert in diesem Jahr 20 jähriges
Bestehen. Über 40 Filme geben einen Überblick zum aktuellen
Filmschaffen in diesem Themenumfeld. Darüber hinaus werden Klassiker
des Umweltfilms aus den vergangenen 20 Jahren in einer Sonderreihe
gezeigt. Das Festival findet im SWR Studio Freiburg statt und endet am
2. November.
Am heutigen Reformationstag jährt sich der Tod des größten
italienischen Regisseurs Federico Fellini zum zehnten Mal. Dennoch
bleibt bis heute das Genie des Films unvergessen. Nur er verstand es,
auf eine brilliante Weise persönliche Träume und Visionen umzusetzen
und dabei dennoch ein Millionenpublikum zu erreichen. Das einzig wahre
Medium war für ihn der Film. Der einzig wahre Ort: Das Kino. Allein zu
einem Oskar hat es bei ihm nicht gereicht, obwohl die Liste seiner
Nominierungen endlos ist. Immerhin wurde er 1993 mit dem Ehrenoskar
ausgezeichnet. Nur wenige Monate später erlitt er einen ersten
Schlaganfall. Am 31. Oktober 1993 starb der Regisseur. Er war 73 Jahre
alt.
Howard Cohen, Chef von United Talent Agency, gründete gemeinsam mit
Eric d'Arbeloff (u.a. Produzent von "Lovely &
Amazing") den Verleih Roadside Attractions. Damit sollen vermehrt
Independent- und Dokumentarfilme aus den USA und auch dem Ausland gefördert
werden. Roadside Attractions wird Partner von Samuel
Goldwyn Films im Verleih-Joint-Venture IDP Independent Distribution
Partners.
Vorstand und Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media AG haben zum
Angebot des neuen Mehrheitsgesellschafters Haim Saban an die
verbliebenen Aktionäre Stellung genommen. Laut Stellungnahme, stünden
der Angebotspreis für die Vorzugsaktien (sechs Euro) als auch für die
Stammaktien (acht Euro) im Einklang mit den Vorschriften des
Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes. Der derzeitige Kurs der
Aktie befindet sich jedoch über dem gebotenen Betrag. So wurde die
ProSiebenSat.1-Vorzugsaktie mit einem Kurs von gut zwölf Euro notiert.
In ihrer Stellungnahme weist die ProSiebenSat.1 Media AG zwar auf die
Vor- und Nachteile einer Annahme des Angebots hin, spricht jedoch keine
Empfehlung an die Aktionäre aus. Auch betonte man, dass weder Vorstand
noch Aufsichtsrat eine Haftung übernehmen, wenn sich die Annahme oder
Nichtannahme des Angebots als wirtschaftlich nachteilig erweisen
sollte.
Wie die dpa meldet wird das insolvente Unternehmen KirchMedia seinen
Standort in Ismaning bei München aufgeben. Allerdings wird das
Unternehmen im Grossraum München bleiben und seine Zentrale nun nach
Unterföhring verlegen. Zugleich werden 160 Stellen abgebaut; die
Kündigungen werden in den nächsten Tagen ausgesprochen. Damit
schrumpft das Unternehmen auf rund 80 Mitarbeiter die sich um die
Verwaltung von Filmrechten und der eigenen Filmbibliothek kümmern
würden, so die Angaben von KirchMedia..
Vier Wochen vor Start der Produktion zu Ben Afflecks
Hochzeitskomödie "Ghosts of Girlfriends Past" bekam Walt
Disney Co. das große Zittern. Das Studio zog den Stecker für das
Projekt am Montag den 20.04.2003. Affleck sollte die Hauptrolle als
Junggeselle, der bei der Hochzeit seines jüngeren Bruders von den
Geistern seiner letzten Freundinnen besucht wird, übernehmen. Im
August kam Betty Thomas ("I Spy") als Regisseurin an Bord und
zahlreiche andere Verträge waren schon fast unterschrieben. Disney
verweigerte bisher eine Aussage zu ihrer Entscheidung. Man vermutet
aber, dass zusätzlich zu den erwarteten hohen Kosten des Filmes,
Afflecks getrübtes Image nach dem Fehlschlag mit "Gigli" als
Faktor eine wichtige Rolle spielte. Jedoch wird er Weihnachten mit John
Woos "Paycheck" bereits wieder im Kino zu sehen sein. Da
Affleck duch seinen Vertrag mit Disney Geld bekommt, ob der Film nun
gedreht wird oder nicht, vermutet man, dass ein anderer die Rolle
übernimmt.
Alljährlich verleiht die Stadt Hof im Rahmen der Hofer Filmtage
ihren Preis an jene, die sich um den deutschen Film verdient gemacht
haben. In diesem Jahr wird Dominik Graf geehrt, der Fernseh-Routinier
mit regelmäßigen Ausflügen ins Kinofach (Die Katze, Spieler, Die
Sieger, der Felsen).
(Quelle: Movie-College) 25.10.03
Schlagabtausch auf dem Mediengipfel
Die Zukunft des Fernsehprogramms
Der letzte Tag der Medientage in München hatte heute noch ein
finales Highlight zu bieten. Mit dem Label "Spürnasen
gesucht" trafen sich im Panel 5.6. die Programmchefs der einzelnen
Sender, um über die Zukunft des Programms zu diskutieren. Sündstoff
lieferte bereits die These von Ute Biernat, Geschäftsführerin von
Grundy, dass in Deutschland kaum kreatives Potential im Bereich der
Fernsehformate existiert. Polemisch wurde es immer dann, wenn sich
Sat.1 Chef Martin Hoffmann einschaltete. Dieser ließ es sich nicht
nehmen, die eigenen Formate anzupreisen und die Entwicklung von Sat.1
trendsetzend zu bezeichnen. Über die Phrasen kleiner Bemerkungen kam
dann am Ende aber doch keiner hinaus. Es wurde lediglich angekündigt,
dass es im nächsten Jahr mit der Gemütlichkeit im Fernsehen vorbei
ist. Soap Formate werden durch "härtere" real life stories
ersetzt. Borris Brandt dazu. "Ich sehe schon, dass Sie sich ekeln,
die Leute wollen das aber sehen."
(Quelle: Movie-College)
24.10.03
Jack Elam gestorben
Ritt in den Sonnenuntergang
Hollywood Schauspieler Jack Elam, bekannt aus Filmen wie "Rawhide"
und "Wichita", starb 84jährig in seinem Haus in Oregon. Er
spielte vor allem in Western, selten als Revolverheld, meist übernahm
er die komischen Rollen, wie in "Support your local Sheriff"
oder er spielte den ‚Bösen". Ruhm erlang er durch sein
besonderes Aussehen: sein "cockeyed look" führt auf einen
Unfall in seiner Kindheit zurück. Dadurch wurde er vornehmlich für
Schurkenrollen besetzt. Seinen letzten Auftritt hatte er 1995 in einer
TV-Show: "Bonanza: Under Fire".
Um 10.00 Uhr wurden heute die Medientage
München 2003 eröffnet. Auftakt bildete die Rede von
Ministerpräsident Edmund Stoiber, gefolgt von einer begeisternd
kritischen Rede von Haim Saban, neuer Hauptaktionär von ProSiebenSat1
Media AG. Die Reporter vom Movie-College sind Vorort und werden in den
drei Tagen der Fachmesse für Medien in Deutschland berichten (>zu
den Artikeln).
Hauptthema der ersten großen Veranstaltung, einer Podiumsdiskussion
mit zahlreichen namhaften Vertretern aus Print, Fernsehen und Rundfunk,
war die "Zukunft des dualen Rundfunksystems in Deutschland".
Ausgangspunkt der Diskussionen war Stoibers strikte Ablehnung einer
Erhöhung der Rundfunkgebühren. Heftig kritisiert wurde von Seiten der
privaten Sender vor allem die unzureichenden Sparmaßnahmen der
öffentlich-rechtlichen Anstalten. Dr. Georg Kofler, Geschäftsführer
von Premiere, dazu: "Ihr sagt alle, Ihr spart, aber wenn ich
spare, dann brauche ich weniger Geld und nicht mehr!" Die
öffentlich-rechtlichen argumentierten dagegen mit inhaltlichen
Argumenten. So betonten sie ihren Grundversorgungsauftrag sowie ihr
breites kulturelles Angebot. Dr. Hubert Burda, Vorsitzender der Burda
Media, behielt als einziger Vertreter der Printmedien einen kühlen
Kopf und betonte die Austauschbarkeit der Fernsehsender, die alle von
den gleichen Marken abhängen, nicht von Inhalten. Die Sender sollten
sich vielmehr darauf konzentrieren, eigene kreative Formate
voranzutreiben, um wieder in die Gewinnzone zu gelangen. Unsere
Reporter werden noch ausführlicher berichten.
Zum ersten Mal in der Geschichte des Academy Awards nimmt ein Film
aus Palästina am Rennen um die begehrte Trophäe teil. Obwohl
Palästina kein anerkanntes Land ist, will die Academy of Motion
Picture Arts and Science, wie schon in vergangenen Jahren mit Hong Kong
und Taiwan, eine Ausnahme machen. "Divine Intervention"
handelt vom Leben unter israelischer Besetzung. Regie führt Elia
Suleiman, der für seinen Film 2002 schon den Jury Preis in Cannes
erhielt. Außerdem nehmen diesjährig noch zwei andere Staaten, die
Mongolei und Sri Lanka, erstmals teil. Insgesamt wurden dieses Jahre 54
Filme für den ‚Best Foreign Film' Oscar eingeschickt.
Nachdem bereits in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg DVB-T
erfolgreich eingeführt wurde, haben nun die Landesanstalt für Medien
(LfM) und die Fernsehveranstalter ARD, ZDF, ProSieben, Sat.1, RTL und
Vox gestern in Hannover jeweils eine Vereinbarung zur Einführung des
so genannten Überallfernsehens (DVB-T) für Nordrhein-Westfalen und
Norddeutschland unterzeichnet. Die Fernsehzuschauer beider Regionen
dürfen sich dadurch auf ein stark erweitertes Programmangebot freuen.
Man geht von zunächst 16 und später bis 24 empfangbaren Programmen
aus, die künftig mit einer herkömmlichen Dachantenne oder einer
kleinen Zimmerantenne digital empfangbar sein werden. Man hofft, dass
DVB-T in Zukunft ein wichtiger Übertragungsweg sein wird, der auch
gegenüber Kabel und Satellit bestehen kann. Die Umstellung von
analogen auf digitalen Empfang soll in NRW und Norddeutschland bereits
Ende Mai erfolgen.
Am Dienstag werden sich am Bundesgerichtshof in Peoria, Illinois der
Planierraupenhersteller Caterpillar Inc. und Walt Disney's Buena Vista
Entertainment gegenüberstehen. Streitfall ist die neue Produktion
"George of the Jungle 2", bei der Caterpillar Inc. behauptet,
dass der Film ihr eingetragenes Warenzeichen verletze. Der Film, der am
21. Oktober in Amerika Premiere feiern soll, beschreibt George's Kampf
gegen einen Industriellen, der versucht den Dschungel zu zerstören. Da
George, basierend auf einer Figur aus einer Fernsehserie aus den 60ern,
besonders bei den Kindern sehr beliebt ist, befürchtet Caterpillar
Inc., dass der Film negative Auswirkungen auf den Verkauf von Spielzeug
des Unternehmens haben könnte, da die Bulldozer in dem Film falsch
dargestellt seien. Disney sagte in einer Stellungnahme dazu, dass sie
Caterpillar Inc. respektieren würden und die Klage grundlos wäre.
Ihrer Meinung nach werde das Publikum diese Szenen wegen ihres
Unterhaltungswertes ansehen und sie nicht ernst nehmen.
Die Annahmefrist für sämtliche Aktien der ProSiebenSat.1 Media AG
hat am gestrigen Donnerstag begonnen. Haim Saban bietet Saban, wie es
vorherzusehen war, den Vorzugsaktionären von Pro Sieben Sat1 nur den
gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis von 6,00 € je Aktie, die
Stammaktie geht mit 8,00 € in den Handel. Das Abfindungsangebot, zu
dem Saban nach der Übernahme der Kontrolle bei Pro Sieben Sat1 im
Sommer gesetzlich verpflichtet ist, ist damit praktisch irrelevant. Die
Angebotsfrist läuft bis zum 14. November.
Nach einer Anweisung von Sony Corp. Tokio, die ihrer US-Tochter nahe
gelegt hat, Kosten einzusparen, wird Sony Pictures Entertainment in den
nächsten 18 Monaten rund 300 Stellen streichen. Die Maßnahmen, die 75
Mio. Dollar jährlich einsparen sollen, werden Columbia Pictures, Sony
Pictures Digital (u.a. Animations- und Visual-Effects-Abteilungen) und
die TV-Aktivitäten (Produktionen, Sender außerhalb der USA) des
Konzerns treffen. Genaue Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Obwohl
Sony im Verleiher-Ranking seit Jahresbeginn mit rund einer Mrd. Dollar
Jahreseinspiel auf Platz zwei steht, war der Sommer auch für Sony
enttäuschend gelaufen. Der Erfolg von 2002 mit "Spider-Man"
lies sich nicht wiederholen. Schlecht sah es auch beim Verkauf von
TV-Lizenzen aus. In erster Linie geht der Sparzwang aber auf die
Geschäftsfelder Sony Music und dem Kerngeschäft Sony Electronics
zurück. Diese 300 Entlassungen folgen 1000 Kündigungen von Sony Music
in diesem Jahr.
Nach "Temptation Island" von Sky folgt nun Channel 4 mit
einer neuen Reality Show in den USA, bei der die Treue von verlobten
Paaren getestet wird. In "Ex Rated" muss das Paar getrennt
voneinander ein Wochenende in einem Hotel mit je drei Exfreunden bzw.
-freundinnen verbringen und wird erst Sonntagabend wieder zusammen
geführt. Freitagabend treffen sich die ehemaligen Freundinnen des
Mannes, essen zusammen und werten die Beziehung aus, während das Paar
von verschiedenen Zimmern aus zuschaut. Am Ende trifft sich die Frau
mit den Exfreundinnen ihres Freundes, welcher weiterhin von seinem
Zimmer aus zusieht. Danach darf er sich eine seiner Exfreundinnen
aussuchen um mit ihr ein Gespräch unter 4 Augen zu führen. Samstag
Abend passiert das Gleiche genau anders herum mit den drei Exfreunden
der Frau. Bei all den Gesprächen, die der Partner führt, darf jeweils
der andere zuschauen. Erst Sonntagabend wird das Paar zu einem Essen
mit allen sechs vorherigen Freunden und Freundinnen wieder vereint. Am
Ende müssen sie entscheiden, ob sie wirklich noch heiraten wollen. Ein
US-Sender, Fox TV, wurde bereits beschuldigt, Paare absichtlich
auseinander bringen zu wollen, indem sie die Paare auf "Temptation
Island" zu Seitensprüngen ermutigten. Diese Beschuldigung wird
nun vielleicht auch Channel 4 vorgeworfen werden. Syeda Irtizaali, die
den Pilot von "Ex Rated" produziert, meinte dazu jedoch, dass
diese Idee nicht so grausam wäre, wie man es vielleicht vermutet. Mann
wolle dem Paar lediglich bei der schwerwiegenden Entscheidung, wie ihre
gemeinsame Zukunft aussehen soll, helfen. Falls der Pilot erfolgreich
ist, wird eine ganze Serie produziert. Auch denkt man bereits darüber
nach, die Idee an andere Länder zu verkaufen.
Der Münchener Pay-TV-Sender Premiere, dessen Übernahme durch den
Finanzinvestor Permira im Februar besiegelt wurde, hat nun auch mit
Sony Pictures einen mehrjährigen Filmvertrag abgeschlossen. Damit
verfügt Premiere jetzt über Output-Deals mit allen großen
Hollywood-Studios. Neben den Produktionen der Sony-Tochter Columbia
Pictures hat der Sender nun nach eigenen Angaben auch das Recht zur
deutschen TV-Erstaustrahlung der Filme von Universal, Warner ,
Paramount und Metro Goldwyn Mayer. Zudem bestehen Vereinbarungen mit
Fox, Lucasfilm, Dreamworks und Buena Vista. Bis Ende 2003 will der
Sender die Marke von 2,9 Mill. Abonnenten knacken und den Verlust von
Steuern, Zinsen und Abschreibungen auf unter 40 Mill. € verringern.
Premiere-Chef Georg Kofler hat jedoch bereits angedeutet, dass Premiere
seine eigenen Ziele wahrscheinlich übertreffen wird.
Mit einer Anzeige im Filmblatt "Variety" haben mehr als
140 hochkarätige Filmschaffende, unter ihnen Robert Redford, Martin
Scorsese gegen die neuen Oscar-Regeln protestiert, wonach den
Oscar-Juroren keine Videos und DVDs der Wettbewerbsfilme mehr
zugeschickt werden darf. Diese müssen von nun an zur Beurteilung der
Streifen ins Kino gehen. Dies sei eine Benachteiligung, so die
Filmschaffenden, da kleinere Studios mit niedrigem Werbeetat deutlich
weniger in Kinos laufen als große Blockbuster. Als Grund für die neue
Maßnahme machten die Studios die Sorge geltend, dass die mit der Post
versandten Kassetten illegal kopiert und ins Internet gestellt werden
könnten. Der wahre Grund ist nach Meinung der Filmschaffenden aber ein
anderer. Sie meinen, dass die großen Studios auf diese Weise die
Konkurrenz der kleinen innovativen Indie-Studios ausschalten wollen.
Ein Zündstoff, der in Deutschland durch die FFG
Debatte nicht unbekannt sein dürfte.
Ab 2004 soll unter dem Dach von Thomas Hailers Kinderfilmfest auf
den Internationalen Filmfestspielen Berlin ein Jugendfilmwettbewerb
starten. Dabei wird in dieser neuen Kategorie ein eigener Gläserner
Bär vergeben. Damit soll die Lücke zwischen dem Kinderfilmfest, bei
dem Kinder zwischen vier und 13 Jahren angesprochen werden, und den nur
Erwachsenen zugänglichen Filmen der übrigen Berlinale, geschlossen
werden. Sechs Filme für Jugendliche ab 14 Jahren werden zwischen dem
6. Und 15. Februar gezeigt. Das Programm soll, wie beim Kinderfilmfest,
die ganze Bandbreite an Genres abdecken, um damit das bestmöglichste
internationale Angebot machen zu können. Der Gläserne Bär für den
besten Jugendfilm wird von einer fünfköpfigen Jury mit Mitgliedern im
Alter der Zielgruppe bestimmt.
Am 8. Oktober versammelten sich auf dem Gelände der Bavaria
geladene Gäste aus Presse, Film und Fernsehen, zu denen auch zwei
Mitarbeiter des Movie-College gehörten. Unter den Schlagworten
Medienwirtschaft, Kreation und Innovation hielten Redner von FFF,
Bavaria Film, Panasonic, Sony und Apple, um nur einige zu nennen,
verschiedene Vorträge über Filmfinanzierung und Förderung, Fernsehen
im Internet und dem neuen Videostandart HDTV, welches das Hauptthema
des Nachmittags war. Diskutiert wurde darüber, ob HDTV die Zukunft des
Fernsehens darstelle oder nur ein einstweiliger Trend sei. Deutschland,
bzw. Europa allgemein, liegt mit dieser neuen Innovation immer noch
hinter Ländern, wie den USA, Japan, Australien, Korea und China, die
zum Teil schon bis zu 7 spezielle HDTV Programme vorweisen können.
Erst voraussichtlich 2004 soll in Belgien der HD-Kanal ‚Euro 1080'
auf Sendung gehen, womit sich dann auch in Europa endlich ein Markt
für HD-Produktionen eröffnen wird. Bisher wurden alle in Deutschland
produzierten Beiträge, wie "Voyages, Voyages" bei anderen
Sendern, u.a. beim Discovery Channel der BBC, ausgestrahlt. Das HDTV
noch keinen verstärkten Einzug in Europa gehalten hat, geht zurück
auf zahlreiche Probleme, die man mit High Definition TV sieht.
Kritisiert werden der fehlende Markt, der Mangel an ausgebildeten
Kamerateams, teures Equipment und Schwierigkeiten bei der Handhabung
der speziellen Kameras. Laut Dr. Susanne Dönitz von der Firma Ottonia
Media wird zur Zeit diesen entgegengewirkt. Auch seien viele Probleme
in den letzten 3 Jahren schon behoben wurden. HDTV ermögliche jedoch,
wie Reinhard Maurer von Sony in seinem Vortrag vorbrachte, eine
Alternative im gesättigten Markt und vermehrte Co-Produktionen. Die
neue Innovation zeichnet sich durch bessere Qualität in Farbe und
Auflösung aus, und wird zur Zeit v.a. bei Aufzeichnungen von
Live-Konzerten und in Image- und Werbefilmen verwendet.
(Quelle:Movie-College) 09.10.03
Gerd-Ruge-Stipendium
An junge Dokumentarfilmer
Das Gerd-Ruge-Stipendium für junge Dokumentarfilmer, vergeben von
der Filmstiftung NRW, ging dieses Jahr an Konstantin Faigle für
"Die große Depression" und Luzia Schmid für "Funny
Help". Die Stipendiaten erhalten jeweils 45.000 Euro. Weitere
10.000 Euro werden als Anfangsunterstützung an das Projekt von Tom
Schildberg: "Mein Vater, der Spion", vergeben. Am 6. Oktober
hatte eine achtköpfige Jury unter Vorsitz des Journalisten Gerd Ruge
diese Auswahl unter insgesamt 34 Anträgen getroffen. Die Urkunden
wurden am 7. Oktober in der Filmstiftung NRW in Düsseldorf von Ruge
überreicht.
Laut dem Intendanten des ZDF, Markus Schächter, plant der Mainzer
Sender 300 Angestellte durch freie Mitarbeiter zu ersetzen. Im März
diesen Jahres belief sich die Stellenzahl beim ZDF auf 3600. Insgesamt
seien in den vergangenen zehn Jahren 1000 Stellen sozialverträglich
reduziert worden und bereits im Haushalt 2004 soll der Personalaufwand
nur noch 13,7 Prozent betragen, was ein europaweiter Spitzenwert im
öffentlich-rechtlichen Fernsehen wäre. Diese Maßnahme sein auf den
Rückgang der Werbeumsätze zurückzuführen. Dadurch verliert das ZDF
nach Angaben seines Intendanten bis Ende 2004 gut 150 Mio. Euro. Jedoch
gibt man sich optimistisch, dass die Talsohle erreicht wäre.
Erstmals in der Filmgeschichte wird ein Film weltweit zeitgleich
Premiere haben. "Matrix Revolution" startet am 5. November in
50 Ländern exakt in der gleichen Minute. Das Studio Warner Bros.
spricht hierbei selbstbewusst von der "Stunde Null". Die Idee
für den simultanen Kinostart ist eigentlich bereits ein Jahr alt. Es
sei schon darüber nachgedacht worden, den zweiten Teil des
Science-Fiction-Films so starten zu lassen. Doch die weltweite
Koordinierung sei zu aufwendig gewesen. Nun startet der Thriller mit
den Hollywood-Schauspielern Keanu Reeves, Laurence Fishburne und
Carrie-Ann Moss am 05.11.2003 um 6 Uhr morgens in Los Angeles, um 9 Uhr
in New York, um 14 Uhr in London, um 17 Uhr in Moskau und um 23 Uhr in
Tokio. In Deutschland ist es um 15 Uhr soweit. Mit dem weltweit
gleichzeitigen Start möchte Warner Bros. darüber hinaus der
Film-Piraterie den Wind aus den Segeln nehmen, da sie in den Ländern
am größten ist, die am längsten auf solche Blockbuster warten
müssen.
Der beliebte österreichische Schauspieler starb am 2. Oktober 85
jährig in einer Bonner Klinik. Bekannt wurde er unter anderem durch
Filme wie "Die Abenteuer des Grafen Bobby" (1961),
"Kaiserwalzer" (1953), "Kaisermanöver" (1954),
"Im weißen Rössl" (1963), "Kaiserjäger" (1956)
und "Die Deutschmeister" (1955).
Der Streit um die Neuausrichtung des Grazer Filmfestivals Diagonale
scheint zu eskalieren. Der Disput ist auf die Neubestellung der
Intendanz des Festivals zurückzuführen. Ende Juni wurden Miroljub
Vuckovic für die künstlerische Leitung und Tillmann Fuchs für die
kaufmännische Intendanz berufen. Auf Empörung stieß bei den
österreichischen Filmschaffenden vor allem der Alleingang des
Kunststaatssekretärs Franz Morak bei seiner Entscheidung für die neue
Intendanz. Filmemacher wie Michael Haneke, Barbara Albert, Ulrich Seidl
und Institutionen wie das Österreichische Filminstitut wollen die
kommende Diagonale aus diesem Grund boykottieren. Viennale-Leiter Hans
Hurch beabsichtigt sogar ein Gegenfestival zu initiieren. Die
Filmschaffenden sehen den erzwungenen Personalwechsel in Graz in
Zusammenhang mit der wiederholten Kritik des Festivals an der
rechtskonservativen Regierung in Wien.
Ab heute kann online für den Jameson People's Choice Award
abgestimmt werden. Gewählt werden jeweils zehn Kandidaten in den
Kategorien "Bester Regisseur", "Beste
Schauspielerin" und "Bester Schauspieler". In allen drei
Kategorien sind u.a. "Good Bye, Lenin!" und "Montags in
der Sonne" vertreten. Der Jameson People's Choice Award wird am 6.
Dezember im Rahmen der Verleihung des Europäischen Filmpreises in
Berlin vergeben.
Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der
Rundfunkanstalten (KEF) traf sich gestern mit den Intendanten von ARD
und ZDF. Die öffentlich - rechtlichen Sender zeigten sich dabei,
gegenüber dem Gebührenanstieg um monatlich 1,07 Euro, unzufrieden.
Die privaten Sender wiederum forderten ein Aussetzen, der Anpassung,
der Rundfunkgebühr. Für die nächste Periode kündigten die
öffentlich - rechtlichen Sendeanstalten einen Finanzbedarf an, so dass
nach Auslaufen des Gebührenstaatsvertrages, die Rundfunkgebühr von
derzeit 16,15 Euro auf 18,00 Euro angehoben werden soll. Die KEF schlug
ihrerseits einen Anstieg auf 17,22 Euro vor. Ungewiss ist jedoch die
Verteilung der erhöhten Gebühren, da die ARD gegenüber dem ZDF einen
Überschuss zum Jahresende 2004 angekündigt hat. Ob die Gebühren
allerdings wirklich zum 01. Januar 2005 erhöht werden ist noch völlig
unklar.
Im Rahmen der Viennale 2003 gewann Ulrich Seidls mit seinem Dokumentarfilm
"Jesus, du weißt" den Wiener Filmpreis . Eine besondere
Erwähnung der Jury erhielt Martin Bruch für seinen Dokumentarfilm
"Handbikemovie". Der FIPRESCI-Preis ging an "The Brown
Bunny" von Vincent Gallo. Eine besondere Erwähnung erzielte
"Depuis qu'otar est parti" von Julie Bertucelli. Der
Publikumspreis
wurde in diesem Jahr an Peter Solletts "Long Way Home"
verliehen. "Ana y los otros" von Celina Murga wurde als
bester lateinamerikanischer Film des Jahres 2003 ausgezeichnet.
Letzten Sonntag verstarb Elem Klimow im
Alter von 70 Jahren. Russland hat damit einen seiner bedeutendsten
Filmemachern verloren. Neben Andrej Tarkowskij feierte er in den 80er
Jahren große
Erfolge und wurde mit Filmen wie "Abschied von Matjora" (1983) auch im Westen bekannt. Klimow war 1933 in Stalingrad
geboren und begann zunächst mit Sozialsatiren und Komödien. Ersten
Erfolg hatte der Schüler von Michail Romm mit "Agonie", in welchem er kritisch
das Ende der
Zarendynastie der Romanows behandelte.
Der Film durfte zunächst nicht gezeigt werden und erschien erst Jahre
später mit wenigen zensierten Kopien in der Sowjetunion. Dennoch blieb
er standhaft kritisch. Ein weiterer, nun internationaler Erfolg war
"Komm und sieh" aus dem Jahre 1985, der sich mit den
Schrecken des zweiten Weltkrieges beschäftigt. Hier wird die
Geschichte eines Jungen erzählt, dessen Dorf in Weißrussland durch
deutsche Truppen ausgelöscht wird. Der Film brachte Klimow auch erste
große Anerkennung im eigenen Land. Mit Beginn des Falls der
Sowjetunion und den neuen Freiheiten für die Kultur wurde Elem Klimow
1986 der erste Sekretär des Verbandes der Filmschaffenden der UdSSR.
Der französische Fernseh-Produzentenverband USPA (Union syndicale
des producteurs audiovisuels) hat dem Kulturministerium Maßnahmen
vorgeschlagen, um der Produktionsbranche neue Impulse zu geben. Man
hofft auf eine Verdoppelung des Produktionsvolumens innerhalb der
nächsten fünf Jahre, falls die Fernsehabgabe zu Gunsten unabhängiger
Produzenten um 1,5 Punkte auf sieben Prozent steigen würde. Die Abgabe
soll dem CNC (Centre national de la cinématographie) nächstes Jahr
rund 138 Mio. Euro einbringen. Die TV-Produktionsbranche wird davon nur
21 Mio. davon erhalten. Der Rest entfällt auf die Kinobranche.
Weiterhin fordert die USPA die Einführung einer zweiten
Werbeunterbrechung bei der Ausstrahlung von Kinofilmen im TV und eine
Erhöhung der Fernsehgebühren bis 2008 jährlich um fünf Prozent.
Der Erfolgsfilm hat in England an den Kinokassen die 1,5 Millionen
Euro Marke überschritten. Dies war in den vergangenen 10 Jahren nur 7
europäischen, mit Untertitelung herausgebrachten Produktionen
gelungen. Seit dem 25. Juli läuft "Goodbye Lenin!" nun schon
in England und Irland und ist dort zu einem regelrechten Sommerhit
geworden.
Am Donnerstag wurde von dem Europäischen Gerichtshof entschieden,
dass RTL bei eigenproduzierten Fernsehfilmen nicht mehr so oft
Werbepausen einfügen dürfe. Damit wurde eine vorherige Entscheidung
der Niedersächsischen Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk
bestätigt. Das Urteil betrifft 90 Minuten lange RTL-Fernsehspiel-Produktionen
und soll den Verbraucher schützen. RTL hatte versucht die Spielfilme,
die unter den Titeln wie "Gefährliche Leidenschaften",
"Familienschicksale" und "Der große TV-Roman" als
"Reihe" zu zeigen. Dann wäre es theoretisch erlaubt gewesen,
Werbung in Abstand von 20 Minuten zu schalten. Als Reihe erkennt das
Gericht die TV-Movies jedoch nicht an. Von einer "Reihe" sei
nur dann auszugehen, wenn die Filme inhaltlich zusammenhängen würden.
So darf RTL gemäß den Regeln aus dem Rundfunkstaatsvertrag in diesen
Filmen nur ein bis zwei Werbeblöcke einbauen. Was gut für den
Verbraucher ist, ist schlecht für die Privatsender. Allerdings bemüht
man sich um eine Prüfung der bestehenden Fernsehrichtlinien und strebt
eine Liberalisierung des Marktes an.
Heute wurden im Rahmen der Medientage die Perspektiven der
Koproduktionen auf dem europäischen Markt diskutiert. Herausgehoben
wurde in dem Forum, an dem sich auch Constantin Vorstand Martin
Moszkowski beteiligte, dass zur Zeit eine rechtliche Unsicherheit
zwischen der Koproduktion und der Kofinanzierung besteht. Dies führt
im Ergebnis dazu, dass viele Projekte unter dem Deckmantel der
Koproduktion eher eine Kofinanzierung veranstalten. Faktisch gesehen
ist damit die Koproduktion für die heutige Zeit tot, so Produzent
Moszkowski. Bedenken wurden auch hinsichtlich der Abstimmung
geäußert. Angenommen den Fall, der Produzent würde sich tatsächlich
an die Leitlinien halten, so müsste er jede Kleinigkeit mit seinen
europäischen Partnern absprechen. Dies würde bei dem
Entscheidungsaufwand der heutigen Zeit den Rahmen sprengen, so
Moszkowski weiter. Letzten Endes kam die Runde zu dem Ergebnis, dass
zur Sicherung der Koproduktionen in jedem Fall die gesetzliche Klauseln
vereinfacht werden müssten. Erst wenn die Prozesse
"stromlinienförmig" verlaufen, können auch wieder mehr
Filme produziert werden.
Am Mittwoch wurden das 4. Mal die World Awards verliehen. Auch
dieses Mal lud der Präsident dieser Awards, Michael Gorbatschow die
Prominenz aus Film, Fernsehen, Musik und Wirtschaft ein und sie kamen
zahlreich nach Hamburg. Preisträger waren dieses Jahr u.a.
Schauspieler Michael Douglas, Magier Siegfried Fischbacher, Designer
Karl Lagerfeld, Schauspieler Christopher Reeve, Sportler Jan Ulrich und
die Band BeeGees. Das erste Mal fand die Verleihung dadurch dass sie in
der Musikhalle der Hansestadt veranstaltet wurde, außerhalb von
Österreich statt. Dort hatte sie 2000 eine PR-Agentur ins Leben
gerufen. Ausgezeichnet werden sollen diejenigen, die "unsere Welt
veränderten". Zu den bisherigen Preisträgern zählten u.a. Sir
Paul McCartney, Jeremy Irons, Luciano Pavarotti und Steven Spielberg.
Der Award wird vergeben in den Kategorien Schauspieler, Künstler,
Kunst, Unterhaltung, Mode, Zukunft, Gesundheit, Toleranz, Soziales
Engagement, Wirtschaft, Medien und "Men of the Year". So wie
auch die Idee des "World Men's Day", die ebenfalls von der
hier hinter der Bühne aktiven österreichischen PR-Agentur stammt,
honorieren die World Awards lediglich die Arbeit von Männern in den
beschriebenen breit und allgemein gefächerten Kategorien.
Das 46. DOK- Festival ist am vergangenen Sonntag mit einer guten
Bilanz zu ende gegangen. Insgesamt 18.700 Besucher schauten sich auch
dieses Jahr wieder begeistert die 363 Filme an, die das Filmfest bot.
Die durch eine internationale Jury, mit einer goldenen und silbernen
Taube geehrten Preisträger, konnten sich neben der Auszeichnung auch
über einen Geldbetrag in Höhe von 5000, 3000 bzw. 2000 Euro freuen.
In der Kategorie "Dokumentarfilm über 45min" waren die
glücklichen Gewinner: Rithy Panh (Frankreich) mit dem Film "S21 -
La machine de mort Khmer rouge" und Bengt Jägerskog (Schweden)
mit "Hugo och Rosa". Rithy Panh erhielt die goldene Taube, in
Verbindung mit 5000 Euro, für Ihren Film wegen Ihrer nicht
zurückschreckenden Darstellung des grausamen Völkermordes in
Kambodscha. Die silberne Taube und 3000 Euro erhielt Jägerskog für
die "liebevolle Beobachtung der Geschwister Hugo und Rosa".
Über Jahre hinweg hat der Regisseur die beiden Geschwister beim
Älterwerden begleitet und dokumentiert. Weiter in der Kategorie
"Dokumentarfilm bis 45min" erhielten Peå Holmquist
(Schweden) mit "Min Far - Inspektörn" und Róisín Loughrey
(Irland) mit "Fall Into Half-Angel" die goldene und silberne
Taube. Alle weiteren Preisgekürten können Sie auch auf der Seite des DOK
- Festivals nachlesen.
Als Protestreaktion auf das Screeners-Verbot will die Los Angeles
Film Critics Association ihre diesjährige Preisverleihung absagen. Der
Verzicht der Studios auf den Versand ihrer Oscar-Nominierten auf DVD
oder VHS an die Mitglieder der Academy, Gilden und Filmkritiker
behindere die Arbeit der Kritiker und beinträchtige die Integrität
und Fairness der Filmbewertung. Die Absage ihrer Preisverleihung,
welche wie die Gilde-Preise als Stimmungsbarometer für die
Oscar-Verleihung gelten, erschien der Präsidentin der Vereinigung Jean
Oppenheimer nun als geeignetes Mittel, um ihrem Protest Nachdruck zu
verleihen. Unterdessen ist bereits ein Kompromiss in der
Screeners-Frage in Aussicht: Speziell gekennzeichnete VHS-Kassetten,
die im Fall einer Raubkopie eine Rückverfolgung des Empfängers des
Tapes möglich machen sollen.
Er hat sich bei seinen Inszenierungen Aliens und Riesenechsen
gewidmet, nun aber widmet er sich dem vollem Gegenteil, ein überhaupt
nicht futuristisches Thema: der ägyptische Pharao Tutanchamun. Unter
dem Titel "Tut", will Emmerich gemeinsam mit "The Day
After Tommorow"-Produzent Mark Gordon ein romantisches
Action-Adventure produzieren. Der Name bietet sich schon deswegen an
weil der Pharao mit zahlreichen unterschiedlichen Namen bedacht wurde
(z.B. als Tutankhamen im englischsprachigen Raum). Die Story wird sich
um den jungen Tutanchamun drehen, der nach dem Tod seines Vaters um
Land und Thron kämpfen muss. Wer sich wann als Pharao durch den
heißen ägyptischen Wüstensand quälen soll, ist noch nicht
entschieden.
Der Streit um die Rundfunkgebühren geht in die nächste Runde. Der
Intendant des Südwestrundfunks, Peter Voß hat angekündigt, im Falle
einer Nullrunde, Entlassungen vornehmen zu müssen. Nach einem
Vorschlag der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der
Rundfunkanstalten (KEF) sollen die Gebühren Anfang 2005 um 1,07 Euro
auf 17,22 Euro im Monat steigen. Mehrere Bundesländer haben allerdings
bereits ihrer Widerstand angekündigt und verlangen eine Aussetzung der
Gebührenanpassung. Voß dagegen verwies auf den strikten Sparkurs, den
der SWR schon seit 1998 fahre. Bis 2005 werde der Sender rund 600
Planstellen abgebaut haben. Nicht fehlen darf in dieser Debatte der
bayerische Ministerpräsident. Dieser forderte, dass in Zeiten der
Finanzkrise auch die Rundfunkanstalten den Gürtel enger schallen
sollten.
Georges Lopez, Grundschullehrer aus Frankreichs Dokumentarfilm
"Sein und Haben - Être et avoir", hat Klage gegen die Macher
des Films eingereicht. Er fordert Schadenersatz wegen Diebstahl
geistigen Eigentums und Verletzung des Rechts am eigenen Bild. Bereits
am Tag der Premiere im August 2002 forderte Lopez erstmals Lohn für
seine (freiwillige) Mitwirkung an der Promo-Tour des Films. Die
Produzenten lenkten ein und boten ihm 37.500 Euro. Lopez lehnte jedoch
ab und verlangt nun insgesamt 311.000 Euro. Filmemacher Nicolas
Philibert zeigte sich erschüttert über die neueste Entwicklung.
"Ich frage mich, wo der Mensch geblieben ist, den ich in meinem
Film gezeigt habe." Falls das Gericht Lopez Recht gibt, könnte
dies verheerende Folgen für künftige Dokumentarfilmprojekte haben.
Bestünde dann doch die Gefahr, dass in Dokumentarfilmen porträtierte
Personen im Nachhinein Ansprüche geltend machen, die die in der Regel
mit kleinsten Budgets arbeitenden Dokumentarfilmproduzenten in den Ruin
treiben könnten.
In Zusammenhang mit der Kirch-Insolvenz hat die Staatsanwaltschaft
München gestern mehrere Objekte in Deutschland und der Schweiz
untersucht. Insgesamt seien 13 Objekte an drei Orten und eine größere
Zahl Beschuldigter von der Aktion betroffen gewesen. Unter anderem
wurden Büros und die Privatwohnung des langjährigen Kirch-Anwalts
Joachim Theye in Zürich und St. Moritz sowie eine auf Leo Kirchs
Ehefrau Ruth registrierte Wohnung in dem Schweizer Wintersportort
untersucht Hintergrund sei der Verdacht auf Untreue und
Bankrottstraftaten. Die Ermittlungen konzentrierten sich unter anderem
auf zwei Beraterverträge in der Größenordnung von insgesamt acht
Millionen Euro, ebenso auf mehrere gegen das Aktiengesetz verstoßende
Darlehensvergaben mit einem Mindestschaden von gegenwärtig 50
Millionen Euro. Beteiligt waren 6 Staatsanwälte und rund 30
Kriminalbeamte. Die Kirch Media war nach Angaben eines
Unternehmenssprechers nicht in die Durchsuchungen einbezogen. Die
Staatsanwaltschaft wollte erst nach Auswertung der umfangreichen
Beweismittel nähere Informationen geben. Dies werde wegen der
Komplexität der Gesellschafterverhältnisse erfahrungsgemäß einige
Monate in Anspruch nehmen.
Heute in Leipzig eröffnet zum 46. mal das DOK-Festival, Teilnehmern
aus aller Welt, die Kinosäle. An fünf Tagen werden in neun Kinos die
Filme derer vorgeführt, die es schafften Ihre Filme bis zur
Einreichfrist anzumelden. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!
Sowie bei dem kurdischen Regisseur Bahman Ghobadi geschehen, der mit
"Der Krieg ist vorbei..." doch noch seine Dokumentation
über das Leben im Irak einbringen konnte. Im Laufe des Festivals wird
eine internationale Jury deren Mitglieder aus Deutschland, Österreich,
Bulgarien, Russland und Frankreich kommen, aus den zahlreichen
Bewerbern, die besten Filme mit der silbernen und goldenen Taube ehren.
Neben Berühmtheiten werden auch dieses Jahr wieder mehr als 20.000
Gäste erwartet.
Die Filmemacher Fatih Akin, bekannt für Filme wie "Solino"
und "Im Juli", und Andreas Thiel ("Aus heiterem
Himmel", TV-Serie) haben in Hamburg die Firma Corazón
International gegründet. Das erste Projekt der Produktionsfirma war
der Akin-Film "Gegen die Wand". Aktuell ist die
Musik-Dokumentation "Crossing the Bridge" geplant, an der
Corazón International mit intervista digital media GmbH
zusammenarbeitet. Sie handelt von der Entwicklung orientalischer und
okzidentaler Musik. Außerdem entwickelt die Firma derzeit das Drehbuch
"Nichts geht mehr" von Speedy Deftereos unter Mitarbeit von
Fatih Akin. Die Geschichte, die sich auf dem Hamburger Kiez abspielt,
soll Moritz Bleibtreus erste Regiearbeit werden.
EAVE (European Audiovisual Entrepreneurs) bietet einen einjährigen
Ausbildungszyklus für unabhängige und bereits erfahrene Produzenten
an. Innerhalb der Ausbildung werden in drei zeitlich gestaffelten
Workshops in verschiedenen europäischen Städten die Aspekte einer
Filmproduktion, von der Entwicklung eines Projekts über Marketing und
Finanzierung bis zum Verkauf, behandelt. Die Teilnehmerzahl ist auf 50
begrenzt. EAVE spricht Filmproduzenten, Fernsehredakteure, Autoren und
Regisseure an. Anmeldeschluss ist der 1. November. Informationen unter www.eave.org.
Dieses Jahr schickt die Schweiz keinen Beitrag nach Hollywood für
die Oscar-Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film. Es gab dieses
Jahr nur drei Anmeldungen, sagte die zuständige Stelle im
Innenministerium in Bern. "Mein Name ist Bach" von Dominique
de Rivaz, eine deutsch-schweizerische Koproduktion, sei nicht in Frage
gekommen, da der Film erst nächstes Jahr in die Schweizer Kinos komme.
Die zwei anderen Produktionen "Au sud des nuages" von
Jean-François Amiguet, der einzige Schweizer Wettbewerbsbeitrag auf
dem Filmfestival in Locarno, und "On dirait le sud" von
Vincent Pluss, der Gewinner des Schweizer Filmpreises 2003, seien
"zu klein" für den US-Markt. In den letzten Jahren hatte die
Schweiz jeweils mit einer eigenen Bewerbung ihr Glück in Hollywood
versucht, jedoch hat keiner der eingereichten Filme die
Nominierungshürde geschafft. 1991 hatte der Film "Reise der
Hoffnung" von Xavier Kollerr überhaupt den Auslands-Oscar
gewonnen.
Die Rundfunkgebühren sollen nach einem Vorschlag der zuständigen
Kommission der Länder von 2005 an um 1,07 Euro auf 17,22 Euro steigen.
Die Empfehlung ist in einem Zwischenbericht enthalten, den die
Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF)
an die Ministerpräsidenten und Intendanten geschickt hat. Während der
Verband der Privatsender die vorgeschlagene Anhebung als überhöht
ablehnte, kritisierte die ARD die empfohlene Erhöhung als zu gering.
Nach Darstellung des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation
(VPRT) bedeutet die Anhebung um 1,07 Euro eine Steigerung um über
sechs Prozent. Dadurch würde sich "die bereits bestehende
Schieflage des Systems zu Lasten des privaten Rundfunks dramatisch
weiter verschärfen", so VPRT-Präsident Jürgen Doetz. Dem
Vorschlag der zuständigen Kommission müssen nun allerdings noch die
Landesparlamente zustimmen. Bayern und Nordrhein-Westfalen haben
bereits Widerstand angekündigt.
Der aus Chile stammende Regiestar des französischen Kinos, Raoul
Ruiz, wird mit dem "Master of Cinema"-Award des 52.
Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg geehrt. Ausgewählt
wurde er für die von ihm immer wieder dargestellte ästhetisch
glaubhafte Synthese von lateinamerikanischer Opulenz, Surrealismus,
kinematographischer Moderne und literarischer Tradition, begründeten
die Veranstalter ihre Wahl. Ruiz erhält den Preis bei einer Gala am
22. November in Mannheim. Er ist in Deutschland vor allem durch die
Proust -Verfilmung "Die wiedergefundene Zeit" (1999) bekannt.
Als Höhepunkt des Festivals wird eine Reihe mit sieben, von Ruiz
ausgewählten Filmen gezeigt. Die Auszeichnung "Master of
Cinema" verleiht das Filmfestival jährlich herausragenden
Regisseuren des internationalen Autorenfilms. Zuletzt wurden u.a. Theo
Angelopoulos, Otar Iosseliani und Zhang Yimou ausgezeichnet.
Beim Treffen der führenden Köpfe der Filmstudios letzten Mittwoch
in New York war ein Hauptthema das Verbot von Ansichts-Videos. Im Zuge
der verschärften Anti-Piracy-Kampagne der Studios hatte die MPAA
(Motion Pictures Association of America) auf Vorschlag von Jack Valenti
ein Verbot für Erstellung und Weitergabe von Videos ausgesprochen, die
sonst zu PR-Zwecken an Filmverleiher und Presse weitergegeben wurden.
Diese würden nach Angaben von MPAA häufig als Quellmaterial für
illegale Kopien verwendet werden. Da diese Ansichts-Videos aber
letztendlich auch gebraucht werden, um in die Auswahl für eine
Oskar-Nominierung zu gelangen, waren die Beschwerden insbesondere von
den Independent-Filmern heftig. Sie beschlossen bei einem eigenen
Treffen am Mittwoch Nachmittag die Forderung gegenüber der MPAA das
Verbot dahin gehend zu lockern, dass Ansichts-Videos dann möglich sein
sollen, wenn die VHS oder DVD-Kopien Wasserzeichen und eine
Seriennummerierung enthalten. Bei Mißbrauch sollten so die Übeltäter
ermittelbar werden. Zudem wiesen die Independent-Filmer darauf hin,
dass man mehr gegen die eigentlichen Täter der
Urheberrechtsverletzungen unternehmen solle, die sehr häufig in den
großen Kopierwerken sitzen würden, wo der eigentliche Schaden
angerichtet werde.
General Electric (GE) stand bisher für handfesten Produkte, wie
Generatoren, Glühbirnen und Kühlschränke, doch jetzt will der nach
Börsenwert weltweit größte Konzern auch im Filmgeschäft den Ton
angeben. Die exklusiven Verhandlungen der GE-Tochter NBC mit Vivendi
Universal Entertainment sollen heute abgeschlossen werden. Für 3,8
Mrd. $ in bar und Aktien wechselt dann der Entertainment-Bereich des
französischen Konzerns für insgesamt 14 Mrd. $ den Besitzer, da
Immelt, der neue GE-Chef den Industrie- und Finanzriesen in einen
Hauptdarsteller des digitalen Informationszeitalters umwandeln will.
Außerdem liefen einige Bereiche von GE, wie Flugzeugturbinen und
Versicherungen, in der Konjunkturflaute schlecht, deswegen schaue man
sich nach neuen Unternehmensfeldern um. Die Fusion hätte für NBC den
großen Vorteil, künftig in eigenen Studios produzieren und somit
derzeitig erfolgreiche Universal-Serien wie "Law and Order"
und die 5000 Filme und 32 000 Episoden von TV-Serien umfassende
Universal-Bibliothek an sich binden zu können. Eine wahre Goldgrube im
DVD-Zeitalter. Der dann weltweit sechstgrößte Medienkonzern NBC
Universal soll zu 80 % GE und zu 20 % Vivendi gehören. Doch viele
kritische Stimmen werden laut, die ein zu hohes Risiko in der
Filmbranche mit teuren Flops sehen. Immelt solle erst einmal die
Ergebnisse der bestehenden Konzernfelder verbessern, meine viele.
Ein führender Bollywood Produzent, Bharat Shah, wurde für schuldig
befunden, Informationen über die Verbindung der Filmindustrie mit der
Mafia zurückzuhalten. Richter Bhangale entschied, dass Shah gewusst
hätte, dass sein Film vom organisierten Verbrechen finanziert wurde,
aber nicht die Polizei davon in Kenntnis setzte. Seine Verhaftung
folgte einer Untersuchung über seinen Film "Chori Chori Chupke
Chupke", von dem Shah behauptete ihn aus seinen eigenen Ressourcen
finanziert zu haben. Die Polizei benutzte zwei Audiotapes, mit
Telefongesprächen zwischen ihm und dem Unterweltboss Chotta Shakeel,
als Beweis gegen ihn. Ob er aber selbst direkt mit der Mafia in
Verbindung steht, wird am Mittwoch in einem neuen Verfahren
entschieden. Filmemachen wird allgemein in Indien als hohes Risiko
angesehen, da der Großteil der Filme es nicht schafft, seine Kosten an
den Kinokassen wieder einzuspielen. Viele Filme werden deshalb
verdächtigt von der Unterwelt mitfinanziert zu werden.
Beim 51. Internationalen Filmfestival von San Sebastian, wurde zum
erstem Mal in der Geschichte des Festivals der Hauptpreis, die GOLDENE
MUSCHEL (CONCHA), einem deutschen Film verliehen. Ausgezeichnet wurde
"Schussangst" von Dito Tsintsadze. Es ist die Geschichte des
jungen Wehrdienstverweigerers Lukas, gespielt von Florian Hinrichs, der
sich in die Frau seines Lehrers (Lavinia Wilson) verliebt. Außerdem
wurde der deutsch-schweizer Beitrag "Wenn der Richtige
kommt", unter der Regie von Steffen Hillebrand und Oliver Paulus,
mit einer lobenden Erwähnung der Internationalen Jury ausgezeichnet.
Der Film handelt von der einfachen Putzfrau Paula, die sich in einen türkischen
Wachmann verliebt und ihm bis in die Türkei folgt.
Kaum zu glauben. Nach Angaben der Filmzeitung seien in den letzten
fünf Jahren satte 12 Milliarden Dollar in amerikanische Filme
investiert worden. Keine Frage, dass deutsche Projekte auf der Stecke
bleiben und sich durchgehend US - Blockbuster in der vorderen Reihen
der Kinorangliste tummeln. Erfolgsstreifen wie "Der Schuh des
Manitu" bleiben da eher die Ausnahme. Abhilfe könnte eine
Regelung aus dem Finanzministerium schaffen, die es auch hierzulande
möglich macht, dass ein gewisser Anteil der Medienfonds im eigenen
Land investiert werden muss. Bei einem Anteil von nur 10 % hätten das
immerhin 1,2 Milliarden Dollar für die deutsche Filmlandschaft in den
letzten fünf Jahren bedeutet. Wirklich immun gegen Hollywood-Streifen
scheinen bislang jedoch nur die Franzosen zu sein, in deren Kinos
einfach nur eine begrenzte Zahl ausländischer Produktionen gezeigt
werden darf. Der Rest gilt ausschließlich dem französischen Film.
Bei der Vergabe des Deutschen Fernsehpreises am Samstagabend in
Köln ist RTL als großer Sieger hervorgegangen. Dabei wurde auch Gala
Moderator Günther Jauch erstmals mit dem Publikumspreis belohnt. Der
Kölner Privatsender RTL schnitt bei der Verleihung in 26 Kategorien
mit neun Preisen am besten ab. Die ARD bekam sechs, SAT.1 und das ZDF
jeweils drei, ProSieben zwei Preise und der Norddeutsche Rundfunk
(NDR), der Westdeutsche Rundfunk (WDR), der Südwestrundfunk (SWR) und
Premiere jeweils eine Auszeichnung. Mit dem Deutschen Fernsehpreis ist
als bester Fernsehfilm des Jahres der ZDF-Krimi "Unter Verdacht -
Eine Landpartie" mit Senta Berger in der Hauptrolle ausgezeichnet
worden. Beste Schauspieler wurden Edgar Selge in der Rolle des
einarmigen Kommissars in der ARD-Krimireihe "Polizeiruf 110"
und Ulrike Krumbiegel in dem SWR-Film "Geschlecht: weiblich."
Rudi Carrell erhielt den Ehrenpreis der Stifter RTL, Sat1, ARD und ZDF.
Gestern wurde im Rahmen des Filmfests Hamburg der Douglas Sirk-Preis
an Isabelle Huppert verliehen. "Isabelle Huppert hat im Laufe
ihrer Karriere schon viele Preise erhalten, manche davon zweimal, wie
den Coppa Volpi in Venedig. Jetzt folgt als logische Steigerung der
Doulgas Sirk-Preis, denn mit dieser Auszeichnung ehrt das Filmfest
Hamburg jedes Jahr eine Persönlichkeit, die sich besondere Verdienste
um die Filmkultur erworben hat", so Laudator und
Tagesthemensprecher Ulrich Wickert. Die Verleihung erfolgte durch durch
Kultursenatorin Dana Horakowa im Literaturhaus Hamburg. Unter den rund
einhundert geladenen Gästen waren u.a. Gyula Trebitsch, Hark Bohm
sowie viele Hamburger Filmemacher.
Im Rahmen des Wortfestivals in Lippstadt wurde der Synchronsprecherpreis
zum zweiten Mal verliehen. Arne Elsholtz erhielt diesen mit 2500 Euro
dotierten Preis im Cineplex in Lippstadt. Elsholtz hat seine Stimme
u.a. Top-Stars wie Tom Hanks, Kevin Kline und Harvey Keitel geliehen.
Der Gewinner des 1. Synchronsprecherpreises, Rolf Schult, der Anthony
Hopkins und Robert Redford synchronisiert hat, hatte Elsholtz zu seinem
Nachfolger bestimmt.
Nordrhein-Westfalen hat aus finanziellen Gründen seine landeseigene
Mediengesellschaft NRW Medien GmbH dicht gemacht. Durch Finanzkrise der
Kommunen und Länder seien Finanzmittel für eine solche
Mediengesellschaft nicht mehr verfügbar, so Medien-Staatssekretärin
Miriam Meckel (SPD), so dass der Haushalt 2004/2005 im Medienbereich
entsprechend gekürzt wurde. Der Jahresetat der Düsseldorfer NRW
Medien GmbH belief sich zuletzt auf 6,5 Mill. Euro. Die NRW Medien
geriet in der Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen, da sie
mit angeblicher Ineffizienz und Vetternwirtschaft in Verbindung
gebracht wurde. Ursprünglich gründete der damalige
NRW-Ministerpräsidenten Wolfgang Clement (SPD) die Mediengesellschaft,
um den Ausbau der Medienbranche an Rhein und Ruhr voranzutreiben.
Gegen den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und gegen den
Medienunternehmer Leo Kirch hat die Berliner Staatsanwaltschaft ein
Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gegenstand ist ein Beratervertrag in
welchem Kirchs Firma Taurus GmbH der Politikberatungsfirma P & S
von Kohls Sohn jährlich 600.000 DM gibt. Dafür hätte sich Kohl mit
Kirch für mindestens 12 persönliche Beratungsgespräche treffen
müssen. Der Vertrag lief von 1999 bis Frühjahr 2002, damit zu einer Zeit da der
Altkanzler nur noch einfacher Bundestagsabgeordneter war. Es drängt
sich, so die Meinung bei der einstigen politischen Opposition zu
Kanzler Kohl, den Grünen, der Verdacht auf, dass dieser
Beratungsvertrag nur pro forma geschlossen worden sei und es vielmehr
so sein könnte, dass Kohl nachträglich "geschmiert" worden
sei. Für diesen Korruptionsverdacht spricht auch der Umstand, dass
sich keine näheren vertraglichen Bestimmungen oder sonstige
Aufzeichnungen finden über den genauen Inhalt, Ziele oder Bedingungen
der Beratungsgespräche. Es hätte wohl gereicht, hätte ein
"Kaffeetrinken und Klönschnack über die politische Lage"
stattgefunden, so der Hamburger Experte für Arbeitsverträge Jens
Gäbert. Die Ermittlungsbehörden ermitteln zunächst nur wegen
uneidlicher Falschaussage, da Kohl vor dem
Spenden-Untersuchungsausschuss des Bundestages nichts von dem
Beratervertrag und den Zahlungen gesagt hatte. Auch könnte Kirch einer
jener anonymen Kohl-Spender gewesen sein. Ins Rollen kam das
neue Verfahren erst durch die Anzeige einer Privatperson.
Zum 55. Mal wurden von der Amerikanischen Fernsehakademie in 91
verschiedenen Kategorien die beliebten Emmys verliehen. Zu den Siegern
des Abends gehörte u.a. die Mafia-Serie "Sopranos", die für
das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus wurden die
Schauspieler Joe Pantoliano als bester Nebendarsteller sowie Edie Falco
und James Gandolfini als beste Hauptdarstellerin und Hauptdarsteller
ausgezeichnet. Die Mafia-Serie "Sopranos" musste sich jedoch
in zwei Top-Kategorien gegen den jahrelangen Konkurrenten "West
Wing" geschlagen geben: für bestes Drama und beste Regie nahm die
Polit-Serie rund um das Weiße Haus zwei Emmys mit nach Hause. Die
Sendung war insgesamt 15 Mal nominiert gewesen, die "Sopranos"
dagegen nur 13 Mal. Die Familienkomödie "Alle lieben
Raymond" wurden in der Top-Kategorie für die beste Comedy-Serie
ausgezeichnet. In der Kategorie Talk Show setzte sich
überraschenderweise "The Daily Show" mit zwei Emmys gegen
den alteingesessenen Moderator David Letterman durch, der zuvor fünf
Jahre in Folge diese Kategorie angeführt hatte. Der Komiker und
Schauspieler Bill Cosby erhielt darüber hinaus den "Bob Hope
Humanitarian Award" für sein Lebenswerk.
Die Schauspielerin wurde am Donnerstag, den 18. 9. beim Dreh einer
Szene zu der Bavaria-Produktion ohnmächtig aus der Saalach gerettet
und in ein Krankenhaus in Bad Reichenhall eingeliefert. Sie sei von
einem Wasserstrudel in die Tiefe gezogen worden, außer ihr wurde auch
ein Stuntman verletzt. Eine Katze sei bei dem Unfall ertrunken. Wie die
Produktion mitteilte, gehe es Corinna Harfouch inzwischen wieder
besser.
Nach John Huston (1956) und Franc Roddam (1998), versucht sich nun
auch Brian Helgeland Regisseur von "A Knight's Tale" und
"The Order" an der Verfilmung von Melvilles weltbekannten
Roman "Moby Dick". Mit dem australischen Schauspieler Heath
Ledger will Helgeland sein Script, in Ihrer nun schon dritten
Zusammenarbeit verfilmen. Auf die Jagt nach dem weißen Wal sollen sich
neben Heath Ledger unter anderem auch Shannyn Sossamon und Paul Bettany
begeben.
Eine von der Export-Union des Deutschen Films berufene Fachjury hat
beschlossen, den diesjährigen deutschen Kassenschlager als besten
nicht englischsprachigen Film für den Oscar ins Rennen zu schicken.
"Wolfgang Becker gelingt es, ein brisantes Thema der deutschen
Nachkriegsgeschichte von historischer Dimension mit Leichtigkeit und
großer Emotionalität in eine moderne Filmsprache umzusetzen", so
die Jury zu ihrer Entscheidung. In diesem Sinne setzt sich die
Erfolgsstory des Ostalgiestreifens von Wolfgang Becker unentwegt fort.
GOOD BYE, LENIN! wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen
Preisen ausgezeichnet, darunter mit neun "Lolas" beim
Deutschen Filmpreis 2003, sowie dem "Blauen Engel" als bester
europäischer Film. Die Komödie wird insgesamt in 65 Ländern gezeigt
und hat in Deutschland bisher über 6,2 Millionen Besucher angelockt.
Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman will seinen Film
"Saraband" wie erwartet nicht für das Kino freigeben. Der
Grund ist die aus seiner Sicht unerwartet schlechte Qualität des auf
HDTV gedrehten Materials. Die Premiere zieht der 85 jährige Regisseur
aus diesem Grund im schwedischen Fernsehen vor. Die Aufführung auf
Festivals lehnte er ab. Bleibt nur die Frage ob es nach so namhafter
Kritik das Ende für HDTV bedeutet?
17.09.03
Good Bye, Lenin!
Traumhafter Start in Frankreich
Am vergangenen Wochenende startete der in Deutschland sehr
erfolgreiche und vielfach ausgezeichnete Film "Good Bye,
Lenin!" nun auch in den französischen Kinos. Wie von der
Filmstiftung NRW berichtet wird ließen sich nach der Premiere allein
am Ersten Tag fast 25.000 Besucher von Wolfgang Beckers Komödie
begeistern. Der französische Filmverleih Océan Film der den Film in
die Kinos brachte erhöhte die Anzahl der Kopien bereits auf
einhundertzehn Exemplare. Positive Resonanz erhielt "Good Bye,
Lenin!" nicht zuletzt von der örtlichen Presse.
Auf dem Filmfestival in Toronto erhielt Takeshi Kitano, dessen Werk
"Zatoichi" bereits in Venedig als Wettbewerbsbeitrag
vorgeführt wurde, den Publikumspreis. Die nachfolgenden Plätze des
People's Choice Award's wurden durch die beiden Dokus "Go Further"
und "The Corporation" besetzt. Weitere Auszeichnungen gingen
an "Rhinoceros Eyes" (Discovery Award), "Love, Sex and
Eating Bones" (City-TV Award) und "November" (Fipresci
Award). Denys Arcand durfte sein Werk "Die Invasion der
Barbaren" nicht nur als Eröffnungsfilm, sondern zugleich auch als
besten kanadischen Film des Festivals feiern.
Der Schauspieler wurde in Pittsburg wegen des Betriebs eines
Internet-Versandhandels für Drogen zu neun Monaten Haft verurteilt.
Seit 2001 hatte er mit seinem Web-Angebot "Nice Dreams" 1,6
Millionen US Dollar verdient. Der 65 jährige gab zu ein
Marihuana-Problem zu haben, versprach aber, es durch Hobbies wie
Salsa-Tanz überwinden zu wollen. In seinen Filmen spielte er vorrangig
drogenbenebelte Figuren, ein Rollenfach, welches ihn offensichtlich bis
in sein Privatleben begleitete.
Insgesamt 43 Filme wurden für den diesjährigen "Europäischen
Filmpreis" nominiert, darunter allein sechs deutsche Produktionen.
Anfang November entscheiden dann 1600 Mitglieder der European Film
Academy, ob Filme wie "Das Wunder von Bern ", "Good Bye,
Lenin!", "Lichter", "Mein letzter Film",
"Rosenstraße " oder "Solino" auf der Liste der
glücklichen Gewinner erscheinen werden. Am 6. Dezember werden
schließlich die Preise im Rahmen einer Gala in der Arena in
Berlin-Treptow vergeben. Siehe
Nominierungen
Der TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 Media AG hat sich nach zähen
Verhandlungen von der Nachrichtenagentur ddp getrennt. Die Agentur
brachte dem TV-Konzern in der Vergangenheit große Verluste und gehört
nach Aussagen des Vorstandes nicht mehr zum Kerngeschäft des
Medienkonzerns. Jetzt übernimmt die SFG Beteiligungs-GmbH 100 % der
ddp- Anteile. ddp ist die zweitgrößte deutsche Nachrichtenagentur.
Marktführer ist mit weitem Abstand die Deutsche Presse-Agentur (dpa)
aus Hamburg. Ursprünglich übernahm der jetzige Premierechef Georg
Kofler 1998 die Nachrichtenagentur, um den Aufbau eines umfassenden
Medienkonzerns voranzutreiben und die Gründung des Nachrichtenkanals N
24 vorzubereiten.
In Berlin wurde die
„Deutsche Filmakademie" von ihren Gründungsmitgliedern, darunter
Bernd Eichinger, Katharina Thalbach und Jürgen Vogel, vorgestellt. Die
Organisation soll nicht nur den deutschen und europäischen
Filmnachwuchs fördern, sondern ab 2005 auch über die Vergabe des
Deutschen Filmpreises entscheiden, was bislang in den Händen von
Kulturstaatsministerin Christina Weiss lag. Zur Finanzierung der
Akademie sollen Mitgliedsbeiträge und Sponsorengelder dienen. Auf der
Mitgliederliste stehen bislang 100 Promis aus Film und Fernsehen,
darunter Til Schweiger, Corinna Harfouch und Sönke Wortmann. Das
Präsidentenamt übernehmen Schauspielerin Senta Berger und Produzent
Günter Rohrbach.
Deutschlands umstrittenste Regisseurin ist in der Nacht des
8.September 101 jährig in Pöcking am Starnberger See verstorben.
Insbesondere ihre für die Nazi-Propaganda hergestellten Filme
"Triumph des Willens" und der Film über die Olympiade 1936
haben die Kritik an ihrer damaligen Grundhaltung nie verstummen lassen.
Die optischen Finessen dieser Filme dienten mit hoher gestalterischer
Kraft einem verbrecherischen Regime. Riefenstahl wies Zeit ihres Lebens
diese Kritik von sich und verbarg sich hinter rein künstlerischen
Beweggründen.
Der britische Steifen "This is not a Love Song" sollte als
erste Produktion eine Internet-Premiere feiern und damit ein
Meilenstein in der Filmgeschichte setzen. Wäre alles nach Plan
verlaufen, könnte man nun seit Freitagabend für rund drei britische
Pfund das neue Werk herunterladen. Könnte man. Leider erscheint bei
jeglichem Versuch, den Film aufzurufen, die Nachricht "this is not
working". Filmbegeisterte müssen jetzt wohl doch eine
Kinovorführung besuchen. Über die Ursachen des technischen Problems
machen die Anbieter keine genauen Angaben. Man hoffe, dass die Leitung
"in den nächsten Tagen" wieder zur Verfügung stehe.
Fünf Monate nach seiner Auszeichnung mit dem Academy Award, darf
Roman Polanski nun endlich die Trophäe in seinen Händen halten. Der
in Frankreich lebende Regisseur konnte an der Oscarverleihung nicht
teilnehmen, da ihm seit 1977 ein US-Verfahren wegen eines
Sittlichkeitsdeliktes mit einer Minderjährigen droht. Harrison Ford
nutzte die Gelegenheit auf dem Filmfestival im französischen Deauville,
um dem 70-jährigen Filmemacher sein Oscar nun endlich zu überreichen.
Der Goldene Löwe ging an den Debütfilm "Vosvrascenje" (The
Return) von Andrey Zvyagintsev, eine klassisch erzählte
"Vatermord" Tragödie mit biblischer Symbolik. Besonders
tragisch an dem Projekt ist, dass der 15-jährige Hauptdarsteller
Vladimir Girin kurz nach den Dreharbeiten in jenem See ertrunken ist,
an welchem viele Szenen des Films gedreht worden sind. Der Silberne
Löwe wurde dem Film "The Kite" von Randa Chahal Sabbag aus
dem Libanon zuerkannt und der Japaner Takeshi Kitano erhielt für
"Zatoichi" die Auszeichnung als bester Regisseur. Besonders
erfreulich für den deutschen Film: Katja Rieman erhielt den "Coppa
Volpi" für die Rolle der Lena in "Rosenstrasse" und
"Schultze gets the Blues" von Michael Schorr erhielt im
Nebenwettbewerb "Controcorrente" den Regiepreis.
Am Mittwoch gelang es den Ermittlungsbehörden einen großen Schlag
gegen die Internetpiraterie auszuführen. In Frankfurt am Main wurde
einer der wohl weltweit größten illegalen Internet-Download-Server
entdeckt und stillgelegt. Er wurde von 16 sog. Release-Groups
unterhalten, die auf dem
„Unreality" genannten Server Erstveröffentlichungen von
Raubkopien speicherten. Zu diesen zählten insbesondere Spiele,
Programme und insbesondere auch Kinofilme. Von diesem Server aus, der
nur 400 Usern den Zugriff gestattete, würden die Software und
Mediendateien dann offen ins Internet gegeben werden. Für den Erfolg
der Behörden verantwortlich ist die Gesellschaft zur Verfolgung von
Urheberrechtsverletzungen (GVU) die zuvor fünf Monate ermittelt hatte.
18 Jahre lang spielte sie die Rolle der Berta Griese aus der
ARD-Fernsehserie
„Lindenstrasse". Völlig unerwartet ist Ute Mora nun im Alter von
58 Jahren aus noch unbekannten Grund verstorben. Nach Angaben einer
Pressesprecherin habe man der Schauspielerin keine etwaige Erkrankung
angemerkt, sie sei für kommende Dreharbeiten auch noch fest eingeplant
gewesen. Mora begann ihre Ausbildung am Schauspielstudio Düsseldorf
und spielte mehr als 40 Jahre an verschiedenen Theaterbühnen in
Deutschland und der Schweiz. Daneben war sie in zahlreichen Hörspielen
und Rundfunk-Features zu hören.
Übersichtlicher, bildlicher, attraktiver. Das Movie-College hat
für Sie die Neue-Seiten-Übersicht neu gestaltet. Wer in unseren neuen
Artikeln schmökern möchte, findet unter folgendem Link eine
interessante und amüsante Auflistung.
Siehe Neue Seiten
(Quelle: Movie-College) 04.09.03
Neuer Mediengigant
NBC und Vivendi im Gespräch
Der französisch-amerikanische Konzern Vivendi Universal liegt in
neuen Händen. Das US-Unternehmen General Electric (GE) und sein
TV-Sender NBC unterzeichneten am Dienstag eine Absichtserklärung für
den Zusammenschluss mit der Vivendi-Sparte, was die Entstehung des
sechstgrößten Medienkonzerns bedeuten würde. Vivendi erwartet sich
durch den Verkauf der US-Sparte ein Ablösegeld von 14 Mrd. Dollar,
womit das Ziel erreicht wäre, bis Ende 2004 Vermögenswerte im Volumen
von insgesamt 16 Mrd. Euro zu verkaufen.
Hollywoods Filmstar Charles Bronson ist im Alter von 81 Jahren
verstorben. Die Schauspielgröße aus Filmen wie
„The Magnificent Seven" oder
„the Death Wish" erlag vergangenen Samstag einer
Lungenentzündung. Bronson wurde 1921 in Pennsylvania geboren und
begann seine Karriere als Arbeiter eines Kohlebergwerks. Nach seinem
Militärdienst während des 2.Weltkriegs studierte er schließlich
Schauspiel in Kalifornien. Berühmt wurde er durch Filme wie
„The Great Escape",
„The Dirty Dozen", oder dem mehrteiligen Streifen
„Death Wish".
Am 03. Oktober startet in Mannheim das 18. Filmsymposium. An drei
Tagen führen Kameraleute, Regisseure und Filmtheoretiker Diskussionen
und Vorträge zu dem Thema Filmproduktion, Filmrezeption. Unter dem
Motto "Wahrnehmen und Gestalten" wird das diesjährige
"Symposium" stattfinden, in dessen Verlauf Mischka Popp und
Thomas Bergmann die Filme "Film" und "Augenlied"
von Alan Schneider vorstellen werden. Wer dem Event beiwohnen möchte,
sollte sich zur angegebenen Zeit ins "Cinema Quadrat"
begeben, welches nebenbei auch Mitveranstalter ist.
Am gestrigen Sonntag verstarb der Bühnen- und Filmregisseur Elia
Kazan im Alter von 94 Jahren in seiner Wohnung in Manhatten. Als
Mitbegründer des Actors Studios half er Ende der 40er und Anfang der
50er die Schauspielkunst zu revolutionieren. Bekannt war der
türkischstämmige Filmemacher für seine Filme "Endstation
Sehnsucht" (1950), "Die Faust im Nacken"(1954),
"Jenseits von Eden" (1954) und "Träume zerrinnen wie
Sand" (1961), durch die auch von ihm geförderte junge
Schauspieltalente, wie Marlon Brando, James Dean und Warren Beatty,
berühmt wurden. Weitere wichtige Filme waren "Viva Zapata",
"Baby Doll", "Das Gesicht in der Menge" und
"Wilder Strom". Seine wichtigste Schaffensphase waren die
50er Jahre, aber auch danach schuf er noch v.a. persönliche Filme wie
das autobiographische Werk "America, America", in dem er sich
mit griechischen Einwanderern auseinander setzt. "Die
Besucher" war 1972 einer der ersten Filme, der die
Vietnam-Veteranen-Problematik aufgriff. 1976 führte er mit "Der
letzte Tycoon" zum letzten Mal Regie. Für seine Filme "Tabu
der Gerechten" (1948) und "Faust im Nacken" erhielt
Kazan zweimalig den Oscar und 1999 wurde er mit einem Academy Award
für sein Lebenswerk geehrt, was allerdings nicht unumstritten war, da
er während der McCarthy Ära sich selbst und auch Kollegen vor dem
"House of Unamerican Activities" des Kommunismus bezichtigte.
Insgesamt drehte er 19 Spielfilme. Er war dreimal verheiratet und hatte
insgesamt vier Kinder.
Ein neuer Preis, der Charlton Heston Award, wurde dieses Jahr
erstmalig vom American Film Institute (AFI) für besondere
Schauspielleistungen verliehen. Der erster Gewinner wurde der
79jährige Schauspieler Charlton Heston, bekannt aus Filmen wie
"Planet der Affen" und "Ben Hur", selbst. Die
Auszeichnung wird von nun an regelmäßig von der AFI vergeben, sobald
ein würdiger Gewinner gefunden wird. Heston war Vorsitzender der AFI
von 1971-82 und Präsident von 1983-2002 und wurde gewürdigt für
seine Präsenz in Film und Fernsehen in der ganzen Welt. Der zweimalige
Oscargewinner ist auch bekannt für seinen Einsatz für Menschenrechte,
sowie als Vorsitzender der National Rifle Association (NRA), die den
allgemeinen Waffenbesitz fördert. Erst kürzlich erhielt der an
Alzheimer erkrankte Schauspieler außerdem die "Presidential Medal
for Freedom" von Präsident Bush.
Die Kinokrise bei Kieft & Kieft , die noch im Hitzesommer 2003
ein tiefes Loch in die Kassen riss, scheint vorerst abgewendet. Die
Gesellschafter der Lübecker Kinokette haben rund neun Mill. Euro an
zusätzlichen Mitteln in das Unternehmen eingeschossen, um eine
Liquiditätskrise abzuwenden. Zu dem jetzigen Zeitpunkt, so
Geschäftsführer Heiner Kieft, sieht es schon wieder besser aus - wenn
alle Beteiligten mitziehen. Derzeit versucht Kieft für seine
Multiplex-Kinos Mietnachlässe in Höhe von rund 4 Mill. Euro pro Jahr
zu erzielen. Darüber hinaus sollen durch Schließungen der
Regionalbüros in Dortmund, Berlin, Rostock und Erlangen weitere
Kosteneinsparungen erzielt werden.
Barbara Streisand hat überraschend bekannt gegeben,
dass sie sich mit dem Singen in Zukunft zurückhalten möchte. Als
Grund hierfür führt die Schauspielein die Langeweile ihrer eigenen
Songs an. Als sie sich ein Album vor zehn Jahre anhörte, wurde sie
nach eigenen Aussagen krank vor plötzlicher Müdigkeit. "Es ist
einfach langweilig, die eigenen Songs zu singen." Erst im
vergangenen Jahr feierte Streisand ihr Comeback in Hollywood als
Sängerin. Ihr nächstes Album soll im Oktober in den Plattenläden
erscheinen.
Die norwegische Regisseurin Liv Ullmann wurde bei der diesjährigen
Tagung der Vereinigung der Europäischen Film- und Fernsehregisseure (FERA)
in Danzig zur Präsidentin gewählt. Bekannt wurde sie als Darstellerin
zahlreicher Ingmar-Bergman-Filme. Seit einigen Jahren führt die
engagiert Unicef-Botschafterin auch selbst Regie und inszenierte
zuletzt mit "Faithless" ein Bergmann-Drehbuch. Weiterhin
Vizepräsident bleibt der deutsche Regisseur Peter Carpentier. In den
Vorstand der FERA wurden Anders Refn, ein Weggefährte von Lars von
Trier, und der polnische Regisseur Janusz Kijowski gewählt.
Bei "Film 2003" der BBC, rief Moderator Jonathan Ross die
Zuschauer auf die schlechtesten Filme vor dem Erscheinen von "Gigli"
zu wählen. Ross, der sich "eher den Arm abkauen würde, als etwas
so fauliges wie Pearl Habour durchstehen zu müssen" verriet das "Gigli" es auf seine persönliche
und sehr lange Liste der schlechtesten Filme geschafft hat. Neben
besagtem Film, tummeln sich auf eben dieser Liste, Filme wie "Pearl Habour", "Battlefield
Earth", "Primal Fear" und "Maybe Baby". Nun können auch die Zuschauer selbst ihre Favoriten auf der
Webseite der Show wählen.
Wie vor gut einem Monat bereits spekuliert, streicht AOL Time Warner
künftig den Zusatz AOL aus seinem Namen. Dies hat der Verwaltungsrat
des Konzerns gestern in New York beschlossen. Als Grund für die
Namensänderung führt der Konzern die bisher zu starke Dominanz des
Onlinesegments an, wonach die Onlinesparte (America Online - AOL)
bisher stets mit dem Gesamtunternehmen gleich gesetzt wurde. Wie
Konzernchef Richard D. Parsons betonte, reflektiere der neue Name das
Geschäftspartefeuille des Unternehmens besser. Die Umstellung auf den
neuen Namen soll in den kommenden Wochen vollzogen werden. Im Januar
2001 hatten AOL und Time Warner zu AOL Time Warner fusioniert.
Am Dienstag öffnete das internationale Kurzfilmfest "SHORT
CUTS COLOGNE" seine Pforten. Zur diesjährigen Ausgabe des
mittlerweile etablierten Festivals wurden insgesamt 2300 Kurzfilme aus
63 Ländern eingereicht, von denen sich rund 1500 Werke einen Platz in
der Wettbewerbsliste erkämpfen konnten. Aus dem breiten Spektrum der
Festivalbeiträge wird eine vierköpfige Jury drei Gewinner ermitteln
und zudem das Publikum seinen Lieblingsstreifen küren. Siehe
Festivalprogramm.
Bei einer gestrigen Tagung der Intendanten von ARD und der dritten
Programme stimmten die Vertreter einem neuen Design ihres Sendeverbunds
zu, wonach die "Eins" der ARD in einem Kreis stehen soll.
Dieses Label wird nach Ankündigung der Intendanten auch in den dritten
Programmen zu sehen sein, um dem Zuschauer das breite Spektrum der
öffentlich-rechtlichen Sender zu verdeutlichen. Darüber hinaus
gründet die ARD ab Januar 2004 eine Gemeinschaftsredaktion
"Unterhaltung". Diese Zentraleinheit soll für Sendetermine
an drei Hauptabenden zuständig sein und für den "seit langem
notleidenden" Showbereich ihre Kräfte bündeln. ARD Vorsitzender
Jobst Plog zeigte sich zuversichtlich, dass man auf diese Weise an die
Erfolge vergangener Jahre anknüpfen könne. Die beiden
Gemeinschaftsredaktionen Vorabend und Hauptabendserie hätten dies
bereits in der Vergangenheit "eindrucksvoll vorgemacht". Mit
den ersten Projekte der neuen Redaktion sei jedoch erst Anfang 2005 zu
rechnen.
Am 28. September 2003 startet im Cinestar Metropolis in Frankfurt
die sechste Auflage des dreitägigen eDIT/VES Festivals. Unter dem
Motto "Die Kunst des filmischen Geschichtenerzählens im digitalen
Zeitalter" werden unter anderem die Macher von "Hulk ",
"Terminator 3 " und "Fluch der Karibik " ihre
Trickkiste erläutern. Es gibt aber nicht nur detaillierte Einblicke in
Trends und Problemlösungen der aktuellen Kinoprojekte. Vor allem für
Nicht-Profis werden zahlreiche Film mit außergewöhnlichen Effekten
gezeigt, die teilweise von den Machern selbst kommentiert werden.
Projiziert werden u.a. Klassiker wie "E.T. - Der
Außerirdische" oder "Whale Rider." Ferner gibt es auch
sechs Vorpremieren, unter anderem "Dogville" (Lars von
Trier), "Das Wunder von Bern " (Sönke Wortmann) und
"Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" (Stephen
Norrington). Gesellschaftlicher Höhepunkt wird die eDIT-Gala am 28.
September sein, bei der Peter Greenaway, Michael Ballhaus und Dennis
Muren für ihre herausragenden Leistungen geehrt werden.
Ab dem 15. November sollen im Nord-Osten Indiens Filme aus Bollywood
verboten werden. Einflussreiche Separatisten Gruppen dieser Regionen
versuchen dieses Verbot zu erreichen, da die meisten der Filme
Bollywoods nach ihrer Auffassung der Kultur und Traditionen der
Menschen schaden würden. Insbesondere erotischer Gesang und Tanz
stelle eine Gefahr für die Jugend dar. Wie sich allerdings in Manipur
zeigt, einem Staat in welches es bereits Verbote dieser Art gibt,
bewirkt diese drastischste Art der Zensur sehr wenig. Kinobesitzer
können nur in wenigen Fällen ihren Spielplan so ändern, dass nur die
verbleibenden, moralisch akzeptierten, indischen Filme gezeigt werden.
Meist müssen sie auf ausländische Filme ausweichen. Die Regel ist
aber, dass die Kinos durch dergleichen Verbote in die Piraterie
getrieben werden. Nur 12 der 5.000 Filmtheater in der Region von Assam
haben Lizenzen für ihre Betreibung; die Mehrheit zeigt meist
unkontrollierbar durch Behörden oder Organisationen was die Menschen
sehen wollen und das sind gerade diese moralisch verwerflichen Filme
Bollywoods.
Als erstes Bundesland überhaupt möchte Rheinland Pfalz die
Öffnungszeiten für Videotheken lockern. So haben nach Angaben des IVD
die Fraktionen von SPD, CDU und FDP einen Antrag auf Öffnung der
Videotheken am Sonntag eingereicht. Dieser Gesetzesentwurf sieht jedoch
nur Öffnungszeiten bis 20 Uhr vor, außerdem gilt die Erlaubnis nicht
für gesetzliche Feiertage. Nach derzeitiger Planung wird das Gesetz
endgültig im Oktober verabschiedet.
Der beliebte Schauspieler wurde am 12.9. von den Dreharbeiten zu der
Serie "8 Simple Rules for Dating My Teenage Daughter" wegen
verstopfter Aorta und eines Herzfehlers in ein Kalifornisches
Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte konnten sein Leben nicht mehr
retten. Ritter war vor allem durch die Rolle des Jack in der
langjährigen Comedy-Serie "Three's Company," die auch
hierzulande erfolgreich lief, bekannt. In der nächsten Woche wäre
John Ritter 55 geworden.
Im Frühling 2004 findet im französischen Chateau Beychevelle bei
Bordeaux ein Drehbuch-Workshop statt. Die Veranstaltung richtet sich an
Drehbuchautoren, die ein Drehbuch für einen Kino-Spielfilm
abgeschlossen haben und daran interessiert sind, ihren Stoff mit
renommierten Autoren, Regisseure und Produzenten aus aller Welt zu
diskutieren. Für den einwöchigen Workshop werden 10 Drehbuchautoren
aus Europa als Teilnehmer ausgewählt. Die Auswahl der
deutschsprachigen Teilnehmer betreut éQuinoxe Germany. Der
Bewerbungsschluss ist der 17.Oktober 2003. Weiter
Infos
Ab heute sind in den USA neue DVDs erhältlich. Die sogenannten
"Wegwerf-DVDs" können nur 48 Stunden verwendet werden, dann
kann man sie nur noch wegwerfen. Als erster Konzern lässt Walt Disney
diese DVDs mit seinen Filmen produzieren und zu 6,99 US$ verkaufen. Der
Käufer soll dies als Alternative zur Videothek wählen können, mit
dem Vorteil ab Kauf der DVD nicht mehr an eine feste Rückgabezeit oder
festen Rückgabeort gebunden zu sein. Der Datenträger vernichtet sich
selber durch einen chemischen Prozess der dadurch in Gang gesetzt wird,
dass die DVD-Hülle geöffnet wird und Luft an die zunächst rötliche
reflektierende Oberfläche gelangt. Nach 48 Stunden ist das Rot in
Schwarz übergegangen und die Datenstruktur hat sich bis zur
Unleserlichkeit zersetzt. Abzuwarten ist, ob die Verbraucher diese DVD
annehmen. Umweltschützer sehen schon jetzt gewaltige Müllberge von
weggeworfenen DVDs; mehr als zweifelhaftes Material wenn es um
umweltverträgliche Abfallverwertung geht.
Bereits seit einigen Jahren setzt sich Rainer Conrad, Chef der
Rundfunkgebührenkommission, für eine Novellierung der Zuschüsse für
die Landesmedienanstalten ein. Bisher erhielten die 15 Institutionen
automatisch mehr Geld, wenn die Rundfunkgebühren erhöht wurden. Zudem
sind per Gesetz zwei Prozent des Gebührenaufkommens für die 15
Medienanstalten reserviert. Die daraus resultierenden 100 Millionen
Euro Einnahmen seien nach Meinung Conrads zu viel des Guten. Nun sollen
bei der nächsten Gebührenreform 2005 Reformen durchgesetzt werden. In
erster Linie muss die automatische Beteiligung der Medienanstalten an
Erhöhungen der Rundfunkgebühren beseitigt werden. Außerdem stehen
die Aufgaben der Medienwächter auf dem Prüfstein. Es gebe viele
Dinge, so Conrad, die "mit Rundfunk gar nichts zu tun haben."
Vertreter der Medienanstalten sehen sich dagegen mit eher wachsenden
Aufgaben konfrontiert. In erster Linie geht es um den Jungendschutz und
das digitale Fernsehen, aber auch eine verstärkte Filmförderung über
die Medienanstalten sei nicht auszuschließen.
Die "Independent Television Commission" (ITC) hat in
England ihre Untersuchung über das Sponsoring der Kochshow "Diner
Doctors" auf "Channel Five" beendet. Der Sponsor, die
Firma Heinz, habe nicht die Vereinbarungen über Werbung gebrochen.
Heinz finanzierte die vollständige Kochshow und man befürchtete, dass
der Lebensmittelhersteller diese Sendung dazu missbrauchen würde,
deutlich seine Produkte zu bewerben. Nachdem aber nie das Label einer
Marke aus dem Hause Heinz während der Show gezeigt wurde, sehen die
Verantwortlichen bei ITC keinen Regelverstoß. Eine eindeutige
Verbindung zwischen den in der Sendung verwendeten Produkten zu Heinz,
sei es durch Namensnennung, Auftauchen der Marke, Verwenden gleicher
oder ähnlicher Slogans oder Begriffe währe eine Verletzung dieser
Regeln gewesen. An der Grenze des Zulässigen liegt wohl die Auswahl
der Gerichte. In "Diner Doctors" wurden Gerichte wie
gebackene Bohnen und Makkaroni mit Käse gekocht, die sich zugleich
auch im Angebot von Heinz finden ließen. Auch wenn der Umsatz dieser
Heinz-Produkte nach einer Sendung gestiegen ist, ist eine direkte
Verbindung nur unzureichend feststellbar, denn schließlich handelt es
sich meist um traditionelle Gerichte, die auch von anderen
Lebensmittelherstellern angeboten werden. Eine Grenze ist dann aber
schwieriger zu ziehen, wenn ein Hersteller in Absprache mit einer
gesponserten Sendung ein Produkt dann verstärkt auf den Markt bringt,
wenn in der TV-Show gerade Hunger darauf gemacht wird.
Wie der Focus in seiner neuesten Ausgabe berichtet, fordert
KirchMedia die Rückzahlung eines Kredites von 42 Mio. Euro von
Premiere. Man wolle den Chef des Pay-TV-Senders, Georg Kofler, dazu
verklagen und hält dieses Vorhaben für eine Summe von 30 Mio. Euro
laut einem Rechtsguthaben auch für durchsetzbar. Kofler hatte das Geld
vom insolventen Mediengiganten für den Aufbau des Shoppingsenders
H.O.T. bekommen. Der Premiere-Chef bleibt ruhig und kündigt an,
notfalls mehrere Jahre lang zu prozessieren.
Ein Drehbuch des legendären indischen Regisseurs Satyajit Ray ist
wieder aufgetaucht. 10 Jahre nach seinem Tod wurde die 1961 verfilmte
Geschichte mit dem Titel
„Teen Kanya" dem Sohn des Regisseurs zum Kauf angeboten. Sandip
Ray lehnte die zwei Teile des Drehbuchs, die er für jeweils 150.000
Rupien erwerben sollte, jedoch ab und vermutet, dass die Geschichte
durch eine seinem Vater nahestehende Person entwendet wurde. Satyajit
Ray habe nie eines seiner Drehbücher oder Storyboards vergeben.
Vom 2. bis 10. Oktober findet das Filmfestival Pusan in Südkorea
wieder statt. Es ist das wichtigste und interessanteste Festival im
asiatischen Raum; bedeutend auch für den Nachwuchs für die es ein
Wettbewerbsfestival darstellt. Dieses Mal sind 5 deutsche und 8
deutsch-internationale Koproduktionen angemeldet. So werden z.B.
„Lichter" von Hans-Christian Schmid,
„Maria" von Calin Peter Netzer,
„Wolfzeit" von Michael Haneke und
„Unser Ausland" von Dorothee Wenner präsentiert. Im Rahmen von
Open Cinema wird zudem "Good Bye Lenin!" von Wolfgang Becker
und
„Whale Rider" von Niki Caro gezeigt werden.
Der am Montag auf dem Filmfest in Venedig gezeigte Film
„Dreamers" von Bernardo Bertolucci steht unter der Gefahr
zensiert zu werden. Bei der geplanten Ausstrahlung in den USA ist zu
erwarten, dass der Film über drei Studenten im Paris von 1968 die
Einstufung NC-17 erhält, was einer Einstufung als Pornografischer Film
gleichkommt. Grund hierfür seien unter anderem deutliche Szenen bei
denen etwa der Hauptdarsteller, Michael Pitt, völlig nackt gezeigt
würde. Diese Einstufung könnte einer Zensur gleichkommen, da so die
Ausstrahlung in den Staaten erheblich eingeschränkt würde und mit nur
geringen Zuschauerzahlen zu rechnen währe. Der italienische Regisseur
Bertolucci zeigt sich verärgert und kritisiert, dass den Zuschauern
selber die Möglichkeit genommen wird, den Film zu sehen und
selbstständig ein Urteil zu bilden: "Ihnen wird erst gar nicht
die Möglichkeit gegeben, von dem Film schockiert zu werden; das
schockiert mich!". Eigentlich befürchte man auch, dass es der
Jugend für die dieser Film über die Protest-Generation der 60er Jahre
bestimmt sei, gefallen würde. Bertollucci entschied sich nach eigenen
Angaben deshalb für den Film, da er den Jugendlichen eine Geschichte
über einen Zeitabschnitt im Leben ihrer Eltern erzählen wollte, den
diese nun alt gewordenen als einen Fehler einstufen. Nun droht eine
offene Auseinandersetzung mit der Thematik durch Abdrängen des Films
in eine Schmuddelecke verhindert zu werden.
Alljährlich wird der deutsche Fernsehpreis in insgesamt 26
Kategorien verliehen. Der diesjährige Veranstalter RTL unter der
Moderation von Günther Jauch liegt mit 21 Nominierungen zugleich gut
im Rennen um die TV-Trophäe. Auch die Macher der ARD-Produktion
„Der Anwalt und sein Gast" dürfen sich glücklich schätzen,
denn ihr Werk gilt als Favorit für die Verleihung der deutschen
Fernsehpreise und ist in den Kategorien Regie, Schauspielerin
Nebenrolle, Schnitt, Musik sowie Kamera nominiert. Die Preisverleihung
findet am 27. September statt und bezieht erstmals einen Publikums- und
Förderpreis mit ein.
Unabhängig von der Frage, ob China diesen Film braucht, wurde das
Sequel dort verboten. Begründung der Zensurbehörde:
In dem Film werde China schlecht gemacht. Das Land werde als chaotisch
und von Geheimbünden regiert dargestellt, dies entspräche nicht der
Wahrheit. Teile des Films wurden in Hongkong gedreht.
Die Regisseurin Hana Makhmalbaf wurde auf dem Filmfest Venedig von
der Pressevorführung Ihres eigenen Filmes "Joy of Madness"
ausgeschlossen. Als Grund führten die Offiziellen das Alter der
iranischen Nachwuchsregisseurin an. Mit 15 dürfe sie einen Film, der
ab 16 freigegeben sei nicht ansehen. Für die offizielle Premiere des
Filmes soll allerdings eine Ausnahmeregelung genehmigt werden.
Auf Initiative der deutschen Privatsender soll ab 2005 der Verkauf
von digitalen Fernsehgeräten forciert werden. Damit könnte die
Digitalisierung der Medien und somit das Angebot interaktiver Dienste
im Fernsehen beschleunigt werden, so der Vorsitzende des Verbandes
Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) Jürgen Doetz,. Hierfür
sei jedoch ein Abkommen zwischen öffentlich-rechtlichen Sendern, den
Privaten und der Industrie notwendig. Der primäre Streitpunkt dieses
Bündnisses ist mal wieder die Finanzierung. Nach einem ersten
Vorschlag von Doetz sollen ARD und ZDF den Werbemarkt zunehmend den
Privaten überlassen und die entstandenen Verluste durch erhöhte
Rundfunkgebühren ausgleichen. Ob bei diesen Plänen eine schnelle
Einigung in Sicht ist, bleibt jedoch abzuwarten.
Wie teuer darf ein Star sein? In den USA lautet die Antwort 25
Millionen und mehr! Die aktuelle Nachricht, dass Julia Roberts für
ihren neusten Film "Mona Lisa Smile" 25 Millionen Dollar
bekommt ist keine Überraschung mehr. Schon seit längerem kann "Pretty
Woman" solche Summen fordern und Produzenten bezahlen es. Dabei
ist sie nicht die einzige. Jim Carrey und Adam Sandler erhalten
ähnliche Summen, Tom Cruise und Tom Hanks sogar noch mehr. Zwar sind
die übrigen Kosten eines Filmes mit diesen Darstellern ziemlich
gewaltig, doch wirken die Star-Gagen im proportionalen Vergleich zu
allen anderen Posten unverhältnismäßig hoch. Ist die Leistung der
Schauspieler wirklich das wert, wenn ihre Bezahlung selbst Ausgaben
für z.B. teure Special Effects überschreiten, bei denen zumindest
zahlreiche Firmen und viele einzelne Spezialisten tätig sind?
US-Filmproduzenten knirschen mit den Zähnen und sagen (noch) Ja!
Wenn sich für ein großartiges Projekt keine Produzenten finden
lassen, muss eben fast ohne Budget gedreht werden. Das dachte sich auch
Regisseur Carlos "Pocho" Villaverde. Mit einem Team junger
Filmbegeisterter hat er mit einem Budget von knapp 6000 Euro, viel
Einsatz und Herzblut den Film "La Fiesta" auf die Beine
gestellt. Auch Techniker und Schauspieler arbeiteten fast zum
Nulltarif. Soviel Engagement macht sich jetzt bezahlt. Alvaro Zapata
von Buena Vista International Spanien hatte, begeistert von dem Film,
150.000 Euro in die technische Aufbereitung investiert und am zweiten
Wochenende hat "La Fiesta" bereits 451.000 Euro eingespielt.
40 Jahre lang waren der kleine Kobold und die Stimme Hans Clarins
unzertrennlich. Kaum vorstellbar, dass Pumuckels neuester Film einen
neuen Synchronsprecher braucht. Aufgrund einer Erkrankung Hans Clarins
ist die Stimme des 73-Jährigen schwer angeschlagen, weshalb er in
"Pumuckel und sein Zirkusabenteuer" lediglich sein
schauspielerisches Talent unter Beweis stellen kann. Als Verwandter des
Meister Eder, bislang gespielt von Gustl Bayerhammer, findet Pumuckel
bei ihm neuen Unterschlupf. Um die Stimme des Klabauters kümmert sich
nun erstmals Kai Taschner.
Obwohl die Filmbranche und Kinos derzeit über das Sommerloch und
rückläufige Besucherzahlen klagen, wird der deutsche Film immer
erfolgreicher. Mit 16,1 % lag der Marktanteil deutscher Filme in diesem
Jahr auf höchstem Niveau seit 1997. Aber nicht nur im Inland, sondern
auch im Ausland erfreut sich der deutsche Film größer werdender
Popularität. So wurde "Nirgendwo in Afrika" beispielsweise
in 73 Länder verkauft, "Good bye, Lenin!" in 62 und
"Bella Martha" in 56 Länder.
Nordkoreas Präsident Kim Jong-il, bekannt für seine Liebe zum
Film, nutzt das Kino immer mehr als politische Plattform. Um Filme in
seinem Interesse zu produzieren, hatte Kim Jong-il kurzerhand seinen
Lieblingsregisseur Shin Sang-ok aus Südkorea entführt. Unter der
Bedingung einen Film über einen koreanischen "Godzilla"
Namens "Pulgasari" zu drehen, ward Shin Sang-ok wieder
entlassen. Die nordkoreanischen Regisseure müssen sich dagegen streng
an die Vorgaben aus dem Buch " The Art Of Cinema", halten,
das Kim Jong-il 1973 selbst schrieb. Dabei entstehen dann meist Filme
deren Inhalt kaum über die Präsentation des idyllischen Lebens in
Nordkorea, Sight-Seeing in der Hauptstadt Pyongyang und heroische Taten
des Militärs unter Lobpreisung des Präsidenten hinausgeht.
Gegen die Vorwürfe von Roger Crotti über die Programmauswahl des
Festivals und den fehlenden Glamour (News vom 14.08.03) wehrte sich die
Festivalleitung Irene Bignardi vehement. Auf dem Festival gehe es nicht
darum für irgendwelche Filme Promotion zu betreiben, sondern den
Zuschauern neuartige Filme und Themen in hoher Qualität zu
präsentieren. Zu den Vorschlägen Tina Turner und Georges Clooney
einzuladen, stellte Bignardi klar, dass Locarno keine Plattform für
Stars und Sternchen darstellen wolle, die mit den gezeigten Filmen
nichts am Hut hätten. Weiterhin haben u.a. Matthew Barney, Ennio
Morricone, Ken Loach, Ettore Scola, Nelofar Pasira, Elie Suleiman und
Ashwarya Rai für strahlenden Glamour am Festival gesorgt.
Nach kürzlich veröffentlichten Berichten planen die deutschen
Verleiher Kinowelt und Ottfilm in Zukunft gemeinsame Wege zu gehen.
Nach Aussage der Verantwortlichen beschränkt sich diese Zusammenarbeit
zunächst nur auf Lone Scherfig's
„Wilbur Wants To Kill Himself", eine weitere Kooperation kann
nach Kinowelt Chef Georg Miros jedoch nicht ausgeschlossen werden, auch
wenn er diesbezüglich zu näheren Stellungnahmen nicht bereit ist.
Diese Entwicklung ist mit größter Wahrscheinlichkeit auf finanzielle
Schräglagen bei Ottfilm zurückzuführen, die bereits eine
Verschiebung des Kinostart von
„Wilbur" von Juli auf September bewirkten.
Gegen das laufende Filmfestival von Locarno wurden Vorwürfe laut.
Buena Vista International (Schweiz) Manager Roger Crotti kritisierte
die Festivalleitung stark: Die Zusammenstellung des Filmprogramms sei
längst nicht so gelungen wie bei vorherigen Festivals. Die Piazza
Grande sei ein Openair Kino für die Massen und nicht zur Vorführung
von extravaganten Filmen geeignet. Außerdem fehle es Locarno an
Glamour. Roger Crotti vermisste Stars, wie George Clooney oder Tina
Turner. Den Zuschauern gefällt's anscheinend trotzdem. Am Samstag
Abend sahen sich 9.500 Leute auf der besagten Piazza den Film
„Calendar Girls" an.
Das größte Melodrama
aller Zeiten
„Casablanca" scheint nun doch in jeder Hinsicht eine fiktive
Illusion zu sein. Wie der Fernsehsender
„BBC" berichtet, war die Romanze zwischen Bergman und Bogart
alles andere als ein Bild der Wirklichkeit. Tatsächlich konnte sich
die Schauspieler nicht ausstehen.
„Die so oft zitierte knisternde Spannung zwischen Bergman und meinem
Mann gab es nicht", erklärte Bogarts Witwe und auch Ingrid
Bergman hatte sich um Bogart als Filmpartner nicht gerade gerissen.
„Meine Mutter konnte Bogart überhaupt nicht leiden", erklärt
dementsprechend auch Bergmans Tochter Pia Lindstrom. Belegt werden kann
diese Aussage durch ein historisches Detail. Als Bergman für
„Casablanca" zusagte, wusste sie offenbar noch nicht, mit wem sie
die finalen Liebesszenen drehen würde. Berichten zufolge sei das
Filmskript zu "Casablanca" noch gar nicht fertiggestellt
gewesen.
Freundliche Movie-College-Mitarbeiterin
(Nichtraucherin, zuverlässig) sucht 1-Zimmer- Wohnung in München.
Bevorzugt Schwabing, Maxvorstadt, Neuhausen oder Haidhausen.
Ab 34 m² für max. 480 Euro inkl. Nebenkosten.
Am letzten Samstag verstarb Gregory Hines im Alter von 57 Jahren an
den Folgen seines Krebsleidens. Der Broadway Star begann bereits als
Kleinkind mit dem Steppen und gewann 1993 den Tony Award für das
Musical „Jelly's Last Jam". Doch auch im Film- und
Fernsehgeschäft hatte sich Gregory Hines einen Namen gemacht. Mit
Filmen wie z. B. „White Nights" und „Running scared"
wurde er bekannt. Auch in diesem Metier erfolgreich, fuhr er zahlreiche
Emmy-Nominierungen ein.
Auch in der Schweiz scheint der britische Humor die Lachmuskeln zu
aktivieren. Der Film Calendar Girls, in dem Seniorinnen nackt für
einen Wohltätigkeitskalender posieren, hat auf dem Filmfest in Locarno
großen Anklang gefunden. Im Open air Kino auf der Piaza Grande sahen
sich knapp 9.500 Filmbegeisterte den auf Tatsachen beruhenden Streifen
von Regisseur Nigel Cole im Beisein der echten „Calendar Girls"
an.
Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman ist sauer. Seinen neuen
Film "Saraband" will er vielleicht nicht mehr für das Kino
freigeben. Der Grund ist die aus seiner Sicht unerwartet schlechte
Qualität des auf HDTV gedrehten Materials. Bei einer Preisverleihung
im Frühsommer hatte Bergman schon erzählt, dass er die Entscheidung
für HDTV bereuen würde.
Unter anderem hätten schon nicht einmal die Kameras richtig
funktioniert. Wie sein Assistent nun erklärte, reiche dem 85 jährigen
Regisseur die Qualität aber zumindest für eine TV-Fassung. Die
endgültige Entscheidung über die Verwertung im Kino würde demnächst
fallen, wenn man das Ergebnis der für das Kino notwendigen Belichtung
auf 35-Millimeter abgeschlossen habe. Sicher ist nur die für November
geplante TV-Ausstrahlung in zahlreichen europäischen Ländern. Zu
hoffen ist, dass der sehr geschätzte Regisseur von Filmen wie „Szenen
einer Ehe" und "Fanny und Alexander" sich nicht von
dieser möglichen HDTV-Pleite nicht beeindrucken lässt und entgegen
seiner Ruhestands-Ankündigung vom 14. Juli wieder auf 35-Millimeter
filmen wird.
Er war der große Könner des "Film Policier", wie die
Franzosen sagen, des Krimi-Genres und schuf Klassiker wie "Borsalino",
"Man stirbt nur zwei Mal" oder "Mörderischer
Engel". In seinen Filmen spielten Stars wie Romy Schneider, Lino
Ventura oder Jean Paul Belmondo Gangster, Geliebte oder Kommissare. Er
starb mit 74 in Boulogne-Billancourt
In Zukunft sollen jetzt unter dem Warner Bros. Logo neben
Blockbustern auch Independent Filme über die Kinoleinwände flimmern.
Mark Gill, ehemaliger Präsident von Miramax LA wird in Zusammenarbeit
mit Warner Bros.' Produktionschef Jeff Robinov durchschnittlich fünf
bis zehn Filme auf die Beine stellen. Mit einem Budget von insgesamt 20
Mio. Dollar sollen vor allem kreative, individuelle Ideen gefördert
werden, für die auch auf Festivals Chancen bestehen. Warner Bros.
erhofft sich weiterhin, mit dem neuen Angebot auch Kinogänger jenseits
des Mainstream zu ködern. Na denn Prost auf die Unabhängigkeit!
Bei der Senderkette ProSiebenSat.1deuten die jüngsten
Quartalszahlen auf eine positive Trendwende hin. Aufgrund eines
rigorosen Sparkurses konnte das Unternehmen von US-Milliardär Haim
Saban mit 33,2 Millionen Euro Gewinn vor Steuern im zweiten Quartal nun
wieder schwarze Zahlen schreiben. Trotz Werbekrise und Verkaufsquerelen
verdoppelte die Sendergruppe damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
die Ergebnisse. Erstmals seit 2000 habe auch Sat.1 wieder Gewinn
gemacht. Der Umsatz ging dagegen in den Monaten April bis Juni im
Vergleich zum Vorjahr nach den heute veröffentlichten Zahlen von 496
auf 467 Mio. Euro zurück.
Nach langem Ringen hat Haim Saban jetzt doch den Verkaufsmarathon um
die ProSiebenSat.1 Media AG für sich entschieden. Mit fünf
Finanzinvstoren im Schlepptau und einem hohen Baranteil an der
Verkaufssumme überzeugte Saban letztendlich den Vorstand der
KirchMedia. Mitbieter Apex legte zwar ein finanziell attraktiveres
Angebot in die Waagschale, doch an Bedingungen geknüpft und auch
kartellrechtlich keine lupenreine Angelegenheit. Die Aktienkurse von
ProSiebenSat.1 "honorierten" den Zuschlag für Saban mit
einer Talfahrt.
Der bekannte Regisseur Wim Wenders befindet sich in einem
Rechtsstreit mit den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens.
Mittelpunkt der Auseinandersetzung ist ein Bild welches Wenders 1988
von der Gebirgskette nahe des weltberühmten Ayers Rock gemacht hatte.
Als dieses auf einer Ausstellung im Museum für zeitgenössische Kunst
in Sydney und in einem Katalog erschienen sei, erklärte das
Aborigines-Volk der Anangu Rechte daran zu haben. Sie berufen sich auf
eine Vereinbarung mit der australischen Regierung aus den 80er Jahren
wonach den Ureinwohnern der Besitz an Ayers Rock mit den umliegendem
Gebiet zugesprochen wurde. Damit verbunden sind auch Verwertungsrechte
von Bildmaterial der Landschaft. Nun droht Wenders eine Strafe von
55.000 Austral. Dollar (ca 32.000 Euro).
Die beiden Festivals in Locarno und Venedig sind sich noch nie sehr
freundschaftlich begegnet. Da ihre Termine nahe beieinander liegen,
besteht grundsätzlich ein Kampf um die Wettbewerbsbeiträge, auch
dieses Jahr. Andrei Zvyagintsevs Debutfilm „The Return" wurde
beiden Festivals angeboten, jedoch vorerst durch die Jury in Venedig
zurückgewiesen. Als die Festivalleiterin von Locarno, Irene Bignardi,
das russische Werk in ihr Programm aufnehmen wollte, lenkte auch
Venedig wieder ein und bot Zvyagintsev eine offizielle Einladung zum
Hauptwettbewerb. Nun liegt es am Produzenten von „The Return",
sich für einen Standort zu entscheiden.
Marie Trintignant die Tochter von Jean-Louis Trintignant, dem
französischen Schauspiel-Star und der Regisseurin Nadine Trintignant
ist am 1. August Ihren schweren Verletzungen erlegen. Ihr Freund Bertrand Cantat hat
sie unter Alkohol und Drogeneinfluss in Litauen ins Koma
geprügelt. Sie drehte seit vier Wochen mit ihrer Mutter den Zweiteiler
"Colette". Bekannt wurde sie unter anderem durch den
Chabrol-Film "Betty". Sie hinterlässt vier Kinder.
Die englische Zeitschrift „The Economist" wirft dem
italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi Falschaussagen vor
Gericht vor. In einem Dossier von 8000 Seiten wird dargelegt, welche
illegalen Handlungen der heutige Politiker in den 90er Jahren als
Geschäftsmann bei einem Rechtsstreit zu der Privatisierung des
staatlichen Lebensmittelunternehmens SME begangen haben soll. Unter
anderem habe er sich der Bestechung von Richtern schuldig gemacht.
Seine Angaben dazu im Mai dieses Jahres vor Gericht, in denen er alle
Vorwürfe von sich weist, seien Falschaussagen. Nachdem der Ausgang der
gerichtlichen Überprüfung der Handlung von damals wegen des neuen
Immunitätsgesetztes im Grunde egal ist und Berlusconi in jedem Fall
unantastbar bleibt, will „The Economist" die Öffentlichkeit
aufklären und für sie den mächtigen Mann anklagen. Dem
Ministerpräsidenten habe das Blatt das Dossier am Donnerstag mit der
Bitte um Stellungnahme zugesandt, allerdings bleibt fraglich, ob der
Politiker darauf reagiert. Vergangene Anfragen wies er bereits ohne
Kommentar zurück, stattdessen klagte er gegen den „The
Economist" wegen Verleumdung durch frühere Artikel. In den
kommenden Ausgaben der Wochenzeitschrift wird das Dossier in einer
Artikelserie an die Öffentlichkeit gebracht.
Vom 28. August bis zum 03. September veranstaltet das Filmmuseum
München die Internationalen Stummfilmtage. Dabei erhält der Zuschauer
die Möglichkeit, Filmschätze aus verschiedenen Filmarchiven
Europas zu sehen. Bei den Filmen handelt sich vordergründig um
restaurierte Fassungen, die von internationalen Musikern und
Komponisten begleitet werden. Im Kurzfilmprogramm ist u.a. Buster
Keatons Komödie "The Balloonatic" (USA, 1922) zu sehen.
Außerdem im Programm: Das Melodram
"Die Frau, nach der man sich sehnt" (D, 1929) mit Marlene
Dietrich, "Piccadilly" (GB, 1928) und die Komödie von Ernst
Lubitsch "Ich möchte kein Mann sein" (D, 1918).
Raubkopien von DVDs und CDs machen der Film- und Musikbranche ja
bekanntermaßen große Probleme. Der bisherige Kopierschutz stellt für
versierte Computerfreaks keine wirkliche Barriere dar. Das soll sich
jetzt ändern. Der französische Unterhaltungselektronik Konzern
Thomsen hat ein neues Kopierschutzverfahren für DVD und CD entwickelt.
Mit "smart right" sollen Unternehmen in Zukunft vor Verlusten
durch Raubkopien geschützt sein. Angaben des Thomsen-Generaldirektors
zufolge hat das neue Verfahren, das mit einem Sicherheitschip arbeitet,
bei großen Konzernen wie z.B. Panasonic bereits Anklang gefunden.
Die Mutter aller Ärzteserien geht wieder auf Sendung. Ab dem 3.
September werden die Geschichten aus dem Glottertal zum Siebten Mal im
Deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Die Schwarzwaldklinik, Fernsehhit der
80er und 90er, ist die bisher erfolgreichste deutsche Serie und lockte
bis zu 28 Mio. Zuschauer vor die Bildschirme. Der Bestseller des ZDF
wurde auch international ein Hit und in 42 Länder verkauft.
IIm Gegensatz zum übrigen Westeuropa setzt sich in Deutschland
zunehmend die moderne Unterhaltungselektronik durch.Dies belegen die
jüngst veröffentlichten Zahlen. So legte der Verkauf von DVD-Playern
und Recordern um 17 Prozent zu, während Videorecorder einen Rückgang
von nahezu 30 Prozent zu verzeichnen haben. Für das Gesamtjahr wird
sogar ein Umsatz von 19,32 Mrd. Euro und ein Wachstum von 1,4 Prozent
erwartet. Dieses Niveau liegt weit über dem europäischen
Durchschnitt. Aufgrund dieser Wachstumsraten verspricht das DVD
Geschäft zu einem lukerativen Markt zu werden. Der Bauer Verlag hat
zumindest den Start seines DVD-Vermietservice bekannt gegeben.
Ernie, Bert & CO sind nach Meinung der Zuschauer die Nummer 1 im
deutschen Fernsehen. Bei einer repräsentativen Umfrage des
Meinungsforschungsinstitut Gewis wählten 1063 Befragte zwischen 16 und
65 Jahren die "Sesamstraße" auf den ersten Platz. Mit 1, 8
lag die Puppen-WG von insgesamt 387 regelmäßigen Fernsehsendungen
noch vor der "Formel 1". Als beliebteste deutsche Sendung
wurde die "Lindenstraße" ermittelt.
In der Hauptstadt Dhaka sind sowohl die Produzenten, als auch
Schauspieler und Regisseure der Filmbranche in einen Streik
übergetreten. Beide Parteien werfen sich gegenseitig vor, für die
zunehmende Obszönität und Vulgarität im bengalischen Film
verantwortlich zu sein. Die Schauspieler und Regisseure nannten dabei
13 Namen von Produzenten, die nach Ihrer Meinung als
Hauptverantwortliche gelten. Die Produzenten haben im Gegenzug fünf
Schauspieler und Regisseure von Ihren zukünftigen Projekten verbannt.
In Bangladesh werden jährlich rund 100 Filme produziert. Diese
verloren aufgrund der zunehmenden "Obszönitäten" jedoch
deutlich an Publikumszuspruch.
Der Streit um die Preispolitik der Verleihfirma UIP (United
International Pictures) geht weiter. Bereits zum Kinostart von "Hulk"
im Juli wurde ein Preissystem eingeführt, nach dem die Mieten für die
Filme unabhängig von der Kinogröße erhoben wurden. Auf diese Weise
erhöhten sich die Kosten für Kinofilme in der Spitze um mehr als 10
Prozent, was zu einer Gefährdung zahlreicher kleinerer Filmtheater
geführt hat, so HDF-Präsident Steffen Kuchenreuther. Im diesem Sinne
fordert Kuchenreuther zum Kinostart von "American Pie - Jetzt wird
geheiratet" Nachverhandlungen. Bereits an diesem Wochenende wird
der Streifen an 144 Kinostandorten nicht gezeigt. UIP-Geschäftsführer
Paul Steinschulte kontert dagegen mit dem Argument der Fairness und
Transparenz für alle Kinotheater.
Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 investiert nach dem Verkauf an Haim
Saban weiter zahlungskräftig in die eigene Zukunft. So hat sich das
Unternehmen die Free-TV-Ausstrahlungsrechte für die Spielfilme der
Jahre 2002 bis 2005 von Paramount Pictures gesichert. Der Kaufpreis
liegt nach Angaben der Geschäftsführung im unteren dreistelligen
Millionen-Bereich. "Das Paramount-Paket komplettiert in den
nächsten Jahren unsere Versorgung mit hochwertigen
Hollywood-Produktionen", erklärte Konzernchef Urs Rohner.
"Mit dem Vertrag bauen wir unsere Position als führender Anbieter
von Spielfilmen und Serien aus Hollywood im deutschen Fernsehen weiter
aus." Bestandteile des Pakets sind u.a. "Mission: Impossible",
"Nemesis" sowie "Spurwechsel" mit Ben Affleck und
Samuel L. Jackson. Die Aktienmärkte reagierten auf diese Meldung mit
einem Plus der ProSiebenSat.1-Aktie um 6,1%.
Eigentlich genießen DVDs in Punkto Haltbarkeit einen besseren Ruf
als die veralteten VHS-Videos. Jedoch lässt eine Studie des Fachblatts
"Video Store Magazine" nun Zweifel aufkommen. Nach dessen
Ergebnis sei das Problem beschädigter Miet-DVDs wesentllich größer
als bei VHS-Kassetten und Videotheken in den USA müssten jährlich ca.
50 Mio. Dollar zur Reparatur der Film-Scheiben ausgeben. Um die Kosten
zu reduzieren, sollen 75 % der Anbieter ihre defekten DVDs selbst noch
im Ausschuss reparieren.
Gestern feierte der amerikanische Schauspieler seinen 60.
Geburtstag. De Niro spielte sich seit den 70er Jahren in die Herzen der
Fans und Kritiker. Bekannt geworden durch Filme wie z. B.
„Taxi Driver" und
„New York, New York" erhielt er für die Rolle des Vito Corleone
in
„Der Pate II" seinen ersten Oscar. Für den Film
„Wie ein wilder Stier" hat sich De Niro erst Muskeln en masse
antrainiert und sich anschließend 25 Kilo Speck angefuttert, um den
Boxer Jake LaMotta überzeugend zu spielen. Für diesen Einsatz wurde
er mit einem zweiten Oscar belohnt.
Der Stromausfall im US-amerikanischen und kanadischen Osten hat
nicht nur das öffentliche Leben, sondern auch die
Unterhaltungsindustrie ins Ungleichgewicht gebracht. So schlossen
beispielsweise einen Tag vor dem Kinostart von Kevin Costners
"Open Range" oder "Freddy Vs. Jason" zahlreiche
Kinotheater. Die Dreharbeiten von Produktionen wie ""The
Stepford Wives" mit Nicole Kidman konnten jedoch mit Hilfe von
Generatoren fortgesetzt werden. Insgesamt entstanden für die Branche
Schäden in achtstelliger Summe.
Die amerikanischen Fans von Arnold Schwarzenegger müssen in der
nächsten Zeit ohne die Filme der steirischen Eiche auskommen müssen.
Jetzt wo Schwarzenegger für den Gouverneursposten im Staat Kalifornien
kandidiert, haben alle seine Filme USA-weites Ausstrahlungsverbot.
Während der Wahlkampfphase gelten die Filme nämlich als Wahlwerbung
und wenn nicht jeder Kandidat die gleiche Zeit im Fernsehen verbringen
dürfte, währe das unlauterer Wettbewerb. Bleibt also nur zu hoffen,
dass Arni schnell Gouverneur wird und dann in Nachrichten und zur Prime
Time über die Mattscheibe flimmert!
Das Kopenhagener Filmfestival vom 13. - 20. August begann nach
langen Querelen im Vorfeld um fehlende Budgetbeträge gestern mit einem
turbulenten Start. Zum ersten hat der Festivalleiter Michael Soeby
beschlossen, im kommenden Jahr das Amt nicht mehr zu übernehmen.
Gleichzeitig wurde das dänische Jurymitglied Bille August durch Ole
Roos ersetzt. Als Grund wird eine plötzliche Reise von August nach
Hollywood angegeben, bei der er für seinen nächsten Film, dessen
Titel und Besetzung bislang unbekannt waren, einen Hollywood Star
treffen wollte. August fügt entschuldigend hinzu, dass es sich hierbei
um den Thriller "Without Apparent Motive" dreht, dessen
Realisierung noch auf wackeligen Beinen steht. In diesem Sinne war die
Hollywood Reise elementar für die Sicherung des Projektes, so Bille
August. Die Jury setzt sich somit nun aus Theo Angelopoulos, Jan
Troell, der deutschen Jutta Bruckner, Marion Hansel und Ole Roos
zusammen.
Der
„anhaltend heiße Sommer" hat bei der Constantin Film AG nach
heute veröffentlichen Berichten zu einem Umsatzeinbruch von 63,4 Mio.
Euro im Vorjahr auf 36 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2003 geführt. Beim
Ebit entstand zum 30. Juli ein Fehlbetrag von 2,5 Mio. Euro. Der
Vorjahreswert betrug dagegen noch eine Mio. Euro. Aufgrund dieser
Zahlen reduzierte das Unternehmen folglich seine im Mai getroffene
Umsatzprognose von 120 bis 135 auf
„über 100 Mio. Euro". Beim Ebit müsse man von einem Fehlbetrag
zwischen acht und zwölf Mio. Euro ausgehen, so Constantin Film. Als
Gründe für die Flaute wurden die Krise der Kinobranche durch das
heiße Sommerwetter, sowie der Rückgang bei den internationalen
Umsatzerlösen angeführt.
Im Januar 2002 übernahm AOL unter der Federführung von Steve Case
den Time Warner Medienkonzern. AOL Time Warner sah einer rosigen
Zukunft entgegen und der Internetprovider American Online setzte mit
der Fusion ein Statement für alle Dotcom-Unternehmen. Doch die
schillernde Zeit American Online Provider scheint sich dem Ende zu
neigen. Kundenverlust an die Konkurrenz und ein drohendes Verfahren
wegen Bilanzfälschung zu eigenen Gunsten machen AOL schwer zu
schaffen. Zu allem Überfluss hat die ehemalige Führungsriege von
American Online nicht mehr viel zu melden. Die einflussreichsten Posten
im Aussichtsrat wurden von Richards Parsons mit Time-Warner Getreuen
besetzt. Das veränderte Machtverhältnis möchte die Old Economy auch
nach außen zeigen und besteht auf einer Streichung des AOL-Zuges aus
dem Firmennamen. Auch Mitarbeiter von AOL halten das inzwischen für
einen geeigneten Schritt, um dem Image des Unternehmens nicht weiter zu
schaden.
Die Hollywood-Legende Omar Sharif wurde zu einer Strafe von 1.500
€ und einem Monat auf Bewährung verurteilt. Er hatte am 5. Juli in
einem Pariser Casino einem Polizisten beschimpft und einen Kopfstoß
verpasst. Der Ordnunshüter war hinzugekommen, als der 71 jährige
Schauspieler den Croupier beleidigt hatte. Es wird berichtet, dass
Sharif häufiger Gast in dem Casino sei. Ein Rückfall in alte Laster
kann vermutet werden. Der viel bewunderte Darsteller aus Filmen wie
"Lawrence von Arabien" und "Doktor Zhivago"
erklärte schon vor zehn Jahren, seine Spielleidenschaft aufgegeben zu
haben.
Die öffentlich-rechtlichen Sender investieren nach der Bundesliga
nun auch Millionensummen in die Fernseh- und Radioübertragung der
Olympischen Spiele in Athen. Nachdem bereits die Übertragungsrechte
für alle Wettbewerbe durch Zahlungen von 73 Millionen € gesichert
wurden, möchte das Erste nun mindestens 13 Millionen € in die
Liveberichte aus Athen investieren. Dabei übertragen ARD und ZDF so
viel wie nie zuvor. Geplant sind täglich rund 18 Stunden Fernsehen und
20 Stunden für die 50 Radiostationen. Zudem werden zum ersten Mal auch
die digitalen Programme genutzt. Allein der SWR stellt für die
Übertragungen ein Aufgebot von rund 380 Mitarbeitern, hinzukommen
ungefähr 320 Journalisten und Techniker, die das ZDF. Für Olympia in
Sydney vor vier Jahren war die ARD noch mit knapp zehn Mill. €
Übertragungskosten ausgekommen.
Der Traum von Hollywoodglanz in den Studios von Babelsberg ist
ausgeträumt. Nach monatelangen Verhandlungen wird nun doch nicht „Oceans
Twelve", die Fortsetzung von „Oceans Eleven", mit Julia
Roberts, George Clooney und Brad Pitt in Berlin gedreht. Diese Absage
verschärft zumal die prekäre Situation in Babelsberg. Sollten noch
weitere Großprojekte in Zukunft abgesagt werden, so droht der Rückzug
des Eigners aus den Studios. Nicht gerade förderlich ist dabei die
Absage von Hollywood Star Kate Winslet, die für den Film „Magician's
Wife" demnächst in Berlin vor der Kamera stehen sollte.
Die französische Schauspielerin Marie Trintignant soll laut
Staatsanwaltschaft zu Tode geprügelt worden sein. Wegen vorsätzlicher
Körperverletzung mit unbeabsichtigter Todesfolge wird nun gegen
Bertrand Cantat, Sänger der französischen Band „Noir Desir"
und zugleich Freund Trintignants, ermittelt. Angeblich soll er aus
Eifersucht auf sie eingeprügelt haben, nachdem sie eine SMS ihres
Ex-Partners Samuel Benchetrit erhalten hatte. Trintignant erlag
schließlich ihren schweren Hirnverletzungen. Der Tod der 41-jährige
Schauspielerin sorgte für Bestürzung in Frankreich. Als meist
fragiler Charakter mit einem Hauch Erotik spielte sie u.a. in
Claude-Chabrols „Betty".
Der öffentlich-rechtliche Sender ZDF geht von nun an neue Wege, um
via Internet die Verwertungserlöse zu steigern. So ist die ZDF-Sendung
„Leute Heute" eine Allianz mit der Parfümeriekette Douglas
eingegangen. Bei dieser Kooperation verzichtet der Sender jedoch auf
übliche Kennzeichnungen der Werbetexte als „Anzeige", wie es in
der Branche gemeinhin üblich ist. In dieser Hinsicht vermengen sich
auf dem Internetportal der ZDF-Sendung redaktionelle Nachrichten mit
Verweisen auf „Coole Sommerdüfte", die in auffälliger
Verwandtschaft zu Douglas-Parfümerieprodukten wie „Cool Water Woman"
stehen. Für den Rechtsprofessor Christoph Degenhart ist dieser
Werbemix ein klarer Verstoß gegen das Rundfunkrecht. „Es ist nicht
klar zu trennen, welche Inhalte vom ZDF stammen und welche von
Douglas", sagte Degenhart dem Münchener Magazin „Focus".
Das ZDF sieht dagegen eine klare Trennung zwischen Inhalten und
Werbung. Darüber hinaus führen solche Korrespondenzen dazu, „dass
die Rundfunkgebühren einigermaßen erträglich gehalten werden",
so ZDF-Sprecher Walter Kehr.
Durch einen Fernsehbericht sind nun neue Details zu dem
Beratervertrag zwischen Helmut Kohl und Leo Kirch bekannt geworden.
Laut „Panorama" war ausschließlich die „Beratung zu aktuellen
sowie strategischen politischen Entwicklungen in Deutschland und
Europa" Gegenstand des Vertrages. Gebräuchliche Klauseln zur
Leistungserfüllung tauchen auf dem Papier nicht auf. Auf diese Weise
erhärtet der Beratervertrag den „dringenden Verdacht der
nachträglichen Bezahlung von Regierungshandeln", so
Grünen-Abgeordneter Hans-Christian Ströbele. Trotz der noch vielen
offenen Fragen haben sich jedoch beide Parteien zur strengen
Vertraulichkeit verpflichtet.
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) spielt aufgrund einer
Programmumgestaltung mit dem Gedanken, das allabendliche „Sandmännchen",
aus dem aktuellen Programm abzusetzen. Diese Meldung löste vielerorts
eine Protestwelle aus. „Wenn eine pädagogisch wertvolle
Kindersendung nach vielen Jahren auf Grund der Einschaltquoten auf dem
Prüfstand steht, stellt der Sender seinen eigenen Auftrag in
Frage", meint beispielweise der FDP-Abgeordnete Martin Matz. Auch
das Deutsche Kinderhilfswerk sieht in dem Sandmännchen „einen
Botschafter für Kinderrechte" mit Einsatz für Toleranz,
Offenheit und Freundschaft. Laut Programmdirektor Gabriel Heim ist noch
nichts entschieden. Angeblich plant der RBB für den Sendeplatz
zwischen 18.00 bis 19.30 Uhr eine neue Vorabendshow.
Die Verantwortlichen von öffentlichem wie privatem Fernsehen sind
sich einig und prognostizieren das Ende der dreijährigen Krise im
TV-Werbemarkt. Wie Peter Christmann, Geschäftsführer von Seven One
Media, am Mittwoch auf der Telemesse in Köln erklärte, erwarte er
für das nächste Jahr bereits wieder ein Plus und Marktwachstum von
drei bis fünf Prozent. Gerhard Zeiler, Chef von RTL, berichtet bereits
von besseren Zahlen des vergangenen Quartats im Vergleich zum
vorherigen. Gemeinsamer Tenor der Verantwortlichen auch von der ARD
ist, dass die Krise überstanden sei und es spätestens im nächsten
Jahr mit der Werbeindustrie und den resultierenden Einnahmen wieder
aufwärts gehen würde. Es ist zu hoffen, dass die Erwartungen
zutreffen und die Sender die neu gewonnenen Finanzmittel auch bald für
neue Produktionen freigeben und der gesamten Branche die längst
nötige Bluttransfusion geben.
Nach wochenlangen und zähen Verhandlungen zieht MGM seine Offerte
in Höhe von 11,5 Mrd. $ für Universal Entertainment zurück und
beteiligt sich nicht mehr an der Verkaufsaktion. Den Ausstieg aus der
Versteigerung begründet MGM mit überzogenen Preiserwartungen des
Verkäufers, die um die 13-14 Mrd. $ liegen. Die französische Vivendi
Universal versucht momentan ihre amerikanische Unterhaltungssparte VUE
in einer Auktion meistbietend zu veräußern. Andere Interessenten an
Universal Entertainment sind u.a. Liberty Media, NBC und Viacom. Ein
Ende der Versteigerung wird für Mitte August erwartet.
Marie Trintignant, die bekannte französische Schauspielerin liegt
mit schweren Kopfverletzungen im Koma. Möglicherweise wurde sie am
Montag in Litauen Opfer einer Gewalttat; Informationen der litauischen
Medien zufolge habe sie ihr Freund Bertrand Cantat, Sänger der
französischen Band Noir Désir in ihrem Hotelzimmer verprügelt. Eine
erste Vernehmung durch die Polizei konnte nicht durchgeführt werden,
da er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss stehe. Trintignant befand
sich bereits im Koma als sie ins Krankenhaus eingeliefert wurde; nach
einer Notoperation geben Ärzte Ihren Zustand immer noch als äußerst
kritisch an. Trintignant ist aus Filmen wie „Betty", „Harrison's
flowers", „Petites misères" bekannt. Aktuell arbeitete
sie an dem Fernsehfilm „Collette", einem Zweiteiler über die
bekannte französische Schriftstellerin, die von Trintignant
dargestellt werden soll.
Schon länger werden Kleinunternehmen der Branche von der
derzeitigen Krisenstimmung gebeutelt. Jetzt hat es auch Gerd Politt,
Kinogroßunternehmer in NRW getroffen. Drei seiner Kinopaläste, in
Soest, Recklinghausen und das Mulitplex in Lünen sind von der
Insolvenz betroffen. Zusätzlichen finanziellen Druck bekommt Politt
von der „Harpen AG". Politt schuldet dem Unternehmen Miete
und Strom des Lünener „Cineworld" für ein halbes Jahr.
Derzeit sind aber alle drei Kinos noch in Betrieb und auch das Kinofest
Lünen, das von Politt begründet wurde, wird geplant stattfinden.
Christiane M. Conradi und Klaus Schaefer, Geschäftsführer
Bayerisches Filmzentrum Geiselgasteig, haben eine Initiative zur
Förderung von Nachwuchsfilmen gestartet. So werden junge Künstler mit
50.000 € gefördert, sofern sie ein Projekt mit der HFF München
realisieren. Voraussetzung für die Unterstützung ist eine Empfehlung
der Filmhochschule, sowie einer eingesetzten Jury, zu der die
Produzenten Alena Rimbach und Herbert Rimbach sowie Regisseur und
Münchner Filmfestpreisträger Hans Sebastian Steinbichler gehören
Der geborene Engländer war einer der ganz großen Regisseure, auch
wenn ihn nur die Cineasten wirklich kannten. Seine Filme „Asphalt-Cowboy", „Darling", „Sunday, Bloody
Sunday" waren gekonnte Mischungen von Kommerz und herausragender
Filmsprache, sein wenig bekannter Film „Tag der Heuschrecke"
ein Meisterwerk. Sein wichtigstes Anliegen war die genaue Beobachtung
von Menschen, sein Blick für die sozial Schwachen, die Verlierer.
Bereits nach dem ersten Teil der „Dogville"-Trilogie hat
Oskar-Preisträgerin Nicole Kidman die Zusammenarbeit mit Regisseur
Lars von Trier beendet. „Kidman steht erst im Herbst 2004 für den
zweiten Film zur Verfügung, aber die Dreharbeiten müssten bereits am
1. Juli beendet sein", so das offizielle Statement von Peter
Aalbaek Jensen, Manager der Zentropa Studios . Auf diese Weise muss
sich der Regisseur nun für die beiden geplanten „Dogville-"
Fortsetzungen „Washington" und „Manderlay" nach Ersatz
aus Hollywood umsehen. Ob ein Zusammenhang zwischen den
anti-amerikanischen Äußerungen von Triers und dem Ausstieg Kidmans
besteht, bleibt jedoch Spekulation.
Für den italienischen Ministerpräsidenten ist das Privatfernsehen
längst nicht mehr ein „Element der Freiheit“, sondern auch der
Freizügigkeit. Erneut hat der Senat zwei Mediengesetze erlassen, die
die Medienmacht von Berlusconi weiter stärken. Den Ausgangspunkt
bildet ein Gerichtsbeschluss aus dem vergangenen Jahr, wonach
Berlusconi einen seiner drei landesweiten Sender hätte aufgeben
müssen. Mit dem aktuellen Senatsbeschluss zur Einstiegsregelung in das
digitale Fernsehen wird dieses Urteil nun aufgehoben. Berlusconi
behält somit seine Medienmacht, mit der er 46% der Italiener erreicht.
Ferner kann der Medienmogul von nun an auch dessen Marktanteile auf dem
Zeitungsmarkt ausbauen. Einnahmenbegrenzungen für Fernseh-, Rundfunk-
und Zeitungskonzerne, d.h. die von Berlusconi dominierten Medien,
existieren von nun an auch nicht mehr.
Zum sechsten Mal überschreitet Warner Bros. den Jahresumsatz von
einer Billionen Dolllar. Mit Zuschauermagneten wie Harry Potter 2,
Matrix Reloaded, oder Two Weeks Notice erreichte man die Geldsumme in
einer Rekordzeit von nur 7 Monaten. Sue Kroll, Chef der
Marketing-Abteilung, erklärte, dass man durch die aktuellen Gewinne
einen noch größeren Spielraum besitze, um in neue Filmprojekte und
talentierte Regisseure zu investieren.
Bis zum Jahr 2005 möchte sich die Imax Corporation auch in China
etablieren. In Zusammenarbeit mit Shanghai United Cinema sollen zwei
bestehende Multiplex-Kinos in Shanghai und im südlichen China mit dem
neuen Imax MPX-System ausgestattet werden. Dieses neue System
ermöglicht das Abspielen der Imax-Filme, wie auch herkömmlicher Filme
auf extra großen Kinoleinwänden. Wird der Deal jetzt noch von der
chinesischen Regierung abgesegnet, steht dem Imax-Erlebnis in China
also nichts mehr im Wege.
Nachdem vor ein paar Wochen die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media
Ag und Kirch Media-Filmbibliothek durch den US-Milliardär gescheitert
war, plant er nun mit Hilfe mehrerer Beteiligungsfirmen ein neuerliches
Angebot für die Sendergruppe. Wie die Financial Times verlauten ließ,
wären Investorfirmen wie Hellmann&Friedmann, Thomas H. Lee und
Permira aber durchaus auch ohne Saban dazu in der Lage ein Angebot zu
unterbreiten. Vereinfachend kommt hinzu, dass die ProSiebenSat.1 Media
Ag nun ein Einverständnis unterzeichnet hat, das ihnen für die
nächsten zehn Jahre den Zugang zur Kirch Media-Filmbibliothek sichert.
Dies bedeutet, dass der zukünftige Eigner der Sendergruppe sich nicht
zusätzlich auch noch die Kirch Media-Filmbibliothek sichern muss, um
den Filmbedarf zu decken.
Obwohl Bücher, Zeitungen, Kino und Theater schon seit längerem nur
noch mit 7% besteuert werden, hat die EU-Kommission beschlossen die
Mehrwertsteuer von 16% auf Video, DVD und CD beizubehalten. Das führt
natürlich zu Verärgerung seitens der Musik- und Videowirtschaft, die
das Gesetz als Diskriminierung empfindet. Außerdem erhofften sich
Unternehmer durch die Mehrwertsteuersenkung Absatzsteigerung und
Rückgang der Raubkopien.
Witzigkeit kennt keine Grenzen! - Von wegen! Ex-Praktikant Elton
veräppelte für seine Show Elton-TV einen Radfahrer vor versteckter
Kamera. Als Polizist verkleidet mutete Elton dem 78-jährigen allerlei
Aufgaben zu, um angeblich dessen Fahrtauglichkeit zu überprüfen. Doch
diesmal an den Falschen geraten, drohte der Veräppelte mit einer
Anklage wegen Amtsanmaßung und Verletzung der Persönlichkeitsrechte.
Gegen 2500 Euro Schadenersatz zog der pensionierte Architekt die
Anklage allerdings wieder zurück.
Samstag Nacht war die Preisverleihung zum 38. Karlovy Vary
Filmfestival. Äußerst glücklich schätzen durfte sich der
türkisch-italienische Filmemacher Ferzan Ozpetek, der nicht nur als
bester Regisseur, sondern zudem mit dem Festivalhauptpreis, dem Grand
Prix Crystal Globe ausgezeichnet wurde. Die Herzen der Zuschauer
eroberte Morten Tyldom's Eröffnungsfilm „Buddy“, der sich mit dem
persönlichen Videotagebuch eines Jungen auseinandersetzt, welches
letztendlich in einer Reality-TV-Show landet. Der Film wurde trotz
geteilter Meinungen mit dem Mlada Fronta Dnes Publikumspreis
ausgezeichnet. Weitere Gewinner sind u.a. Björn Kellman für seine
Schauspielrolle in „Old, New, Borrowed and Blue“, sowie Alain
Corneau für das Drehbuch „Fear And Trembling“.
Momentan dürfen sich die ohne Alkohol eher unromantischen Iren
eines farbenfroh-kitschigen Spektakels erfreuen: Eine Filmcrew aus
Indien dreht die Liebesromanze „Ayodhiya“ in der irischen
Grafschaft Wicklow. Die Geschichte könnte typischer nicht sein: Zwei
Königskinder (Ein Hindu und eine Moslimin), unsterblich ineinander
verliebt, können aus ethnologischen Gründen nicht zueinander kommen,
bis der Prinz sich just selbst ins Liebesexil Irland verband und die
Prinzessin ihm nachreist. Bollywood scheint auf Expansionskurs.
Für das Geschäftsjahr 2002 hat sich Disney gewaltig verschätzt:
so wurden sage und schreibe 47 Mio. $ weniger eingenommen als zu Beginn
des Jahres veranschlagt. Als Ursache für diese Fehlkalkulation wird
die Produktion des 100 Mio. $ teuren Zeichentrickfilms "Treasure
Planet" genannt. Die Einspielergebnisse seien alles andere als
zufriedenstellend. In diesem Zuge soll nun die Animationsabteilung in
Frankreich geschlossen werden. Rund 90 Mitarbeiter, die für Disney
unter anderem den Hit "Tarzan" gestalteten, stehen vor der
Entlassung.
Im Streit um Arbeitslosenzuwendungen für freischaffende Künstler
und Techniker im Showbusiness haben die Betroffenen einen Teilsieg
errungen. Mittels Streiks und Unterschriftenaktionen erwirkten sie, die
jetzt gültige Regelung bis Ende 2003 aufrecht zu erhalten.
Kulturminister Jean-Jacques Aillagon geht jedoch davon aus, dass zum
Jahr 2004, spätestens 2005 die neue Regelung in Kraft treten wird.
Dann müssten 507 Stunden Arbeitszeit in zehn und nicht wie bisher in
zwölf Monaten vorgewiesen werden, um Anspruch auf Arbeitslosengeld
erheben zu können.
Auf französischen Fernsehkanälen wird es weiterhin keine Werbung
für Kinofilme geben. Dafür sorgte die französische Regierung in
einer hitzigen Debatte innerhalb der europäischen Kommission. Die
Regierung spricht sich gegen die Werbung aus, da sie darin einen
Nachteil für die heimische Filmindustrie sieht und sich Hollywood
selbst schon genug bewerben würde. Am 9. Juli wird die europäische
Kommission darüber und auch über TV-Werbung für Bücher entgültig
entscheiden.
Eine öffentliche Filmvorführung des US-Streifens „Ken Park“ in
Sydney wurde mittels Polizeieinsatz beendet. Der Film von Larry Clark
durfte auf dem Filmfestival der Hauptstadt zwar noch gezeigt werden,
wurde daraufhin durch die australische Zensurbehörde wegen seiner
extremen Sex- und Gewaltszenen jedoch verboten. Auch wenn bislang noch
niemand verhaftet wurde, können die Verantwortlichen bei jeglicher
Anklage mit bis zu einem Jahr Haftstrafe rechen.
Der Dokumentarfilm-Nachwuchspreis des Münchner Filmfests wurde an
Stanislaw Mucha verliehen. Nach Ansicht der Jury habe der 33-jährige
Pole ein „äußerst originelles und amüsantes Stück Kino zum Thema
Osterweiterung“ geschaffen. Im Rennen um den mit 10.000 Euro
dotierten Filmpreis, verbunden mit einem Finanzierungsangebot für eine
BR-Auftragsproduktion im Wert von bis zu 240.000 Euro, haben insgesamt
60 Talente ihr Werk eingereicht.
Es war kein guter Einstieg von Silvio Berlusconi in seine
sechsmonatige EU-Ratspräsidentschaft. In seiner mehr angreifenden, als
ironischen Aussage bezüglich des SPD-Abgeordneten Martin Schulz meinte
er wörtlich:„In Italien wird gerade ein Film über die
Nazi-Konzentrationslager gedreht, ich schlage Sie für die Rolle des
Lagerchefs vor. Sie wären perfekt.“ Bundeskanzler Schröder
verurteilte die Äußerungen scharf und forderte eine Entschuldigung
für den inakzeptablen Vergleich. Das Außenministerium in Rom erhob
hingegen Vorwurf gegen Schulz, der die „italienischen und
europäischen Institutionen“ beleidigt haben soll.
Buddy Hackett, der gemütliche, rundliche Automechaniker aus „Ein
toller Käfer“, starb im Alter von 78 Jahren in Los Angeles. Neben
Rollen in „Die Gebrüder Grimm“ und „Scrooged“ gab er auch
Scuttle in der kleinen Meerjungfrau seine Stimme.
Jean-Marie Messier lässt sich seine Bemühungen, die zum Niedergang
des Mischkonzerns Vivendi Universal geführt haben, mit über 20
Millionen Euro bezahlen. Ein New Yorker Gericht hat jetzt die
Forderungen des früheren Managers als rechtmäßig erklärt.
Angesichts der Beträge, die ehemalige Manager hiesiger insolventer
Medienunternehmen eingesammelt haben, sind Messiers Forderungen doch
geradezu bescheiden.
Nach „Reuters"-Angaben sind neue Verhandlungen zwischen
dem US-Milliardär Saban und der ProSiebenSat1 Media AG geplant.
Bereits in den nächsten Tagen soll Saban nach München kommen um nach
den gescheiterten Verhandlungen Anfang Juni ein neues Gebot abzugeben.
Sein Angebot soll dabei ein geringerer Preis pro Aktie sein, als
zuletzt, obwohl die Gläubigerbanken der deutschen Sendergruppe nach
einer höheren Summe verlangen sollen. Das Feilschen scheint nicht so
bald beendet zu sein.
Johnny Walker, berühmter Comedian in Bollywood der indischen
Filmmetropole, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Der als der
"indische Bob Hope" beschriebene Schauspieler stammte aus
einfachen Verhältnissen und begann seine Karriere mit der Umbenennung
seines Namens von Badruddin Qazi in Johnny Walker, nach dem
Schottischen Whisky. Er überzeugte durch seine einfache Art und Nähe
zum indischen Lebensstil und spielte von den 50er bis 80er Jahren in
mehr als 300 Filmen mit. Viele der heutigen Commedians, die seinen Tod
als das Ende einer Ära beschreiben, inspirierte er.
„Wondrous Oblivion", der neueste Film des britischen
Regisseurs Paul Morrison, gewann auf dem 33.Giffoni Film Festival den
goldenen Greif. Es ist die höchste Auszeichnung, die das Festival,
eines der bedeutendsten für den Bereich Kinder- und Jugendfilm,
verleiht. 300 Kinder aus der ganzen Welt, im Alter von 12-14 haben sich
für diesen Film entschieden, der im England der 60er Jahre spielt. Es
ist die Geschichte des 11 jährigen Jungen David der eine große
Leidenschaft für Cricket hat, diese aber als schlechter Spieler nicht
ausleben darf. Als neue Nachbarn, eine Jamaikanische Familie, einziehen
findet David neue Freunde, die ihn in seiner Liebe zu Cricket
unterstützen. Als es aber zu rassistischer Diskriminierung gegen die
Jamaikaner kommt muss David für seine neuen Freunde einstehen. Nach
dem Oskar nominierten Debütfilm „Salomon und Gaenor" ist das
ein neuer überaus sehenswerte Film von Paul Morrison
In Zukunft werden Werbekunden der ARD durchschnittlich „nur" noch 14.377 Euro pro 30-Sekünder hinblättern müssen.
Das sind immerhin 5,5 % weniger als im letzten Jahr. Grund für das
lukrative Angebot der ARD ist eine Umverteilung der Werbekosten. So
sind vor allem Werbeblöcke rund um die Daily-Soaps günstiger
geworden, während bei Wochenserien wie z.B. „Berlin Berlin"
die Preise angezogen wurden. „Spitzenverdiener" der ARD
bleibt aber unumstritten die Sportschau: zwischen 28.500 und 59.700
Euro muss während, vor und nach der Sendung für 30 Sekunden Werbezeit
gezahlt werden.
Der US-Komiker Bob Hope ist drei Monate nach seinem 100. Geburtstag
an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Der im Jahre 1903 in
Großbritannien geborene Schauspieler, Komiker und Entertainer für
Theater, Fernsehen, Kino und Radio feierte seine größten Erfolge
gemeinsam mit Bing Crosby. Vor allem seine Schlagfertigkeit im Umgang
mit Bing Crosby, sowie sein legendärer Witzreichtum brachten ihm den
Spitznamen „Master of Wisecracks" ein. „Sein Reiz lag in der
ständigen Selbstironie", schrieb der renommierte US-Filmkritiker
Leonard Maltin einmal. „Er war beileibe kein Held. Er war ein
Feigling und bei Frauen erfolglos - das war der Spaß dabei, ihm
zuzusehen. Und weil seine Film-Persönlichkeit sich alsbald mit seinem
Fernseh- und Radio-Image vermischte, hatte man das Gefühl, diesen Typ
wirklich zu kennen." Bob Hope geriet bis zuletzt nie in
Vergessenheit. Noch im Mai hatte ihn die Filmmetropole zum „Bürger
des Jahrhunderts" erhoben.
Als Orson Wells 1941 für „Citizen Kane" den Oscar erhielt,
dachte er sicher nicht, dass das gute Stück einmal für Streit
zwischen der Academy und seiner Tochter sorgen würde. Beatrice Wells
hatte vor, den Award im Londoner Auktionshaus Christie's meistbietend
zu verkaufen. Doch die Academy machte ihr einen Strich durch die
Rechnung und meldet selbst Besitzansprüche an den Oscar. Ist es doch
bereits seit über 50 Jahren so, dass die Academy öffentlich
angebotene Oscars zum symbolischen Preis von einem Dollar zurückkauft.
Deutschland ist beim diesjährigen Filmfestival von Locarno vom 06.
bis 16. August mit insgesamt zehn Beiträgen vertreten. Im Wettbewerb
des 56. Filmfestivals laufen u.a. vier deutsche Koproduktionen: die
deutsch-koreanische Koproduktion „Spring, Summer, Fall, Winter and
Spring“ von Kim Ki-Duk, darüber hinaus die pakistanisch-deutsch-
französische Produktion „Khamosh Pani“ von Sabiha Sumar, Martin
Rejtmans argentinisch-deutsch-französische Koproduktion „Los Guantes
Magicos“ und Barbara Albert's „Boese Zellen“ in der Co-Produktion
mit Österreich und der Schweiz. Das open air Programm zeigt u.a.
Soenke Wortmann's „Das Wunder Von Bern“, Dominique de Rivaz
Knecht's „Mein Name Ist Bach“ und Jean-Stephane Bron's „Mais im
Bundehuus“. Das Filmfestival von Locarno wird in der Branche zu den
sechs führenden Festivals weltweit gezählt.
Nachdem im März diesen Jahres auf dem Kongress "Kino macht
Schule" beschlossen wurde einen Filmkanon für die Schulen zu
erstellen, der als repräsentative Basis für die Auseinandersetzung
mit dem Thema Film in den Schulen dienen soll, einigte sich die
neunzehnköpfige Expertenkommission nun auf einen Kanon aus 35 Titeln.
Diese decken knapp hundert Jahre Filmgeschichte ab und sollen nach
Meinung der Kommission besonders gut dazu geeignet sein, Schüler mit
den Tücken und Freuden dieses Mediums vertraut zu machen.
Es hätte der schönste Propagandafilm für die Us-army werden
können: Die Befreiung der Jessica Lynch! Als die amerikanische
Soldatin, aus dem Krankenhaus im Irak von ihren Kameraden hollywoodlike
befreit wurde, war das Interesse der Medien an der Story kaum zu
bändigen. Der Fernsehgigant CBS hatte sogar vor, eine Dokumentation
und obendrein noch einen Spielfilm über Lynch drehen. Von letzterem
nahm der Sender jetzt jedoch Abstand. Vielleicht, weil die
Befreiungsaktion als sehr umstritten gilt und etliche Kritiker und
Zweifler an eine propagandawirksame Inszenierung glauben. NBC lässt
sich dagegen weder von der Kritik, noch vom fehlenden Einverständnis'
Lynchs von der Verfilmung abhalten. Im August soll's losgehen.
Er war Programmdirektor der ARD bis 1978, Intendant von Radio
Bremen, Produzent so bedeutender Nachkriegsfilme wie "Liebe
47", "Die Nachtwache", "Wir Wunderkinder",
"Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" und "Die
Buddenbrooks". Viele hielten ihn für "das Gewissen"
unseres Fernsehens. Er war ein kritischer Geist, ein ewiger Verfechter
der Ehrlichkeit und hoher Qualität in den Medien, gewitzt, geistvoll
und ein wunderbarer Mensch. Wir vermissen ihn.
Während des Kinderfilmfests in Hamburg darf eine Jury von sieben
Kindern den neuen Emil-Preis verleihen. Der glückliche Gewinner
erhält hierbei nicht nur eine eigens gestaltete Figur, sondern zudem
einen Preisgeld von 2.500 Euro. Die Filmfestleitung will ganz bewusst
eine Kinderjury über den besten Streifen bestimmen lassen,
schließlich seien die wirklichen Experten im Publikum. Das Filmfest
Hamburg findet dieses Jahr vom 20. bis 26 September statt.
Alexander Walker, Großbritanniens bekanntester und
einflussreichster Filmkritiker, ist gestern im Alter von 73 Jahren
gestorben. Er war zuletzt wegen seiner Erkrankung an Krebs in
ärztlicher Behandlung. Seine Kritiken für den Londoner „Evening
Standard“ waren sehr umstritten, denn einerseits konnten sie einen
Filmemacher ehren, anderseits aber auch härter treffen, als jede
andere Beurteilung. In der Filmbranche wurde er für seine Arbeit
ebenso gerne verflucht wie verehrt. Unumstritten ist seine Position als
erstklassiger Schriftsteller, der nicht nur revolutionäre Kritiken,
sondern ebenso perfekt recherchierte Biographien verfasste.
Wagner, der Mitentwickler der 70er TV-Serie „Charlie's Angels“
(auf der die Kinofilme basieren), verlangt von Sony Pictures
Entertainment die Hälfte der Einnahmen der beiden Kinofilme. Die
Anwaltskanzlei Wagners argumentiert damit, dass Wagner an der
ursprünglichen TV-Serie „Charlie's Angels“ des amerikanischen
Fernsehsenders ABC finanziell beteiligt wurde, als er sich 1974 dazu
bereit erklärte für die beiden Produzenten Aaron Spelling und Leonard
Goldberg in dem Fernsehfilm „Love Song“ zu spielen. Sein Vertrag
für „Love Song“, sicherte ihm Anteile an fünf TV-Serienkonzepten,
die die Spelling-Goldberg Productions von 1974 bis 1975 für ABC
produzierte. Unter diesen war auch „Charlie's Angels“. Sony, die
sich alle Rechte an der Serie von Spellings Produktionsfirma gesichert
hat, weigert sich Wagner seinen Anteil an den Einnahmen der beiden
aktuellen Kinofilme auszuzahlen. Nun wird geklärt, ob seine Rechte auf
die Serie auch auf die Filme zutreffen.
Eine aktuelle Studie über das europäische Kino brachte zum
Ergebnis, dass die jährlichen Besucherzahlen bis 2005 auf eine
Milliarde steigen werden. Das würde einem Anstieg um 20 Prozent seit
2002 entsprechen. Da sich die Zuschauer offensichtlich dazu bereit
erklären, für den Komfort der neuen Multiplex-Kinos mehr Geld
hinzulegen, sollen die Einnahmen an der Kinokasse gleichzeitig sogar um
33 Prozent steigen. An der Spitze liegt momentan die Schweiz, in der
man durchschnittlich satte 9,49 € für ein Ticket zahlt. Danach
folgen Großbritannien mit 6,85 €, Deutschland mit 5,86 € und
Frankreich mit 5,57 €.
Schon seit zwei Jahren setzt sich die Bundeszentrale für politische
Bildung für die „Kinoleinwand als Lernort“ ein. Da die
europäische Filmkultur schon längst zur Allgemeinbildung gehöre,
müssten deutsche Schüler dringend die Bild-, Ton- und
Dramaturgiesprache der „Mutter aller audiovisuellen Medien“
erlernen. Kulturstaatsministerin Christina Weiss spricht sogar von
einer bestehenden „Filmleseschwäche“ in unserer Gesellschaft. Aus
diesen Grund wurde eine Kommission aus Regisseuren, Filmhistorikern,
Kritikern, Autoren und Medienpädagogen dazu beauftragt, bis zum 16.
Juli einen Kanon aus 25 repräsentativen Werken der Filmgeschichte zu
schaffen. Dieser soll schließlich der Öffentlichkeit als mögliches
Schulpaket zur Diskussion gestellt werden.
Der Grimm-Klassiker soll wieder in den Kinos landen. Otto Waalkes,
Heinz Hoenig und Boris Aljinovic werden als Zwerge unser Schneewittchen
in Empfang nehmen, während Nina Hagen, zugleich Mutter der
Hauptdarstellerin, als böse Königin ins Spieglein sprechen wird. Die
Dreharbeiten sollen nach Angaben der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen
noch am Donnerstag unter der Regie von Sven Unterwaldt beginnen.
Buddy Ebsen, die Schauspielgröße aus dem Hollywoodstreifen „Breakfast
at Tiffany's“ oder der US Fernsehserie „The Beverly Hillbillies“,
ist vergangenen Sonntag im kalifornischen Torrance verstorben.
Berichten zufolge sei er Komplikationen einer Lungenentzündung
erlegen. In seiner Schauspielkarriere, die sich über 70 Jahre
erstreckte, war er nicht nur neben Stars wie Shirley Temple, Gregory
Peck, oder Audrey Hepburn zu sehen, sondern auch in Musicals wie „Ziegfeld
Follies“ oder „Flying Colors“. Buddy Ebsen wurde 95 Jahre alt.
Die BBC warf der Regierung Vorspiegelung falscher Tatsachen während
und vor des Irakkrieges vor. So sollen Berichte des Geheimdienstes
über Massenvernichtungswaffen auf Drängen Tony Blairs
propagandawirksam verändert worden sein. Blair wehrt sich heftigst
gegen die Anschuldigungen und bezichtigt die BBC der Verleumdung. Diese
wiederum erhält Rückendeckung von Uno-Waffeninspektor Hans Blix.
Nachdem bereits alle Superstars für Jobs vor der Kamera gefunden
wurden, wird die BBC in diesem Herbst in der Sendung „Get Creative“
nach unentdeckten Schreibtalenten suchen. Nach Manier der englischen
Sendung „Pop Idol“ soll jetzt fähiger Nachwuchs bei
Drehbuchautoren gefunden werden. Alle, die über 16 sind und deren
Werke noch nicht ausgestrahlt oder veröffentlicht wurden sind
aufgerufen ihr Talent vor einer Jury unter Beweis zu stellen. Wer mehr
wissen möchte oder seine Chance sieht berühmt zu werden, findet ab
01.08. unter www.bbc.couk/getwriting
alle Infos.
Seit Peter Jacksons Fantasy-Trilogie sind viele Filmproduzenten auf
die landschaftliche Vielfalt des Inselstaates aufmerksam geworden.
Waren Dreharbeiten in Neuseeland jedoch bislang noch mit
Finanzierungsschwierigkeiten verbunden, möchte die Regierung nun
ausländische Produktionen mit Zuschüssen und Steuererleichterungen
gezielt anlocken. Nach Angaben des Wirtschaftsministers Jim Anderton
sollen mit der neuen Regelung die Produktionskosten um bis zu 12,5
Prozent gesenkt werden.
Der wegen Totschlags angeklagte Star Salman Khan erschien nicht zu
seinem Prozess. Nach Angaben seines Rechtsanwalts unterliege er
momentan einer medizinischen Behandlung in der USA, weshalb er den
Prozess im indischen Bombay nicht besuchen könne. Die
Gerichtsverhandlung wurde nun auf den 10. September diesen Jahres
verschoben. Salman Khan ist wegen eines selbstverschuldeten
Verkehrsunfall angeklagt, in dem er Fahrerflucht begangen haben soll.
Ein Streik gegen die Senkung der Arbeitslosenunterstützung in
Frankreich legt derzeit das künstlerische Leben bei den Nachbarn lahm.
Statt 12 sollen nur noch 9 beschäftigungslose Monate maximal im Jahr
bezahlt werden, dagegen protestieren die Gewerkschaften. Kulturminister
Jean-Jacques Aillagon hält eine Krisensitzung nach der anderen mit den
diversen Festivalorganisationen. Traditionell finden in Frankreich im
Sommer zahlreiche Opern- und Theaterfestivals statt, die nun bereits
erste Ausfälle verzeichnen. Auch die ersten Filmproduktionen leiden
unter dem Künstlerstreik.
Deutsche Kinoketten wollen erhöhte Leihgebühren nicht mehr
akzeptieren. Die unmittelbar bevorstehenden Starts von „Hulk“ und
„Sinbad“, zweier aktueller UIP Titel sollen von einem
Interessenverband der Kinobetreiber boykotiert werden. Grund sind
überzogene Forderungen wonach 55% der Kinoeinnahmen an den Verleih UIP
abgeführt werden sollen.
Die große Katharine Hepburn ist nicht mehr. Am Sonntag, den 29.
Juni starb sie in ihrem Haus in Old Seybrook (Connecticut) im Alter von
96 Jahren. Ihr Humor, ihre Schlagfertigkeit und Charme waren
einzigartig. Berühmt wurde sie durch zahlreiche Filme darunter
"African Queen", "Die Nacht vor der Hochzeit" und
"Die Frau von der man spricht". Sie erhielt mehrere Oscars
und war auch am Theater ein gefeierter Star. Am Dienstag, den 1.Juli
sollen zu ihren Ehren auf dem New Yorker Broadway für kurze Zeit alle
Lichter verlöschen. Ohne sie ist die Welt ein wenig dunkler geworden.
Um sein 1,5 Millionen Euro teures Filmprojekt beim
öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ZDF realisieren zu können, hat
ein Filmemacher einen Redakteur des Senders mit Sachgeschenken
bestochen. Dieser soll u.a. ein Gemälde, zwei Teppiche und eine Spende
auf das Konto seines Vereines bekommen haben. Da das Projekt aber trotz
mündlichen Zusagen von verschieden Stellen und den Geschenken nicht
verwirklicht wurde, wendete sich der Regisseur mehrmals schriftlich an
das ZDF um den Vorfall zu schildern. Bereits nach seinem ersten
Schreiben im Oktober wurde der Fall geprüft. Der betreffende Redakteur
wurde daraufhin zum Jahresende entlassen. Die Anschuldigungen, dass
auch andere Mitarbeiter bestochen wurden, konnte das ZDF nicht
bestätigen.
Heiße Diskussion um heiße Girls: Nach Plänen der Eu-Kommission
sollen demnächst Gerichte darüber entscheiden, wann die Darstellung
einer Frau in den Medien über das Erotische hinausgeht und ihre
Menschenwürde verletzt wird. Ausgerechnet eine Frau erhebt gegen
diesen Beschluss Einspruch: Angela Mills Wade, Chefin der europäischen
Verleger-Vereinigung sieht in diesem Gesetzesvorschlag die
Pressefreiheit bedroht!
Der letzte rettende Hafen für unabhängige Journalisten aus
Russland wird nun stillgelegt. TWS war bislang noch der einzige Sender,
der unzensierte Berichte über Korruption, gescheiterte Reformen, oder
Militäreinsätze in Tschetschenien in die Wohnzimmer der russischen
Bürger brachte. Doch Neuwahlen stehen vor der Tür und eine kritische
Auseinandersetzung mit der aktuellen Politik von Parlament und
Regierung sind hierbei gänzlich unwillkommen. Da zeigt man doch viel
lieber Sportprogramm, in dem wirklich gute Ratschläge für eine
gesunde Lebensweise vermittelt werden.
Stefanie Julia Möller, alias Charlotte Böhlstädt, klagt vor dem
Bundesarbeitsgericht ihren Lohn ein. Nachdem die Rolle der Charlotte
Böhlstädt, nach einer Meinungsanalyse, aus der Soap gestrichen wurde,
wurde Stefanie Julia Möllers Vertrag frühzeitig aufgelöst. Jetzt
fordert sie von ihrer Produktionsfirma "Grundy Ufa" 30.000€
Lohnnachzahlung.
Der amerikanisch-englische Gegenpart zu Deutschlands Quotenhit
"Wer wird Millionär" sinkt auf der Beliebtheitsskala. Für
die produzierende Firma "Avesco" bedeutet das Verluste in
Millionenhöhe. So fielen die Einnahmen zum Vorjahr um 60%. David
Nicholsen, Geschäftsführer von "Avesco" setzt deshalb
bereits auf andere Einnahmequellen. "Avesco" wird demnächst
zwei Shows für BBC1 produzieren und im September einen Spielfilm
drehen.
George Axelrod verstarb im Alter von 81 Jahren an Herzversagen. Vor
allem in den 50er und 60er Jahren erfolgreich, wurde er mit
Drehbüchern zu „Das verflixte siebte Jahr“ und „Frühstück bei
Tiffany's“ berühmt. Letzteres brachte ihm sogar eine
Oscarnominierung ein. Schauspielerfahrung machte der Amerikaner
erstmals 2000 in „The next best thing“.
Rubens Sabino da Silva, Hauptdarsteller des Fernando Meirelles
Filmes „City of God“, ist nach einem Taschendiebstahl in den Slums
von Vidigal festgenommen worden. Nach eigener Aussage habe er aus
Hungersnot gehandelt. „Der Film 'Cidade de Deus' hat Millionen
eingespielt, und ich habe keinen Real verdient“, erklärte er
gegenüber einer Zeitung. Der Streifen von Fernando Meirelles versteht
sich als gesellschaftskritischer Film, der die dunklen Seiten der
lateinamerikanischen Slums fernab des Glamours beleuchtet.
Rubens Sabino da Silva, Hauptdarsteller des Fernando Meirelles
Filmes „City of God“, ist nach einem Taschendiebstahl in den Slums
von Vidigal festgenommen worden. Nach eigener Aussage habe er aus
Hungersnot gehandelt. „Der Film 'Cidade de Deus' hat Millionen
eingespielt, und ich habe keinen Real verdient“, erklärte er
gegenüber einer Zeitung. Der Streifen von Fernando Meirelles versteht
sich als gesellschaftskritischer Film, der die dunklen Seiten der
lateinamerikanischen Slums fernab des Glamours beleuchtet.
Die Dreharbeiten in Los Angeles zu "Deadly Course", einem
Low-Budget Projekt mit Schauspieler Jon Voight, dem Vater von Angelina
Jolie wurden von Mitgliedern verschiedener Gewerkschaften blockiert und
zum Stillstand gebracht. Neben dem Vorwurf zu langer Drehtage, die bis
zu 20 Arbeitsstunden umfassen, stören sich die Gewerkschaften auch
daran, dass das Projekt als Low-Budget gilt und die Standardverträge
umgeht. Sie vermuten, dass Jon Voight heimlich Co-Produzent ist und die
Produktion deutlich mehr Geld zur Verfügung hat als behauptet.
Eine Doku-Sendung aus der BBC-Reihe „Superhuman“ zum Thema
"Atemstörungen" löste am Donnerstag in einem deutschen
Kabelnetz ebensolche aus. Statt der erwarteten BBC-Bilder liefen wegen
einer Verwechslung der Kanäle beim Kabelbetreiber Hardcoreszenen,
während die wissenschaftlichen Kommentare im Ton weiterliefen.
Zahlreiche Protestanrufe aufgebrachter Fernsehzuschauer beendeten die
Fehlschaltung.
Mickey Mouse & Co. dürfen sich festhalten. In München wird
derzeit Deutschlands größter Zeichentrickfilm fertiggestellt. Unter
der Regie von Eberhard Junkersdorf entsteht in der 500-Mann starken
Produktionsfirma „Munich Animation“ der Klassiker Till
Eulenspiegel. Nach Zweieinhalb Jahren Arbeit, in denen bislang 600.00
Blatt Papier verzeichnet und 2,2 Terrabyte errechnet wurden, soll Till
Eulenspiegel nun ab dem 25. September in die Kinos gelangen.
Gabriel Keller, französischer Botschafter und Branislav Lecic,
Serbiens Minister für Kultur haben sich den Wiederaufbau des
jugoslavischen Filmarchivs zum Ziel gemacht. Ermöglicht werden soll
dieses Vorhaben durch finanzielle Mittel der Französischen Regierung
(291.000€) und des serbischen Kulturministeriums (138.500€).
Nun ist auch die Film- und Börsenfirma Senator Entertainment ein
Fall für die Sanierungsbranche. Von bislang 140,1 Millionen Euro fiel
der Umsatz um mehr als die Hälfte, wobei Vorstandschef Hanno Huth
einen Gesamtverlust von 178,2 Millionen Euro verzeichnen musste. Den
Wert seiner Beteiligung an der ebenso krisenbehafteten
Cinemaxx-Kinokette korrigierte er mit einer Abschreibung von 69
Millionen Euro nach unten.
Martin Bachmann wird den langjährigen Chef der deutschen
Niederlassung von Columbia TriStar Jürgen Schau ablösen. Bachmann
fing 1989 bei Columbia im Münchner Haus an, stieg 1993 zum Marketing
-Chef auf und ging 2002 nach Culver City. Jetzt bekommt er auf
heimischem Boden die Zügel in die Hand.
Auf den Beschluss des Gläubigerausschusses der Kirch-Media hin,
soll nun doch das weltgrößte Filmarchiv des TV-Konzerns verkauft
werden. Dies wurde gestern durch den Betriebsratsvorsitzender Guido
Bucholtz bestätigt. Infolge dessen werden in Zukunft die Sender Pro
Sieben und Sat1 ihre Filmlizenzen unabhängig voneinander einkaufen,
statt sie aus dem Bestand der Kirch Media zu beziehen. In diesem Sinne
haben sich auch alle Hoffnungen zerschlagen, Kirch Media und die
Aktienmehrheit an Pro Sieben Sat1 im Gesamtpaket zu veräußern. Statt
dessen wird die Beteilung an den Sendern in eine Zwischenholding
übergeführt. Auf diese Weise soll die notwendige Kapitalerhöhung
durchgesetzt werden, an der sich auch die Kreditinstitute
Hypo-Vereinsbank, Bayerische Landesbank, DZ Bank und Commerzbank
beteiligen.
In der Nacht zum Donnerstag verstarb Gregory Peck im Alter von 87
Jahren in Los Angeles. Berühmt wurde er 1955 durch den Film „The man
in the Gray Flannel“ und erhielt 1962 für seine Rolle des Anwalts
Atticus Finch in „Wer die Nachtigall stört“ den Oscar. In
Deutschland wurde er 1993 mit dem Goldenen Bären geehrt und bekam 1998
den Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk.
In seinem neuesten Projekt will Luc Besson 10 Kurzfilme auf die
Leinwand bannen. Mit dem Titel „Zero Un“ erhalten 10 internationale
Regisseure die Chance, ihre Streifen innerhalb der jährlichen
Kinoveranstaltung „Fete du Cinema“, welche über das Sommerloch
hinweghelfen soll, an das Publikum zu bringen. Bessons ist unter
anderem der Meinung, dass es für die jungen Regisseure eine gute
Erfahrung sei, bei ihrem Debutfilm mit der ebenso notwendigen
Filmvermarktung in Kontakt zu kommen.
Nach fast zweimonatiger Stillegung der Filmtheater in der
chinesischen Hauptstadt stehen wieder Besucher an der Kinokasse. Nach
Angaben von "Variety" seien in Peking keine neuen SARS-Fälle
aufgetreten und so können Streifen wie „Daredevil “, „My Big Fat
Greek Wedding “, und „Matrix Reloaded “ planmäßig an den Start
gehen. Zudem wurde Chinas zweiter Filmverleih namens „Hua Xia“
gegründet, welcher vorwiegend ausländische Filme in die Kinos bringen
soll.
Was die Zigarettenindustrie seit Jahrzehnten weiß und fördert (Product
Placement), haben US Forscher des Wissenschafts-Magazins Health
Journal herausgefunden. 52 % aller rauchenden Jugendlichen haben wegen
der coolen Leinwand-Vorbilder mit Zigaretten begonnen. Schon stehen
Aktivisten der Anti-Raucher Vereinigung Glantz in den Startlöchern und
fordern ein Mindestalter-Rating
für Filme mit rauchenden Darstellern. Recht so, und das Mindestalter
für Splatter-Filme konsequent weiter auf 6 Jahre senken.
Die Verleihung des goldenen Popcorn-Bechers lockte Stars wie
Harrison Ford, Adrien Brody, Queen Latifah, oder David Beckham nach
Hollywood. Die MTV-Galashow, in der T-Shirts und knappe Tank-Tops
anstatt Frack und Abendkleid angesagt sind, versteht sich als witzige
Alternative zur Oscar-Verleihung und ermittelt seine Gewinner durch
eine landesweite Umfrage unter MTV-Zuschauern. Selbstverständlich
durften Blockbuster wie „Herr der Ringe“ oder „Spiderman“
ordentlich Preise abräumen. Ungewöhnlich ist die erstmals geschaffene
Kategorie „Beste Virtuelle Darstellung“, in der computergenerierte
Figuren wie Gollum, Jediritter Yoda, oder Scooby-Doo konkurrieren
dürfen. Die Gala wird am 5. Juni in 166 Ländern ausgestrahlt.
Wie nun bekannt wird, stand der britische Schauspieler Pete
Postlethaite im Gespräch für eine der Hauptrollen in Martin Scorseses
Mammutfilm "Gangs of New York". Anfangs noch euphorisch, da
ja ein jeder Schauspieler mit Scorsese zusammenarbeiten wolle, lehnt er
die Rolle ab. Postlethwaite fand nämlich heraus, dass die Produktion
die Cast des Films überredet hatte, für weniger Gage zu arbeiten und
dies kam für ihn einfach nicht in Frage. Der Darsteller mit dem
unaussprechbaren Nachnamen ist ansonsten bekannt durch Rollen in
"Romeo&Juliet", "The Name of the Father" und
"The Usual Suspects".
Lew Rywin, Produzent der oscar-preisgekrönten Filme „Schindlers
Liste“ und „der Pianist“, wurde der Korruption beschuldigt. Ein
Zeitungsbesitzer habe ihm 17,5 Millionen Dollar überreicht, wofür
Rywin günstige Mediengesetze innerhalb seiner Regierungslobbyarbeit
herausschlagen sollte. Die Affäre umschlingt auch einige
Regierungsmitglieder, wie z.B. Premierminister Leszek Miller, welchem
ein separates Verhör bevorstehen soll. Der neue Skandal dürfte in
Regierungskreisen wohl kaum willkommen sein, schließlich würde man
viel lieber die politischen Erfolge zur bevorstehenden Aufnahme in die
EU feiern.
Vor dem offiziellen US-Kinostart von „Hulk“ waren bereits in
einem kleinen Ort in Schottland Raubkopien des Filmes auf DVD
erhältlich. Dieser Vorfall versetzte Filmverleihe, Kinos und
Produzenten in Alarmbereitschaft. Doch ist es nicht das erste Mal, dass
durch illegales Mitfilmen der Kinovorführung und deren Verbreitung
Verluste in Millionenhöhe entstanden. Deshalb haben, unter anderem,
Warner Brothers Pictures und Spencer Mott, Direktor der
Anti-Piraterie-Vereinigung, der unerlaubten Vervielfältigung den Kampf
angesagt.
Leon Uris verstarb am Samstag in seinem Haus in New York im Alter
von 78 Jahren natürlichen Todes. Mit seinem Werk "Exodus"
gelang dem jüdischen Emigranten 1958 ein Bestseller. Der 600 Seiten
Schmöker gibt die Geschichte des europäischen Judentums von der
Jahrhundertwende bis 1948 wider. Übersetzt in zahlreiche Sprachen
wurde das Buch zum Welterfolg.
Das britische Big Brother scheint einen Großteil des
Fernsehpublikums nicht mehr zu begeistern. Waren es letztes Jahr noch
6,5 Millionen Zuschauer, die sich mit ihrer Stimme um den Rauswurf
eines Kandidaten bemühten, müssen Channel 4 und Produzent Endemol
einen Rückgang um 40 % in der aktuellen Staffel hinnehmen. Man darf
gespannt sein, ob der Versuch, ein afrikanisches Big Brother im
heimischen Wohnzimmer zu etablieren, die gewaltigen Geldsummen der
letzten drei Jahre wieder einspielen wird.
Die Schauspielerin und Regisseurin Christine Harbort ist am
vergangenen Dienstag nach schwerer Krankheit im Alter von 54 Jahren in
Berlin verstorben. Berühmtheit erlangte Harbort, die an der
Staatlichen Schauspielschule in Rostock studierte, durch Istvan Szabos
Film „Mephisto“ an der Seite von Klaus Maria Brandauer. Darüber
hinaus war sie in den Kinofilmen „Sonnenallee“, „Die
Unberührbare“ und „Wir können auch anders“ zu sehen.
Hume Cronyn, der kanadische Schauspieler, der durch frühe
Hitchcock-Filme wie "Shadow of a doubt" sowie
"Cleopatra" und die "Cocoon" Sequels bekannt wurde,
ist im Alter von 91 Jahren in Connecticut gestorben.
Die britische Schauspielerin erlag am 19.6 ihren schweren
Verletzungen in Folge eines Sturzes vom Balkon ihres Freundes aus 12
Metern Höhe. Wegen der ungeklärten Umstände wurde ihr Freund, der
Schauspieler George Calil zunächst verhaftet, gegen Kaution aber
freigelassen.
Das "National Theatre" des Britischen Filminstituts wird
das digitale Kino zum Leben erwecken. Innerhalb der nächsten beiden
Jahre sollen unterschiedlichste digitale Formate und Technologien
getestet werden, wobei auch Projektoren von Texas Instruments und JVC
zum Einsatz kommen. Die Krönung der ganzen Aufrüstungscampagne ist
der Anschluss an das SohoNet, ein digitales Hochleistungsnetzwerk, das
die Londoner Produktionsstätten nicht nur mit Hollywood, sondern mit
Firmen in der ganzen Welt verbindet.
Am vergangenen Sonntag stürzte Laura Sadler,22, vom Balkon einer
Londoner Wohnung 12m in die Tiefe. Seitdem wird der allseits beliebte
Soap-Star (Holby City) im Krankenhaus Hammersmith behandelt. Ein
Sprecher teilte mit, dass sie schwere Kopfverletzungen habe und ihr
Zustand kritisch sei. Nachbarn, Kollegen und Freunde äußerten sich
bestürzt und hoffen auf eine baldige Genesung. Der Unfallhergang
konnte noch nicht geklärt werden.
Bis auf zwei Trophäen sind nun wieder alle Oscars im trauten Heim.
Nachdem bereits 52 der gestohlenen Statuen in der Nähe einer
Mülltonne wiedergefunden wurden, wofür der glückliche Entdecker
natürlich mit 50.000 Dollar und einer Eintrittskarte für die
Preisverleihung belohnt wurde, tauchte nun eine weitere in Miami auf.
Vor knapp drei Jahren wurden insgesamt 55 der begehrten Filmpreise
durch unbekannte Hände entwendet.
Der Beschluss des koreanischen Wirtschafts- und Finanzministers, das
Quotensystem abzuschaffen, um den Markt für Kinofilme aus aller Welt
zu öffnen, stößt bei Koreas Filmemachern auf heftige Ablehnung.
Verständlich, da das System koreanischen Produktionen langfristige
Vorführdauer im ganzen Land garantiert und vor ausländischer
Konkurrenz schützt.
Während der zweite Teil der Wachowski Trilogie „Matrix Reloaded“
weltweit für volle Kinosäle sorgt, stößt der Film in der arabischen
Welt dagegen auf wenig Zustimmung. So wurde in Ägypten, auf Empfehlung
der staatlichen Zensurbehörde, der Kinostart untersagt. Zur
Begründung hieß es. „Es gibt keine spezielle Szene, die das Komitee
ablehnte, es geht um den Film als Ganzes. Trotz der hohen Technologie
und den phantastischen Effekten geht es indirekt um Fragen wie Existenz
und Schöpfung, welche mit den drei göttlichen Religionen
zusammenhängen, die wir alle respektieren und an die wir glauben.“
Anzumerken ist, dass sich die Zensurbehörde aus einem Kreis
gemäßigter Denker zusammensetzt und somit nicht als Sprachrohr
arabischer Extremisten gilt. Die Bedenken stützen sich in erster Linie
auf die religiöse Thematik, sowie die Gewaltszenen, die nach Aussage
der ägyptischen Intellektuellen bereits in der Vergangenheit Krisen
ausgelöst haben.
Der Science-Fiction Streifen „Matrix Reloaded“ ist als erster
Spielfilm auf der 588 qm großen Leinwand des CineStar Imax in Berlin
zu sehen. Das neue DMR Verfahren ermöglicht die Präsentation von 35mm
Spielfilmen auf der großen Imax-Leinwand, wofür die ursprüngliche
Filmkopie mittels Computertechnik auf das 15/70 Format hochgerechnet
wird. Die Matrix-Vorführungen im Imax-Format laufen seit dem 06.Juni
2003.
Der australische Schauspieler Trevor Goddard, unter anderem zu sehen
als Mic Brumby in der CBS-Serie „JAG“, wurde vergangenen Sonntag in
seinem Haus Tod aufgefunden. Es wurden zwar keine Hinweise auf einen
gewollten Selbstmord gefunden, allerdings ergaben ärztliche
Voruntersuchungen eine Überdosis an Drogen. Goddard beendete soeben
seine Filmarbeiten für „Pirates of the Caribbean: Curse of the Black
Pearl“ mit Johnny Depp und Orlando Bloom.
Das Boulevardmagazin "Bunte" verlieh gestern den New Faces
Award in der Kategorie "Beste Regie" an den Regisseur Chris
Kraus. Sein Film "Scherbentanz" beeindruckte die aus
Prominenz zusammengesetzte Jury (u.a. Veronika Ferres) durch
Unsentimentalität und Purismus. Chris Klaus studierte im übrigen an
der dffb und schrieb danach Drehbücher für Film und Fernsehen.
Inzwischen ist er schon 39 und bekommt immer noch Nachwuchspreise.
Hoffentlich bleibt für den Nachwuchs was übrig.
Und wieder wurden die besten Stuntprofis der Welt mit dem World
Stunt Award ausgezeichnet. Während der Verleihungszeremonie durch
Paramount Pictures in Los Angeles zählen unter anderem Clayton Barber
und Clay Fontenot für die besten Kampfszenen, Keii Johnston und Brett
Jones für die besten Feuerstunts sowie Lance Gilbert für die beste
Stuntleitung zu den glücklichen Gewinnern. Neben Harrison Ford
erhielten Gale Anne Hurd sowie Terry Leonard einen Ehren-Taurus.
Sollte der Fall eintreten, dass US-Milliardär Haim Saban die
geforderte Zahlungsfrist nicht einhält, werde man die Vorzugsaktien
der ProSiebenSat.1 Media AG in Stimmrechte umwandeln, so ein Bericht
der „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf
verhandlungsnahe Kreise. Bei Nichteinhaltung der Zahlung von 525 Mio.
Euro bis zum 10.Juni wolle KirchMedia die Sendergruppe und den
Filmrechtehandel zunächst mit Hilfe der Gläubigerbanken
weiterführen.
...der Gesichtverband wird abgenommen, ein Blick in den Spiegel, und
dann der ganz bestimmt ehrlich gemeinte Ausruf des Entzückens: „Das
bin ich? Mein Gott, dass ich so aussehen kann!“. Amerikas neueste
Reality-Show bringt hässliche Entlein unters Messer. Mit Hilfe von
Chirurgen, Dentisten, Visagisten und Hairstylisten sollen die
Kandidaten ein neues Selbstwertgefühl erlangen. Verlierer gibt es
nicht, schließlich sehen die Patienten am Ende immer besser aus als
vorher. Sollten die Silikon-Implantate nach ein paar Jahren dann doch
stören, lässt sich vielleicht eine neue Show auf die Beine stellen,
in der unsere natürliche Schönheit wieder zurecht geschnitten wird.
Im Jahr 1941 wurde Orson Welles für sein Debütfilm "Citizen
Kane" ein Oscar überreicht. Als Schauspieler, Regisseur und
Produzent war er damals in vier Kategorien nominiert und wurde
schließlich für das Drehbuch zum Film ausgezeichnet. Nun soll die
Trophäe, dessen Wert auf bis zu 400.000 Dollar geschätzt wird, durch
das Auktionshaus Christie's verkauft werden. Die Versteigerung, in der
zudem John-Lennon-Memorabilia unter dem Hammer liegen, wird am 25. Juli
in New York stattfinden.
Keine Überraschungen gab es beim Deutschen
Filmpreis. Gleich neun Preise bekam Goodbye Lenin bei der
Verleihung am Freitag in Berlin, darunter auch einen für Daniel Brühl
als bester Darsteller. Hannelore Elsner erhielt eine "Lola"
als beste Hauptdarstellerin in "Mein letzter Film", weitere
Preise gingen an "Lichter" und "Nackt". Ein
Ehrenpreis für herausragende Verdienste ging an Ulrich Gregor, bester
ausländischer Film war "The Hours".
07.06.03
Der russische Trickfilm
Verkauft an die US
Im Jahr 1992 kaufte die amerikanische Filmfirma "Films by Jove"
die Verleihrechte an 1.200 in der ehemaligen UdSSR produzierten Animationsfilme
für gerade mal 500.000 Dollar. Die Filme wurden von einem
(staatlichen) Trickstudio namens Soyuzmultfilm produziert. Deren
ehemaliger Chef Ernst Rakhimov klagt nun vor Gericht, da der Verkauf
weder legal vonstatten ging, noch sei der Verkaufspreis annährend
gerechtfertigt, der eigentliche Wert liege bei mindestens 5 Millionen
Dollar und außerdem ginge es hier eh um prinzipiell unverkäufliches
russisches Kulturgut.
Der Ernstfall ist eingetreten. Nach endgültigem Scheitern der
Verhandlungen zwischen KirchMedia und Haim Saban wird der
US-Milliardär das Kernunternehmen nicht übernehmen. Die Forderung der
Finanzaufsicht nach einem Pflichtangebot für die Kleinaktionäre soll
ihn vergrätzt haben. Offiziell habe man sich im gegenseitigen
Einvernehmen geeinigt, weil die offenen Punkte in den bereits
geschlossenen Verträgen nicht mehr fristgemäß ausgeräumt werden
konnten. KirchMedia wird nun die Sendergruppe und den Filmrechtehandel
zunächst mit Hilfe der Gläubigerbanken weiterführen.
Nach dem auf höchstem (finanziellen) Niveau gescheiterten Epos „Gangs
of New York“ beginnen in ungefähr einem Monat die Dreharbeiten zu
Martin Scorseses nächstem Versuch an alte Erfolge anzuknüpfen: „The
Aviator“. Cate Blanchett steht kurz vor einer Zusage und müsste
somit an der Seite von Leonardo DiCaprio und Kate Beckinsale spielen.
Ihre Rolle wäre immerhin die der Kathrine Hepburn, in die sich dann
der Hauptcharakter Howard Hughes (US-Regisseur der Goldenen Jahre)
verlieben darf. Großes steht bevor.
Ihre Auszeichnung als beste Schauspielerin im Jahr 1996 konnte Susan
Sarandons Meinung zur Oscar-Verleihung wohl nicht besänftigen. Ihre
Anklage gilt den Organisatoren der „Academy Awards“, die inzwischen
absolute Kontrolle über die Geschehnisse besitzen würden. Man wolle
jedes Wort und jede Handlung der Schauspieler in die „richtige“
Richtung weisen. Ebenso würden vertragliche Bestimmungen den Verkauf
der Oscar-Trophäe verbieten, mit der Ausnahme einer Rückgabe an die
„Academy“ für einen Dollar.
Der dänische Regisseur Lars von Trier zeigt sich geradezu erfreut
darüber, in Cannes keinen Preis gewonnen zu haben. „Jetzt weiß ich,
dass das, was ich mache, richtig ist", war sein einziger
Kommentar. Seine Produzentin fügte dem noch hinzu, dass er froh sei,
dem Hexenkessel von Cannes entkommen zu sein.
Bei der Verleihung der D&AD Awards, den Oscars der britischen
Werbeagenturen wurde der begehrte "black pencil" in diesem
Jahr mangels Qualität nicht vergeben. Das war zum ersten Mal seit 10
Jahren der Fall und darf als mutige Entscheidung gewertet werden.
Schließlich war alles was Rang und Namen hat, Agenturen wie BBH,
Saatchi & Saatchi und TBWA mit Beiträgen vertreten. Diese wurden
aber zumindest mit zahlreichen Silber-Trophäen bedacht.
Aufruhr herrscht in der US-Medienlandschaft. Die 1996 unter Bill
Clinton erlassenen Monopolsperren gegen Medienkonzentration sollen nun
entschieden gelockert und zum Teil sogar völlig aufgehoben werden.
Diese Pläne der US-Kommunikationsbehörde FCC lassen vor allem TV- und
Zeitungsmagnat Rupert Murdoch sowie Konglomerate wie Viacom, Disney und
AOL Time Warner ihre Monopole ausbauen. Hinter der 200-Seiten-Vorlage
mit dem verharmlosenden Titel „Zweijährige Regulierungsrevision“
verbirgt sich tatsächlich die folgenschwerste Umwälzung der US-Medien
seit Jahrzehnten. Unter anderem darf fortan ein Network nach Belieben
Lokalsender aufkaufen, bis es fast die Hälfte des US-Fernsehmarkts
besitzt (derzeit liegt die Obergrenze bei 35 Prozent). Ebenso haben
Konzerne künftig die Möglichkeit, im selben Regionalmarkt sowohl TV-
und Radio- wie auch Print-Objekte zu besitzen.
Die Palmen sind vergeben, Francois Ozon und Lars von Trier gehen
leer aus. Der diesjährige Gewinner heißt Gus van Sant mit seinem Film
"Elephant", einer Verfilmung des Highschool Massakers von
Columbine. Er gewann sowohl die Goldene Palme als auch den Preis für
den besten Regisseur. Der Meinung vieler Kritiker nach, war es dieses
Jahr die schlechteste Auswahl an Wettbewerbsbeiträgen seit Bestehen
des Festivals. Bei 900 eingereichten Beiträgen fragt man sich ob
darunter wirklich so viele seien konnten, die noch schlechter waren,
als diejenigen die ausgewählt wurden.
Vincent Gallo, der als filmisches Multitalent gilt, entschuldigte
sich gestern bei seinen Geldgebern und seinem Publikum für seinen
neuesten Film „The Brown Bunny". Er bestätigte das
niederschmetternde Urteil der Kritik und gab zu, dass der Film ein
Desaster ist, eine reine Zeitverschwendung. Als Grund für dieses
Scheitern gab er seine nur von einem geringen Anteil der Bevölkerung
geteilte Vorstellung von Schönheit an. Dass ausgerechnet lediglich die
französische Filmkritik den Film mochte, empfinde er darüber hinaus
als Salz in der Wunde.
Trudie Styler (Ausführende Produzentin z.B. bei Snatch) klagt über
eine weitere Verzögerung des Kinostarts von „The Sweatbox". Der
Film handelt von den Dreharbeiten zu Disneys Zeichentrickfilm
„The Emperor's New Groove", zu dem Sting die Songs geschrieben
hat. Unter anderem ist in der Doku zu sehen, wie sechs von Stings Song
einer Überarbeitung im Schneideraum zum Opfer fallen, aber ob dass der
wahre Grund ist?
Cannes etabliert sich langsam als internationaler Markt zwischen
Hollywood und dem Rest der Welt. Großes Gerangel gabs um die
internationalen Rechte von "Pride And Prejudice: The Bollywood
Musical", vor allem über die Rechte in Australien und Neuseeland,
wobei Miramax die Nase vorne hat, nachdem sie schon die Rechte für
Nord- und Südamerika erworben haben.
Die beiden Regisseure Yu Lik-Wai und Wang Xiaoshuai, deren aktuellen
Filme momentan in Cannes präsentiert werden, erwartet eine Bestrafung
durch die chinesische Zensurbehörde. Nach Angaben von Zhou Jiandong,
Vorsitzender des chinesischen Filminstituts, hätten die Regisseure
gegen grundsätzliche Vorschriften verstoßen, denn ihre Werke „All
Tomorrow“ und „Drifters“ seien beide ohne Genehmigung realisiert
worden. Zudem scheinen die verbildlichten Themen, zumindest bei „All
Tomorrow“, auf keine positive Resonanz bei den Zensoren zu stoßen.
Diesmal wird es das Italienische Drama „Tre Mogli“ sein, dem
Paramount Pictures den US-Stempel verpassen möchte. Die Story über
drei Frauen unterschiedlicher sozialer Schichten auf
Selbstfindungsreise hatte keinen nennenswerten internationalen Erfolg,
dieser soll sich nun durch die polierte US-Version einstellen.
Bemerkenswert ist jedoch, dass das von Marco Risi inszenierte Original
gerade mal vor nicht ganz zwei Jahren in den italienischen Kinos
anlief. Nun ja, egal wie das Remake wird, das Original ist besser.
Grundsätzlich.
Nach und Nach findet jedes Tochterunternehmen von KichMedia ihr
neues Oberhaupt. Nach Angaben von Ool Osenbrügge, Head of Development
bei KME, steht Constantin Film kurz vor der Übernahme von KirchMedia
Entertainment. „Haim Saban hat eindeutig erklärt, dass er kein
Interesse an den Kirch-Produktionsaktivitäten hat“, so Osenbrügge.
Constantin Film hält bereits 26 Prozent an dem
Entertainmentproduktionshaus.
Nach gerade einmal vier Tagen hat das Erfolgssequel „Matrix:
Reloaded“ es auf eine Einspielsumme von 135,8 Mio. Dollar in den USA
gebracht. Damit spielte die Fortsetzung bereits am ersten Wochenende
mehr ein, als das Original in 5 Wochen. Dies ist auch nötig, da der
Film mindestens 300 Mio. Dollar einspielen muss.
Das amerikanische Pendant zum hiesigen geistigen TV Höhepunkt „...sucht
den Superstar“, die Show „American Idol“ kriegt Ärger. Ein TV
Produzent, der seit zehn Jahren alle Varianten von TV-Talent-
Wettbewerben produziert, verklagt Fox auf Schadensersatz. Bormaster, so
der Name des Produzenten, habe die Idee zu „American Idol“
entwickelt und 1994 diversen Fernsehsendern, darunter Fox angeboten.
Mal sehen wie es ausgeht. Wir rufen schon jetzt alle
Ferien-Hotel-Animateure, Kinder-Party Veranstalter,
Karaoke-Barbetreiber und „unter der Dusche Sänger„ auf,
gegebenenfalls gegen Bormaster Klage einzureichen. Sie hatten die Idee
schließlich vor ihm!
Wie schon bei den Dreharbeiten zum letzten Bond wurde die
amerikanische Schauspielerin auch bei „Gothika" verletzt. Mit
einem gebrochenen Ellenknochen wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert,
die Dreharbeiten im kanadischen Montréal müssen mindestens eine Woche
aussetzen.
Abermals ging der Academy Award für den besten nicht amerikanischen
Studentenfilm an einen Deutschen. 1999 gewann Marc-Andreas Bochert,
2000 Florian Gallenberger, und dieses Jahr Florian Baxmeyer von der
Universität Hamburg mit seinem Film „Die rote Jacke“. Er setzte
sich damit gegen die fünf anderen Finalisten, unter anderem Anja
Jacobs von der Filmakademie Ludwigsburg, durch.
Zum zweiten Mal fand im „Dreieck unterhalb der Canal Street"
in New York das TriBeCa-Filmfest statt. Bereits bei der Premiere des
Festivals im letzten Jahr erfreute es sich schnell großer Beliebtheit,
sowohl bei Publikum als auch bei Kritikern. Gastgeber waren keine
geringeren als der Schauspieler Robert de Niro und der Regisseur Martin
Scorsese, in der Jury saßen unter anderem Whoopi Goldberg und Michael
Moore. Gezeigt wurden über 200 Filme und Dokumentationen, unter denen
auch viele Beiträge von Avantgardisten, Experimentierern und Underdogs
waren. Auch die Musik spielte eine wichtige Rolle, so gaben sich viele
Stars der Popszene die Klinke in die Hand, lediglich Robby Williams
musste seinen Namen permanent ins Publikum schreien, ist er doch in den
USA weit weniger berühmt als hierzulande.
Die Werbekrise im Fernsehmarkt hat das einstige Herz-Stück von
Kirch Media in seine Klauen genommen. ProSiebenSat1, Deutschlands
größter TV-Konzern, musste für das erste Quartal diesen Jahres einen
Verlust von 32,8 Millionen Euro bekannt geben, während 2002 noch ein
Gewinn von 5,7 Millionen Euro zu verzeichnen war. Für das gesamte Jahr
wird mit einem weiteren Rückgang um bis zu zehn Prozent gerechnet.
Vorstandschef Urs Rohner erklärte diesbezüglich: „Das erste Quartal
war von einem dramatischen Einbruch im Fernsehwerbemarkt geprägt, der
seinen Tiefpunkt mit dem Ausbruch des Irak-Kriegs im März erreicht hat“.
Die Jury des Dokumentarfilmfestivals in München hat unter den
Wettbewerbsbeiträgen die Filme „Flashback“, „Fresko“, „The
Day I Will Never Forget“, „Tehora„ und „Tishe“ für die
Preisverleihung nominiert. Auswahlkriterium waren dem Inhalt des Films
angemessene Bildsprache, Dramaturgie und Erzählrhythmus. Der mit 2500
Euro dotierte Preis des Dokumentarfilmfestivals für den „Besonderen
Dokumentarfilm“ ging schließlich an Anat Zuria für ihre Doku „Tehora“.
Der russische Regisseur Victor Kossakowsky erhielt für sein Werk „Tishe“
den Dokumentarfilmpreis des Bayerischen Rundfunks mit einem Preisgeld
von 10.000 Euro und mit dem Förderpreis des FilmFernsehFonds Bayern
wurde Elektra Kara für „Himmel Weit - Eine Paradiessuche“ und
Susan Gluth für „Nulla si sá, tutto s´immagina - secondo Fellini“
ausgezeichnet.
Für den Studentenfilm-Oscar sind zwei Beiträge aus Deutschland
nominiert worden: "Kuscheldoktor" von Anja Jacobs
(Filmakademie Ludwigsburg) und "Die Rote Jacke" von Florian
Baxmeyer (Universität Hamburg). Für den Ehrenpreis in der Kathegorie
"Foreign Film" sind darüber hinaus Beiträge aus den
Niederlanden ("The Champ", Norwegen (The Martin
Administration") und England ("Ready") nominiert. Die
Filme wurden unter 38 Einreichungen aus 25 Ländern ausgewählt.
Die Organisatoren des internationalen Cannes-Festivals haben
besondere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um das Infektions-Risiko von
SARS etwa durch Gäste aus asiatischen Ländern zu mindern. So werden
alle Gäste aus betroffenen Regionen bereits vor dem Abflug einem
medizinischen Check unterworfen und erhalten ein
Unbedenklichkeitszeugnis. Zudem haben Länder, die stark von SARS
betroffen sind, ihre zum Festival entsandten Delegationen stark
reduziert.
Die Highlight Communications AG hatte Ende April für 3,60 Euro je
Aktie den EM.TV Anteil an Constantin übernommen, und so Ihre
Gesamtbeteiligung auf 41,4 % erhöht. Jetzt müssen Sie nach deutschem
Aktienrecht den verbliebenen Aktionären ein Angebot machen, das
mindestens bei diesem Aktienkurs liegt. Die Aktie sei jedoch laut
Finanzvorstand Daniel Wiest weit mehr wert, und man zeigte sich wenig
erfreut vom Highlights Angebot. Highlight zeigt sich nun
verhandlungsbereit, und man will diesen Samstag im Aufsichtsrat von
Constantin erneut beraten.
Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist überzeugt, dass
der gegen ihn gerichtete Mailänder Korruptionsprozess eine
Machenschaft der politischen Opposition sei. Er sei Opfer „juristischer
Aggression“, denn Staatsanwälte und Richter hätten die Absicht,
eine Regierung durch das Mitte-Rechts-Lager zu verhindern. Nun will er
gegen die unliebsamen Gesetzesvertreter mobil machen und in Kürze ein
Gesetzesentwurf vorlegen, der Justizverfahren gegen hohe politische
Amtsträger untersagt. Die Verfahren sollen eingestellt werden, bis die
Beschuldigten nicht mehr im Amt sind.
Aufgrund der gesundheitlich schwierigen Lage in China, wurde das „Shanghai
International Film Festival (SIFF)“ für kommenden Juni abgesagt. Die
Organisatoren vermuten, dass die momentane Gefährdung durch SARS
ausländische Gäste von einem Festivalbesuch abhalten würde und
Besucher aus anderen Gebieten Chinas die Ausbreitung der Krankheit
begünstigen könnten. Noch ist jedoch nicht geklärt, ob das Festival
nur verschoben, oder vollständig abgesagt wird. Das „SIFF“ ist
mittlerweile das dritte größere Filmereignis, dass in China wegen
SARS nicht stattfinden kann.
Sehsüchte, das größte Studentenfilmfestival Deutschlands, konnte
über 10.000 Zuschauer nach Potsdam locken, um sich studentische und
Amateur-Filme aus aller Welt anzusehen. Den begehrten Spielfilm-Preis,
dotiert mit 5.000 Euro, gewann der argentinische Regisseur Esteban
Puenza für seinen Film "Juquentes", der Dokumentarfilmpreis
ging an Sandra Jakisch für ihre unsentimentale Darstellung eines
Stückes deutscher Realität in "08/15 - Leben am Rand von
Köln".
Die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ hat
angekündigt ein neues Komitee einzusetzen, dass Richtlinien entwerfen
soll, die den auswuchernden Werbekampagnen der Studios entgegenwirken
sollen. Man will damit verhindern, dass der Oskar bald den Ruf erhält
etwas zu seien, dass man kaufen und verkaufen kann. In der
Vergangenheit hatte es bereits mehrere Skandale gegeben, auch solche,
in denen Gerüchte verbreitet wurden, um andere Filme schlecht zu
machen, oder exorbitante Geschenke an die Jury-Mitglieder verschickt
worden waren. Das Komitee soll ebenfalls auch härtere Strafen
verhängen, bisher wurden dem Übertäter lediglich weniger Karten für
die Oskar-Nacht zugeteilt.
Das Tribeca-Filmfestival von Roberto de Niro auch unter dem Schock
des 11. September initiiert begann am Samstag zum zweiten Mal und endet
am 11. Mai. „Down With Love“, mit Ewan McGregor und Renee Zellweger,
der Dokumentarfilm „Aileen: Life and Death of a Serial Killer“ von
Nick Broomfield's, und Danny Boyle's thriller „28 Days Later“
werden hier ihre US-Premiere erleben.
Mit über einer Millionen Zuschauer ist Michael Moores "Bowling
for Columbine" hierzulande erfolgreichster Dokumentarfilm in
dieser Größenordnung. Nicht umsonst wurde der gesellschaftskritische
Streifen bei Hollywoods 75. Preiseverleihung mit einem Oscar
ausgezeichnet. Seine Dankesrede wird in der Oscar-Geschichte wohl als
die umstrittenste Rede der letzten 25 Jahre eingehen. Als
Dokumentarfilmer liebe Moore die Realität; Amerika habe zur Zeit
jedoch einen fiktiven Präsidenten, der eine fiktive Wahl gewonnen habe
und nun aus fiktiven Gründen einen Krieg führe. Schande über George
W. Bush, dessen Zeit abgelaufen sei.
Die Regisseure des 30-Minüters "Der Lauf der Dinge" von
1987 drohen mit Klage gegen die Macher des aktuellen britischen
"Honda" Spots. Wie in dem Kurzfilm (Schweiz/USA) bewegen sich
auch in dem Spot Gegenstände wie umfallende Dominosteine in
Kettenreaktion wie von selbst. Die verantwortliche Werbeagentur geht
davon aus, dass Ideen keinem Copyright unterworfen sind. Die
Filmemacher hoffen dennoch wenigstens auf eine Art Beraterhonorar.
Gestern segnete die Bundesregierung ein neues Filmförderungsgesetz
ab. Man spricht nun gerne von einem Erfolg der Branche und der Politik,
da anscheinend alle möglichen Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und
Politik an dem Entwurf mitbastelten. Inhaltlich bedeutet dies, dass
Einige ein bisschen mehr zahlen müssen (Kinos, Vertreiber,
Fernsehsender), damit Andere ein bisschen mehr bekommen (FFA). Doch
steht zu fürchten, dass dieses Geld eher die großen Produzenten
bekommen und der Rest (Independentfilmer, Newcomer) allein schon wegen
ihrer kleineren Firmenstruktur, die Antrags- Voraussetzungen bei der
FFA verfehlt.
Der amerikanische Regisseur John McTiernan ("Stirb
Langsam", "Jagd auf roter Oktober") wird Ende diesen
Jahres einen 45 Mio Dollar Actionfilm in Neuseeland und China drehen.
Der englische Titel lautet "Murder In Canton" und basiert auf
einer Novelle des dänischen Botschafters in Japan von 1950.
Der britische Kultusminister beschuldigt Tom Cruise und andere
Hollywoodstars, sie hätten nicht den Mut nach Europa, bzw. Cannes, zu
fliegen, obwohl sie in den Filmen doch immer so tapfer und mutig seien.
Dies ist nicht das erste Mal, das ein Engländer den Amerikanern
vorwirft, sie hätten Flugangst nach den Anschlägen vom 11. September,
und dass gerade die Hollywoodstars hier ihrer Nation ein besseres
Beispiel sein sollten. Ein Sprecher von Cruise entschuldigte den Star
jedenfalls damit, dass er gerade in Neuseeland einen Film drehe, und
deshalb nicht könne. Ist Cruise dann nach Neuseeland geschwommen?
Eine Untersuchung der Media Control ergab, dass zunehmend 3 bis
13-Jährige gerne Krimis im Fernsehen schauen. Den letzten ARD-Tatort
sahen demzufolge 40.000 Fernsehzuschauer zwischen 10 und 13 Jahren. Nun
stellt sich im Grunde die Frage, ob man entweder die Kids
umpolarisiert, um sie zu kindgerechteren Sendungen zu führen, oder
einfach die deutschen Krimiserien kindgerechter gestaltet. Muss ja
nicht immer gleich jemand sterben, gefolterte Barbie-Puppen sind doch
auch schön.
Seit dem Sturz der irakischen Regierung durch die US-Truppen
informiert sich die Bevölkerung meist beim arabischen Sender „al-Dschasira“
über das aktuelle Geschehen. Dem Weissen Haus ist diese
Nachrichtenquelle jedoch zu einseitig, weshalb sich George W. Bush und
der Kongress dazu entschließen mussten, 62 Millionen Dollar in einen
eigenen, ordentlichen Nachrichtenkanal in arabischer Sprache zu
investieren. Verantwortlicher für die Ausstrahlung von Popmusik und
Bush-Reden soll Norman Pattiz vom staatlichen Broadcasting Board of
Governors (BBG) sein. Der neue Kanal, so Pattiz, solle den Irakern
zeigen „was freie Presse ist“. Dass die zugehörige
Produktionsfirma, zusammengesetzt aus fundamentalen Christen, die sich
dem „Beleg von Gottes Präsenz in der heutigen Welt“ verpflichtet
fühlen, keineswegs in Neutralität erstrahlt, zeigen die so
offensichtlich einseitigen ersten Kostproben des Sendeprogramms.
Der US-amerikanische Regisseur Gus Van Sant, der sich seine Sporen
mit „Good Will Hunting“ und „My Own Private Idaho“ verdiente,
präsentiert nun in Cannes seinen neusten Film „Elephant“. Auf der
von Moore ausgelösten Waffenkritikstimmung mitschwimmend erzählt sein
Film die Geschichte der Jugendlichen, die 1999 in Colorado in ihrer
High School 12 Mitschüler erschossen haben. Vergleiche mit „Bowling
for Columbine“ weist Sant jedoch von sich: Er wolle nichts erklären.
Sobald man mit Erklärungen anfängt, verstricke man sich zu schnell.
Die britische Independent Kinokette SBC avanciert zum zweitgrößten
Kinobetereiber in Großbritannien. Mit der Übernahme der 36 Kinos von
Warner Village Cinemas wird SBC künftig annährend 400 Leinwände
besitzen und damit eine echte Konkurrenz für Odeon Cinemas darstellen.
Die gesamte Kette mit dem Namen „Vue“ soll unter der Leitung von J.
Timothy Richards, künftiger Präsident und CEO, stehen.
Vor 56 Jahren fanden die ersten Filmfestspiele in Cannes statt und
seitdem jedes Jahr. Nationale und internationale Sternchen haben hier
die Chance, voller Würde über den roten Teppich zu schweben und sich
vom Pöbel feiern zu lassen. Ihre mitgebrachten Filme werden dann von
einer bunt zusammengewürfelten Jury, diesmal unter dem Kommando von
Patrice Chéreau, angesehen und gegeneinander abgewogen. Der Gewinner
bekommt die Goldene Palme und darf noch ein wenig höher schweben als
die Kollegen. Schon jetzt freuen wir uns aufs nächste Jahr!
14.05.03
Digitales Fernsehen
Kommission fordert DVB-T
Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) fordert ein
bundesweites Konzept für den Umstieg auf digitales terrestrisches
Fernsehen (DVB-T). Es soll ein Finanzierungsfonds für den Umstieg auf
DVB-T gebildet werden, „in den alle mittelbar und unmittelbar
Beteiligten einzahlen, um einen bundesweiten Ausgleich zwischen Kosten
und Einsparungen zu erzielen, und die eine ausreichende
Anschubfinanzierung gewährleisten". Nach seiner Einführung in
Berlin/Brandenburg soll DVB-T in NRW im Raum Köln/Bonn und
Düsseldorf/Ruhrgebiet realisiert werden.
Gerade einmal 290.000 Zuschauer konnte der Neustart „Die Wutprobe“,
mit Jack Nicholson und Adam Sandler, dieses Wochenende ins Kino locken
(bei 750 Kopien sind das gerade einmal magere 387 Besucher pro Kopie).
Der neue X-Men wurde knapp (285.000 Besucher) auf den zweiten Platz
verwiesen, büßte aber im Vergleich zur Vorwoche 70% ein. Auf den
weiteren Plätzen folgen „Johnny English“ und „Wie werde ich Ihn
los - in 10 Tagen“, mit 130.000 bzw. 105.000 Kinogängern. Vielleicht
müsste wieder mal ein guter deutscher Film ins Kino, um die Misere zu
beenden ...
Es ist nicht das erste Mal, dass der schwedische Regisseur Ingmar
Bergmann (84) ankündigt, keinen weiteren Film mehr zu drehen. In
vielen seiner Filme hat er persönliche Obsessionen und Albträume auf
höchstem filmischen Niveau verarbeitet. Nun hat seine "Muse"
und langjährige Lebensgefährtin, die norwegische Schauspielerin Liv
Ullmann öffentlich geäußert, dass seinem aktuellen Projekt
Sarabande, keine weiteren folgen werden.
Die IMAX Filme „T-Rex" und „Space Station" setzen neue
Maßstäbe was die Einspielergebnisse betrifft. Ersterer spielte seit
seiner Premiere 1998 75 Mio., der zweite seit 2002 50 Mio US-Dollar
ein. Das mag nicht viel sein im Vergleich zu den großen
Hollywood-Blockbustern, aber es gibt gerade einmal 230 IMAX-Kinos auf
der Welt. Zudem verspricht man sich in Zukunft auch Erfolge mit den
Aufführungen gerade solcher Blockbuster im IMAX-Format, wie z. B. mit
„The Matrix Reloaded" und „The Matrix Revolutions".
In den USA hat die „Motion Picture Association of America (MPAA)“
ein Gesetzentwurf durchgebracht, der Besitz, Entwicklung, Weitergabe,
oder Nutzung jeglicher Konsumelektronikgeräte, wie Videorekorder,
Fernseher oder Computer, in Verbindung mit einem Kommunikationsdienst
nur bei ausdrücklicher Genehmigung durch den jeweiligen Anbieter
erlaubt. Wer sich keine Genehmigung für sein Gerät einholt, macht
sich strafbar. Im „Kampf gegen Internetpiraterie und
Kabelfernsehen-Schmarotzer“ soll das Gesetz in sechs Bundesstaaten,
Delaware, Illinois, Maryland, Michigan, Pennsylvania und Wyoming,
eingeführt werden. Die neue Regelung wird von
Konsumentenschutzorganisationen scharf kritisiert, da erstens noch
umfassendere Beschränkungen der Konsumentenrechte möglich seien und
zweitens Exklusivverträge mit der Industrie den Besitz ausgewählter
Marken erzwingen könnten.
Derzeit befindet sich die chinesische Filmproduktionsfirma „Mandarin
Films“ in der heißen Produktionsphase zu dem Film „City of SARS“,
der in episodenhafter Erzählweise über den Zustand von Hong Kongs
Bürgern in Zeiten der Krankheit berichten will. Während dieser Film
durchaus komödiantische Elemente beinhalten soll, wird ein zweites
Filmprojekt, das eine selbstlos pflegende Krankenschwester, die der
Krankheit zum Opfer fällt thematisiert, einen eher ernsteren Ton
anstimmen.
Bei den Kurzfilmtagen in Oberhausen, die vom 1. bis 6. Mai
stattfanden, ging der Preis für das beste deutsche Musikvideo an
Markus Wambsganss für "Perpendicular/Vector" und an Sandeep
Mehta für "It Never Was You", dotiert mit jeweils 5.000
Euro. Ebenfalls vergeben wurde ein Online-Award, den nochmals Markus
Wambsganss mit knapp 2.000 Stimmen gewinnen konnte.
Die Schauspielerin Suzy Parker, geborene Cecelia Anne Renee Parker,
stirbt im Alter von 69 Jahren in Santa Barbara, Kalifornien. Bekannt
wurde Parker in den Fünfziger Jahren als Modell und versuchte sich
daraufhin mit nicht wenigen männlichen Bewunderern im Nacken als
Schauspielerin. An der Seite von Fred Astaire, Gary Cooper und Cary
Grand tanzte und schauspielerte Sie sich nach oben und blieb dort im
Olymp der Hollywood-Diven bis zu Ihrem Tod.
Sci-Fi scheint in den USA beliebt zu sein, wie nie zuvor. 85,8 Mio.
Dollar spielte der neue X-MEN-Film von Brian Singer am ersten
Wochenende ein, was mitunter auch an der zukräftigen Besetzung mit
Patrick Stewart, Hugh Jackman, Ian McKellen und Halle Berry gelegen
haben dürfte. Sämtliche andere Filme schafften da nur geradezu
lächerliche Einspielquoten.
Im zweiten Geschäftsquartal 2003 konnte der Disney Konzern seinen
Umsatz um 8 Prozent auf 6,33 Mrd. Dollar steigern. Dies verdanken
Walt's Nachkommen vor allem Kinohits wie „Chicago“ und "Haus
über Kopf", als auch den Videoveröffentlichungen „Signs“ und
„Sweet Home Alabama“. Die Themenparks liefen im Gegensatz hierzu
nicht so toll: Die Vergnügungsmuffel zu Kriegszeiten bescherten dem
Spaß-Konzern an die 45 Prozent Gewinnrückgang in diesem Bereich.
Wieder einmal eröffnet das Münchner Dokumentar-Filmfestival für
eine Woche dem geneigten Zuschauer die aufregende Welt der
Wirklichkeit. Eröffnungsfilm in diesem Jahr ist „For My Children“
von der Regisseurin Michal Aviad. Das Movie-College ist dabei und wird
in den nächsten Tagen Besprechungen ausgewählter Filme
veröffentlichen. Programminfos gibt es auf der offiziellen Festival-Homepage
Just zur Entmachtung des irakischen Diktators Saddam Hussein,
entschließt sich die Malaysianische Zensur einen Film, der Husseins
Herrschaft in ein ungünstiges Licht rückt, doch freizugeben. Zu
anderen Zeiten, sorgte man sich in Malaysia zu sehr um die politische
Beziehung zu Husseins Regime und entschloss sich, den Film
prophylaktisch zu indizieren. Bahman Ghobadi's „Marooned in Iraq“
wird auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes zu sehen sein. In
Deutschland läuft der Film am 29.05.2003 an.
Heute öffnen die Oberhausener Kurzfilmtage ihre Pforten und zeigen
bis zum 6. Mai einen repräsentativen Querschnitt durch das
internationale Filmschaffen der kompakten Filmgeschichten. Von Ägypten
bis USA reicht die Palette der Filmländer, die im diesjährigen
Festival zu sehen sein werden und Chancen haben, in einem von vier
verschiedenen Wettbewerben zu gewinnen.
In England macht sich jemand auf, ähnlich den Billigfluglinien auch
die Kinogänger mit günstigen Preisen zu erfreuen, und schon ist die
Verleihlobby angetreten derlei Preisbrecherei zu unterbinden.
Easycinema hat Unternehmer Stelios Haji-Ioannou sein Vorhaben getauft
und will bereits am 23. Mai eröffnen. Etwa 2,50 Euro soll ein Ticket
maximal kosten. Kinder können schon für 80 Cents ins Kino und jeder
kann sein Popcorn selbst mitbringen. Statt nur teilweise gefüllter
Kinos mit hohen Eintrittspreisen sollen ausverkaufte Säle zu
Niedrigpreisen das Unternehmen profitabel machen. Vor allem die großen
Verleiher wie Columbia Tristar, Warners, Universal Paramount, Fox und
Disney bilden angeblich ein massives Kartell und weigern sich bisher,
Filme an Easycinema zu verleihen. Sollte es bis zum Kinostart zu keiner
Einigung kommen, will Haji-Ioannou notfalls gerichtlich erzwingen, von
den Verleihfirmen mit aktuellen Filmen beliefert zu werden. Man darf
gespannt sein, wann hierzulande die ersten Kinos auf diesen Zug
aufspringen werden...